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Alkohol am Steuer: Dänemark nimmt betrunkenen Fahrern das Auto weg
DPA

Mit Alkohol am Steuer gefährden Autofahrer sich und andere. Nicht selten enden Promille-Fahrten tödlich. Dagegen will Dänemark nun vorgehen - und greift zu drastischen Mitteln.

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crunchy_frog 29.05.2014, 12:16
70. Unausgegoren

Nichts gegen Strafverschärfung bei Alkoholdelikten, aber das ist doch schon sehr unausgegoren. Wer eine alte Karre fährt, wird, unabhängig von seinem Einkommen, gering bestraft. Umgekehrt wird einer mit einem Neuwagen hart bestraft, ganz egal ob er zwanzig Jahre darauf gespart hat oder sich ihn aus der Portokasse leisten konnte. Das ist schonmal völlig ungerecht. Man könnte sich ja sogar extra für Sauftouren ne Schrottkarre als Zweitwagen zulegen.


Hinzu kommt noch, dass man schlecht einen Autovermieter enteignen kann, wenn sein Kunde mit dem Wagen betrunken gefahren ist. Das kann auch dann nicht funktionieren, wenn man den Kunden Schadensersatzpflichtig macht, man kann doch rechtlich nicht das Eigentum völlig unbeteiligter Personen (egal ob natürliche oder juristische) beschlagnahmen, das spricht doch gegen alle Rechtsgrundsätze.

Meinetwegen an zwei Promille ein Jahresgehalt Strafe oder (bzw. meinetwegen auch und) zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Aber das mit dem Fahrzeug ist komplett ungerechter Murks.

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marienkäfer 29.05.2014, 12:19
71.

Zitat von Christian Teuber
...und ist selber natürlich völlig frei von Fehlern und Nachlässigkeiten aller Art. Manchmal denke ich, dass die Fahrweisen mancher (angeblich besonders vorsichtiger) Autofahrer weit gefährlicher sind, als eine Trunkenheitsfahrt eines "geübten" Alkoholikers. Aber gut: Wer betrunken fährt ist natürlich ein echtes Risiko- Die Strafen sind in Deutschland - entgegen mancher Behauptungen hier - bereits jetzt schon sehr hart. Inkl. FS-Entzug, MPU und sogar Gefängnis. Ohne FS, nebenbei bemerkt, ist das eigene Auto so oder so wertlos. Und was Enteignung angeht haben wir in Deutschland sehr hohe Hürden, die erstmal in einem komplizierten Prozess geändert werden müssten. Auch wäre es ungerecht, wenn trinkfreudige Besitzer von alten 1000.-Euro Autos besser gestellt würden, als ebenso feierlustige Besitzer brandneuer Luxusfahrzeuge.
Und Sie sind ganz sicher, dass mit Ihrem Oberstübschen auch alles in Ordnung ist? Ich nicht! Wenn man so einen Unsinn liest, dann muss man einfach zu dem Ergebnis kommen, dass mental bei Ihnen was nicht stimmt. Da muss man nicht einmal Psychotherapeut sein!

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ir² 29.05.2014, 12:22
72.

Zitat von wqa
Und wie funktioniert das, wenn der\die Betrunkene mit den Wagen der Ehefrau, der Firma oder im Fall des Bundestrainers mit dem des Sponsors unterwegs ist. Wird dann der\die Täter\in zum\zur Schludner\in des\der Eigentümers\in und der\die darf dann hinter dem Geld herlaufen? Auf so etwas blödsinniges kann man doch nur im Vollrausch kommen. Das hilft. Zwingend Bau und den Führerschein lebenslang weg.
Pech für den Eigentümer. Ich bin für mein Eigentum verantwortlich, und wenn ich es jemandem anderen freiwillig überlasse, dann trage ich auch das Risiko! Die Argumentation der Ehefrau als Besitzer ist doch nur ein Hintertürchen, um der juristischen Verantwortung zu entgehen. Eigentümerhaftung sollte immer gelten, und mein Auto fährt niemand anders als ich.....

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Bobby Shaftoe 29.05.2014, 12:22
73. optional

Was ist mit den schon mittags besoffenen Handwerkern und den Geschäftsleuten, die von einem "Termin" angeschickert nach Hause fahren? In beiden Fällen gehört die Karre nicht dem Fahrer, also wird man sich auch nicht konfiszieren können.

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ir² 29.05.2014, 12:24
74.

Zitat von minsk60
In vielen Fällen dürfte eine Leasinggesellschaft Eigentümer des Autos sein. Da diese ja schwerlich dafür verantworlich sein kann, wenn der Leasingnehmer betrunken Auto fährt, stünde ihr ja wohl der Verwertungserlös zu. Oder hat der Fahrer die Restraten trotzdem aufzubringen?
Dann muss der Nutzer eben eine entsprechende Bürgschaft hinterlegen, oder die Leasingfirma betreibt ihr Geschäft auf eigenes Risiko. Auto fahren ist kein Menschenrecht jenseits alle Verantwortung für sein Tun...

