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60 Jahre mobiler Blitzer: "Und dann wurden wir auf die Menschheit losgelassen"
Volkswagen Nutzfahrzeuge

Heinz Scholze war einer der ersten Polizisten, die mit dem mobilen Radargerät Jagd auf Raser machten. Er glaubt bis heute an die Wirkung der Blitzkiste - und hat eine klare Meinung in Sachen Tempolimit.

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anders_denker 14.02.2019, 07:17
1. Unrecht mag er nicht haben

leider wird bekannterweise oft nicht dort geblitzt wo es notwendig wäre (Schulen, Kindergärten) sondern wo es Geld einbringt. Weiterhin fällt auf das Strecken für die früher mit 100km/h galt waren zunehmend 80 sind. Aus 80 wurde 70. etc. Gleichwohl sind Fahrzeuge heute auf einem anderen technischen stand als in den 70gern, 80ern und selbst 90ern. Moderne Fahrwerke halten die Spur besser. Bremswege sind oft deutlich kürzer. ABS ist normal.

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merlin 2 14.02.2019, 08:12
2.

Zitat von anders_denker
leider wird bekannterweise oft nicht dort geblitzt wo es notwendig wäre (Schulen, Kindergärten) sondern wo es Geld einbringt. Weiterhin fällt auf das Strecken für die früher mit 100km/h galt waren zunehmend 80 sind. Aus 80 wurde 70. etc. Gleichwohl sind Fahrzeuge heute auf einem anderen technischen stand als in den 70gern, 80ern und selbst 90ern. Moderne Fahrwerke halten die Spur besser. Bremswege sind oft deutlich kürzer. ABS ist normal.
Absolut richtig.
Dort wo geblitzt werden müßte (im Bereich von Schulen, Kindergärten etc.), steht keiner. Dort, wo die notorisch schlecht bewirtschaftete Stadtkasse gefüllt werden kann und gleichzeitig verkehrstechnisch unbedenklich mindestens 60 gefahren werden könnte (zweispurige Stadtein-/-auswärtsstraßen etc.), wird geblitzt.
Das ist somit Abzocke und wird deshalb von keinem akzeptiert.
Der pädagogische Mehrwert ist null und die Gefährdung ist auch nicht behoben.
Aber es geht ja eh nur ums Geld.

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taboon 14.02.2019, 08:37
3.

In unserem Wochenblatt wird über die Anschaffungen/Einnahmen der Stadt informiert und da taucht das neue Radarmessgerät auf der Einnahmeseite auf. Die Geräte werden leider zum großen Teil nur "genutzt", um damit Umsatz zu erzeugen. Kein wunder das man die Polizei schon lange nicht mehr als Freund & Helfer war nimmt.
Und um die Unfalltoten zu reduzieren, wäre die Kontrolle des Mindestabstandes wohl die effektivere Variante...

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derleibhaftige 14.02.2019, 10:12
4. Heute stehen die Säulen inflationär fast überall.

Das Schlimme ist doch, dass da heute eine richtige Industrie draus geworden ist. Die Hersteller von Blitzersäulen, die heute an fast jeder Ecke stehen, vermietet diese Geräte nur an die Kommunen. Die Kommune darf auch nur einen Teil von dem Bußgeld einbehalten, einen größeren Anteil kassiert auch der Hersteller ab. Im Vorfeld werden schon eingehende Gutachten zusammen mit dem Hersteller erstellt, ob die Aufstellung überhaupt genügend Ertrag abwirft.

Bei uns ist es auch schon vorgekommen, dass Geräte bereits nach 2 Jahren wieder zurückgebaut wurden, weil Säulen nur Verluste für die Kommune erwirtschaftet haben. Und was hat das dann noch mit Sicherheit zu tun ? Wenn es anders wäre, dann wäre die Akzeptanz dafür sicher auch größer. Niemand wird sich über Blitzer im Wohngebiet oder an Schulen und Kindergärten aufregen, dort stehen die aber auch eher selten.

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wombie 14.02.2019, 10:36
5.

Zitat von derleibhaftige
Das Schlimme ist doch, dass da heute eine richtige Industrie draus geworden ist. Die Hersteller von Blitzersäulen, die heute an fast jeder Ecke stehen, vermietet diese Geräte nur an die Kommunen. Die Kommune darf auch nur einen Teil von dem Bußgeld einbehalten, einen größeren Anteil kassiert auch der Hersteller ab. Im Vorfeld werden schon eingehende Gutachten zusammen mit dem Hersteller erstellt, ob die Aufstellung überhaupt genügend Ertrag abwirft. Bei uns ist es auch schon vorgekommen, dass Geräte bereits nach 2 Jahren wieder zurückgebaut wurden, weil Säulen nur Verluste für die Kommune erwirtschaftet haben. Und was hat das dann noch mit Sicherheit zu tun ? Wenn es anders wäre, dann wäre die Akzeptanz dafür sicher auch größer. Niemand wird sich über Blitzer im Wohngebiet oder an Schulen und Kindergärten aufregen, dort stehen die aber auch eher selten.
Wenn die Kosten nicht gedeckt werden können,hilft nur eine Erhöhung der Buss- und Verwarngelder. Diese sind, nicht nur, für Geschwindigkeitsüberschreitungen in Deutschland so gering, dass bei geringen Überschreitungen die Vewaltungs- und Betriebskosten nur über Masse gedeckt werden können. Das ist auch in meinem Sinne als Steuerzahler, ich sehe nämlich nicht ein, dass die Gelder der Kommunen in die Verwaltung für Leute gehen, die meinen sich nicht benehmen zu müssen.

