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Alternativer Antrieb: Fünf Gründe, warum Wasserstoffautos kaum gefragt sind
Daimler

Die meisten Hersteller setzen auf Batterie-Elektroautos. Aber ist die Brennstoffzelle nicht der bessere Antrieb für die Zukunft? Dass die Technik bisher floppt, hat auch mit einem grundlegenden Nachteil zu tun.

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wmaus 27.06.2019, 10:02
100. Wasserstoffautos und Batterien...

Ein "winziges" Detail ist hier in der ganzen Diskussion irgendwie untergekommen -- vor allem bei den Beiträgen, in denen die Batterien der E-Autos verteufelt und der Wasserstoffantrieb hochgejubelt wird: Diese Wasserstoffautos - gerade der erwähnte Toyota Mirai - sind HYBRIDEN, das heißt, die haben ebenfalls nicht gerade kleine Batterien, die ja irgendwie hergestellt werden müssen und dabei natürlich die gleichen Rohstoffe verbrauchen, die für die Herstellung reiner Elektro-Autos verbraucht werden. Der theoretisch große Vorteil ist eigentlich der, daß das Wasserstoffmobil wie seit Hundert Jahren gewöhnt an einer Tankstelle betankt werden kann und nicht stundenlang an einer Ladestation verharren muß, was nun einmal gerade auf längeren Reisen gnadenlos unpraktisch ist -- die Wasserstoffmaschine lädt die Batterie während der Fahrt, so wie es die Verbrennungsmotor-E-Antrieb-Hybriden (oder auf Neudeutsch: "Un-Plugged Hybrids") auch tun.
Daß die Strompreise durch die Decke gehen werden sobald genügend E-Automobile auf den Straßen sind ist vollkommen absehbar -- unsere finanzschwache, nicht mit Geld umgehen könnende Regierung muß dann ja irgendwie die Löcher wieder stopfen, die durch die fehlenden Mineralölsteuereinnahmen entstehen werden. Wohl dem, der sich autark wird versorgen können. (Vermutlich dann irgendwo im Ausland, weil man das hier entweder auch massiv besteuern oder einfach für illegal erklären wird.)

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zwischen_durch 27.06.2019, 10:03
101.

Zitat von apfelmännchen
Es gibt eine Reihe sinnvoller Argumente gegen Wasserstoff als Energiespeicher - aber ihre Argumentation "längere Tankzeit als ein Elektroauto" ist purer Unsinn. Wie kommen sie auf solche Ideen? Tankzeit Toyota Mirai = 4 Minuten.
Sie sollten meinen Beitrag auch vollständig lesen und verstehen.
Die reine Tankzeit mag 4 Minuten dauern, wenn jedoch vor ihnen gerade jemand getankt hat, dann müssen Sie 10-15 Minuten warten, bis sie den nächsten Tankvorgang starten können, da die Tanksäule erst wieder einen Druck von 700bar aufbauen muss. Und das dauert eben seine Zeit.
Das häufig gegen Elektroautos angeführte Argument der Autoschlangen vor Tankstellen in der Urlaubszeit bedeutet also für Wasserstofftankstellen, dass Sie im schlechtesten Fall mehrere Stunden an der Tankstelle warten müssen um an den Wasserstoff zu kommen, da nach jedem Tankvorgang von 4 Minuten eine Phase des Druckaufbaus von 10-15 Minuten nötig ist.

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norbertbrummer 27.06.2019, 10:05
102. Wasserstoff ergibt keinen Sinn...

Wenn wir die Energiewende schaffen und Klimaneutral leben wollen - und genau darum geht es doch bei alternativen zu fossilen Brennstoffen - dann ist Wasserstoff eher eine Nische. Denn um Wasserstoff herzustellen braucht man viel Energie und der Vorgang hat recht viele Verluste. Es ist schlicht und ergreifend billiger, besser und verschwendet weniger Energie wenn man sich die Wasserstoffproduktion spart und direkt mit Strom fährt. Wasserstoff ist also ineffektiv. Man wird auch Wasserstoff nutzen müssen für den Energiewandel, keine Frage. Aber doch eher als Nischenprodukt und kein Ersatz für die Leute die im Schnitt in einer Stunde am Tag 40km weit fahren und sich über die Reichweite von E-Autos beschweren...

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Patenting 27.06.2019, 10:05
103. der dreimal (!) schlechtere Wirkungsgrad ist entscheidender Nachteil

gegenüber dem Batterie-Fahrzeug. Abgesehen von der viel komplizierteren und teureren Technik.

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spirit69 27.06.2019, 10:05
104. Schlechte Idee

Zitat von kmgeo
Warum hilft man der Technologie nicht durch Insellösungen auf die Sprünge? Wasserstoffzug und Wasserstoffmietwsgen für Sylt wären eine Lösung. Kein Autoshuttle mehr,bessere Luft, weniger Lärm und das gute Gefühl im Luxus etwas Gutes zu tun. Wäre dann als Mietmarkt für das obere Segment interessant. Weil die stacks skalierbar sind, profitiert auch der untere Markt davon. Malle wäre auch ein guter Testplatz, zumal man dort solaren Wasserstoff erzeugen kann. Mutig sein!
Sorry, aber da ist ein ganz schlechter Vorschlag. Gerade Inseln wie Sylt oder Mallorca bieten geradezu ideale Voraussetzungen für E-Fahrzeuge.
Die zurückgelegten Strecken sind kurz. (Küstenlinie Mallorca etwa 300 km) so dass man mit einer E-Tankfüllung einmal rund um die Insel kommt.
Es gibt viele kleine Häuser, wenig Hochhäuser. Deren Dächer können mit Solarmodulen bestückt werden und E-Tankstellen ausgestattet werden.
Und da wollen Sie unbedingt den solaren Strom nutzen um aufwändig Wasserstoff herzustellen, damit Fahrzeuge mit großer Reichweite und kurzer Tankzeit zur Verfügung stehen? Wozu? Wer braucht das?

