Forum: Auto
Alternativer Antrieb: Fünf Gründe, warum Wasserstoffautos kaum gefragt sind
Daimler

Die meisten Hersteller setzen auf Batterie-Elektroautos. Aber ist die Brennstoffzelle nicht der bessere Antrieb für die Zukunft? Dass die Technik bisher floppt, hat auch mit einem grundlegenden Nachteil zu tun.

Seite 16 von 45
apfelmännchen 27.06.2019, 11:09
150.

Zitat von apfelmännchen
Beim BMW 7 Hydrogen wird der Wasserstoff nicht unter Druck, sondern flüssig bei -250°C im Tank drucklos gelagert. Der Verlust kommt nicht durch Diffusion, sondern durch Verdampfen des flüssigen Wasserstoffs zustande, da die thermische Isolation des Tanks nicht perfekt sein kann (aufrechtenhalten der -250°C durch Verdunstungskühlung). Dennoch besteht auch in der Garage kaum Explosionsgefahr, da die verdunstende Menge klein ist und Wasserstoff sich sehr schnell verflüchtigt (leichter als Luft)
Kleine Korrektur:

Der verdunstende Wasserstoff wird beim BMW 7 nicht einfach abgelassen, sondern durch Rekombinatoren in Wasserdampf umgewandelt. Es besteht damit auch in geschlossenen Räumen keine Explosionsgefahr:

wiki:
Die als Standzeit bezeichnete Phase bis zur kontrollierten Entleerung (der abgelassene Wasserstoff wird katalytisch zu Wasser oxidiert) eines zur Hälfte gefüllten Wasserstofftanks beginnt nach 17 Stunden und beträgt etwa 9 Tage.[2] Danach verbliebe im Tank ausreichend Wasserstoff, um noch rund 60 Kilometer Wegstrecke im Wasserstoffmodus zurückzulegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Darkqueen 27.06.2019, 11:10
151.

VW hat sehr gute Industriemotoren mit Brennstoffzelle mit denen sie mit Lichtblick Blockheizwerke für Zuhause betreiben wollten frage mich warum solche Innovationen in der Schublade bleiben

Beitrag melden Antworten / Zitieren
syracusa 27.06.2019, 11:11
152.

Zitat von maxmotzer
Japanische Ingenieure sehen den deutschen Weg zur E-Mobilität als Irrweg. Allein der Aufbau einer tatsächlich funktionierenden Infrastruktur ist extrem aufwändig und kostenintensiv. Hinzu kommt noch das Rohstoffproblem bei der Herstellung von Batterien, deren Größe (und Gewicht) sowie die Notwendigkeit, entsprechende Strommengen zu erzeugen.
1. Welches Rohstoffproblem sehen die denn bei der Herstellung von Batterien? Mir ist keines bekannt.
2. Wo sehen die denn Probleme, die benötigten Strommengen zu erzeugen? Das könnten wir schon mit unserem heutigen Kraftwerkspark problemlos erledigen.
3. Infwiefern spielen Größe und Gewicht der Akkus denn eine nennenswerte Rolle, wenn man 70% Wirkungsgrad hat anstatt nur 20% wie im Verbrenner?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
grmuc 27.06.2019, 11:16
153.

Zitat von maxmotzer
Japanische Ingenieure sehen den deutschen Weg zur E-Mobilität als Irrweg. (...) Hinzu kommt noch das Rohstoffproblem bei der Herstellung von Batterien, deren Größe (und Gewicht) sowie die Notwendigkeit, entsprechende Strommengen zu erzeugen.
Auch Brennstoffzellenautos haben Li-Batterien. Das Fahrzeuggewicht ist auch nicht signifikant niedriger.
Toyota Mirai 1850 kg, Hyundai Kona elektro 1610 kg
Wenn sie schon bei der Stromerzeugung Bedenken haben, dann ist die Brennstoffzelle der falsche Weg. Dort brauchen sie nämlich die dreifache Menge an Strom für die gleiche km Leistung, dank des schlechten Wirkungsgrad von 30%.

