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Alternativer Antrieb: Fünf Gründe, warum Wasserstoffautos kaum gefragt sind
Daimler

Die meisten Hersteller setzen auf Batterie-Elektroautos. Aber ist die Brennstoffzelle nicht der bessere Antrieb für die Zukunft? Dass die Technik bisher floppt, hat auch mit einem grundlegenden Nachteil zu tun.

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pthyen 29.06.2019, 01:11
340.

Zitat von besorgtervater
...und das wird ewig so bleiben. Wenn man Wasserstoff aus Wasser elektrolysiert, sind die ersten 20 Prozent der elektrischen Energie schon weg. Dann muss der Wasserstoff komprimiert werden. Beim Betanken steigt die Temperatur bei adiabatische Kompression so stark an, dass man den Wasserstoff an der Tankstelle auf -40 Grad Celsius vorkühlen muss, sonst wird die maximale Temperatur im Tank überschritten. Solche Tankstellen sind technisch viel aufwendiger als Ladestationen, die im einfachsten Fall Schuko-Steckdosen sind, und verbrauchen auch im Stand-by-Betrieb ständig Energie. Deshalb wird H2 pro kWh sicher zweimal teurer sein als Strom. Wenn der Wasserstoff endlich im Tank ist, wird von der verbleibenden Energie nur die Hälfte genutzt, so dass der Autofahrer die vierfachen Kosten hat - Aufgrund physikalischer Gesetze, die nicht zu ändern sind. Schließlich braucht ein gutes Wasserstoffauto eine große Li-Ionen-Batterie zum Zwischenspeichern, wenn das Auto mit dem Motor gebremst wird, sonst ist es vor allem im Stadtverkehr mit dem Batterie-Auto energetisch nicht konkurrenzfähig. Der Kunde zahlt also alle Komponenten, die im Batterie-Auto auch drin sind, zuzüglich die Wasserstofftechnik. Das ist immer teuerer als die Differenz von kleinem und großem Akku.
Haeng von der Sichtweise ab. Strom den man nicht genau zum Erzeugungszeitpunkt los werden kann, kostet dem Verbraucher akutell bisweilen noch extra was. Resultat der garantierten Einspeisepreise. Bei hoher regenerativer Quote wird dieser Anteil ueberproportional wachsen.
Bei Maschienen, die dauerhaft eine hohe Leistung benoetigen, ist ein Akku auch keine brauchbare Loesung.
Fuer das Rekuperieren wird auch kein grosser Akku benoetigt. Das geht sogar ganz ohne (Supercap, Schwungmasse etc)
Energetisch optimal ist der Radfahrer, nicht der 2t Elektrokarren...
Der Weg weg vom Oel fuehrt nicht uber das Hochloben von Akkuautos. Das geht ueber Anheben der Kosten fuer fossile Energie. Der Rest ergibt sich von ganz alleine. Kostenoptimal wird es dann, wenn man krude Subventionen weg laesst...

Gruss

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ott.burgkunstadt 29.06.2019, 01:41
341. Solartec

sollte doch einmal den Wasserstoff für Europas Brennstoffzellen liefern. Ist doch klar, warum das Projekt scheiterte. Es fehlt in Europa, besonders in Deutschland einfach der WILLE, sich einmal im Interesse des Umweltschutzes gegen Konzerninteressen durchzusetzen. Sollte sich der europäische OLAF vielleicht einmal mit dem Einfluss der Energieversorger auf deutsche "Entscheidungsträger" befassen?

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colinchapman 29.06.2019, 09:03
342. Brennstoffzellen haben eine kurze Lebenserwartung

weil sich die Membranen schnell mit Verunreinigungen aus dem Wasserstoff zusetzen. Also richtet man a) die teuren Brennstoffzellen schnell hin oder b) muss sie mit hochreinem H2 füttern, für das man das Wasser vorher mehrfach kochen und destillieren müßte. Beide Pfade sorgen dafür, dass die Well-to-Wheel-Effizienz von Wasserstoffantrieben drei-, bis viermal so schlecht ist wie bei Batteriefahrzeugen oder Benzinmotoren. Wasserstoff ist ganz viel, aber nicht die Lösung unserer Energieprobleme. Und das Argument, dass man damit schon vor fünfzig Jahren zum Mond geflogen sei, hält nicht stand. Die Brennstoffzellen der Apollo-Kapseln mußten gerade mal 200 Stunden funktionieren, ein Auto hat eine Lebensdauererwartung von 5000 Stunden.

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flohego 29.06.2019, 09:23
343. Privatwirtschaftliche contra volkswirtschaftliche Betrachtung

Die aufgefühten Argumente gegen Wasserstoff betreffen alle die private Seite. In einer Gesamtbetrachtung spricht hingegen Vieles für Wasserstoff: 1. Ökologisch erzeugte Energie, die nicht abgerufen wird ließe sich chemisch speichern und später - wenn sie dann gebraucht wird - wieder abrufen (energy to gas). 2. Überschüssiger Wasserstoff aus dem chemischen Industrie kann einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden, statt ihn nutzlos abzufackeln. 3. Für Elektomobilität muss die Energie im Netz vorgehalten werden; ein Riesenproblem: weder das aktuelle Leitungsnetz noch die Stromerzeugungskapazitäten sind für eine flächendeckende Elektromobilität geeignet. 4. Wasserstoff könnte für billigere Fahrzeuge statt in einer Brennstoffzelle in einem Verbrennungsmotor direkt verbrannt werden. 5. Wo soll eigendlich das ganze Lithium für die Batterien herkommen? Mal bitte nachlesen und nachdenken.
Es spricht also viel für Wasserstoff als Energieträger der Zukunft.

