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Auto-Kundenzufriedenheit: Mercedes und VW weit abgeschlagen

Glückliche Kunden? Fehlanzeige! Beim ADAC-Ranking zur Kundenzufriedenheit haben die großen deutschen Autohersteller schlecht abgeschnitten. Top-Werte erzielten hingegen Subaru, Jaguar und die rumänische Billigmarke Dacia.

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Dr.Strangelove 29.10.2008, 09:09
1. Dacia

Dacia vor Toyota und VW? Irgendwie sind solche veröffentlichten Ergebnisse von Studien doch recht seltsam. Es würde nun wirklich interessieren, wie diese Ergebnisse zustande kamen.

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andy69 29.10.2008, 09:14
2. Fragliches Ranking

Diese Vergleiche hinken immer etwas.

Ohne die deutschen Autobauer pauschal in Schutz nehmen zu wollen (es gibt bestimmt ein gewisses Mass an Arroganz), so muß man doch berücksichtigen, daß zum Einen die Jahresfahrleistungen bestimmter Marken wie Audi oder BMW deutlich höher sind (Stichwort: Kilometerfresser) als die anderer Marken und somit rein rechnerisch die Gefahr von Defekten und Werkstattbesuchen dort höher ist.
Zum Anderen waren einige der eher schlecht abschneidenden Anbieter in den letzten Jahren mit Innovationen aktiver (z.B. bei der Sicherheit) als andere, und alle technischen Neuheiten bereiten am Anfang Probleme.

Allein schon der Fakt, daß Dacia so gut abschneidet, lässt mich grübeln. Viel kaputt gehen kann an dem Ding zwar in der Tat nicht, und die Verkäufer sind vielleicht auch nett, aber diese Marke technisch mit Japanern oder Deutschen zu vergleichen ist schon gewagt...

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tintagel 29.10.2008, 09:19
3. Titel

Zitat von Dr.Strangelove
Dacia vor Toyota und VW? Irgendwie sind solche veröffentlichten Ergebnisse von Studien doch recht seltsam. Es würde nun wirklich interessieren, wie diese Ergebnisse zustande kamen.
Meine Theorie hierzu:

1. Dacia = Einfache, bewährte Renault-Technik = Wenig Probleme
2. Die Ansprüche der Käufer eines solchen Autos sind möglicherweise geringer, als solche eines VW- oder Mercedes-Käufers.

Das wären meine Erklärungsversuche. Muss natürlich nicht stimmen.

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DeMarco 29.10.2008, 09:32
4. Stolz und Vorurteil

Der Stolz eines Autobesitzers spielt natürlich auch eine gewisse Rolle. Die meisten Dacias dürften gekauft sein und wer sagt schon vor Fremden oder gar vor seinen Freunden, dass er Mist gekauft hat? Hingegen sind die Leasingfahrzeuge bei BMW und v.a. Audi wohl in der Mehrzahl und nicht selten Geschäftswagen. Da geht der Fahrer kritischer ins Gericht, immerhin kann er nichts dafür, dass er den "Hobel" fahren muss. Auch nur ein Erklärungsversuch.
Wie allerdings Saab da oben mitspielen kann, kann ich aus eigener (gekaufter) Erfahrung nicht ganz nachvollziehen ;-)

Grundsätzlich kann man mit einem Dacia natürlich zufriedener sein, als mit einem Luxuswagen, spätestens wenn die erste Werkstattrechnung des letzteren den Anschaffungspreis des ersteren übersteigt.

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murax 29.10.2008, 09:35
5. Statisik

leider ist bei dieser schönen Statistik nicht zu erkennen, wie viele Bewertungen pro Mrke abgegeben wurden. - gibt nur 1 zufriedener Kunde eine positive Bewertung ab, ist das Platz 1 - oder?

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theranon 29.10.2008, 09:35
6. Zufriedenheit ist nicht nur positiv

Zitat von tintagel
Meine Theorie hierzu: 1. Dacia = Einfache, bewährte Renault-Technik = Wenig Probleme 2. Die Ansprüche der Käufer eines solchen Autos sind möglicherweise geringer, als solche eines VW- oder Mercedes-Käufers. Das wären meine Erklärungsversuche. Muss natürlich nicht stimmen.
So denke ich auch. Zufriedenheit ist ja nicht notwendigerweise etwas Positives. Es heißt nur, dass die befragte Zielgruppe IHRE Ansprüche erfüllt sieht - und mögen diese noch so gering sein.

Bei Dacia sieht es halt so aus, dass man wirklich das Gefühl hat einen Gegenwert zu bekommen. Nicht mehr freilich, aber eben auch auf keinen Fall weniger. Bei den "Premium"-Marken ist eben das genau nicht der Fall. Selbst Mercedes die viele zehntausend Euro kosten rosten wie weiland ein Alfasud ;-)

Von den unzähligen technischen Problemen ganz zu schweigen. Ein bekannter brachte vor einiger Zeit seine S-Klasse zur Inspektion. Er hatte zwei (!) DINA4-Blätter voller Punkte, die nicht in Ordnung waren. Von Getriebeproblemen (Diesel-Automatik) bis hin zu diversen Elektronik-Spielereien.