Oliver

Beitrag melden Antworten / Zitieren
syracusa 27.06.2019, 11:19
154.

Zitat von Architectus
3. Man braucht zur Wasserstoffherstellung 3 x sovile regenerative Stromerzeugung wie wenn man den Strom sofort in Batterien einspeichert.
Das kann man so nicht stehen lassen, denn das ist grob falsch. Die Herstellung von Wasserstoffherstellung wird mit einem Wirkungsgrad von 80% durchgeführt. Strom in Batterien zu speichern und wieder abzurufen, geht mit bestenfalls 90% Wirkungsgrad. Der Unterschied ist also marginal.

Relevant ist aber, dass man für den Vertrieb von H2 viel Energie braucht, und dass Brennstoffzellen aktuell maximal 50% Wirkungsgrad erreichen. Bei der ganzen Prozesskette des Brennstoffzellenautos kommen also nur 25 bis bestenfalls 30% der Energie für den Vortrieb des Autos an, beim E-Auto sind es immerhin gut 70%.

Das ist, wenn die eingesetzte Primärenergie nachhaltig erzeugt wird, aber kein Umweltproblem, sondern nur ein ökonomisches Problem. Und das ist bei den geringen Gestehungskosten für EE-Strom ziemlich vernachlässigbar. Da ist schon relevanter, dass man statt einer Brennstoffzelle auch genau so gut einen Verbrennungsmotor mit P2G/P2L verwenden kann. Der hat nur einen unwesentlich geringeren Gesamtwirkungsgrad als die Brennstoffzelle, kann aber das vorhandene Tankstellennetz und die Infrastruktur nutzen. In Nordafrika kann man PV-Strom zu Kosten von 1,5 ct/kWh erzeugen. Synthetische Treibstoffe für Verbrenner kosten damit dann kaum mehr als heute an der Tanke.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
syracusa 27.06.2019, 11:23
155.

Zitat von ostseekuestenbewohner
Laut VDI-Nachrichten hatte das deutsche Stromnetz 2017 einen Wirkungsgrad von 56 %.
Hähh? Worauf sollen sich die 56% denn beziehen?

Die Verluste im deutschen Stromnetz betragen im Mittel gerade mal 5,7%: https://de.wikipedia.org/wiki/Übertragungsverlust

Beitrag melden Antworten / Zitieren
knuty 27.06.2019, 11:30
156.

Zitat von HerrMichaelJ.
10 gute Gründe für das Wasserstoffauto: 1. Wasserstoff ist super geeignet als Zwischenspeicher, wenn die Windkrafträder zuviel produzieren. Und das tun sie häufig. Und Windkrafträder oder Solaranlagen produzieren ist leicht. 2. Wasserstoff lässt sich genauso schnell und bequem tanken wie Benzin oder Diesel. (Wer hat schon Lust an einer überfüllten Tankstelle ewig zu warten) 3. Wasserstoff kann schnell neu einheimische Industrien entstehen lassen. Der Preis für Wasserstoff würde schnell fallen. 4. Wasserstoff kann einen Wirkungsgrad von über 90% erreichen 5. Tankstellen sind schnell gebaut. Laut Berechnungen bedarf es nur 1000 Tankstellen bzw. zusätzliche Zapfsäulen, wo der Staat auch mal sagen könnte: Wir schaffen das! Soviel kostet das jetzt auch nicht. 6. Die Herstellung von Batterien für Elektroautos sind umweltschädlich. 7. Kobald und Lithium-Abbau für E-auto-Batterien ist sozialschädlich. 8. China hat 90% der seltenen Erden, die für die Batterieherstellung benötigt würden. Wir würden uns also unendlich abhängig machen. (China ist außerdem ein totalitätres System mit massiven Menschenrechtsverstößen) 9. Es gibt bereits Serienautos die prima funktionieren und eine hohe Reichweite haben. Und eine massive Weiterentwicklung könnte hier noch mehr rausholen. Z. B. 1500 KM pro Tankfüllung. 10. Jules Vern hat Wasserstoff als Treibstoff der Zukunft gesehen. Wie so viele andere Entwicklungen, wird er auch hier Recht behalten :-)
1: Mit überschüssigem EE-Strom, den es noch längst nicht gibt, kann man auch E-Autos laden und erspart sich damit den schlechten Wirkungsgrad von H2-Autos.

