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Auto-Tuning ab Werk: Die Doping-Sünder
BMW

OPC, RS, AMG, M: Diese Buchstaben verheißen Kraft - und Autohersteller verdienen bestens an solchen potenten Sondermodellen. Trotzdem wirkt das Konzept wie aus der Zeit gefallen. Können die Rennsemmeln überleben?

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SteveCrj 15.01.2019, 12:21
30. Wohl kaum

Zitat von chrissikaa
Mit genug Benzin im Blut glaubt man den Herstellern und der Werbeindustrie - hier in Form eines SPON-Artikels - auch noch jeder Verbrauchslüge: Ein BMW M5 mit 600PS, knapp 2t schwer (inkl. und wahlweise Prolet und/oder Herr mit Bauchansatz und vollem Tank), möge im Laborversuch und nach der gültigen Prüfnorm tatsächlich 10,5 l/100km verbrauchen. Allerdings im Alltag, mit 200 auf der Autobahn, bzw. auf der Landstraße oder in Lieblingsumfeld der Proleten - nachts in der Stadt und immer schön hart am Gas - liegt der Verbrauch doch etwas ungünstiger, lauf Spritmonitor.de auch schon mal bei >25l/100km, realistisch bei 18 - 20l/100km für einen M5 der letzten Generation. Ist ja auch klar, ein Auto mit >500PS kauft man sich nicht, weil man Effizient fahren möchte. Der eigentliche Skandal dabei ist, dass - Achtung Neiddebattenalarm! - solche Karren in Zukunft in den Innenstädten nach wie vor willkommen sein werden, wohingegen die verbrauchs- und somit automatisch abgasgünstigere Familienkutsche ausgesperrt sein wird.
Ich musste bei diesem Beitrag herzlich lachen. Erstens werden Sie den aktuellen M5 kaum bei nächtlichen Beschleunigungs- und Lärmduellen sehen, da dessen Zielgruppe woanders liegt. Zweitens ist der aktuelle M5 im Vergleich zu anderen Autos dieser Leistungskategorie außen sehr leise. Wenn man schon zu Autos kommentiert, dann sollte man auch entsprechendes Wissen vorweisen können. Die nächtlichen "Stadtattacken" werden primär von Menschen mit Migrationshintergrund ausgeführt, welche gebrauchte AMG-Modelle mit V8-Motoren fahren.
Grüße von einem Mittvierziger mit leider leichtem Bauchansatz, der einen neuen M4 Competition fährt (aber nicht nachts innerorts in Sport+)

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werner-brösel 15.01.2019, 12:21
31. Wenn die 400PS aber elektrisch

Zur Verfügung gestellt werden ist ja alles in Ordnung, oder? Klar das macht dann keinen Krach mehr, dafür kommt die Energie dann aber bei unserem derzeitigen Energiemix zu mindestens 60% aus Kohlekraftwerken. Die große Erfindung von Männern wie Nicolaus Otto war es gerade den Verbrennungsprozess von außen (Dampfmaschine) nach innen (Verbrennungsmotor) zu verlegen und damit eine immense Effizienzsteigerung zu erzielen: chemische Energie - thermische Energie - mechanische Energie. Auto fährt.
Beim kohlebetriebenen Elektroauto sieht es aber so aus: chemische Energie - thermische Energie - elektrische Energie - chemische Energie - elektrische Energie - mechanische Energie. Auto fährt. Was da nun effizienter ist, darf sich jeder selbst überlegen. Ich für meinen Teil nutze die höhere Effizienz der kürzeren Energieumwandlungskette für ab und zu mal etwas mehr Euphorie im Sinne von Walter Röhrl (Röhrl-Zitate bitte im Spiegel anlässlich seines 70. Geburtstags suchen)

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JürgenZ 15.01.2019, 12:23
32. Auto-Kultur

Man wird das Gefühl nicht los, dass vor allem die Marketing-Abteilungen der Hersteller an diesem PS-Kult feilen. Und ganz ehrlich, wenn ich in dem Buisness wäre, würde auch durch meine Adern Benzin fließen, mich würden diese Vernunftautos von der Stange anöden und E-Mobilität wäre so leidenschaftlich wie Rauchen aufgeben. Also betet uns die Werbung nach wie vor das Hohelied der "Performance".
Ich hatte Ende der 80er einen Polo II Coupé Diesel mit bummelig 45 PS. 5 Liter hat das Ding verbraucht, egal, wie man ihn getreten hat. Und in den Kurven hat die Karre auch Spaß gemacht. Die Rücksitzbank war schon umklappbar, so dass inklusive Dachträger Transporte aller Art möglich waren. Größtes Manko war das Radio mitsamt Lautsprechern.
Würde es das Auto noch geben, ich würde glatt eines neu kaufen. Und überzogene 500 Mark drauf legen, für guten Sound.

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Pickle__Rick 15.01.2019, 12:25
33.

