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Alternativer Antrieb: Fünf Gründe, warum Wasserstoffautos kaum gefragt sind
Daimler

Die meisten Hersteller setzen auf Batterie-Elektroautos. Aber ist die Brennstoffzelle nicht der bessere Antrieb für die Zukunft? Dass die Technik bisher floppt, hat auch mit einem grundlegenden Nachteil zu tun.

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Lagombra 27.06.2019, 09:11
70. Elektroautos sind ebenso teuer und unpraktisch

Nur Wohlhabende mit Haus oder Eigentumswohnung mit Tiefgarage können auf eigene Kosten eine (teure) Schnelladestation zuhause installieren, Laternenparker und die meisten Stadtbewohner gucken in die Röhre. Elektroautos haben, gerade im Winter oder Hochsommer, eine miserable Reichweite, da ist der (allerdings viel zu teure) Mirai schon besser, insbesondere im Winter. Und überschwere Batteriepacks herumzufahren, toxisch und unökologisch wie sie sind, kann schwerlich eine langfristige Lösung sein.

China zeigt mit der Hinwendung zum Wasserstoff, ähnlich wie Japan, wo es langgeht; und Deutschland verschläft mal wieder einen Technologiezyklus.

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zwischen_durch 27.06.2019, 09:11
71.

Zitat von harfes
Des weiteren sind ja keine Ladepunkte notwendig, denn das jetztige Tankstellennetz genügt vollauf (wenn ich mich richtig erinnere sind es so um die 5.000 Tankstellen).
Das heutige Tankstellennetz bringt da mal grad überhaupt nichts, ausser dass man die Flächen nutzen könnte. Für Wasserstofftankstellen wird eine völlig andere Infrastruktur benötigt, die pro Tankstelle 1-2 mio. Euro kostet. Und damit fehlt noch die Produktionsinfrastruktur und die riesige Flotte an Gastank-LKW, die das Gas zu den Tankstellen transportieren müssen. Hier ein kleiner Funfact am Rande: da die Energiedichte von Wasserstoff viel niedriger ist, als bei Benzin und Diesel, braucht es für den Transport der gleichen Menge Wasserstoff viel mehr LKWs mit viel mehr Fahrten. Wasserstofftankstellen würden also den drohenden Verkehrskollaps noch verschärfen.

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iljur 27.06.2019, 09:12
72. Wie wäre es denn mit...

Erdgas/CNG-Antrieb? Methan ist einfacher zu handhaben, lässt sich auch aus überschüssigem Ökostrom herstellen (ok der Wirkungsgrad ist verbesserungsbedürftig) und ein Verteilungsnetz ist bereits vorhanden. Die Technik ist seit Jahrzehnten erprobt und günstig verfügbar. Kaum Feinstaub, kein Stickoxid. Sogar VW hat einige Modelle zu „normalen“ Preisen im Angebot. Die Vorteile liegen auf der Hand. Einziger Nachteil derzeit ist das etwas dünne Tankstellennetz. Das könnte man aber sicher in kurzer Zeit mit überschaubarem Aufwand ausbauen. Ich frage mich mittlerweile wirklich, warum der Methan-Antrieb in der ganzen Diskussion trotzdem so gut wie nicht vorkommt? Ein Schelm wer böses denkt...

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2cv 27.06.2019, 09:14
73. Größtes technisches Problem nicht genannt: "Materialversprödung"!

Das wirklich größte technische Problem hat der Artikel leider nicht aufgeführt - aber das ist wirklich essentiell: die Materialversprödung. Einfach zu erklären: H2-Moleküle sind deutlich kleiner als alle Moleküle der umgebenden Wandungen (Tank, Leitungen etc.). Damit diffundieren die durch die Wandung - und verspröden diese. Das betrifft nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Tanks der Tankstellen und alle Behältnisse, Rohrleitungen etc. ab Herstellung bis zum "Verbrauch". Die Materialversprödung führt letztzendlich zu einer Brüchigkeit der Wandung, die nur dadurch abgewendet werden kann, daß in relativ kurzen Zeiträumen (im Vgl. zu zB Benzintanks) **alle** Behältnisse / Leitungen etc. komplett getauscht werden müssen. Ansonsten hat man ein Sicherheitsrisiko.

