Forum: Auto
Auto-Schrauber: Hilf dir selbst, dann hilft dir Etzold
Tina Demetriades

Generationen von Autobesitzern haben seine Werke verschlungen. Rüdiger Etzolds "So wird's gemacht"-Bücher gelten als die Bibel der Schrauber. Das Problem: Wer liest heute noch die Bibel?

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Dogbert 24.06.2014, 18:41
60. Kann ich nicht bestätigen

Zitat von snemies
Ja, in seinen Büchern steht nicht alles. Und ja nicht alles stimmt. ABER er ist trotzdem weit besser als viele viele andere! ...
Für die oberflächliche Wartung und kleinere Reparaturen gab es "Jetzt helfe ich mir selbst" und wenn es ans eingemachte ging die Reparaturanleitungen aus dem Bucheli verlag. Beide imho besser.
Aber in Internettagen ist das alles Unsinn, da kaufe ich bei e-bay lieber gleich die Original Werkstattsoftware des Autoherstellers ;-))

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k70-ingo 24.06.2014, 18:56
61.

Zitat von herr.schaften
Mir waren die Konkurrenzbücher "Jetzt helfe ich mir selbst" deutlich lieber, da mit Fotos versehen sowie wesentlich detaillierter und fundierter abgehandelt. Bei Etzolds Büchern gibt`s nur Skizzen und teilweise werden komplette Motorvarianten innerhalb eines Modells (Twingo) nicht einmal behandelt.
Nein, das stimmt so nicht. Bei uns in der Oldtimerszene wird diese Reihe "Wie wasche ich mein Auto" genannt, nicht ohne Grund. Keines dieser beiden Reparaturhandbücher behandelt wirklich Substantielles. Da sind die blauen Bücher aus dem schweizer Bucheli-Verlag tiefgehender.

Für noch brauchbarere Handbücher sind Fremdsprachenkenntnisse erforderlich. Die britischen "Haynes"-Anleitungen sind besser, noch besser ist die französische "Revue Technique Automobile".

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Stefan_G 24.06.2014, 19:07
62. Ok...

Zitat von Frittenbude
Also mein Golf I, 54 PS Diesel, hatte mit dem ersten Motor 445 000 km auf der Uhr, als ich ihn an einen jungen Golf-Fan verschenkt habe (der übrigens daraus dann ein komplett neues Auto gezaubert hat, obwohl "I-Phone-Generation".....). Habe aber regelmäßig selbst Öl gewechselt. Ansonsten war nur 1 Mal die Lichtmaschine fällig (ich glaub so nach 380 000 km), das schaffen die neuen Autos heute nach meiner Erfahrung nicht mehr. Dafür fahren die modernen Autos aber besser......
... Saugdiesel sind allgemein ziemlich unkaputtbar.
Aber ich denke, ein aktueller 140 PS-TDI hält auch so lange, wenn man von den vorhandenen PS immer nur max. 54 einsetzt...

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sads 24.06.2014, 19:10
63.

Zitat von Hupert
...echt gerade ob ihr Beitrag ironisch gemeint war aber wenn nicht haben sie Vorurteile mit Vorurteilen gekontert. Auch nicht so prickelnd. Nachlassende Praxisnähe und miesere motorische Fähig- und Fertigkeiten muss ich meiner Nachfolgegeneration aber leider auch unterstellen. Naja, die Interessen verschieben sich irgendwann auch wieder...
Korrekt. Mein Kommentar enthielt durchaus Ironie. Genau so wenig wie jeder Handwerker (vor allem nicht selbstständige) am frühen Nachmittag Feierabend macht, bohre ich in der Nase.

