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Aggressivität im Straßenverkehr: "Tempolimits würden helfen"
picture alliance/ Christin Klose

Kampfradler, Bleifüße, Bordsteinschleicher - im Straßenverkehr scheint die Auseinandersetzung zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern zu eskalieren - nicht nur verbal. Ein Verkehrspsychologe erklärt warum.

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madeinmz 12.03.2018, 16:01
310. Intelligente Schilder

Zum einen wandert der Artikel vom Konflikt zwischen den Verkehrsteilnehmer wie Auto, Bussen, Fahrradfahrern und Fußgängern zum generellen Tempolimit auf Autobahnen. Wie der Konflikt dadurch gelöst werden soll verstehe ich nicht.
Zum anderen würden mehr intelligente Schilder auch schon viel bewirken. Niemand muss auf einer vollen Autobahn in der Rushhour ständig von 180 auf 100 Bremsen und dann wieder beschleunigen. Auf der anderen Seite sehe ich den Sinn auch nicht, dass es Streckenabschnitte auf Autobahnen gibt, die schnurrgerade, gut ausgebaut und gut überschaubar sind, aber bei nahezu leerer Strecke nur mit 100 km/h zu befahren sind. Für Intelligente Verkehrssteuerung auf der Bahn und in den Städten!

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Flari 12.03.2018, 16:02
311.

Zitat von was-zum-teufel...
Standardsituation: nachts um 00:30 Uhr auf der A33. Ein LKW, dahinter ein Kleinwagen. Ich fahre um die 240 km/h. Trockenes Wetter. Kein Frost. Der Kleinwagen wird solange hinter dem LKW bleiben, bis er mich zu einer Vollbremsung zwingen kann, weil er ja geblinkt und dann 250 m vor mir mit 110 km/h auf die linke Spur gezogen ist. Benutzung der ......
Wenn Sie mit 240 km/h unterwegs waren und der "Kleinwagen" mit 110 km/h 250m vor Ihnen rausgezogen ist, waren sie noch 6,9 Sekunden von ihm entfernt.
Wäre der Kleinwagen lediglich 2,6 Sekunden später rausgezogen, wären Sie ihm wohl hinten reingefahren.
Eine Reaktionszeit von null und eine Verzögerung von 11,25 m/s² hätten Sie wohl nicht hinbekommen.

Einen LKW auf einer zweispurigen Strecke mit einer Differenzgeschwindigkeit von über 150 km/h überholen zu wollen, sollte eigentlich gegen jegliche Eignung zur Führung eines Kfz sprechen.
Erst recht, wenn Sie erkennen können, dass schnellerer Verkehr auf den LKW aufläuft.
Aber wenn man dann nicht einmal richtig rechnen kann, muss man die Schuld natürlich auf andere schieben..

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fx33 12.03.2018, 16:04
312. Unangemessene Geschwindigkeit

Zitat von was-zum-teufel...
Standardsituation: nachts um 00:30 Uhr auf der A33. Ein LKW, dahinter ein Kleinwagen. Ich fahre um die 240 km/h. Trockenes Wetter. Kein Frost. Der Kleinwagen wird solange hinter dem LKW bleiben, bis er mich zu einer Vollbremsung zwingen kann, weil......
In dem Moment, wo Sie den LKW und den Kleinwagen sehen und die Situation erkennen, MÜSSEN Sie vom Gas gehen, weil Ihre Geschwindigkeit nicht mehr der Verkehrssituation angepasst ist. Dass Sie dennoch Ihre hohe Geschwindigkleit beibehalten und dann "überraschend" heftig abbremsen müssen, haben Sie etwas falsch gemacht und sich gesetzwidrig verhalten. Aber Fehler machen natürlich immer nur die anderen, man selbst ist ja im Recht und damit per se unfehlbar.

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bloemeke 12.03.2018, 16:05
313. Tempolimit hilft?

Der Verkehrsexperte erklärt, dass die hohe Verkehrsdichte gerade in Ballungsgebieten häufig zu stockendem Verkehr, Langweile bei den Fahrern und schlussendlich Aggression führt: Klingt plausibel. Aber wie kommt er dabei zu dem Schluss, dass ein Tempolimit hier nützlich wäre? Oder lese ich den Artikel falsch? Ich finde, man kann über ein allgemeines Tempolimit trefflich diskutieren. Ob (zu) schnelles Fahren (ab welcher Geschwindigkeit?) aggressiver macht, als in gleichmäßiger Geschwindigkeit Kolonne zu fahren, sei dahingestellt. Langeweile und damit Ermattung können sich bald mal einstellen, wenn der Tempomat eingeschaltet ist - von der Entspannung über die Unaufmerksamkeit hin zum Sekundenschlaf mögen die Grenzen dann fließend (und gefährlich) sein.

Trotz der hohen Verkehrsdichte hat Deutschland relativ übrigens nicht mehr Verkehrstote als seine Nachbarn. Zuletzt haben Verkehrsstatistiken das erstaunliche (und auch im SPIEGEL erwähnte) Ergebnis erbracht, dass Fahrer besonders leistungsstarker Fahrzeuge unterdurchschnittlich viele Unfälle bauen; warum auch immer.

Ansonsten: Innenstädte mit weniger Straßenverkehr bzw. verkehrsberuhigten Zonen sind wunderbar, die Leute haben in der Tat mangels Geschwindigkeit mehr Zeit, sich zu verständigen - und begegnen sich durchschnittlich weit höflicher (oder zumindest deutlich weniger gereizt). Wien ist hierfür in manchen Stadtteilen ein schönes Beispiel.

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