Forum: Auto
Aggression im Straßenverkehr: Rad ab!?
Seite 13 von 18
redrat69 05.02.2018, 14:28
120. Es gibt immer zwei Seiten der Medaille

Ich kenne beides: rücksichtslose Fahrradfahrer genauso wie rücksichtslose Auto- oder Motorrad-Fahrer. Bei Fahrradfahrern beliebt: Ohne zu schauen über rote Ampeln oder nachts ohne Licht in dunkler Kleidung. Bei Autofahrern freches nehmen der Vorfahrt an rechts vor links Straßen - die grinsen ein sogar noch blöd an. Passiert mir regelmäßig als Motorrad- und Fahrradfahrer. Auch gern: auf vorfahrtberechtigter Strassenseite (parkende Autos auf der anderen Seite) werde ich als Radlfahrer regelmäßig dazu gezwungen auf den Gehweg auszuweichen oder die Bordsteinkante zu knutschen, weil die entgegenkommenden Autos es nicht für nötig halten in eine Lücke zu fahren, um mich vorbeizulassen. Hämisches Angrinsen ist die Regel. Passiert mir sogar als Motorradfahrer. Die Krönung letztens: ich wurde übelst angemacht, ich solle doch gefälligst den Radlweg bzw Bürgersteig nutzen und seinem SUV nicht den Weg versperren. Radlweg war da nur weit und breit keiner. Krass in München auch die Leopoldstrasse. Da herrscht regelrechter Krieg auf dem Radlweg unter Radlern. Auch krass: Ältere Menschen auf Segways oder eBikes: die mähen oft alles nieder. Ich glaube jetzt hat jeder sein Fett weg bekommen ;)

Beitrag melden
DerZauberer 05.02.2018, 14:29
121.

So ein friedliebender Mensch ich auch bin - manchmal wünscht sich ein Teil von mir dann doch etwas mehr "man muss schon auf sich selbst aufpassen" als die ewige Rücksichtnahme auf die "schwachen" Fußgänger und Radfahrer. Beide können einfach losrennen und sich plattfahren lassen, und als Autofahrer ist man - ob nun formal im Recht oder nicht - mangels eindeutiger Lage, umschaltenden Ampeln, und kein-Bock-Zeugen immer (mit) Schuld.

In anderen Teilen der Welt wird auch heftig geradelt, aber man weiß (noch), wer eine Knautschzone hat und wer nicht. Und auch und gerade der Fahrradkurier fährt unsichtig und achtet auf sich und andere...

Beitrag melden
geraldwinkeler 05.02.2018, 14:31
122.

Auch ich begegne immer wieder solchen Kampfradlern. Man kann seine Verletzlichkeit eben auch aggressiv einsetzen. Obwohl bei den meisten Unfällen zwischen Autos und Radfahrern die Autofahrer Schuld sind, begehen Radfahrer häufig vorsätzlich massive Verkehrsverstöße wie Ampeldelikte und Vorfahrtsverletzungen. Allerdings haben auch viele Autofahrer ein gestörtes Verhältnis zu den Vorrechten der Radfahrer. Es ist eine pure Fiktion unseres Rechssystems, dass Verkehrsdelikte ganz überwiegend fahrlässig begangen werden. In guten Momenten spreche ich Kampfradler gerne mit "hallo Organspender" an. Oft allerdings fehlt mir der Humor dafür. Die Antworten die ich ernte, wenn ich Radler auf ihre Verkehrssünden anspreche, sind oft nicht druckreif. Am meisten ärgert mich jedoch die Abwesenheit einer ausreichenden Verkehrsüberwachung in meiner Heimatstadt Hannover, die in der Radfahrerunfallstatistik immer weit vorne liegt. Wenn ein Polizist auf Streifenfahrt einen Radfahrer auf dem Fußweg oder nachts ohne Licht fahren sieht, fährt er zu 99% einfach weiter. Andernfalls müsste er alle 500 Meter anhalten. Dies ist einerseits verständlich, gibt aber andererseits die Rechtsordnung der Lächerlichkeit Preis. Daraus resultiert dann eine weitere Verschlechterung der Verkehrsmoral. Hauptschuldige sind die Politiker der etablierten Parteien, die bei ständig wachsendem Verkehr auch an der Polizei ihren Personalabbauwahn ausgelebt haben. Mit Appellen in den Medien bei ständig sinkender Kontrolldichte ist da nämlich nichts zu machen. Ich bezweifele, dass sich daran in näherer Zukunft Grundlegendes ändern wird.

Beitrag melden
benmartin70 05.02.2018, 14:31
123.

Zitat von kobra21
Kennzeichen- und Versicherungspflicht - dann gehts vielleicht etwas zivilisierter bei den Radfahrern zu. Natürlich halten sich die Mehrzahl der Radfahrer an die Straßenverkehrsordnung - alleine schon aus eigenem Interesse. Die Kampfradler legen es aber .......
Es sind mehr als drei viertel der deutschen PHV versichert, das wäre dann eine Doppelversicherung. Das zahlt keiner freiwillig.....
Und wer möchte diesen Mehraufwand? Weder die Nutzer noch die Versicherungswirtschaft.
Hat schon in der Schweiz NICHT funktioniert.

Beitrag melden
redrat69 05.02.2018, 14:34
124. Und ich vergaß.