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systemerror1 29.06.2019, 09:47
344. 2024 ist Europameisterschaft, da muss Deutschland liefern

2024 ist Europameisterschaft in Deutschland. Ganz Europa schaut dann auf Deutschland. Dann muss Deutschland liefern und sich im Verkehr vorbildlich präsentieren. Fahrradwege müssen gebaut sein und die Verkehrswende angegangen. Der ÖPNV wird ensprechend ausgebaut und muss europaweit vorbildlich sein. Alles mus dann reibungslos funktionieren. Taxis müssen dann CO2 frei unterwegs sein, was ein Standard für solche Sportveranstaltungen wie die Olympiade in Paris, London oder Tokio ist und das muss natürlich auch für Deutschland gelten. Zum Einsatz für die Taxis kommen könnte dann zum Beispiel Wasserstofffahrzeuge. Die bieten sich an, weil die einfach aufgetankt werden können und entsprechende Reichweite haben.

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danubius 29.06.2019, 10:56
345. Ungewollter Föderalismus auch beim Tanken

E-Mobility und Wasserstoffsektor sind zum großen Teil auch deshalb nicht attraktiv, da eine Standardisierung nicht vorhanden ist. . Ein einheitlicher Steckertyp bei den diversen e-Anbietern und Wasserstofftankstellen sowie ein einheitliches, in sich logisch aufgebautes Bezahlsystem müssten schon mal vorhanden sein, damit die Bereitschaft etwas steigt, sich ein Auto mit diesem Antrieb zu zulegen. Es macht doch keinen Sinn, dass ich eine E-Tankstelle anfahre und dann feststellen muss, dass sie nicht Stecker- und Kreditkartenkompatibel ist - oder wie schon passiert, auf einem Parkplatz einer Spedition steht, der abends abgeschlossen wird. Und bei Wasserstoftanken ist es noch komplexer ... Die gesetzlichen Grundlagen müssten also zunächst dahingehend geändert werden. Ferner muss sichergestellt werden, dass in jeder Garage - auch in den vermieteten - z.B. bei E-Mobilität eine Ladestation mit Zähler - montiert werden darf und dass Fahrzeuge mit Wasserstofftechnologie in öffentliche Parkhäuser und in Garagenanlagen einfahren dürfen.

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emil7685 29.06.2019, 11:58
346.

Zitat von jasper366
Mir hilft es aber nicht, das ich ja 'eigentlich nur 4 Minuten Tankzeit' bräuchte wenn gerade vor mir einer wegfährt aber die Zapfsäule danach etliche Minuten gar nicht bereit ist den Tankvorgang zu starten.
Es ist mir ein absolutes Rätsel warum hier andauernd dieses völlig absurde Schauermärchen von diesen ominösen Warte-Minuten an der Wasserstofftankstelle angebracht wird. Was soll das? Glauben Sie wirklich, dass Wasserstofftankstellen für PKWs nicht aus dem Prototypenstadium hinauskommen wenn sich diese Technik etablieren sollte? Es ist technisch nicht das geringste Problem, eine Wasserstofftankstelle zu bauen an der man dauerhaft tanken kann.

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Airkraft 29.06.2019, 12:28
347. Natürlich...

Natürlich könnte man(n) auch einfach Erdgas verwenden, da ist Wasserstoff schon drin. Vorteil wären:
sofortige Verfügbarkeit
vorhandene, erprobte, haltbare, bezahlbare Technik
vorhandene Infrastruktur
geringe Kraftstoff-/Betriebskosten
...

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LFritze 29.06.2019, 12:40
348. Warum, weshalb, wieso...

Wenn ich die Zögerlichkeit bei wasserstoffgetriebenen Autos sehe, frage ich mich, warum nicht auf erdgasgetriebene Fahrzeuge gesetzt wird? Das Netz wäre doch vorhanden. Und es wäre eine mittelfristige Alternative zu noch schlechteren Energieträgern.

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471148 29.06.2019, 12:50
349.

Es gibt innerhalb der Zivilgesellschaft Kreise, die ganz uneigennützig den Verbraucher hinter die Fichte führt (siehe Abgas Dieselskandal). Diese sind - wie schon in den letzten vier Jahren - auch in diesem Forum unterwegs.
Hier wimmelt es von verdeckten Lohnschreibern contra Wasserstoff.
Überließe man denen die alleinige Entscheidung, dann würden wir uns in nicht allzu ferner Zukunft nur noch mit dem Paddelboot fortbewegen.
Weiteres hier zu erörtern sprengt den Rahmen eines Forums; für den Spiegel wäre es schön weil hohe Klick Quoten, für die Aufklärung aber nicht hilfreich.

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