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grmuc 27.06.2019, 10:07
105. Batterien

Zitat von JürgenZ
Zur Ökobilanz gehören auch die Sozial- und Umweltschäden der Lithiumgewinnung zur Akkuherstellung. Und Akkus lassen nach. Vom ersten Tag an sinkt die Kapazität. Eine einmal gebaute Brennstoffzelle hält theoretisch ewig.
Auch für Brennstoffzellenfahrzeuge brauchen sie Lithiumbatterien. Das eine Brennstoffzelle ewig hält möchte ich auch bezweifeln.

Oliver

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wille17 27.06.2019, 10:08
106. Batterie ist umweltfeindlich

Die Batterie ist nicht das gelbe vom Ei. In den argentinischen Anden wird aktuell ein unbeschreiblicher Umweltfrevel zur Lithiumgewinnung betrieben und die dortigen Ureinwohner ausgelöscht. Das alles für ein bisschen bessere Luft bei uns. Hier wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.

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Herr Schaftszeiten 27.06.2019, 10:10
107. Ein Denkanstoß zum Wirkungsgrad

Der Artikel nennt einen Wirkungsgrad von 25 Prozent auf dem Weg von Windrad/Solarzelle zum angetriebenen Rad. Das ist ähnlich schlecht wie ein guter Diesel (in dem Fall: Ölquelle zu Rad).

Es gibt aber noch eine andere Betrachtungsebene: Nehmen wir mal an, wir haben erneuerbare Stromüberschüsse im Terawattstundenbereich pro Jahr, wir produzieren daraus Wasserstoff und speichern den in großen Tanks an den Erzeugungs-Anlagen. Ist es dann sinnvoll, den Wasserstoff mit großem Energieaufwand zu komprimieren, in LKWs (ca. sechs Tonnen H2 passen in einen Tanklaster, der 30 Tonnen Benzin transportieren könnte) zu Zapfsäulen zu fahren, die pro Stück eine Million Euro kosten, ihn in Autos zu Pumpen, deren Brennstoffzelle den Wasserstoff mit weniger als 50 Prozent Wirkungsgrad in Vortrieb verwandelt? Oder wäre es vielleicht sinnvoller, den Wasserstoff da, wo er produziert worden ist, per Blockheizkraftwerk zu verstromen, wenn EE-Flaute herrscht?
Ein Kilogramm Wasserstoff ersetzt im Auto ca. 5 Liter Diesel. Der Kompressions- und Transport-Aufwand frisst aber nochmal 1,5 Liter davon auf. Im Blockheizkraftwerk ersetzt ein Kilogramm Wasserstoff 3,5 Liter Heizöl. Wollen wir wirklich auf Brennstoffzellen für's Auto spekulieren, so lange in Deutschland Gas, Öl und Kohle verbrannt werden?

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grmuc 27.06.2019, 10:13
108. Tankzeiten

Zitat von apfelmännchen
Es gibt eine Reihe sinnvoller Argumente gegen Wasserstoff als Energiespeicher - aber ihre Argumentation "längere Tankzeit als ein Elektroauto" ist purer Unsinn. Wie kommen sie auf solche Ideen?
Die nötige Druckerhöhung auf 70 MPa nach jedem Tanken begrenzt die Anzahl der zu betankenden Fahrzeuge.
Eine typische H2 Tankstelle kann nur 40 Fahrzeuge pro Tag betanken.
https://www.shell.de/medien/shell-presseinformationen/2017/sindelfingen-und-pforzheim.html
Wenn also vor ihnen gerade jemand getankt hat, dann warten sie erst mal bis sie wieder Wasserstoff bekommen.

Oliver

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spirit69 27.06.2019, 10:13
109.

Zitat von hinzkunz062019
andere Sitten. Oder Gebräuche. In China ist man erstaunlicherweise zur Erkenntnis gelangt, dass Wasserstoff der deutlich bessere Treibstoff für die Energiewende ist. Er hat grundsättlich eben nicht den ökologischen Fußabdruck eines Yeti, vor allem in Bezug auf Rohstoffe für Batterie und PKW (verstärkter Aluminium-Einsatz usw.). DOrt word gefördert, ausgebaut und GEBAUT. Ganz einfach. Die machen das. Und das Hochtechnologieland Deutschalnd? Politisch verbohrt in die Sackgasse E-Mobilität. Eine politische Schande.
Was soll dieser Unfug mit verstärkten Rohstoffeinsatz für E-PKWs?
Glauben Sie, das Wasserstofffahrzeuge in Altautos eingebaut werden? Oder das Ihr neuer Diesel Rohstoffärmer gebaut wird?
Absoluter uninformierter Blödsinn.
Und warum wird bei E-Autos immer mit dem ökologischen Fußabdruck der Batterien argumentiert, und der einfach mit dem Kraftstoff eines Verbrenners verglichen? Weil der Diesel aus der Zapfsäule kommt?
Und der wird nicht vorher mit viel Aufwand und Umweltschädigungen aus dem Erdreich geholt, mit Schweröl-verbrennenden Tankschiffen um die halöbe Welt kutschiert. In Raffinerien aufwendig verarbeit und dann per LKW an die Tankstellen geliefert. -
Aber solche Details lassen wir lieber weg. Weil dann mein 3 Tonnen SUV auf einmal nicht mehr so schick dasteht.

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