Und ja, ich bestätige die Aussage, dass ich mein Auto nicht selbst repariere oder anderweitig großartig handwerklich zugange bin. Ich bestätige aber nicht, dass das allgemeiner sinnvoller Interessenlosigkeit geschuldet ist.
Genau so könnte ich pauschal allen Personen der älteren Generation unterstellen, dass sie die jüngere Generation nur deshalb mit informationstechnischen Fragen auf den Geist gehen, weil sie keinerlei Interesse daran besäßen etwas dazu zu lernen. Hätte ich die Zeit nach der Arbeit noch an einem Oldtimer zu schrauben, würde ich das Thema sicherlich auch angehen. Möchte ich aktuell Spaß an Autos haben, bleibt mir nur in einem möglichst spaßigem Auto ins Büro zu fahren.

Auch wenn sich der ursprüngliche Stammtischvorwurf nicht auf das Gehalt bezog, beziehe ich es bewusst darauf. Ich komme - anders als es früher war - auch ohne großartiges handwerkliches Geschick relativ erfolgreich durchs Leben und vermisse es so wenig, wie viele von Ihnen ein iPhone vermissen. Ich wüsste auch nicht was schlimm daran sein soll. Am Ende zählt heute die Wertschöpfung und die ist - pardon - bei laienhaften Kenntnissen im Schrauben genau so wenig gegeben wie bei laienhaften IT Kenntnissen.

Und um noch ein bisschen weiter auszuholen: Es gibt auch heute noch mehr als genug junge Leute mit mehreren Hobbys. Für Autos interessieren sich auch noch genug. Schauen Sie sich doch die ganzen Treffen mit den aufgemotzten Kisten an. Smartphones steigern die soziale Vernetzung und vereinfachen in vielerlei Hinsicht den Alltag. Dies nicht in Anspruch zu nehmen ist rückschrittlich.

Im übrigen zeigt doch gerade der Wechsel der Prioritäten weg von Fahrzeugen hin zur mobilen Vernetzung, dass laienhaftes Schrauberwissen für eine erfolgreiche Zukunft ihres Nachwuchses kaum noch stellenwert besitzt. Klar sollte man die wichtigsten (simplen) Dinge am Auto und im Haus noch selbst erledigen können. Die Entwicklung zur Beauftragung handwerklicher Betriebe für darüber hinausgehende Anforderungen sehe ich hingegen alles andere als kritisch. Der Stellenwert des professionellen Handwerks sollte unbedingt steigen.

Und auch wenn es leicht am Kern vorbeigeht, weht es doch immer bei der Diskussion mit: Dass es viele Teenager mit der Nutzung übertreiben ist schlicht und ergreifend deren Lebensphase geschuldet. Die Zahl derjenigen die ständig am Smartphone hängen, sinkt drastisch mit fortschreitendem Lebensalter und absackender Pubertät.

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Stefan_G 24.06.2014, 19:16
64. Guter Witz

Zitat von Frittenbude
Im Astra G war due z.B. nach 130 000 km hin - und sollte mal eben 780 euro kosten, wenn ich mich richtig erinnere (nur das Teil).
Hab mal (vor 6-7 Jahren glaube ich) an einem Astra F eine LiMa getauscht. Hat aber nur ~90 € gekostet (und 10 min Arbeit). 780 € für eine LiMa ist m.M.n. der Versuch, einen Dummen zu finden...

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herr_jaspers 24.06.2014, 19:29
65. @keksguru

recht haben sie, allenfalls für Anfänger geeignet, denn viel weiter weiter kommt man eh nicht mit den büchern.
wer sich als anfänger an eine zkd rauntraut(e), hat eh schon gefährlichen mut. das ist eher was für versiertere schrauber, nicht für bastler. eine frittentheke hinten dran dübeln und mit acryl versiegeln, das ist basteln.
@mikaiser
ja der r4, geliebt und gehasst. eigentlich ein geniales auto, zeitgenossen wir kadett und käfer in fast jeder beziehung überlegen, und die motoren überlebten mehrere karosserien.
weiß nicht wie oft der anlasser (2-loch oder dreiloch, teilenummer und am besten baujahr mit monat angeben, sonst gab's beim händler oder schrotti den falschen) gewechselt werden musste bei meinen diversen exemplaren. oder der auspuff im spritzbereich im kotflügel...zündung raus, zündung rein und weg war er bei entsprechendem alter - etwa 2-3 jahre.
bei regen innen feuchter als aussen (nicht alle), aber der kastenwagen war schon 'ne wucht.
naja, alle torf mittlerweile.

mfg jaspers

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sads 24.06.2014, 19:31
66.