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larsmach 27.06.2019, 09:15
74. Wasserstoff diffundiert: Beim BMW Hydrogen 60% in 9 Tagen

Wer seinen vollgetankten BMW 7 Hydrogen für zwei Wochen Malle am Flughafen parkt, erlebt bei der Rückkehr eine Überraschung: In 9 Tagen sind allein 60% diffundiert (übrigens ins Parkhaus hinein!) - zum Glück hat der Wagen einen zusätzlichen Benzintank. Für Privatfahrzeuge, die mehr stehen als fahren, ist Wasserstoffantrieb daher suboptimal (von den im Artikel genannten Aspekten ganz abgesehen; allein Produktion, Verflüssigung und Rückwandlung kosten mehr als 6 kWh pro kWh Fahrstrom - bei (rezyklierbaren!) Batterien sind es im schlimmsten Fall 1,3 kWh, bei effizienten Ladezyklen ca. 1.2 kWh je kWh Fahrstrom).

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shmubu 27.06.2019, 09:17
75. Umweltkiller Batterie

Im Vergleich zu Batterien und deren Inhaltsstoffen ist Wasserstoff die deutlich sauberere Lösung.
Zudem kann Wasserstoff als Speichermedium aus überschüssigem Strom (z.B. bei Nacht, übermässigem Wind, etc) hergestellt werden. Dann ist auch der niedrigere Wirkungsgrad weniger schwerwiegend. Lieber Energie in der Umwandlung verlieren, als Windkraftanlagen ganz pausieren zu lassen.
Ohnehin dürfte, wie so oft, der Wirkungsgrad auch eine Folge des tiefen Wettbewerbs und der fehlenden Forschung sein. Würde die Brennstoffzelle den selben Hype wie Elektro erleben, wäre der Antrieb deutlich weiter. Bleibt zu hoffen, dass Medien und Politik rechtzeitig einsehen, dass die Zukunft der Mobilität nicht in der unglaublich energieaufwendigen Herstellung von Sondermüll liegt, und den Elektrowahnsinn stoppen, solange er noch umkehrbar ist.

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kai_4711 27.06.2019, 09:18
76. Weitere Gründe warum Wasserstoff im PKW chancenlos ist

Es wurde schon geschrieben, aber hier noch etwas genauer, denn die Journalisten sind eben nicht im Thema so tief drin.
1.) Ein Wasserstoffauto kann nicht beim Arbeitgeber, zuhause oder an der Straße betankt werden. Gerade die durchschnittlichen Stillstandszeiten der PKW (23 Stunden am Tag steht ein PKW durchschnittlich) können nicht sinnvoll zum auftanken genutzt werden.
2.) Weiterhin ist kein induktives Laden möglich. Also vor roten Ampeln, Ladespuren auf der Autobahn, Taxistände (in Oslo schon Realität) usw.
3.) Lastvariable Stromtarife (wie in den USA und anderen Ländern vorhanden, nur in Deutschland nicht) die zum Abfedern der EE-Spitzen angeboten werden, sorgen dafür das EE direkt in die Akkus geliefert werden, wenn Überfluss da ist. Der Verbraucher spart dabei und die Netzbetreiber auch.
4.) Im PKW ist die Komplexität viel zu hoch, daher ist das Ganze viel zu teuer. Die Haltbarkeit der Brennstoffzelle ist aktuell bei weitem nicht so hoch wie ein Akku. Daher bietet MB z.B. nur Leasing ( an ausgewählte Personen) an.
5.) Die Fahrleistungen enttäuschen heute schon. Ich bin den Hyundai Nexus gefahren, eine Katastrophe im Vergleich zum Tesla Model 3. Top Speed ist 167 km/h bei MB 180km/h. Und das bei DEM Preis ist albern.
6.) Und durch die Tanks ist auch der Platz wesentlich kleiner im Innenraum als im Batterieauto. Der Nexus hat noch nicht einmal einen vorderen Kofferraum.
7.) Strom kann überall dezentral extrem günstig für ca. 6-8ct die kWh erzeugt werden. Ob Balkonsolarmodul, EFH, Carport, Mieterdach oder Fabrikhalle. Das ist mit Wasserstoff nicht möglich. Hier sind Großkonzerne gefragt

