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Aggressivität im Straßenverkehr: "Tempolimits würden helfen"
picture alliance/ Christin Klose

Kampfradler, Bleifüße, Bordsteinschleicher - im Straßenverkehr scheint die Auseinandersetzung zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern zu eskalieren - nicht nur verbal. Ein Verkehrspsychologe erklärt warum.

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felisconcolor 12.03.2018, 13:14
110. Ich habe

Zitat von Bayerische Muetz
Ich lebe seit 3 Jahren in Canada, hier gilt auf Autobahnen ein Tempolimit von 110 km/h. Aber denken Sie ja nicht das das Autofahren hier entspannter ist. Bis zum erreichen des Tempolimits wird genauso Agressiv gefahren als in Deutschland. Allerdings kommt hier noch dazu, das man rechts und links ueberholen darf. Auch duerfen LKW genauso schnell fahren wie PKW. Das empfinde ich allerdings nicht als Nachteil. So enstehen keine " LKW Mauern auf der rechten Spur.
eh nie verstanden wie es die Omnibus Lobby es geschafft hat Busse mit zig Fahrgästen 100 oder gar 110 Kilometer pro Stunde fahren und auch noch die dritte Spur zum Überholen nutzen dürfen während LKW die technisch meist besser ausgerüstet sind nur 80 (90) und die linke Spur aus gutem Grund Tabu. Das schärfste war neulich ein Twizzy (Elektrocart von Renault) mit 70 auf der Autobahn. Das da die Trucker nen dicken Hals bekommen ist doch klar.

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protonendichte 12.03.2018, 13:14
111. Schwieriges Thema, da multifaktoriell

1. Verkehrsdichte
2. Betonköpfe


Ich stelle ebenfalls fest, daß die Aggressivität am stärksten bei hoher Verkehrsdichte und eher geringen Geschwindigkeiten steigt.

Mir fällt seit Jahren auf, daß der Anteil der ewigen Mittelspurfahrer, oder auch ganz links fahrender Verkehrsteilnehmer steigt. Es gibt da Leute, die trotz Rechtsfahrgebot (kennt das noch jemand?) quasi von Garmisch bis Flensburg zumindest in der mittleren Spur fahren. Halte ich den Mindestabstand schert ständig jemand vor mir ein, ich werde quasi nach hinten durchgereicht. Fahrer rechts blinken kurz und scheren dann trotz meiner höheren Geschwndigkeit vor mir ein, da scheinbar ihrer Ansicht nach das Blinken ein Vorfahrtsrecht bedingt.
Fahrer auf der linken Spur machen teils, trotz absolut freier Fahrbahn keinen Platz und regen sich auf, wenn man sie überholen möchte.

Hier gehört, ähnlich wie die Aktionen zur Rettungsgasse, eine bewußtseinsbildende Massnahme iniziiert dahingehend:

1. Rechtsfahrgebot
2. Blinker = NICHT gleich Vorfahrt

Aufgrund der hohen Verkehrsdichte sind natürlich auf genug Autofahrer unterwegs, die sich und andere durch ihre unaufmerksame und unsichere Fahrweise gefährden, für diesen Personenkreis und alle anderen wäre das autonome Fahren ein echter Segen.

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sogos 12.03.2018, 13:14
112. Tempolimit und Aggressionen

Es mag einige Gruende fuer ein Tempolimit geben, aber Agressionen - wenn man sich Nachbarlaender, wie UK oder Niederlande anschaut, wo es 110-130km/h limits gibt, sind die Agressionen nun wirklich nicht niedriger (Ich denke manchmal das Gegenteil).

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benmartin70 12.03.2018, 13:15
113.

Zitat von Sleeper_in_Metropolis
Was glauben Sie, wie das ohne Kennzeichen aussehen würde ? Ganz ehrlich - Ich beachte Tempolimits auch nur, weil über den Weg der Kennzeichen mein Führerschein in Gefahr sein kann.
Wie war das mit der Eignung zum Führen eine Kraftfahrzeugs?

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Sleeper_in_Metropolis 12.03.2018, 13:16
114. Vernünftig

Zitat von benmartin70
Hmm könnte an der Richtgeschwindigkeit liegen? Keine Teilschuld im Falle des Falles. Vernünftig sage ich dazu.
Vernünftig wäre auch Leuten die schneller unterwegs sein möchten das Vorbeikommen zu ermöglichen. Aber leider gibt es auch da viele die meinen, wenn 130 km/h für sie selber ausreichen, dann hat das auch für alle Fahrzeuge hinter ihnen zu gelten.

Und ich spreche nicht von Idioten, die mit Tempo 220 und Dauerlichthupe von hinten angeschossen kommen, sondern von Leuten, die lieber 150 oder 160 fahren möchten, aber von manch' dogmatischem oder ignoranten Schleicher daran gehindert werden. Nötigung hat viele Gesichter.