4: Nein, diesen Wirkungsgrad kann man aus physikalischen Gründen mit H2 nie erreichen.

5: Man würde rund 15.000 H2-Tankstellen benötigen. Und eine kostet z.Zt. 1,5 Millionen Euro.

7: Für H2-Autos benötigt man auch Kobalt und Lithium und zusätzlich Platin.

10: Jules Verne hat auch eine Reise zum Mittelpunkt der Erde vorausgesagt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ollineu55 27.06.2019, 11:30
157. Milchmädchen

Und 83175 E-Autos von 57Mio insgesamt macht läppische 0,14%.
Bei der Werbung und dem (finanziellen) Aufwand die Ömmel zu etablieren - ein MEGAFLOPP!
Und dabei ist noch gar nicht klar, wo da der Strom herkommen soll, würden 57Mio Elektroautos im schlimmsten Fall gleichzeitig an ihre 60 kW Steckdose gehen (wenn jemals auch der Arbeiter E-Austos laden kann).
Wieviele mittlere Atomkraftwerke bräuchten wir? 1000?
Ach so. Ist nie geplant, dass die Proleten was anderes tun, als perpedes latschen und mit großen Augen und offenen Mündern die grüne Elite in ihren Teslas bestaunen....!

Ach so!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ilmoran 27.06.2019, 11:31
158.

Zitat von egoneiermann
Die Hersteller sind nach dem Diesel-Desaster ganz schnell auf Electro umgestiegen und stecken Milliarden in die Forschung. Auch in die H2-Forschung, weil mittelfristig etwas für die Vielfahrer gebraucht wird: LKWs und Geschäftsautos.
Ja. Aber wie beschämend ist es denn, dass im Auto-Mutterland ganz offensichtlich keine handfesten Konzepte für die Mobilität der Zukunft bestehen, kurz- so wie langfristig? Wo sind denn vorher die Abermilliarden geblieben, die die verdient haben? Da müssen erst ein selbstverschuldeter Skandal und ein Nerd aus den USA kommen, damit man sich hierzulande widerwillig etwas vom Verbrenner wegbewegt. Geblendet von der eigenen Herrlichkeit verzocken die Sonnenkönige in den Chefetagen und ihre willfährigen Lakaien den technologischen Vorsprung und die langfristige ökonomische Robustheit Deutschlands. Weil's ja so schön einfach ist, man muss nichts entwickeln (außer immer groteskeren SUVs) , Anlagen können weiterlaufen etc. Außerdem hat man vor lauter Selbstbeweihräucherung auch gar keine Zeit für dieses anstrengende...Denken! Darüber hat man nur leider nicht bemerkt, dass viele dahinter inzwischen links abgebogen sind, man bald allein im Wald steht und dann erstmal hinterherhecheln muss. Habe Polemik fertig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
duras68 27.06.2019, 11:32
159. Politisch nicht gewollt

Die Brennstoffzelle ist, wie im Grunde auch die E-Mobilität, politisch nicht gewollt. Schon vor 30 Jahren wurden dafür an den Hochschulen kaum Forschungsgelder zur Verfügung gestellt. Und die Autobauer schauen gebannt auf China wie das Kaninchen zur Schlange.
Die Autobauer haben leider keinen Plan. Und zu den Kosten hat der Autor schon recht. Das Henne-Ei-Prinzip.
Wenn man das wollte könnte man. Die Strompreise werden, als Ersatz für die wegfallende Mineralölsteuer, demnächst kräftig steigen, das ist ja wohl so klar wie das Amen in der Kirche.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 16 von 45