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Hermes75 29.05.2014, 12:25
75.

Zitat von gucky2009
Genau so. Der Wagen ist weg! Der Betrunkene war zwar nicht Eigentümer, aber im legitimen Besitz des Fahrzeuges. Und wenn er damit gegen Gesetze verstößt ist es legitim das man im hier das Auto weg nimmt. Hätte er sich zuvor überlegen sollen welche Problem er damit bekommt (Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, ...)
Also grundsätzlich finde ich die Regelung eine interessante Idee, aber in der Tat scheint mir die praktische Umsetzung schwierig wenn das Fahrzeug nicht im Besitz des Fahrers ist.
Viele PKW die unterwegs sind gehören z.B. Leasing-Gesellschaften oder Unternehmen und werden vom Fahrer nur genutzt.
Wenn der Staat das Fahrzeug versteigert, dann ist das eigentlich Hehlerei, da der Käufer zwar Besitzer, aber nicht Eigentümer wird - der Fahrzeugbrief liegt ja noch immer beim rechtlichen Eigentümer.
Wenn so ein Fall eintreten sollte, dann geht die Geschichte auf jeden Fall vor Gericht und zwar durch alle Instanzen und die Frage ist ob das Gesetz da bestand haben wird, da es vermutlich unzulässig in die Rechte Dritter eingreift.

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forenaccount 29.05.2014, 12:26
76.

Das Gesetz ist schön und gut, wie aber soll das in der Praxis aussehen?

Das fängt doch schon mit der Finanzierung eines Autos an. Hier ist nicht der Fahrer Eigentümer, sondern die finanzierende Bank, die das Auto als SIcherheit behält. Soll das Auto dann verwertet werden (das Geld kriegt dann die Bank)? WIe sieht es mit Nachzahlungen aus, wenn sich der Autofahrer diese nicht leisten kann, seinen Ratenzahlungen aber problemlos nachgekommen wäre? Wer haftet der Bank gegenüber für die Ausfälle?

Und was ist mit dem Fahrzeug der Ehefrau? Wird die dann enteignet?

Da sind so viele Ungereimtheiten drin, dass es sehr kompliziert werden wird...

Zudem: wer nicht ganz blöde ist, legt sich für seine Sufffahrten ein Suffauto zu, wenn's denn unbedingt sein muss.

Da die Strafen in Dänemark sowieso schon exorbitant hoch sind, glaube ich nicht, dass diese Maßnahme etwas bringt.

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marienkäfer 29.05.2014, 12:26
77.

Zitat von shark65
Angenommen ein Autofahrer, arbeitslos und ohne Ersparnisse, fährt betrunken mit einem geliehenen Auto. Er wird erwischt, das Auto eingezogen und verkauft. Und nun? Der Kumpel, der das Auto verliehen hat ist unverschuldet das Fahrzeug los und der Fahrer kann es ihm nicht erstatten. Zumindest nicht auf absehbare Zeit. Somit ist ein Unschuldiger, womöglich existenzbedrohend, bestraft worden. Tolles Gesetz.
Tja, dann muss man sich eben vorher überlegen, an welchen Alkoholiker man sein Auto verleiht. Mit dem Charakter eines Kumpels sollte man sich schon auskennen - in der Regel verleiht man sein Auto auch nicht an irgendwelche Kumpels. Ihr Beispiel ist daher schlecht und nur theoretisch.

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sads 29.05.2014, 12:26
78. Typische Reaktionen

Die große Zustimmung zeigt mal wieder die geringen geistigen Fähigkeiten der meisten Kommentatoren. Wie schon oft erwähnt, gehört das Fahrzeug in sicherlich +50% der Fälle nicht dem Fahrer. Selbst wenn es dem Fahrer gehören würde, träfe diese Strafe Geringverdiener u.U. in einem existenzgefährdendem Maße während die Oberschicht nur darüber lacht und sich am gleichen Tag einfach das neue Modell bestellt. Für den Übergang nimmt man dann halt das Cabrio.

Davon abgesehen, dass die Komplexität nur durch unflexible Behördenprozesse beherrscht werden kann(besser gesagt: ignoriert) kommt die Enteignung von Bürgern einer groben Verletzung von Persönlichkeitsrechten gleich.

Gott sei Dank lebe ich in Deutschland. Hier werden wichtige Entscheidungen zumindest nicht gänzlich auf Stammtischniveau verabschiedet.

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ir² 29.05.2014, 12:29
79.

Zitat von Bobby Shaftoe
Was ist mit den schon mittags besoffenen Handwerkern und den Geschäftsleuten, die von einem "Termin" angeschickert nach Hause fahren? In beiden Fällen gehört die Karre nicht dem Fahrer, also wird man sich auch nicht konfiszieren können.
Natürlich kann man das! Der Eigentümer muss sich eben juristisch ggü. dem Benutzer absichern, ehe er ihm sein Fahrzeug überlässt.

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