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Aggressivität im Straßenverkehr: "Tempolimits würden helfen"
picture alliance/ Christin Klose

Kampfradler, Bleifüße, Bordsteinschleicher - im Straßenverkehr scheint die Auseinandersetzung zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern zu eskalieren - nicht nur verbal. Ein Verkehrspsychologe erklärt warum.

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Olaf Köhler 12.03.2018, 12:32
20. So simpel!

Die StVO ist - verglichen mit anderen Verordnungen und Gesetzen - wohl bewusst simpel gestrickt, damit auch Nichtakademiker sie verstehen. Dennoch schaffen es 90% nicht, diese simplen Regeln in konkretes Handeln oder Unterlassen umzusetzen. Nur dann, wenn Sanktionen zu erwarten sind (Auf 70er Strecke wird wohlgemut 90 gefahren, um dann vor dem "Blitzer" auf 50 runterzubremsen, häh?).
Das "Grundproblem" der Menschlein: An Regeln wird sich nur dann gehalten, wenn sie mir nutzen oder wenn bei Verstößen die Möglichkeit erwischt zu werden, zu groß ist.

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seewolke70 12.03.2018, 12:32
21. Tempolimits entspannen Kleinkriege

Tempolimits bauen die krassen Geschwindigkeitsunterschiede ab. Aggressionenen entstehen beim Kleinwagenfahrer nämlich auch dann, wenn er bei Tempo 120 einen LKW überholen möchte und dann vom Raser mit 220 km/h auf die rechte Fahrspur gezwungen wird. Beim Raser entsteht Aggression, wenn er von 220 plötzlich um 80 km/h runterbremsen musd, weil 500m vor ihm ein Kleinwagen ausschert, der seine Gechwindigkeit unterschätzt hat.

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henson999 12.03.2018, 12:32
22. Verbote helfen nicht

Autos töten keine Menschen. Menschen töten Menschen. Ausserdem kann man nicht Allen das schnelle Fahren verbieten, nur weil ein paar es nicht richtig nutzen. Ich muss auch schnell fahren um meine Familie verteidigen zu können. Ausserdem ist das mein verbrieftes von Gott gegebenes Recht. Das lasse ich mir nicht nehmen.

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o.schork 12.03.2018, 12:34
23. uaaa

Ist das Wort "Raser" nun offizieller Fachterminus auch unter Richtern und Verkehrspsychologen? Wann ist man denn ein Raser? Wenn man schneller fährt als der Richter fahren würde? Etwas mehr Versachlichung auch der Begriffe täte der Diskussion gut. Das Wort "Raser" ist nämlich - da präjudizierend - auch aggressiv. Ich persönlich halte zum Beispiel 200 km/h auf der Autobahn nicht für "rasen". 20km/h in der verkehrsberuhigten Zone aber schon, ebenso wie 100km/h bei dichtem Nebel mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte, falls noch ein schnellerer kommt. "Signifikante Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit" oder "Der Verkehrssituation nicht angemessene Geschwindigkeit" wären Begriffe, welche die Diskussion aus dem Bildzeitungsniveau holen könnten.

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BlueMaxxx 12.03.2018, 12:34
24. Immer wieder die alten Rezepte...

Nach meinen täglichen Erfahrungen im Straßenverkehr liegen die wahren Ursachen des Problems doch ganz woanders.
1. Fehlende Aufmerksamkeit aufgrund von Ablenkung durch Smartphones. Diese Fahrer erkennt man anhand ihres erratischen Fahrverhaltens ja meist schon von weitem.
2. Zunehmende Egoismen und Bequemlichkeit, meist einhergehend mit einer „Ist mir doch egal“ Haltung. Gut erkennbar an fehlendem Blinken (geht dich ja nix an wo ich hin will....) oder kilometerlangem Fahren auf der Mittelspur oder ganz links.
3. Fehlende Bereitschaft, AKTIV am Verkehrsgeschehen teilzunehmen, d.h. mitzudenken und so zu fahren, dass die knappe Ressource Strasse bestmöglich genutzt wird.
Leider konzentrieren sich aber immer noch alle auf die „bösen“ Raser, ist ja auch einfacher als mühselig das Rechtsfahrgebot durchzusetzen, oder Spurwechsel und Abbiegen ohne Blinken zu ahnden.

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Olaf Köhler 12.03.2018, 12:34
25.

