Forum: Auto
Abgasskandal: Bundesregierung geht bei BMW von systematischer Manipulation aus
DPA

BMW steht im Verdacht, die Abgasreinigung von Fahrzeugen manipuliert zu haben - und verweist auf eine irrtümlich aufgespielte Software. Das glaubt selbst die lange Zeit loyale Bundesregierung nicht mehr.

Seite 9 von 18
philspector 26.02.2018, 17:45
80. Politisch kein Interesse an Aufklärung

Wenn man wissen will, wer außer VW, BMW und Daimler noch betrogen hat, fahre zu Bosch und schaut sich die Rechnungen und Lieferscheine an. Aber Merkel und Dobrindt haben sich jahrelang verweigert, die kriminellen Machenschaften zu ahnden. Oder ist inzwischen irgendein Verantwortlicher verhaftet worden? Woanders bezeichnet man das als Korruption.

Beitrag melden
Steve111 26.02.2018, 17:46
81. BMW M2M Kommunikation beahcten !

Ich möchte dazu kurz anmerken, dass es vielleicht nicht einmal mehr notwendig ist, das Fahrzeug
beim Händler umzuprogrammieren.BMW hat über ConnectedDrive auch so direkten Zugriff
auf das Fahrzeug, und kann diese Funktionalität eventuell dazu mißbrauchen , auch so entsprechende Änderungen in den Steuergeräten durchzuführen.Auf dieselbe Art und Weise werden bei Fahrzeugen von Tesla die Updates eingespielt, es gfunktioniert also in der Praxis.

Beitrag melden
Intranuovo 26.02.2018, 17:47
82. Der wieviele Versuch von Spiegel ist das jetzt, BMW zu diskreditieren?

Es gab schon so viele reißerische Berichte im Spiegel über BMW - am Ende war keiner wahr. Muss man denn mit Gewalt die deutschen Unternehmen in den Dreck ziehen? Es wird schon schnell genug passieren, dass Geely, BYD und Co. die deutschen Autobauer verdrängen - scheinbar geht Spiegel das nicht schnell genug *kopfschüttel*

Beitrag melden
cum infamia 26.02.2018, 17:49
83. Irrtum ? Frage eines Laien

Hat BMW solche betrügerischen Programme ( Betrugssoftware) einfach so rumliegen, daß es mal so zu einem Irrtum kommen kann ? Warum wurden die denn da entwickelt ?

Beitrag melden
sunnebo 26.02.2018, 17:49
84.

Zitat von ardbeg17
Kurz nach Veröffentlichung des "Berichtes der Untersuchungskommission Volkswagen" des KBA, nach dem Dobrindt getönt hatte, die BMW seien sauber, hate ich dem Autor des Artikles geschrieben, er solle sich doch die Messergebnisse genauer ansehen. Diese beinhalteten nämlich bei so ziemlich allen Herstellern Hinweise auf Abschaltvorrichtungen - zudem hatten einige Autos astronomische Stickoxidwerte, die in der Öffentlichkeit gar nicht auftauchten. Damals hiess das Ganze VW-Skandal, und der Spiegel hätte frühzeitig die Dimension der Sache auffliegen lassen können. Hat er aber nicht, stattdessen wird an Verschwörungstheorien gebastelt. Ein fetter Cayenne, der eine minimal in der Reinigung reduzierte Aufwärmstrategie hat, ist Stoff für etliche Hetzartikel - dabei stösst er trotz dieser angeblichen Prüfstandserkennung auf der Strasse kein Viertel dessen aus, was regelmässig bei aktuellen Fiat, Ranault oder Suzuki gemessen wird - die Zahlen bzw. links dazu standen sogar alle im Spiegel! Und jetzt wird wieder ein Fass aufgemacht wegen ein paar Achtzylindern. Klar sollten die ordentlicher gereinigt sein, allerdings ist dieses Verschwörungsgefasel bei gleichzeitiger völliger Missachtung augenfälliger, viel umfangreicherer Baustellen an anderer Stelle kein Investigativ- sondern Manipulativ-Journalismus. Herr Traufetter sollte in die Politik gehen bzw. wenn das nicht klappt, Herrn Resch beerben. Ich besitze weder einen BMW noch einen Porsche und keinen Diesel. Aber diese Realitätsverzerrung auf dem Rücken anderer finde ich für ein (ehemals?) seriöses Magazin beschämend. Ach ja, BMW hat damals bei den allerersten Tests in den USA durch das ICCT hervorragend abgeschnitten - sie können es also schon lange. Der hier geäusserte Pauschalverdacht könnte sich - klar geäussert - am Ende als Verleumdung herausstellen. Ich bin schon auf die wachsweichen Formuliereungen gespannt, die wir in Kürze hören werden.
Sie haben recht, der Spiegel / SPON mit den Sturmspitzen Traufetter / Dohmen bemüht sich (in enger Kooperation mit DUH, Süddeutscher Zeitung und NDR Hamburg), das Thema "Diesel" nicht von der Tagesordnung verschwinden zu lassen. Eigentlich recht so, wäre da nicht dieses seltsame Rumhacken auf den deutschen Herstellern. Warum lesen wir so wenig über die deutlich schmutzigeren Diesel französischer, koreanischer oder italienischer Hersteller (siehe ADAC Test Euro 6 Diesel)? Warum sind eigentlich die Anfragen des KBA bei Fiat-Chrysler derart im Sande verlaufen - bzw. warum haben Traufetter / Dohmen da nicht recherchiert (als der italienische Verkehrsminister die Debatte einfach beendete mit der Aussage: alles sauber hier). Und wie bewerten Traufetter / Dohmen eigentlich die Reduktions-Erfolge, die es seit 2015 bei den Stickoxiden gibt (siehe Statistiken vom UBA)? Kein Wort darüber irgendwo bei SPON oder im Spiegel (bin übrigens langjähriger Abonnent). Ja, das ist manipulativer Journalismus - morgen steht die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes. Darum geht es: keep the fire burning.