Die Vorteile von Wassserstoff und auch synthetischen Kraftstoffen aus EE werden im Artikel viel zu wenig dargestellt. Im LWK Bereich, Schifffahrt, Bahnverkehr usw. ist Wasserstoff optimal, auch synthetische Treibstoffe habe Ihren Einsatzzweck ( Militär, Panzer, Flugzeuge ).

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sikasuu 27.06.2019, 09:18
77. Noch mehr Energieverschwendung mit H²?

Es ist schon ein Witz, =>2t, mit => 100PS, mit => 200Km/h Cars zu bewegen um 80Kg Nutzlast im Ballungsraum mit 20-30 Km/h Schnitt zu bewegen. (Das geht nur weil fossile Energie de Facto geschenkt ist, wir müssen sie nur "aufsammeln)!
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So ein "H²-Auto" mit Energie zu betreiben die wir auch noch selbst "herstellen" müssen, mit einem Wirkungsgrad von 30% ist
A. Unbezahlbar (Wieviel % des Einkommems geben wir für mobilsein aus)
B. Resourcenverschwendung (Selbst aus erneuerbarer Energie, sind die Umwandlungskosten noch nicht bezifferbar!)
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Mobilität ist machbar Hr&Fr. NachbarIn... aber nicht als Massenindividualverkehr in den o.a. Blechdosen mit solch massiver Energieverschwendung:-)
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Vielleicht setzt sich dieser Gedanke doch mal durch, wenn die Frage im Raum steht: Heizen, Kochen oder Fahren?
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Alles 3 gleichzeitig kann sich nur eine kl. Minderheit leisten:-(

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Lagombra 27.06.2019, 09:19
78. Herr Dudenhöffer...

Zitat von NorddeutschePflanze
Typen wie Herr Dudenhöfer machen ihren ganzen Einfluss geltend, um die Technik madig zu machen. Ich kenne seine Beweggründe nicht, aber wenn ich Äußerungen diese Herren lese, überkommt mich immer der Verdacht, dass diese nicht wertfrei sondern von anderen Interessen beeinflusst sind. Aber: Auch Päpste können irren, Herr Dudenhöffer.
...früher mal für Porsche und Opel tätig, ist schon lange ein Mann von gestern und geriert sich, nachdem er nach mehreren Versuchen endlich seine Professur innehatte, als "Automobilpapst", obwohl er außer dunkel raunenden Verkündigungen schon lange nichts konkretes mehr zu sagen hat.

Wenn die Medien mal wieder eine päpstliche Bulle "die Zukunft" betreffend benötigen, wird mit dem Finger geschnippt, und Dudenhöffer ist sofort am Telefon, um eine seiner beliebig austauschbaren und änderlichen Meinungen abzusondern.

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grbxx 27.06.2019, 09:20
79. Timing

FuelCells sind erst später in dem Rennen aufgetaucht, dementsprechend gibt es da Anlaufprobleme.

Es gibt auch recht viel Unwissen über Wasserstoff hinsichtlich Herstellung, Wirkungsgrade, Ökologie, Lagerung, etc ... teilweise werden da Finge behauptet die schon seit über 10 Jahren nicht mehr gelten.

Es gibt übrigens ein immer besser funktionierendes Tankstellennetz, gerade in Deutschland.

Und Wasserstoff hat auf dem G20 Gipfel ein eigenes Forum (Batterien nicht).

Was auch oft vergessen wird: die Ökobilanz von Batterieautos ist nicht gut, zwar emittieren BEVs kein CO2 aber in der Herstellung des Fahrzeugs und des Stroms wird CO2 emittiert.

Die Gewinnung von Wasserstoff ist selbst noch in der Entwicklung wie zB künstliche Photosynthese die quasi mit Hilfe von Licht Wasserstoff aus der Luft erzeugt.

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