Zitat von Barças Superstar
Mit dem autonomen Fahren und der automatischen Verkehrsschildererkennung ist ja dann alles gelöst. Bis auf die Tatsache, dass es viele Zeitgenossen als Freiheitsberaubung werten werden. Es gehört wohl zur (tendenziell maskulinene) Seite des Lebens, dass man es dem anderen ja auch mal richtig zeigen will. Gottlob sind unsere Straßen dann doch keine Sportplätze, wo man das ja auch ausleben kann. Gelassenheit und Nachgeben hilft aber in den meisten Fällen. Wenn ich dem anderen damit zeigen kann, dass ich mehr Zeit habe, erzeugt das schließlich auch Neid.
Leute, die Autos fahren, die Geschwindigkeiten jenseits der 250 km/h erreichen könnten und dennoch (oder gerade deswegen?) eine Gelassenheit zeigen, sind die wirklich guten Fahrer.

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no__comment 12.03.2018, 12:34
26. Das Problem: die meisten können nicht blinken

Wenn jeder rechtzeitig (also nicht erst während des Abbiegevorgangs oder Spurwechsels) blinken würde und damit sein Vorhaben ankündigen würde, gäbe es einen Großteil des "Drängelns" überhaupt nicht.
Wenn man aber ohne zu blinken bzw. ohne ein paar Sekunden vorher zu blinken einfach die Spur wechselt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man plötzlich jemanden am Heck hat, dem eine Vollbremsung zur Wahrung des Sicherheitsabstands ganz einfach zu riskant ist.
Leider sind die allerwenigsten (max. 10%) dazu in der Lage, bereits 300m vor einer Autobahnausfahrt oder 2-3 Sekunden vor Einleitung eines Spurwechsels zu blinken. Keine Ahnung, warum das für die meisten zu schwierig zu sein scheint.

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CancunMM 12.03.2018, 12:34
27.

Zitat von Olaf Köhler
Es fahren doch eh schon 90% stur 130 km/h auf den Autobahnen - warum auch immer.
Warum auch nicht. Stört es Sie ? Vielleicht mal 2 Minuten früher aufstehen, dann sind sie trotzdem pünktlich auf Ihrer Strecke.

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brasilpe 12.03.2018, 12:35
28. "Härtere Strafen bringen nichts ..."

Hier liegt der Autor falsch, jedenfalls was Geldstrafen, sprich Bußgelder, betrifft. Seine Begründung, Geldstrafen bringen jedenfalls dann nichts, sofern keine Überwachung erfolgt, ist zwar richtig, aber nicht zuende gedacht. Warum erfolgt keine Überwachung? Weil es an Personal fehlt. Das ist vordergründig richtig. In Wahrheit erfolgt eine Überwachung aber nur deshalb nicht, weil sie nichts einbringt. Werden die Bußgelder saftig erhöht, lohnt auch die Überwachung. Sie finanziert sich dann selber - mit dem ersehnten Nebeneffekt, dass die Vorschriften von deutlich mehr Verkehrsteilnehmern eingehalten werden. Eine angemessene, d.h. wirkungsmächtige Erhöhung der angedrohten Bußgelder erfolgt nur deshalb nicht, weil die dazu berufenen Politiker den Zorn der Betroffenen fürchten, und deshalb lieber Tote und Verletzte in Kauf nehmen, die anderenfalls ohne weiteres vermieden werden könnten. Eine Schande!

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Oberleerer 12.03.2018, 12:35
29.

Ich habe ebenfalls nicht den Eindruck, daß die Agressivität gestiegen sei. Seit den wilden 90ern hat sich meinem Empfinden nach das Verkehrsgeschehen erheblich beruhigt. Mir begegnen keine Autobahnraser und Lichthupe habe ich seit Monaten nicht gesehen.
Ich habe den Eindruck, daß es mit dem hohen Alter der Verkehrsteilnehmer zusammenhängt. Die jungen Leute müssen aufs Fahrrad ausweichen, was zu Raserei auf dem Radweg führt.

Was mich auf Autobahnen seit Jahren stört, sind VW-Fahrer, die mich im Schneckentempo überholen und dann in meinen Sicherheitsabstand einscheren. 2x habe ich dadurch schon einen Steinschlag erlitten. Bei Regen nimmt einem die Gischt die freie Sicht. Ist es denn zuviel verlangt, mal 100m weiter vor zu fahren?

Und ja, es ist of VW. Audi und BMW bleiben meist links und andere Marken sind wohl entspannter und müssen nicht wegen 5km/h überholen.

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