Beitrag melden
Havel Pavel 26.02.2018, 17:54
85.

Zitat von Plumbum
Jeder halbwegs intelligente Mensch weiss, dass man die Physik und Chemie = Motortechnik nicht überlisten kann. Leider sind offensichtlich solche Menschen in der Industrie und Politik nicht zu finden. Ein CLEAN DIESEL ist nicht möglich und wird immer ein gigantischer Betrug sein.
Na in der Industrie finden sich wohl im Gegensatz zur Politik ganz gewiss genügend hochintelligente Menschen. Nur die müssen eben auch wirtschaftliche Erfolge vorweisen um bestehen zu können, was wiederum in der Politik nebensächlich ist. Somit müsste eigentlich stets die Politik die treibende Kraft für einen geringstmöglichen Schadstoffausstoss sein und dass die festgesetzten Grenzwerte auch einzuhalten sind sollte keine Frage sondern eine Selbstverständlichkeit sein! Aber selbst dies scheint ein nicht lösbares Problm darzustellen.

Beitrag melden
jeremy_osborne 26.02.2018, 17:58
86. Wenn's stimmt: wie blöd kann man sein?

Hat man bei BMW denn gar nichts aus dem Skandal um VW gelernt? Unvorstellbar, dass immer noch nicht dem letzten deutschen Automanager klar geworden ist, dass man mit diesem Betrug langfristig nicht durchkommen wird. Der Imageschaden, wenn es doch irgendwann herauskommt -- und das wird es mit Sicherheit -- wird niemals durch kurzfristig gespartes Geld für "freiwillige" Rückrufe aufgewogen. Man könnte meinen, die Führungsspitzen unserer Autokonzerne seien durchweg von dunklen Mächten geschmiert worden, um das Ansehen unserer Vorzeigeindustrie mal so richtig gegen die Wand zu fahren. Wie anders kann man solche Kurzsichtigkeit erklären?

Beitrag melden
willibrand 26.02.2018, 17:59
87. die halbe Wahrheit

Ein CLEAN BENZINER auch nicht
und für die BATTERIEER kommt die Energie nur für Blinde aus der Steckdose.

Vielleicht sollte man mal objektiv diese 3 Typen von der Entwicklung, Verbrauch , Lebensdauer etc gegenüberstellen

Beitrag melden
oloh 26.02.2018, 18:00
88. Die armen Aktionäre...

Jetzt geht's bergab. Kaum ist Dobby nicht mehr da, wacht seine Behörde auf: "Der Verdacht der Beamten, womöglich jahrelang von dem Konzern an der Nase herumgeführt worden zu sein, nagt." Ja liebe Beamte, nicht bloß BMW hat euch genasführt; auch andere OEMs und euer Minister!
Nun ist ja bekannt, dass BMW auf AGR, NSC- und SCR-Kat setzt bei diesem Modell. Weshalb es dann trotzdem so hoch emittiert - um den Verbrauch zu senken? Um die Module der Abgasnachbehandlung langlebiger zu machen?
Bei alledem stellt sich wirklich die Frage, warum man bei den Verbrennern sowohl Benzin als auch Diesel nicht komplett durch CNG ersetzt. Da hätte man doch sämtliche Vorzüge des Diesels ohne dessen erhebliche Nachteile.

Beitrag melden
DUS_krone 26.02.2018, 18:01
89. Gewerbsmäßiger Betrug?!

Es ist nun endlich an der Zeit, das Kind hier bei dem Namen zu nennen: Es handelt sich bei den "Manipulationen" um gewerbsmäßigen Betrug im Sinne des § 263, Abs. 3, Ziff. 1 StGB. Der Wortlaut des Gesetzestextes:

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1.
gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
2.
einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu bringen,
3.
eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
4.
seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger oder Europäischer Amtsträger mißbraucht oder
5.
einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff zum Sinken oder Stranden gebracht hat.

Insbesondere ist auch folgender Abschnitt zu beachten:
(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.

Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund, dass durch die ERHÖHTEN Stickoxidwerte und nicht eingehaltener Stickoxid-Grenzwerte in der EU 11.400 Todesfälle pro Jahr zu verzeichnen sind. Dies sind keine Phantasiezahlen, sondern sind aus einer offiziellen EU Studie von 2017 genommen!

(und wir reden hier noch nicht von anderen Umweltschäden, sondern nur von Personenschäden).

Wenn diese Studie richtig ist, dann ist es ebenfalls von Interesse, in wie weit man die verursachenden Unternehmen auch hisichtlich fahrlässiger Körperverletzung oder aber mindestens wegen Körperverletzung durch Unterlassung (da die Unternehmen es versäumt haben, nach Entdeckung der Manipulationen diese abzuändern), zu belangen.

Es wird Zeit, endlich einmal eine "harte Hand" der Regierung aber auch der Gerichtsbarkeiten zu sehen, um nicht weiter andere Personen hinsichtlich Umweltdelikten zu bestärken, dass man ja "eh nichts dagegen" unternimmt....

Beitrag melden
Seite 9 von 18
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!