Forum: Auto
Aktion Pkw-Verzicht: "Ich habe mein Auto kaum vermisst"
NEUE MOBILITT BERLIN

In Berlin will ein Bezirk seine Bewohner mit einem ungewöhnlichen Angebot vom Auto entwöhnen. Wer seinen Wagen für vier Wochen wegsperren ließ, erhielt dafür Gutscheine für Bus und Bahn. Ein Teilnehmer berichtet.

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ohjeee 13.07.2018, 11:01
70. 1

Zitat von inx_1
das Argument anstatt über einen vollständigen Verzicht doch zumindest mal über Downsizing nachzudenken = weniger Platz, weniger Verbrauch, weniger von allem. Es gibt definitiv Gegenden da kommt man ohne Auto nicht weiter. Aber muss es der 1.5 Tonner SUV oder die dicke Limou sein, womöglich in Überlänge und mit dem grössten Motor? Nichts gegen eine Ausfahrt im gepflegten V8, aber den kann man sich dann doch auch leihen für diesen Zweck, nicht?
Weil das Argument Down-Sizing erst recht keines ist!
Wir haben nur 1 Auto, ein Kombi. Natürlich sitze ich da morgens zur Arbeit alleine drin, bzw. mit unseren Kindern drin (bei denen ich direkt an der Kita vorbei fahre. Zu Fuß Kinder abliefern und dann erst ins Auto wäre 20Min länger).
Wir werden mit Sicherheit keinen Kleinwagen kaufen und schon gar nicht als Zweitwagen, nur damit ich morgens und abends nicht alleine im Kombi bei der Fahrt zur Arbeit gesehen werde! Denn für den Großeinkauf und vor allem für den Kinderwagen brauchen wir einen großen Kofferraum, für Urlaubsfahrten mit Kleinkindern und sei es nur zur Familie (zwischen 130 und 700km verteilt) sowieso.

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Anindo 13.07.2018, 11:02
71. Geht auch auf dem Land...

...wenn man zur Not die Bahn nehmen kann. Ich bin wahrscheinlich der Einzige ohne Auto in meiner Umgebung, der Firma sowieso und fahre alles bis 30 km mit dem E-Bike oder auch der Bahn. Auto fahre ich auch sehr viel und vor allem schnell, aber virtuell auf fast allen Rennstrecken der Welt. Renn-Simulator im Werte eines Kleinwagens mit VR-Headset machen es möglich. Ginge auch günstiger, aber bleibt ja auch mehr Geld am Ende des Monats übrig für solche Hobbies.

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muunoy 13.07.2018, 11:04
72. Finde den Fehler

Zitat von postmaterialist2011
zudem werden bisher die Strassen noch von unseren Steuergeldern bezahlt, sprich selbst wer kein Auto fährt subventioniert die Autofahrer. Der öffentliche Nahverkehr in Berlin ist grandios ( ich habe in London und viele Jahre in Japan gelebt). Ich hoffe für Leute wie Sie kommt eine heftige Stadtmaut, eine Umweltabgabe und 5€ pro Liter Benzin, ansonsten werden solche Fossile weiterhin die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder zerstören.
In Ihrem Post findet sich eine Falschaussage, die zu korrigieren ist: Sie schreiben, dass auch Steuerzahler, die kein Auto besitzen, den Straßenbau finanzieren. Das kann man so wohl kaum stehen lassen. Vielmehr finanzieren die Autofahrer auch die Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger, welche diese kostenlos nutzen dürfen, mit. Das stört mich übrigens nicht, da ich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger bin.
Ja, es hält sich aufgrund populistischer Propaganda hartnäckig das Gerücht, wir würden mit unseren Steuern die Infrastruktur in Deutschland zahlen. Dies gilt jedoch nur für das Schienennetz, welches in der Tat aus dem allg. Steueraufkommen querfinanziert wird. Alle anderen Infrastrukturnetze zahlen wir extra und nicht über die normalen EK-Steuern. Besonders krass ist die Situation ausgerechnet bei den Autofahrern. Die zahlen in Deutschland nämlich für die Nutzung des Autos ca. das Dreifache dessen, was der Staat für Straßenbau und -unterhalt ausgibt. Autofahrer subventionieren also die Nutzung der Straßen durch andere Verkehrsteilnehmer sowie auch den ÖPNV.
Hier liegt übrigens der größte Knackpunkt für jedwede Art von Verkehrswende (auch ich wünsche mir einen ÖPNV wie in Singapur und ein Bahnsystem wie in Japan). Der Staat verdient am Auto einfach viel zu viel. Und erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Autofahrten nun einmal zum Zwecke des Erwirtschaftens von Steuern unternommen werden.
Nächstes Problem: Wenn Sie ohne vernünftiges Angebot für Leute aus dem Umland das Autofahren in der Stadt verbieten oder extrem verteuern, dann kommt häufig keiner mehr. In meiner ehem. Heimatkommune, die von einer linken CDU und den Grünen regiert wird, hat man sich auch extrem autofeindlich verhalten. Auf einmal standen die Parkhäuser leer und keiner kam mehr zum Einkaufen in die Innenstadt. Dann kam das Gejammere mit sinkenden Gewerbesteuern usw. Sorry, manchmal hilft es, die Innenstädte einfach auch mal zu boykottieren. Man bekommt schließlich heute fas alles auch online.