Wenn ich auf der Autobahn auf der linken Spur unterwegs bin, benutze ich auch mal den Rückspiegel. Und wenn da jemand angefahren kommt, der offensichtlich schneller ist als ich, dann mache ich dem bei der nächsten geeigneten Gelegenheit platz, im Sinne eines lockeren Verkehrsflusses für alle. Leider gehöre ich damit aber wohl einer Minderheit an.

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kangootom 12.03.2018, 13:16
115. Agression und Tempolimit

Vielleicht hilft die Technik, dass die Zahl der Unfälle durch Agression und dichtes Auffahren zurückgeht.
Täglich erlebe ich mindestens 2 mal die Situation, dass ich bei Tempo 130 die Lichter des Hintermanns nicht mehr erkennen kann. Schade, dass das Filmen solcher lebensgefährlicher Situationen als Beweismittel nicht erlaubt ist.
Was das Tempolimit angeht. Selbst in der Porsche und Mercedesregion Stuttgart fahren weniger als 10% der Fahrzeuge schneller als 130 und weniger als 5% mehr als 150. Erstaunlich ist es, dass plötzlich alle aufschreien, wenn ein Tempolimit gefordert wird. Die Einführung würde bei 130 10% betreffen und bei 150 nur 5%. Ist das wieder ein Fall von: Derjenige, der am lautesten schreit bekommt recht, obwohl die Masse etwas anderes will?

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triptychon5zehn 12.03.2018, 13:17
116. Und täglich grüßt der Hasskommentator

Als Fahrer beider Verkehrsmittel kann ich beide Seiten nachvollziehen, sehe es aber ähnlich wie Herr Schlag. In Bremen zB wurden zig Fahrradstraßen eingeführt die zu nichts führen außer zu hupenden Autos hinter mir, wenn ich Rad fahre. Ich verstehe, dass eine 6 Meter breite Straße ohne Limitierung auf 25 km/h (so schnell fahre ich durchschnittlich Rad) einen Autofahrer, der hier angeblich 50 fahren darf unendlich nervt. Dennoch gilt hier im Grunde, dass die Straße Fahrradfahrern vorbehalten ist, diese nebeneinander fahren dürfen und NICHT 50 fahren müssen. Wenn den Autofahrern nicht ausdrüklich gezeigt wird was sie tun sollen tun sie genau das was sie dürfen: 50 (also 60) in einer Fahrradstraße, mit Whatsapp Sprachnachricht am Ohr (so ists ja nicht verboten) und dauerhupen. Komisch: in einer Spielstraße ohne offensichtliche 10km/h Schilder fahren Autos doch auch nicht 50. Das witzige dabei: ich kann euch davonfahren und ausweichen, aber eure Kinder die auch mit 10km/h durch Fahrradstraßen und als Beifahrer auch auf der Autobahn fahren eventuell nicht. Euer Gewissen möchte ich nicht haben.

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Olaf Köhler 12.03.2018, 13:20
117.

Zitat von suplesse
Weil das menschliche Reaktionsvermögen nicht mehr hergibt. Ich möchte ankommen. Lieber 10 Minuten später, was noch fraglich ist. Als überhaupt nicht. Außerdem möchte ich ich mit meinem Fahrverhalten auch andere nicht gefährden.
Es ist aber doch unlogisch: Auf der Landstraße bis zur Autobahn, auf der 70 vorgeschrieben ist, wird 90 gefahren (Massenbewegung : "Plus 20 km/h - macht alle mit!") Auf der dreispurigen Autobahn mit wenig Verkehr dann stur 130 - warum nicht da auch die 20 mehr? Ich habe die Vermutung, dass da der Autobahn-Richtgeschwindigkeits-V eine höhere Bedeutung beigemessen wird als der StVO.

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themistokles 12.03.2018, 13:20
118.

Zitat von Mathesar
...das nächste Ziel in der Verbotsrepublik wird anvisiert!
Wäre viele der autofahrende Mensch vernünftig, bräuchte man zB kein Handyverbot am Steuer. Sind sie aber leider nicht. Weswegen es sinnvolle Verbote im Straßenverkehr gibt (und geben muss).

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e-ding 12.03.2018, 13:21
119.

Zitat von jueho47
Ja - es ist eintönig und langweilig konstant mit 120 km/h über die Autobahn zu fahren. Wer aber schon mal größere Strecken z.B. in Italien oder Frankreich zurückgelegt hat, kann dem nur zustimmen. Es IST wesentlich entspannter.
So unterschiedlich ist das subjektive Empfinden. Meine Tour nach Nordspanien, wurde ab der französischen Grenze unentspannt und ermüdend. Das Schöne an den Autobahnen hier ist, man kann schnell fahren aber eben auch entspannt langsam; zumindest bekomme ich das (80kkm p.a.) immer hin, wenn man sein Ego oder den Oberlehrer in sich, nicht zu Wort kommen lässt.
Einen wirklich begründeten Bedarf an einem Tempolimit, sehe ich nicht.

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