Viele Verkehrsteilnehmer kennen die Regeln schlicht einfach nicht. So würde ich fast vom Radl gehupt, weil ich nach Ansicht des Autofahrers bei roter Fußgängerampel gefahren bin. Dass diese nicht für mich galt, sondern die normale Ampel (sofern keine extra ausgewiesene Radlampel oder der Radlweg explizit vor der Fußgängerampel führt) ist bei vielen noch nicht angekommen. Radlern wie Autofahrern.

Beitrag melden
Jetzt ich 05.02.2018, 14:34
125.

Als Verkehrsteilnehmer kenne ich die Verhaltensweisen. (Autofahrer, Radfahrer, Fussgänger)
Wer ohne Schuld ist, werfe das erste Fahrrad.
Ich frage mich nur ob dieses Verhalten typisch deutsch ist oder die gesellschaftlichen Regeln
auch dauf den Strassen durchgesetzt werden.
Den § 1 der StVO scheint es ja nicht mehr zu geben.

Beitrag melden
bluebill 05.02.2018, 14:42
126. Tieferes Problem

Ich denke, es geht nicht nur um tumbe Kampfradler. Es geht darum, dass ein simples Verkehrsmittel zur Ikone einer Ideologie hochstilisiert wird. Ich habe auch schon häufig Begegnungen mit pöbelnden, rammenden Radlern gehabt. Fast immer war ich selbst zu Fuß unterwegs. Ging auf dem Bürgersteig oder wollte eine Straße an der Fußgängerampel überqueren. Und wurde fast umgefahren, bedrängt, angekeift und bedroht von Radfahrern, die einfach fanden, dass alle Welt ihnen gefälligst freie Bahn zu gewähren hat, auch wenn sie selbst keine Regeln zu beachten haben. Das ist wohl eine Art Wahrnehmungsstörung. Man fühlt sich allmächtig, unendlich wichtig und per se im Recht. Das wird noch gestützt von der passenden Ideologie, die von militanten Umwelterrettern in den Neunzigern erfunden wurde. Autofahren ist Teufelswerk und zerstörerisch, Radfahren ist gut und sauber. Der Kampfradler wird zum heldenhaften Rebellen, der furchtlos gegen das übermächtige böse Auto antritt. Auch wenn er selbst gegenüber Schwächeren genau das rücksichtslose Verhalten zeigt, das er bei den Autofahrern so vehement verurteilt. Man kann diese einseitige, ichbezogene Wahrnehmung als Narzissmus bezeichnen, als Egozentrik, Egoismus oder als im Ansatz autistisch. -- Gibt's nicht nur unter Kampfradlern, sondern in allen Lebensbereichen. Aber als Kampfradler kann man das halt am besten beobachten.

Beitrag melden
adal_ 05.02.2018, 14:43
127. Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung

Zitat von jim_beam
Querungsanlagen sind entweder als Fußgängerampel oder Fußgängerüberweg ("Zebrastreifen") ausgeführt. Ihre Vermutung kann man also ausschliessen.
Nicht unbedingt. Schließlich kann man auf Fußgängerüberwegen sowohl bei Rot als auch Grün regelwidrig Fahrrad fahren, oder etwa nicht?

Hat der Radfahrer aber einfach nur sein Recht, den stehenden Verkehr auf der Fahrbahn rechts zu überholen, wahrgenommen, sollte man vielleicht erst mal § 5 Abs. 8 StVO lesen:

Ist ausreichender Raum vorhanden, dürfen Rad Fahrende und Mofa Fahrende die Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen.
Noch mal: Ausreichender Raum? Hat der Radfahrer tatsächlich wartende oder hat er fahrende Fahrzeuge überholt? Mäßige Geschwindigkeit? Besondere Vorsicht?
Letzteres schon dewegen nicht, weil er gegen § 67 StVZO verstoßen hat: Lichttechnische Einrichtungen an Fahrrädern.

Beitrag melden
MannAusmNorden 05.02.2018, 14:43
128.

Jo, die Kampfradler!
Ich musste vor 2 Monaten umziehen. Seitdem habe ich eine neue Strecke zur Arbeit. Auf der alten hatten "meine" Autofahrer so langsam drauf, wo ich lang gefahen bin. Da haben wir uns, je nach Wetter/Geschwindigkeit/Stress mal gegenseitig durchgewunken. Wenn man weiß/sieht wo der andere hin will, ist alles i.O. Es liegt aber vielleicht auch daran, dass ich immer eine knallgelbe Jacke an habe, so dass ich auch bei defekter Lampe (War sie noch nie, ein Hoch auf die LED-Technik!) noch gut gesehen werde.

Es gibt zwar auch Ecken, in denen ich mich nicht ganz vorschriftmäßig verhalte. So z.B. beim Wechseln der Straßenseite, wenn ich keinen Bock habe 3 Minuten an unserer Baustellenampel zu warten. Dann fahre ich auch mal auf der Strecke hin zur Ampel rüber: Wenn sich die Gelegenheit ergibt! Wenn Verkehr herrscht, dann fahre ich da natürlich nicht querfeldein.

Beitrag melden
seikor 05.02.2018, 14:44
129. Kennzeichenpflicht

...für Fahrräder und Dashcams in Autos bzw. Helmcams bei den Radlern
Und schon fahren sie alle brav.

Beitrag melden
Seite 13 von 18
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!