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im_ernst_56 13.07.2018, 11:06
73.

Zitat von muunoy
Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht. Aber zu sagen, dass auf dem Land ohne Auto gar nichts geht, ist auch schon zu pauschal. Ich bin von der Stadt wegen der steigenden Mieten in ein selbst gekauftes Haus in einem Dorf auf dem Land gezogen. Ich habe aus steuerlichen Gründen zwei Autos. Der dienstlich genutzte Wagen wird sehr viel gefahren, um Steuern zu erwirtschaften (ständig wechselnde Einsatzorte). Den Privatwagen nutze ich kaum noch und deutlich weniger als zu der Zeit, als ich noch in der Stadt wohnte. Grund: Mein Dorf hat die passende Größe. Man kann alle Dinge des täglichen Bedarfs zu Fuß erledigen. Wenn ich es eilig habe, nehme ich halt das Fahrrad. Der Motor meines Privatwagens fände es auch nicht so toll, ständig kalt zu fahren. Und wenn ich jetzt in die Natur will, so fängt die ein paar Meter von meinem Haus entfernt an. Und wenn ich dann doch noch in die Stadt will, was Dank online-Handels aber kaum noch nötig ist, muss ich lediglich 4 km zum nächsten Bahnhof mit dem Rad fahren und bin 20 min später am HBf der Stadt. Ich muss den Privatwagen aber weiter halten, weil sonst das Finanzamt die private Nutzung meines Dienstwagens versteuert haben will, was bei einer Oberklasselimousine zu teuer ist ;-) Also, ob und wie man ein Auto braucht, ist wirklich individuell vollkommen unterschiedlich. Somit muss das auch jeder für sich selbst entscheiden. Links-grüne Erziehungsversuche sind in jedem Fall abzulehnen. Lediglich ökonomische möchte ich den Tipp geben, dass der Betrieb eines Autos außerordentlich teuer ist. Wer eine sehr geringe jährliche Laufleistung hat, sollte daher allein aus ökonomischen Gründen an einen Mix aus Fahrrad, ÖPNV, Taxi und Leihwagen als Alternative zum eigenen Auto nachdenken.
Mit der Aussage, dass auf dem Land ohne Auto nichts geht, meinte ich nicht, dass es nicht Wege gibt, die sich ohne Auto, also zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen lassen. Ich meinte damit, dass die Vorstellung, auf dem Land sei ein völlig autofreies Leben denkbar, ziemlich unrealistisch ist. Die Anbindung an den ÖPNV ist mehr als mangelhaft und ich gehe so weit zu behaupten, dass eine hohe ÖPNV-Dichte (Netzdichte und Taktfrequenz) auf dem Land ökonomisch auch gar nicht machbar ist. Es sei denn zu Fahrpreisen, die in der nähe von Taxipreisen liegen oder mit milliardenschweren öffentlichen Subventionen.

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ohjeee 13.07.2018, 11:10
74. 1

Zitat von maja2001
Der Artikel spiegelt ein Problem unserer Zeit: Leistung darf nichts kosten und ich erwarte Qualität ohne Gegenleistung. Wer sein Auto abschafft spart dadurch min. 300€ Pro Monat. Also Geld genug um ......
Nein, das ist eine Milchmädchenrechnung.
Wenn man nur ab und zu ein (großes) Auto braucht, rechnet sich das ganze schon nicht mehr. Und selbst wenn ich im Monat 50€ fürs Auto "drauf zahlen" würde, wäre es mir das allemal wert, mindestens doppelt so schnell zur Arbeit zu kommen und das sogar günstiger laut "Kostensparrechner" unseres Verkehrsverbundes (Ausnahme Jahresticket, wobei da keine zusätzlichen Fahrten und keine Taxifahrten eingerechnet sind, die ich nachts um 23 Uhr bezahlen muss), flexibler zu sein, auf dem Heimweg noch Lebensmittel und Getränke einkaufen und am Wochenende entspannt zu den Großeltern fahren zu können.

