Forum: Auto
Auto-Entwicklung in Rekordzeit: Läuft wie gedruckt
Local Motors / 3D Printed Car Design Challenge / Michel Anoé

Das US-Start-up Local Motors will nicht weniger als die Autoindustrie revolutionieren. Nun ließ das Unternehmen großspurigen Worten Taten folgen: Es kürte den Gewinner eines Designwettbewerbs. Bereits im September soll das Auto gebaut werden - nach nur vier Monaten Entwicklungszeit.

Seite 1 von 2
antiextremist 24.06.2014, 11:16
1. Digital Dummies die mal wieder das Testen auf den Kunden abschieben

Der fährt dann aus der Halle und bleibt nach 500 m mit einem Defekt stehen. Diese Kleinserien-Kamikazes. Die längste Zeit der Entwicklungsarbeit sind die Motorenentwicklung, der Feinschliff und vor allem die Zuverlässigkeitstests. Oder warum fahren die Erlkönige Jahre vor dem Verkauf auf dem Nürburgring, in Nordskandinaivien, im Death Valley und auf öffentlichen Strassen herum bevor sie in Serie gehen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jagenauundso 24.06.2014, 11:18
2. Träge

Es stimmt zwar, dass der Entwicklungsprozess bei den großen Herstellern oft träger ist als nötig, aber:

Miniserien kann man nicht mit Großserien vergleichen, einen eher einfachen Buggy nicht mit Hightechlimousinen.

Und wenn ich mir so anschaue, was alles an gesetzlichen Anforderungen (Sicherheit, Umwelt,...) erfüllt werden muss bei Großserien, und zwar nicht für einen Markt, z.B. EU oder USA, sondern für alle gleichzeitig, kann ich mir nicht vorstellen, dass dieses Projekt tatsächlich in dieser Zeit einen Stand haben kann, der weltweit eine Serienabnahme bekommt. Einzelabnahmen vielleicht, aber da wären wir wieder bei der Vergleichbarkeit.
Die zugekauften Teile hatten übrigens allesamt einen Jahre langen Entwicklungsprozess, um eine allgmeine Zulassung zu bekommen. Hier wird also etwas geschummelt irgendwie bei der angeblichen Entwicklungszeit. So ähnlich wie "0 CO²-Ausstoß" bei Elektroautos, da wird der C=²-Ausstoß bei der Stromerzeugung einfach unter den Tisch fallen gelassen.

Ansonsten aber eine interessante Sache für Miniserien oder Einzelanfertigungen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
v.berzsin 24.06.2014, 11:26
3.

Das Fertigen von Automobilen oder sonst Maschinen hat mit "offenem (einsehbarem) Quellcode" nichts gemein. Wie also soll dieses vorhaben "eine Art Open-Source-Projekt" sein.
Und dann: Wie sollen so eine mit Nachbars 3D-Drucker einzeln gefertigten Automobile mit den Produktionstechnologien der grossindustriellen Gegenwart mithalten können?
Und dann: Was spricht denn gegen Holzklötze, Leim und Schmirgel?
...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gorkamorka 24.06.2014, 11:28
4.

Zitat von sysop
die Endmontage erfolgt dann mit frei verfügbaren Bauteilen wie Sitzen, Bremsen, Rädern, Achsen und einem Elektromotor samt Batterie ebenfalls vor Ort.
Da kann man doch kaum von "Auto-Entwicklung in Rekordzeit" sprechen, wenn für nahezu alle relevanten Komponenten fertige, bereits entwickelte Bauteile verwendet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quakiutel 24.06.2014, 11:38
5. Antriebs-Komponenten

LM wird nur frei verfügbare und genehmigte Antriebs-Teile sowie Fahrwerksteile verwenden - was in Zukunft
bei E-Autos besonders einfach sein wird. Die Zulassung in Europa wird garantiert etwas kompliziert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
7eggert 24.06.2014, 11:49
6.

Zitat von v.berzsin
Das Fertigen von Automobilen oder sonst Maschinen hat mit "offenem (einsehbarem) Quellcode" nichts gemein. Wie also soll dieses vorhaben "eine Art Open-Source-Projekt" sein. Und dann: Wie sollen so eine mit Nachbars 3D-Drucker einzeln gefertigten Automobile mit den Produktionstechnologien der grossindustriellen Gegenwart mithalten können? Und dann: Was spricht denn gegen Holzklötze, Leim und Schmirgel? ...
1) "Source" = Quelle: Das, was vom Übersetzer (hier: 3D-Drucker) in das Produkt (hier: Autowagen) umgesetzt wird.

2) Das geht, wenn Ihr Nachbar ein Autoentwickler mit einem spezielleren 3D-Drucker ist. 0815-Tischdrucker werden da wohl eher versagen.

3) Zumindest die Satte-Liter-Schüssel von Rötger Feldmann (Werner) soll angeblich keine Zulassung bekommen, weil die eine Holzgabel verwendet haben. Ansonsten könnte man wohl auch das automatisieren - was die Festigkeitswerte etc. angeht, keine Ahnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xhugo 24.06.2014, 12:03
7. Produkthaftungsfrage

Spätestens ab dem ersten Prozess zu Produkthaftungsfragen mit solchen "rapid prototyps" ist Schluß mit lustig. Bis dahin gilt: "Geiz ist geil!"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
horstmoik 24.06.2014, 12:14
8. Was soll das?

Mit Kleinstserien aus dem Drucker kann man die Prozesse in der Automobilindustrie nicht umkrempeln, denn den eigentlichen Kriterien wird sich gar nicht gestellt, sei es die Motoren- und Fahrwerksentwicklung oder passive und aktive Sicherheit. Das ist bloß wieder einmal großspuriges amerikanisches Getue.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
staubtuch 24.06.2014, 12:19
9. Entwicklungszeit

Das Auto scheint nur in einer Hinsicht schnell entwickelt worden zu sein: bezogen auf die Hülle. Das technische Innenleben dürfte deutlich länger in der Entwicklung benötigt haben, als die angegebenen 4 Monate. Nun kann der Hersteller auf bewährte Komponenten zurückgreifen. Diese wiederum sind ganz sicher nicht in 4 Monaten entstanden. Ich behaupte mal, dass dieses neue Modell genauso schnell von VW & Co hätte designed werden können. Die hohe Kunst der Entwicklung eines Autos ist hier jedenfalls nicht neu erfunden worden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2