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Abgasskandal: Justiz stellt Betrugsermittlungen gegen BMW ein
DPA

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht mehr gegen BMW wegen eines möglichen Abgasbetrugs. Der Konzern zahlt eine Geldbuße - und spricht von einem handwerklichen Fehler.

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spon-facebook-10000390617 26.02.2019, 15:01
60.

Zitat von hman2
Was heißt "das war alles"? Es ist völlig unglaubwürdig, dass man Software vertauschen KANN. Es ist eine reine Fingerübung, die schon jeder Anfänger in der Informatik erledigen kann, eine Software durch einen Hash über der Firmware dagegen abzusichern, auf dem falschen Gerät installiert zu werden. Egal ob Versehen oder Absicht oder Sabotage, man kann das definitiv verhindern, und das ist seit Jahrzehnten auch Stand der Technik. Und ausgerechnet die SEHR gut bezahle Informatikabteilung von BMW soll hier einen solchen Anfängerfehler begangen haben? Glauben Sie das? Haben Sie jemals versucht, in Ihren Fernseher die Firmware für ein anderes Modell zu flashen? Das geht nämlich gar nicht!
nur weil die Informatiker viel Kohle einschieben, muss ja noch nix vernünftiges rauskommen. Die Arbeit machen Externe, die werden anhand der Fehlertickets bezahlt! Fehler im System nennt man sowas. Prozess sieht bei BMW so aus: .ppt per e-mail verschicken. 2. Fehler im System. Anerkannter Stand der technik in der Produktentwicklung wird bei BMW nicht angewandt.

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spon-facebook-10000390617 26.02.2019, 15:15
61.

Zitat von Pickle__Rick
Haben Sie schon mal in die ISO 26262 reingeschaut?Das scheitert hier doch schon am Aspekt der funktionalen Sicherheit. Auf diese bezieht sich die Norm. Durch ein fehlendes Bauteil, kann von seiner spezifizierten Funktion keine Gefahr ausgehen. Auch die Software ist nicht betroffen, da die Funktion ein Erkennen der richtigen Komponenten nicht zu der Gefährdung an sich führt. Ein Airbag, welches außerhalb einer Unfallsituation auslösen könnte, wäre dagegen betroffen. Da seine eigentliche Funktion hier das Gefahrenpotential bietet. Zumal man immer noch klären müsste inwiefern die erhöhten Stickoxidwerte jetzt ein direktes Sicherheitsrisiko sind. Das wäre abzuwägen. So oder so kann man auf dieser Basis aber nicht einfach mal eine Zertifizierung aberkennen.
Die ISO regelt nicht den Inhalt der Produktsoftware, sondern wie man diese richtig entwickelt und verwaltet. und da happerts ja bei BMW offensichtlich ganz massiv. es wurden auch schon Ländervarianten in falsche Länder ausgeliefert. Wenn man also seine Software nicht richtig verwalten kann, wie soll dann sichergestellt sein, daß nicht ein Fehler deswegen in sicherheitsrelevanten Bereichen auftritt? Runaway, Bremssystem,...

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Pickle__Rick 26.02.2019, 16:05
62.

Zitat von spon-facebook-10000390617
es geht nicht nur um QM sondern um ISO 26262. Also zulassungsrelevant. Sprich die Autos dürfen aus einem anderen Grund jetzt eigentlich nicht auf die Straße.
Siehe Beitrag Nr. 51.
Außerdem geht es hier in diesem Thread natürlich hauptsächlich um QM. Denn hätte man hier angemessen gehandelt, müsste BMW keine Strafe wegen "fahrlässiger Verletzung der Aufsichtspflicht" zahlen. Die Strafe neben dem Freispruch zum Vorwurf des Betrugs ist hier Thema.

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Steve B 28.02.2019, 10:47
63.

Zitat von Pickle__Rick
Ich weiß nicht, wie BMW hier testet aber offensichtlich ist doch, dass die Methodik zu schweren Fehlern führt. Alle Geräte, die ich bis jetzt mit einer Firmwäre entwickelt habe, fragen erst mal alle Komponenten ab. Da stellt sich im ersten Schritt nichts selbst ein. Erst wenn jedes Teil einmal Meldung gemacht hat, geht es weiter. Ok, das ist alles wesentlich weniger komplex als ein PKW.
Das Problem ist die "Abfrage der Komponenten". In Teilen ist es im PKW nicht so viel anders, aber ein SCR-Kat hat keine eigene Verbindung zum Steuergerät, der ist nur ein dickes Rohr mit beschichtetem Keramik- oder Metallträger drin. Wenn das SUV irgendwelche Sensoren oder Aktoren hat, die es in der Limo nicht gibt, dann ist deren Fehlen ziemlich einfach zu erkennen. Ohne entsprechende OBD-1-Diagnosen ist ein Auto nicht zulassungsfähig, und diese Diagnosen am Bandende durchzuführen ist Standard. Fehler dieser Art dürfen bei "Jugend forscht" passieren, aber nicht bei Autoherstellern.
Wenn die Aktoren/Sensoren nur an anderer Stelle im Abgasstrang stecken und im SUV ein SCR-Kat dazwischen ist und in der Limo nicht, ist das ein ganz anderes Szenario, weil OBD-1 dann "blind" ist. So ein Kat tut ja im kalten Zustand nix mit dem Abgas und ist daher auch in den Sensorsignalen "unsichtbar". Vom Niveau her eher so, als ob die Handysoftware nicht nur nach der erwarteten Kamera sucht, sondern auch feststellen soll, ob die auf dem Kopf steht. Die Frage wird sich normalerweise nicht stellen, weil sie so herum nicht ins Gehäuse oder nicht an die Anschlüsse passt. Es muss zwar eine OBD-2-Diagnose für den SCR-Kat geben, aber die wird wohl nicht schnell genug für einen Bandende-Test sein.

Auch wenn es das zweite dieser beiden Szenarien ist, darf BMW natürlich nicht die Tür für solche Fehler offenlassen. Solche Türen vorab zu finden und zu schließen wäre Aufgabe des konzerneigenen QM gewesen, genau dafür braucht man dort neben Bürokraten auch Leute mit blühender Phantasie.

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