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kenterziege 13.07.2018, 11:10
75. Das private Auto hat ausgedient?

Zitat von maja2001
Der Artikel spiegelt ein Problem unserer Zeit: Leistung darf nichts kosten und ich erwarte Qualität ohne Gegenleistung. Wer sein Auto abschafft spart dadurch min. 300€ Pro Monat. Also Geld genug um Alternativen zu finanzieren. Dann ist auch die Aussage lustig das.....
Ich glaube das nicht. Richtig ist vielmehr, dass sich viele Großstädter ein Auto nicht mehr leisten können/wollen. Ein massives Problem sind die Parkplätze vorm Haus und am Zielort. Wer einen gesicherten Parkplatz überall hat wird das private Auto behalten. Es kann sein, dass über Parkgebühren und wieteren Strassenrückbau das Autofahren keinen Spaß mehr macht. Dann ziehen die Leute raus und mit ihnen die Kaufkraft. Solange ich lebe, werde ich mindestens ein privates Auto haben. Und einen Oldtimer dazu. Der Siegeszug des Autos hat ja seinen Grund. Die Leute sind doch nicht blöd. Und wo ich mit dem Auto nicht hinkomme, bleibe ich weg. Die Sozialingenieure können ruhig eine autofreie Stadt entwickeln. Ich bin gespannt WER da dann noch wohnt! Solange das Parlament eine Fahrbereitschaft hat, sehe ich keinen Grund für mich auf das Auto zu verzichten.

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zimbosmurf 13.07.2018, 11:15
76. Lokalitäten

Zitat von hofmann_mantel
Was soll uns der Beitrag sagen? Dass man in einer Millionenstadt auch ohne Auto zurecht kommen kann? Der gleiche Versuch hier in der nördlichen Oberpfalz würde am ersten Tag scheitern. Obwohl: der Verzicht auf einen Toyota sollte wohl jedem gelingen.
Es verlangt auch niemand, in der Oberpfalz ohne Auto auszukommen. Aber in den großen Städten (und da zähle ich eigentlich ab ca. 10000 Einwohner!) kann das Modell gut funktionieren und es macht auch Sinn, die Strassen von Ballast zu befreien. Ich bin vierzig und hatte noch nie ein Auto. Die meisten Einkäufe mache ich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit den Öffis, und wenn es dann doch mal ein Auto sein muss gibt es Carsharing. Klappt wunderbar!
Ist aber nichts, was bei jedem funktionieren muss!

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spon_2712429 13.07.2018, 11:16
77. alternativlos

So lange ich in Berlin mit dem Auto eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 28-34 Km/h habe ist das Auto
alternativlos und wer sich auskennt steht auch nicht im Stau. Die S-Bahn will, um pünktlicher zu werden,
an bestimmten Bahnhöfen nicht mehr anhalten, auch wenn da Fahrgäste warten. Aber was soll man auch von der regierenden Berliner Gurkentruppe anderes erwarten. Nur noch Politik gegen die Autofahrer, ohne Gesamt -verkehrspolitische Lösungen.

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im_ernst_56 13.07.2018, 11:17
78. Gratis-Ticket auf Lebenszeit

Zitat von fotos
die Wünsche einiger Berliner werden immer bescheidener. Wenn er auf sein Auto verzichten möchte kann er das doch heute schon gerne machen. Aber warum der Steuerzahler (also wir alle) ihm das umsteigen finanzieren sollen ist mir ein Rätsel. Scheinbar denken einige es gibt da eine Gelddruckmaschine und man muss sich das ganze nur "dolle" wünschen dann klappt dsa schon.
Nulltarif im ÖPNV + bedingungsloses Grundeinkommen + überall Internet = die kurzfristige Erfolgsformel der Partei "Die Piraten". Was ist aus den eigentlich geworden? Und warum wählt die eigentlich kaum noch jemand?

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ericstrip 13.07.2018, 11:21
79. ÖPNV in der Großstadt

Ich bin ja vielleicht für manches zu zart besaitet - aber wer fühlt sich im ÖPNV von Berlin wirklich wohl? Wenn ich mal dort bin (vermeide Fahrten nach Berlin inzwischen nach Möglichkeit), finde ich es schrecklich, nach Einbruch der Dunkelheit würde ich es schon mal gar nicht nutzen wollen. Das ist doch eher etwas für erlebnisorientierte Zeitgenossen.

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