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Alternative zur Pkw-Maut: In Holland fährt das Sparschwein Auto
Corbis

Statt Pkw-Maut gibt es in Holland eine Belohnung, wenn man die Autobahnen nicht benutzt: Wer außerhalb der Hauptverkehrszeit fährt, bekommt jedes Mal Geld geschenkt. So will die Regierung in den Niederlanden die Autobahnen entlasten - und es funktioniert sogar.

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Flari 18.05.2012, 10:01
1.

Zitat von Artikel
Um das zu beweisen, muss das Auto mit der "S-Box", die GPS-Signale aussendet, in den ersten fünf Wochen mindestens 25 Mal während der Stoßzeit unterwegs sein. Erst dann gilt man als projektberechtigter Pendler und wird aufgenommen.
Gibt es schon Angebote, fremde S-Boxen zur "Freischaltung" durch die Gegend zu fahren? :-))

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wasabiroshi 18.05.2012, 10:01
2. Positive Anreize

Ob das Projekt auf Dauer erfolgreich ist mag dahin gestellt sein, es gibt ja nicht ganz unberechtigte Einwände. Aber grundsätzlich finde ich die Idee positive Anreize zu schaffen viel cleverer als Verbote und ähnliches. Belohnung statt Strafe,da reagiert die menschliche Psyche einfach besser darauf.
Ist jedenfalls meine Meinung als Hobbypsychologe ;-)

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innajjanni 18.05.2012, 10:04
3.

An sich ist das ja keine schlechte Idee, zumal man neue, sehr engmaschige Überwachungsmechanismen etablieren kann, die bei Bedarf auch anderweitig eingesetzt werden können...

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marthaimschnee 18.05.2012, 10:07
4.

Ich finde die Möglichkeiten der Meinungsmache in den Medien absolut geil. Da entsteht tatsächlich der Eindruck, alle wären nur zum Spaß unterwegs und die könnten das Autofahren mal eben so einfach lassen.

Ich kann mal den Vergleich aus Deutschland zwischen heute und vor zwanzig Jahren bzw späte DDR Zeit in einem 2000 Seelen Dorf bringen.
Damals: Bäcker, Fleischer, Konsum (=etwas größerer Tante Emma Laden), Post vor Ort. Arbeit entweder per Fahrrad oder per Bahn in höchstens einer Stunde erreichbar. Auto war ein Fortschritt, aber nicht zwingend notwendig.
Heute: Bäcker, Fleischer, jegliche Konsummöglichkeit, Bahnanbindung, Post - alles wegökonomisiert. Arbeit heute hier, morgen dort. Ohne Auto keine Existenz mehr möglich!

Für viele Menschen ist das Auto ein fester Bestandteil ihrer Existenz geworden. Daß das weder optimal noch zukunftsfähig ist, keine Frage! Aber einfach rücksichtslos den Autoverkehr reduzieren zu wollen - ob nun durch prinzipielle Verteuerung oder Belohnung für das Nicht-Fahren, ist nicht die Lösung. Es müßten Möglichkeiten geschaffen werden, durch die man auf das Auto verzichten kann ... sie müßten WIEDER geschaffen werden. Dazu wären aber massive staatliche Eingriffe in die so toll funktionierenden Märkte nötig, der Staat - insbesondere der deutsche - befindet derzeit jedoch auf dem Selbstzerstörungstrip...

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Freifrau von Hase 18.05.2012, 10:09
5. Nette Idee, aber...

"Eine Verbreiterung der Autobahn wäre dagegen fast zehn Mal so teuer."

Die Autobahn muss ich nur einmal verbreitern. Danach fallen nur noch Kosten für Wartung an (sofern überhaupt gewartet wird, wenn man sich da so manche Pisten in Westdeutschland anschaut....).

Unterm Strich wäre eine Verbreiterung wohl besser, es sei denn, man rechnet schon mit dem demografischen Faktor und vertraut darauf, dass alleine deswegen in 20 Jahren in Holland weniger Fahrzeuge unterwegs sind.

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findetnemo 18.05.2012, 10:11
6.

Zitat von Flari
Gibt es schon Angebote, fremde S-Boxen zur "Freischaltung" durch die Gegend zu fahren? :-))
Ach, wenn Sie gar nicht pendeln, belasten Sie die Autobahn ja noch weniger als die, die außerhalb der Stoßzeit pendeln. Da hätte ich wenig moralische Skrupel, meine Box initial mal freischalten zu lassen.

So gut der "belohnende" Ansatz ist - er hat eben Grenzen. Es ist schon eigenartig, wenn Außer-der-Stoßzeit-Pendler belohnt werden, auf die Bahn setzende Pendler aber nicht. Oder Leute, die zwei Tage im Home-Office bleiben.

Letztlich ist es ein interessanter Versuch, Nichtnutzung zu bezahlen. Da experimentieren wir hier mit der Herdprämie ja auch gerade. Die Realität sieht aber so aus, dass durch die benutzung von etwas Kosten entstehen. Und wenn man die Realität drehen will, ist man - sauber gedacht - schnell wieder bei "Gutschrift für alle, verringert für einige". Was im Ende wieder auf "Kosten berechnen" hinausläuft. Die Realität kann man sich eben nicht schön reden :-)

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DianaSimon 18.05.2012, 10:15
7. Verkehrsaufkommen

Ich gehöre zu den Glücklichen, die ihre Reisezeiten frei wählen können. Es ist mir aber nicht gelungen, eine Seite zu finden, wo die Autobahnen nach Verkehrsaufkommen gelistet sind.

Es wäre doch schön, wenn ich im Internet nachschauen könnte, wann auf der A irgendwas zwischen A-Stadt und B-Stadt erfahrungsgemäß das niedrigste Verkehrsaufkommen und wie der aktuelle Zustand ist.

Das kostet fast nichts (die Daten sind sicher vorhanden) und würde wenigstens etwas zur Entzerrung beitragen.

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otto_iii 18.05.2012, 10:22
8. Dumm nur

dass der klassische Pendler sich nun mal nicht aussuchen kann, wann er fährt. Die Arbeitszeiten gibt der Arbeitgeber vor. Insofern wird dieses Belohnungssystem nicht viel mehr bringen als Mitnahmeeffekte. Um Staus zu verringern gibt es nur 4 Möglichkeiten:
1.: ÖPNV ausbauen
2.: Straßen neu bauen oder verbreitern
3.: Mehr Fahrgemeinschaften oder auf platzsparende Zweiräder
4.: kürzere Arbeitszeiten + mehr Heimarbeit
umsteigen.

1 + 2 sind teuer und langwierig. 3 scheitert zumeist an der Bequemlichkeit der Pendler, 4 am Widerstand der Arbeitgeber, die ihre Beschäftigten lieber verfügbar und kontrollierbar am Arbeitsplatz haben wollen.

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the_rover 18.05.2012, 10:24
9. in Deutschland undenkbar ...

... hier fallen den Verantwortlichen nur die Lösungen "verbieten" oder "teurer machen" ein. Dass ein Bürger für ein bestimmtes Verhalten belohnt werden könnte, ist hier völlig undenkbar.

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