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Rainer Daeschler 29.10.2008, 09:37
7. Theorie

Zitat von tintagel
Meine Theorie hierzu: 1. Dacia = Einfache, bewährte Renault-Technik = Wenig Probleme 2. Die Ansprüche der Käufer eines solchen Autos sind möglicherweise geringer, als solche eines VW- oder Mercedes-Käufers. Das wären meine Erklärungsversuche. Muss natürlich nicht stimmen.
Aber keinesfalls abwegig. Denn Skoda kommt auch deutlich vor Volkswagen, ebenfalls auf der Technik der erprobten Vormodelle basierend.

Der Kunde muss sich entscheiden, will er das allerneuste an automobiler Technik, oder einfach nur mobil bleiben.

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L.,olli 29.10.2008, 09:39
8. Vergleiche hinken?

Zitat von andy69
Diese Vergleiche hinken immer etwas. …, so muß man doch berücksichtigen, daß zum Einen die Jahresfahrleistungen bestimmter Marken wie Audi oder BMW deutlich höher sind (Stichwort: Kilometerfresser) als die anderer Marken und somit rein rechnerisch die Gefahr von Defekten und Werkstattbesuchen dort höher ist…
Ja genau, dabei werden aber in diesen Tests die Kilometerleistungen berücksichtigt, dieser Satz von Ihnen dürfte 40 Jahre als sein. Mein Vater hat ihn schon gebracht. Blödsinn
Hier nur nebenbei, KFZ können auch kaputtstehen. Dichtungen etc.

In dem Test ging es um Kundenzufriedenheit und nicht um technische Leistungsfähigkeiten und Innovationen. Weiss auch nicht, was daran innovativ sein sollte, fehlerhafte Entwicklungen nachzubessern und das als Innovation zu feiern, siehe ESP. Mehr PS und mehr Elektronik sind auch nicht zwingend innovativ, die deutschen Autobauer vergessen gerne mal, interessante Raumkonzepte zu entwickeln. Hier schlafen die Deutschen und hinken hinterher. Siehe Vans, Minivans, SUVs, Kleinwagen (kam der Smart nicht aus der Schweiz ;-) ). Hybrid? Nein, wir machen was besseres, aber erst in zehn Jahren.

Das Dacia soweit in Front liegt, könnte auch mit dessen Preis-Leistungsverhältnis zu tun haben. Es gibt immer mehr Menschen für die ein Auto nicht Image- oder Lebenseinstellung ist, sondern ein Werkzeug. Manchmal ist ein Hammer eben ein Hammer und nicht ein Mulitfunktionstool mit eingebauter Laserwasserwaage, die bei häufigem Gebrauch des Hammers den Geist aufgibt.
Vielleicht aber auch, weil das Kleinkind auch mal "kot..." darf und den Bonbon auf den Boden fallen lässt. In den Imagekisten bekommt man doch sofort einen Anfall, weil der Leasingunternehmer gleich wieder 1000 Euro abzieht.
Ach, und die Kilometerfresser sind doch zu 80 % geleast. In unserer Siedlung stehen viele Imagebolzen rum, die eben keine Kilometer fressen, weil die meisten sich den Unterhalt eigentlich gar nicht leisten können (Spritkosten werden meistens von denen bemängelt, die die teuersten Autos fahren). Fette Schüsseln, die Samstags zum Waschen rausgeholt werden und Sonntags Mutti zum Kaffee fahren.

Und hey, vielleicht sind die bei Dacia auch richtig nett und machen einen guten Kundendienst. Von Vertragswerkstätten deutschen Automobilefirmen habe ich die Nase voll. Teuer, oft inkompetent und borniert.

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mighty Martin 29.10.2008, 09:41
9. Man muss das richtig einordnen

Die Zufriedenheit der Kunden ist immer die Leistung in Relation zur Erwartung. Insofern bedeutet ein gutes Ranking z.B. für Dacia nicht, dass der Wagen einem Mercedes technisch überlegen ist. Es heißt nur, dass die Kunden bei Dacia das bekommen, was sie erwarten, nämlich ein Fahrzeug, das sie von A nach B bringt ohne dabei zusammenzubrechen. Die Kunden der deutschen Autobauer erwarten in der Regel mehr, einerseits weil sie mehr bezahlen, andererseits weil die Firmen ihnen in der Werbung lauter tolle Sachen erzählen. Und wenn dann die ganze tolle Technik mal nicht so tut wie sie soll, dann geht die Zufriedenheit runter.
Die Werbung von Toyota versucht auch immer, die Ergebnisse in einer ähnlichen Zufriedenheitsstudie als absolutes Urteil über die Autos herauszustellen. Aber Zufriedenheit ist nunmal relativ:
http://www.dilbert.com/fast/2008-10-29/

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