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130 km/h auf Autobahnen: Tempolimit senkt Unfallzahlen drastisch
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Die Bundesregierung lehnt eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung ab - dabei zeigen Beispiele in Brandenburg und NRW: Mit Tempo 130 reduziert sich die Zahl der Unfälle, der Verletzten und der Toten erheblich.

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kmgeo 29.01.2019, 10:37
470. Anständige Politiker

Es hat sich eingebürgert, dass bspw. die Verteidigungsministerin persönlich den Angehörigen der Gefallen kondoliert.
Mein Vorschlag wäre, dass Herr Scheuer das genauso macht. Mich würde mal interessieren, wie er einer Witwer/Witwer/Halbwaisen/Vollwaisen vermitteln will, dass der Tod der Liebsten vermeidbar gewesen wäre, wenn es ein Tempolimit gegeben hätte.

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war:head 29.01.2019, 10:37
471. Alles unreflektiert auf einen Haufen...

Ich finde es interessant, dass SPON sich bei ihrem Feldzug für Tempolimits so sehr reinsteigert, dass sie sich mittlerweile schon selbst widersprechen.

"Von deutschlandweit 185 Todesopfern bei Geschwindigkeitsunfällen kamen 122 Menschen (66 Prozent) in Abschnitten ohne Tempolimit ums Leben. 63 Unfallopfer (34 Prozent) starben in tempolimitierten Zonen."

Mit anderen Worten: Es passieren mehr tödliche Geschwindigkeitsunfälle auf den Teilbereichen mit Tempolimit. Denn wie wir weiter oben erfahren haben, sind 70% der Streckenabschnitte "frei" (bei 66% der Todesopfer).

Ich habe nichts gegen studienbasierte Argumentation und lasse mich auch gerne überzeugen, aber in diesem Artikel wird das alles so unreflektiert zusammen gekleistert, dass mir das Vertrauen in die Richtigkeit komplett abhanden gekommen ist...

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larsi79 29.01.2019, 10:37
472. 66%Tote auf freien Abschnitten

Was will der Autor bzw. der Verkehrssicherheitsrat damit suggerieren? Lesen wir doch ein paar Zeilen weiter vorher, dass 70% der Autobahnkilometer beschränkungsfrei sind. Heißt also, dass auf beschränkungsfreien Abschnitten sogar weniger Menschen pro Kilometer sterben. Dass man in Brandenburg und NRW Unfallschwerpunkte an denen eine Beschränkung tatsächlich sinnvoll erscheint als Argument für die Allgemeinheit heranzieht, zudem noch verglichen mit Zahlen vor 20 Jahren, als die Autos unsicherer waren, trägt nicht gerade zur Versachlichung der Debatte bei.

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haeff-m 29.01.2019, 10:38
473. Das nächste Thema der Populisten

Merkel? Weg! Flüchtlinge? Die Zahlen sinken! Jetzt kommt ein mögliches Tempolimit als thematisches Sturmgeschütz vermeintlich auf-rechter, freier Bürger gerade recht-s-. Böser Staat, der befreit von Autolobby und dem gesunden Menschenverstand folgend endlich dem faktischen Tempolimit auch das gesetzliche folgen lassen könnte. Die letzte Bastion des Sozialdarwinismus fällt. Wir sind alle gleich bei Tempo 130! Jetzt hilft nur noch Wölfe jagen, um unsere Urinstinkte nach Dominanz auszuleben.

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franky000_99 29.01.2019, 10:39
474. des Deutschen Waffen

Ich fahre im Jahr zwischen 40 und 60 Tausend km. Und erlebe auf deutschen Strassen allerhand. Das Auto wird von sehr vielen Verkehrsteilnehmern als Waffe missbraucht. Rücksichtsloses und aggressives Fahren ist an der Tagesordnung. Jeder darf mit seinen Boliden seine persönliche Freiheit ausleben und andere Menschenleben riskieren. Egal ob 20 oder 70 Jahre alt, Hauptsache schneller als 200 km/h. Was sagt es über eine Gesellschaft wenn das Recht auf persönlichen Spaß höher bewertet wird als das Recht Aller auf Unversehrtheit. Wir sind doch keinen Deut besser als die Amerikaner mit ihren Waffen. Und wer dann mit Zahlen argumentiert hat leider das Grundproblem nicht verstanden. Ein Tempolimit würde sehr viel Grundaggressivität von der Strasse nehmen. Wenn jemand Adrenalin zum Leben braucht empfehle ich im Fallschirmspringen oder Basejumping, da riskiert er nur sein eigenes Leben. Ich bemittleide all die Menschen deren Selbstwertgefühl einzig auf einem 300 PS starken Nobelschlitten basiert. Werte wie Rücksichtsnahme oder Hilfsbereitschaft fehlen in solch einer Gesellschaft leider nicht nur auf der Strasse

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realplayer 29.01.2019, 10:39
475.

Zitat von c700
Früher nannte man das Korruption, heute Lobbyarbeit. Ich will mich aber nicht von korrupten Politikern vertreten lassen, die nur noch Ausreden erfinden, um Sicherheit des Mensch und Umweltschutz zu umgehen. Meine Konsequenzen daraus, keine Stimme zu keiner zukünftigen Wahl mehr an CDU/CSU und SPD. Die Grünen dürfen sich auf meine Stimme freuen. Und ich werde weiterhin japanische Autos fahren, denn die deutsche Autoindustrie bekommt von mir keinen Cent!
Ich hoffe für Sie die Grünen werden die KFZ Steuer versechsfachen.

