Forum: Auto
Augmented Reality im Auto: Die Scheibe für mehr Durchblick
Continental

Das Head-Up-Display war nur der Anfang: Vor den Augen der Fahrer soll bald das ganz große Kino laufen und die virtuelle Welt mit der Wirklichkeit auf der Straße verschmelzen - durch Augmented Reality.

Seite 1 von 7
zaphod1965 21.07.2014, 09:49
1. Was für ein himmelschreiender Quatsch

Unser Gehirn ist schon mit den Anforderungen des normalen Straßenverkehrs an seiner Leistungsgrenze und in vielen Situationen schon überfordert. Aber den Fahrer jetzt noch zusätzlich mit "Einblendungen" zu belasten ist der größte Quatsch seit langem.
"Herr Polizist, das Kind war auf der Windschutzscheibe nicht markiert, also bin ich weiter gefahren..."

Das menschliche Gehirn gewöhnt sich an Assistentensysteme extrem schnell, weil es dadurch vermeintlich Arbeit spart (siehe Tempomat-Unfälle; siehe Navigationsunfälle). Wir werden automatisch unaufmerksam. Aber kein Assistenzsystem reagiert darauf, dass ein Mensch ihm mehr Aufgaben überlässt bzw. zutraut, als sein Konstrukteur vorgesehen hatte.

Mir graut heute schon vor den rollenden SUV-Bomben auf der Straße, bei denen der Fahrer nicht einmal mehr mitbekommt, wenn er gerade einen Radfahrer platt fährt. Und zukünftig wird der SUV-Fahrer also auch noch vom Computer gesagt bekommen, ob er zugunsten meines Lebens bremsen soll oder nicht?

Nein, danke!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
friedrichjun 21.07.2014, 09:57
2. Mich würde . . .

. . . mal interessieren, zu welchem Auto das Cockpit gehört, das auf den Fotos zu sehen ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
silberstern 21.07.2014, 10:08
3.

Augumented reality könnte schon seit Jahren Standard oder zumindestens als Option in Fahrzeugen sein. Wie schon bei Car Hifi oder der Digitalisierung der Systeme sind die Autohersteller 15 Jahre dem Stand der Technik hinterher, die Zulieferer immerhin noch 5-10 Jahre. Die restriktiven Gesetze (siehe Datenbrille oben oder des faktischem Verbots von Nachrüst-HUDs -> brauchen Projektionsfolie auf der Frontscheibe) tun ihr Übriges.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
felsen2000 21.07.2014, 10:15
4. Allein die Umsetzung zählt

Quatsch ist hier nur, dass wiedermal Laien bei einem Expertenthema mitreden wollen. Die google glas-Brille hat mit dem modernen Cockpit so viel zu tun wie ein Computerspiel am Arbeitsplatz mit der E-Mail-Software. Bei einer google-Brille ist völlig unklar, welche Informationen der Fahrer sieht. Aus diesem Grund dürfen moderne Multimedialösungen im Auto ja auch nur dann Videos abspielen, wenn das Auto steht - um den Fahrer nicht abzulenken. Aber beim modernen Cockpit geht es um das genaue Gegenteil: die Aufmerksamkeit des Fahrers zu konzentrieren. Anstatt die Augen nach unten zu senken und damit dem Blickkontakt zur Straße abreißen zu lassen, soll der Fahrer weiter nach vorn schaun. Deswegen gehören Informationen wie Geschwindigkeit, Warnhinweise und dergleichen in das Standardblickfeld - also auf die Scheibe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pike3000 21.07.2014, 10:18
5. Was ist daran neu?

Die Technik steckte schon in einer Corvette von vor 10 Jahren....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 21.07.2014, 10:35
6. Potenzial

Wenn man das mit der Augmented Reality vernünftig macht, hat die Sache Potenzial. Sprich es darf keine zusätzliche Belastung des Gehirns durch entstehen. Das wäre bei Einblendungen "Irgendwo" der Fall. Die Einblendung muss an der passsenden Stelle des Gesichtsfeldes entstehen keinesfalls dürfen Informationen die nichts mit dem gesehenen zu tun haben auftauchen (Geschwindigkeit Aussentemperatur etc.), denkbar wären:
- Navirouten die direkt auf die Strasse gelegt werden. Aktuell ist es manchmal schwierig die Anzeige des Navis mit der Realität in Deckung zu bringen. Auch ein Vorteil bei Dunkelheit, wenn die Strasse nicht komplett sichtbar ist.
- Objekte die sich schnell seitlich nähern (Autos, Kinder) könnten mit einem Warnsymbol belegt werden.