Zitat von cemi
Das war jetzt ein wirklich witziger Beitrag. Da wollen Sie es dem Kritiker der heutigen Handy-Generation aber mal so richtig zeigen: Und geben ihm aus Versehen einfach nur recht, da er ja ganz richtig erkannt hat, worauf Sie in Ihrem Porsche so mächtig stolz sind: Gar nicht gemerkt?
Leider reicht meine Vorstellungskraft und Paranoia nicht weit genug um hierzulande jegliche Art einer Kleptokratie zu erkennen. Insbesondere nicht in diesem Kontext. Stolz bin ich übrigens nicht auf den Porsche, denn ich habe ihn ja nicht selbst gebaut. Stolz bin ich auf das, was ich selbst leiste.

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Bashir001 24.06.2014, 19:44
67. Das war'n noch Zeiten

Ach ja…

Vor über 20 Jahren: Mit einem Keilriemenwechsel am Trabant fing's an. Vergaser zerlegt und gereinigt am Wartburg. Dort auch Drehzahlmesser und Verbrauchsanzeige eingebaut. Thermostat getauscht und Transistorzündung eingebaut am Ascona, Auspuff hartgelötet am Audi 100. Inspektionen mit Ölwechsel selbst gemacht. Dann waren die Studienjahre vorbei, und ich hatte keine Zeit mehr für sowas.
Ein oder zwei Bücher vom Herrn Etzold hatte ich dabei auch. Dankeschön!

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n01 24.06.2014, 19:56
68. Farbig sieht man besser.

Zitat von Stefan_G
... wenn Etzold das Beispiel Kotflügel bringt, gerade solche Fälle "Kotflügel verbeult, alter ab, neuer dran" wird in seinen Büchern immer sehr stiefmütterlich behandelt. Dafür wird seitenweise das Zerlegen des Kurbeltriebs, Wechsel der Nockenwelle, Einschleifen neuer Ventile, und und und beschrieben. Alles, was der Besitzer eines Großserienfahrzeugs (nicht Liebhaberstück oder Oldtimer) sowie nicht macht. Und wenn doch braucht er keine bebilderte Anleitung dazu.

Apropos bebilderte Anleitung. Bei den Büchern wäre es allgemein schön, wenn dort farbige Fotos vorhanden wären. In meinem Buch über den VW Lupo, allerdings ist dies nicht von Etzold, sondern von Herrn Korb, (Jetzt helfe...) gibt es nur Schwarzweissfotos und Grafiken. Da kann man gerade bei Fotos von verwinkelten, verborgenen Teilen des Autos schnell den Überblick verlieren, da schlecht visuell erkennbar, wenn man fast nur noch Schatten sieht, anstatt Schrauben etc.

Aber es stimmt, in modernen Autos kann man viel weniger selber schrauben als in neuen Modellen. Bei meinem alten VW Polo II war noch so einiges möglich. In meinem jetzigen Lupo traue ich mich kaum noch ran. Schon allein Batterie laden ist ohne geeignetes Ladegerät nur durch abklemmen des Akkus möglich. Und da wieder bekommt man Probleme mit dem Autoradio etc. Also, teures Ladegerät kaufen, und Batterie angeklemmt lassen.

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snoook 24.06.2014, 20:20
69. Heute wird so gar nichts mehr gemacht!

Ganz recht, es wird gekauft und weggeworfen und nix mehr repariert.
Deshalb kann man den Kunden heute auch jeden Mist andrehen. Wer keine Reparatur versucht, weiß gar nicht, wie schlecht das Gerät gebaut war. Und wer nicht selbst bastelt, erkennt auch keine guten Produkte! Und wer keine guten Produkte erkennt, freut sich über die billigen Teile, deren Qualtität dann aber viel schlechter ist als früher.

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