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Proletheus 29.01.2019, 10:41
476. Football Leaks

Es ist schon auffällig, wie der Spiegel dieses Thema immer wieder forciert, ohne das neue Informationen vorliegen. Das ist schon lange keine Berichterstattung mehr, sondern der Versuch, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen.
Dass der Spiegel bei Football Leaks in extrem nervtötender Weise versucht hat, sein Thema ins Gespräch zu bringen, ist für mich noch nachvollziehbar: Für die Infos wurde sicher ein Haufen Geld investiert, das man verzweifelt versuchte, wieder reinzuholen.
Aber hier? Ist die Ehefrau eines leitenden Redakteurs bei einem Unfall verletzt worden und gibt es deshalb diese Kampagne? Oder sind die Werbeeinnahmen bei diesen Artikeln so hoch, dass es sich lohnt, immer mehr davon zu verzapfen?
Einerlei, denn auf mittlere Sicht schadet der Spiegel so nur dem Journalismus. Wer AfD wählt und meint, die Medien würden nicht informieren, sondern eigene Meinungskampagnen führen, darf sich aktuell vom Spiegel bestätigt fühlen.

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lock_vogell 29.01.2019, 10:41
477.

Zitat von uguntde
Wie schon andere bemerkt haben sind die Zahlen 15J alt - damals hatten viel Fahrzeuge nicht einemal ABS. Das wurde dann flächendeckend eingeführt, und heute gibt es wahrscheinlich keine neues AUto ohne. Prompt gibt es viele weniger Schleuder-Unfälle. Dasslbe wird mit den Abstrandssensoren passieren, und auch die sollte man bei allen Fahrzeugen die schneller als 150 fahren können verpflichtend einführen. Fuur vernetztes Fahren braucht man das ohnehin. Und neue Premiumfahrzeugen haben das ohnehin schon. Lastwagen zwingend mit moderner Technologie ausstatten, die auch feststellt ob eine Fahrer übermüdet ist. Wenn moderne Technik die Unfälle tatsächlich nicht reduzieren sollte, dann kann man noch immer an eine Tempolimit denken.
vor 15 jahren gabs also noch kein ABS?
ja ne is klar... selbst mein guter alter clio (gott habe ihn selig) bjhr. 2003 hatte ABS und die ganzen raser/vertreter dienstwagen hatten schon mitte/ende der 90er alle ABS... und DAS sind ja die die am meisten drängeln, rasen und nötigen, nicht der kleine clio, oder der kleine corsa, die 1999 vieleicht tatsächlich noch kein ABS hatten.

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calm 29.01.2019, 10:41
478. Zum Vergleich:

Ich bin häufig von Konstanz nach Frankreich unterwegs und nutze dabei immer die Schweizer Autobahn. Dort gilt ein Tempolimmit von 120. Das bedeutet: erheblich stressfreieres Fahren und wesentlich weniger stop and go. Das alles trotz erheblich höheren Verkehrsaufkommens gerade in den Ballungsräumen Zürich und Basel. Aber die Schweiz hat halt keine Autolobby, zu deren braven Büttel sich die Reierungsvertreter dann machen (und manche hier im Forum auch). Ganz nebenbei führt das Fehlen einer Autolobby (und vielleicht auch die vernunftbetontere Schweizer Politik) zu einem wesentlich besseren öffentlichen Verkehr: Man kommt in der Schweiz mit Zug und Bus noch in den letzten Winkel. Das nutze ich oft und gerne. Auf meinem Weg nach Frankreich allerdings nützt mir das nichts: Dort bin ich dann wieder im verkehrstechnischen Entwicklungsland, den auch dort regiert die Autolobby!

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signaturen 29.01.2019, 10:42
479. Neues Dogma

Nachdem nun das Umweltschutzargument nicht mehr soo zieht wie gewünscht gehts über die Geschwindigkeit.
Dabei ist die ganze Debatte zutiefst verlogen. Geschwindigkeitsbeschränkung ist ein grünes Dogma und dient den Grünen lediglich als Legitimierung zur weiteren Kontrolle, dabei ist es ein ebenso verlogenes, und durchschaubares Argument wie die Flüchtlingsdiskussion der AfD.

Lediglich 12% aller Unfälle passieren auf Autobahnen.
Das heißt alles andere findet auf Strecken mit Limitierung statt.
Und dann müßte man mal überprüfen wieviele dieser 12% durch eine Geschwindigkeit von über 130 km/h stattfinden.
Überhöhte Geschwindigkeit sind eben auch 90 wenn 80 erlaubt sind.
Selbst wer tatsächlich 80 fährt, wenn erlaubt, aber bei nasser Fahrbahn etc. fällt unter "überhöhte" Geschwindigkeit.

Interessant sind die europäischen Zahlen der Verkehrstoten.
Das einzige Land ohne Geschwindigkeitslimit liegt auf dem 7.letzten Platz von 28 Ländern. 21 Länder mit restriktiveren Limits liegen vor uns. Länder mit geringen Verkehrsaufkommen, bzw ohne Transit.

Unbeachtet bleibt auch daß Deutschland ein Transitland ist. Also ein weit höheres Verkehrsaufkommen hat als viele der Länder die schlechter abschneiden.

Es wird nicht mehr lange dauern und Gegner des Limits werden als Rechts/Nazi diffamiert.

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