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gersois 14.02.2019, 10:41
6. Alles hat 2 Seiten

Das Beispiel Frankreich zeigt sehr deutlich, wie die Überwachung nützlich sein kann. Seit in Frankreich die stationären Radars eingeführt worden sind, hat sich die Zahl der Verkehrstoten fast halbiert!. Andererseits zeigt die Statistik auch, dass ein Tempolimit kein Allheilmittel ist: Mit Ausnahme der Schweiz haben alle Nachbarländer Deutschlands mehr Verkehrstote je Einwohner als Deutschland!

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herbert.wuenstel 14.02.2019, 10:51
7. Radarfalle - oder warum parkt das Auto so blöd am Straßenrand?

Ich habe 1969 den Führerschein gemacht. In den 70er Jahren war meine schnelle Zeit. Ich bin damals an etlichen Blitzern irritiert und ungeblitzt vorbeigefahren. Irritiert war ich immer, weil ein Bulli oder ein ähnliches Fahrzeug so an der Straßenseite parkte, wie kein vernünftiger Mensch sein Auto abstellen würde. Selbst zum Gassi gehen mit dem Hund war die Stelle ungeeignet. Der musste also einen Reifen- oder Motorschaden haben und konnte mir jederzeit mit dem Ersatzreifen in der Hand vors Auto laufen. Mit solchen Gedanken vorsichtig vorbeifahrend sah ich dann öfter dem Feind ins Radarauge.
Als ich die dreißig überschritten hatte, beschloss ich, es in Zukunft gemächlicher anzugehen und Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten. Prompt erwischte es mich bald, weil ich etwas zu entspannt unterwegs war. Die Knöllchen waren allerdings auch immer harmlos, nach Rabattabzug also maximal 10 km/h zu schnell, weil ich nicht auf den Tacho geachtet hatte.
Ich fuhr immer gerne Auto und tue es immer noch gerne. In der Rückschau habe ich allerdings den Eindruck, dass mich das Autofahren schon immer mehr angestrengt hat, als andere Leute. Nach spätestens zwei Stunden Fahrt brauchte ich immer wenigstens eine halbe Stunde Pause, sonst wäre ich sehr verspannt am Ziel angekommen. Aufmerksamkeit im Straßenverkehr über Stunden hinweg ist nun mal anstrengend.

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Pickle__Rick 14.02.2019, 11:41
8.

Zitat von merlin 2
Absolut richtig. Dort wo geblitzt werden müßte (im Bereich von Schulen, Kindergärten etc.), steht keiner. Dort, wo die notorisch schlecht bewirtschaftete Stadtkasse gefüllt werden kann und gleichzeitig verkehrstechnisch unbedenklich mindestens 60 gefahren werden könnte (zweispurige Stadtein-/-auswärtsstraßen etc.), wird geblitzt. Das ist somit Abzocke und wird deshalb von keinem akzeptiert. Der pädagogische Mehrwert ist null und die Gefährdung ist auch nicht behoben. Aber es geht ja eh nur ums Geld.
Oh ich glaube durchaus, dass der fiese rote Blitz mit dem folgenden Brief eine Wirkung hat. Das sollte man weiter durchziehen. Bei der Art und Weise der konkreten Umsetzung von Geschwindigkeitskontrollen bin ich aber bei Ihnen. Bei uns im Ort konnte man Jahrzehnte lang legal auf der Hauptverkehrsstraße (gut ausgebaut, 2 Spuren in jeder Richtung) 60 fahren. Irgendwann hat man das einfach mal auf 50 reduziert. Zu Unfällen kam bzw. kommt es selten. Tja die Ampelschaltung hat man aber nicht angetastet. Daher bekommt man die grüne Welle auch heute nur, wenn man konstant mit 60 statt mit 50 fährt. Das machen auch 95 % der der Fahrer. Auf die mobilen Blitzer fallen nur noch Ortsfremde rein.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Achja, durch die 30er Zone in der ich lebe, könnte man ohne Angst vor Verfolgung mit 100 km/h durchballern. Ein eng bebautes Gebiet mit einer Grundschule, einem Kindergarten, zwei Pflegeheimen und einer Gesamtschule.
Ja ja man muss sich nur an die Regeln halten...

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sikasuu 14.02.2019, 11:42
9. Diese Argumentation verstehe ich nicht?

Zitat von anders_denker
Unrecht mag er nicht haben leider wird bekannterweise oft nicht dort geblitzt wo es notwendig wäre (Schulen, Kindergärten) sondern wo es Geld einbringt. Weiterhin fällt auf das Strecken für die früher mit 100km/h galt waren zunehmend 80 sind. Aus 80 wurde 70. etc. Gleichwohl sind Fahrzeuge heute auf einem anderen technischen stand als in den 70gern, 80ern und selbst 90ern. Moderne Fahrwerke halten die Spur besser. Bremswege sind oft deutlich kürzer. ABS ist normal.
Deutsche Autofahrer (nach Eigeneinschätzung die besten der Welt) müssen dafür zahlen,auch noch in Massen, dass sie sich falsch im Straßenverkehr verhalten/zu schnell sind?
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Finde den Widerspruch! :-)
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Es wird da geblitzt wo es Geld bringt, nicht wo es notwendig ist?
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Kann gar nicht sein, denn wenn es "Geld" bringt" ist es wohl sehr notwendig! :-)
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Manchmal kann formale Logik gemein sein!

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