Aber wie gesagt, die Technik an sich ist nichts, man muss sie auch vernünftig einsetzen, sonst geht die Strasse demnächst in Blinkerei unter. Und da habe ich so meine Zweifel. In der Verkehrspolitik wird oft nach dem Motto "Viel hilft Viel" vorgegangem. Siehe Tagfahrlicht. Denn Autos mit Tagfahrlicht sind zwar besser zu sehen. Ziehen aber Aufmerksamkeit vom nichtleuchtenden Verkehrsgeschehen (Kinder, Radfahrer) ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jayram 21.07.2014, 10:40
7. Wozu?

Wer nicht in der Lage ist sein Fahrzeug ohne diesen elektronischen Schnickschnack sich zu führen, der gehört nicht hinter das Steuer eines Straßenfahrzeugs.
Am besten das Gehirn ausschalten und nur noch dem digitalen Führer folgen, egal ob im Auto oder sonst wo im Leben. Wozu muß es eigentlich Menschen geben? Jetzt fällt es mir ein, um die Rechnung zu bezahlen, schöne neue Welt ohne Sinn und Verstand.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lequick 21.07.2014, 10:53
8.

Wie sich hier manche über den Fortschritt aufregen, sagenhaft! Dann reitet doch mit euren Gaul weiter durch die Gegend ihr Fortschrittsverweigerer. Ewig nur meckern und maulen. Ich finde es toll - und hoffe das ich noch die automatisierten Fzge. auch erleben darf.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sabsi37 21.07.2014, 11:00
9. Sie sagen es:

Zitat von zaphod1965
Was für ein himmelschreiender Unsinn!
Sie sagen es! Sie schreiben himmelschreienden Unsinn!
Zitat von zaphod1965
Das menschliche Gehirn gewöhnt sich an Assistentensysteme extrem schnell, weil es dadurch vermeintlich Arbeit spart (siehe Tempomat-Unfälle; siehe Navigationsunfälle). Wir werden automatisch unaufmerksam.
Was für ein Unsinn! Aus eigener jahrelanger Erfahrung: Der Tempomat /erhöht/ die Aufmerksamkeit! Nur indirekt, indem er keinen Teil meiner Aufmerksamkeit von der Strasse weg auf den Tacho ablenkt (Blindflug zur Geschwindigkeitseinhaltung!). Schon als Studentin habe ich in meinem Daihatsu Cuore einen Tempomat (Waeco MagicSpeed) nachrüsten lassen, seitdem in jedem Wagen nachgerüstet oder mitbestellt. Es gibt, /gerade/in/der/Stadt/ nichts angenehmeres, als 100% der Aufmerksamkeit auf die Strasse zu geben. Auch ausserhalb macht es Spass und speziell in laaangen Autobahnbaustellen entspannt es ungemein.
Das mal ganz abgesehen vom Geld-Spar-Effekt.
Zitat von zaphod1965
"Herr Polizist, das Kind war auf der Windschutzscheibe nicht markiert, also bin ich weiter gefahren..."
Das sind doch nur die platten, dummen, Ausreden von Menschen die Verantwortung für eigene Fehler nicht übernehmen wollen. Genau wie die GPSe, die Fahrzeuge "in den See" lenkten o.ä.
Bei solchen Aussagen gleich +6 Monate Führerscheinentzug, sie zeigen Unreife des Fahrzeugführers.
Zitat von zaphod1965
Und zukünftig wird der SUV-Fahrer also auch noch vom Computer gesagt bekommen, ob er zugunsten meines Lebens bremsen soll oder nicht?
Welchen Teil von "Assistenz" verstehen Sie nicht? Oder sind Sie so ein überbezahlter Manager, deralle Arbeit von AssistentInnen verrichten lässt? Dann verstehe ich, dass Sie den Begriff "Assistenz" fehlinterpretieren.


Ich jedenfalls wünsche mir ein HUD in der vorgestellten Art. Ich würde z.B. Nachts viel entspannter fahren können, wenn mir Wild angezeigt würde. Und Tags müsste man Dank rechtzeitiger Einblendung keine kleinen niedlichen Eichhörnchen mehr überfahren, weil ein Drängler mit 15m Abstand hinterherkommt und eine scharfe Bremsung verunmöglicht.
Das nur ganz neben dem GPS, das im HUD den Blick nicht mehr von der Fahrbahn ablenkt oder insbesondere diesen schrecklichen "aufgeräumten Cockpits" (also Bedienung vieler Funktionen über Touch-Display) die sich damit auch wieder erledigt hätten. Dann bliebe so ein BMW-Multifunktionsrad zum rumspielen, aber die Kontrolle der angewählten Menüpunkte hat man im HUD und damit den Blick auf der Strasse (ich weiss noch, wie ich im Volvo V40 die Anzahl der "Knackse" des Dreh-Drück-Rädchens auswendig gelernt habe, um nicht immer wieder nach unten sehen zu müssen).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7