Zitat von kraftmeier2000
PS-Boliden braucht man nicht wirklich, allerdings werden die Fahrzeuge auch immer schwerer. Denke gerne an die Zeit zurück, wo man mit einem GTI der ca. 850Kg wog um die Kurven heizen konnte, und das mit 110PS, es war vollkommen ausreichend. Heute braucht man eben für Sein Ego 300 und mehr PS, auch wenn 150-200PS vollkommen ausreichend sind für wirklichen Fahrspaß. Die Zeit dieser Boliden in dieser Form ist sowieso bald zu Ende, also lasst den "Jungs" doch Ihren Spaß, irgendwie muß man doch zeigen was man hat. ;)
Sie sind zwar auch etwas schwerer geworden (dafür aber schneller, sicherer und trotzdem sparsamer) aber die kleinen Flitzer gibt es noch immer. Siehe Mini Cooper, Fiat 500 Abarth, VW Up! GTI, Ford Fiesta ST etc. Mit 300 PS sind selbst die Fans von sportlicheren Autos eher nicht so häufig unterwegs. Eher so im Rahmen um die 150 bis 250 PS.

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lyoner 15.01.2019, 12:27
34.

Ich bin ein Freund der Rennsemmel, also des aufgemotzen Kleinwagens. Während SPON hier eher auf die deutschen PS-Monster eingeht, erfreue ich mich an Clio R.S. mit 220 munteren Pferdchen, macht auch Spaß, lässt sich im Alltag mühelos unter dem Normverbrauch des M5 bewegen, und beruhigt so das grüne Gewissen

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razer 15.01.2019, 12:32
35.

Zitat von lautlos
Das erfolgreichste E-Mobil ist ein sagenhaft übermotorisiertes Gefährt und hängt im Sprint jeden M3 ab. Unvernunft in Reinkultur. Komisch, das regt keinen auf.....
"das regt keinen auf....." klar, Sie lamentieren hier doch z.B. darauf rum...
Einen Tesla Model S wird auch nicht benutzt um Mitmenschen mit einem kilometerlangen Lärmteppich auf den besagten zu gehen.
Als "Poserfahrzeug" sowieso eher ungeignet.
Der Ford 17M RS sieht einfach nur klasse aus, ich hätte in den 70ern nie gedacht, daß ich solche Autos mal bewundern würde.

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sponuser936 15.01.2019, 12:34
36. Es geht nicht nur um das Klima

Zitat von Phil2302
Die Beschleunigung macht einfach unheimlich viel Spaß.
Das Problem ist dabei, dass dieser Spass auf Kosten Anderer geht und genau da hört er eben auf, der Spass.

Meiner Meinung nach sind diese Autos im Jahr 2019 vor allem eins: Absolut peinlich.

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Pickle__Rick 15.01.2019, 12:39
37.

Zitat von Marut
(...)Wenn dann #9 es auch noch toll findet, dass sein 240PS-Bolide auf dem Weg zur Arbeit nur 5,7l verbraucht, dann denkt er wahrscheinlich nicht so weit, um zu erkennen, dass er auf diesem Weg, wenn er nicht so ein übermotorisiertes und deshalb ungemein schweres Auto verwenden würde, weniger als die Hälfte verbrauchen würde.(...)
Genau das ist falsch. Halbe max. Leistung bedeutet nicht gleich halber Verbrauch. Das ist ein Märchen für Leute die sich über Ihren Verbrauch definieren.

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argonaut-10 15.01.2019, 12:40
38. Also

Ich fahre den aktuellen M5 mit 600 PS und habe ihn jetzt 5000 km mit einem Durchschnittsverbrauch von 10.9 Litern. Natürlich kann man den Wagen auch anders fahren, aber wo sollte ich das tun können heutzutage. Und ja, wir könnten alle dasselbe Auto fahren und uns wie im Kommunismus alle gleich arm machen. Und ja, mein nächstes Auto wird nahezu 100% ein Stromer sein... wäre er jetzt schon fast geworden, wenn die Konzepte stimmig wären.

Matthias Malmedi hat den M5 5000 km getestet und sein Verbrauch lag im Durchschnitt bei 12.6 Litern, allerdings eben auch mit 200-300 km Passagen, wo auch immer man das fahren kann.
https://www.youtube.com/watch?v=J5LXRwF66n4

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Gleichstrom 15.01.2019, 12:43
39.

... man darf dabei nicht vergessen, daß die Spitzenmodelle braver Familienautos oft Technologietreiber waren, die Dinge wie die wiederauferstandenen Vierventiler, Turbo, Nockenwellenversteller etc in die kleineren Klassen eingeführt haben, und damit mitunter erstmals die großseriengerechte Entwicklung und Herstellung dieser Merkmale erfordert haben.

Leider sehe ich davon heute wenig. Hybrid ist die Zukunft, läßt man die grundlose Elektro-Euphorie mal weg (oder denkt ab dem Zeitpunkt, ab dem die Erwartungen an sowas realistisch geworden sein werden), und Hybrid bietet gerade bei hoher Leistung, hoher spezifischer Leistung und dem in einem modular ausgelegten Gesamtumfeld eine ganze Menge Optionen, hohe Leistung mit einem großen Bereich hoher Effizienz zu vereinigen (als Faustregel galt lange, daß die stärksten Varianten i.A. auch die Effizientesten waren - heute nicht mehr, aber stärker als damals sind die heutigen Effizienzspitzenreiter noch immer - siehe u.A. TSI-Miller mit 2 Liter, 147 kW und 220 g/kWh im Minimum - und sichtbaren weiteren Potentialen).

Das Gejammer über angeblich falsche Verbrauchsangaben kann ich langsam kaum mehr ertragen, weil es so herzerweichend dumm ist: Der Normverbrauch soll Fahrzeuge vergleichbar machen, nicht angeben, wieviel genau Sie mit genau diesem Wagen verbrauchen werden!

Fährt man das Geschwindigkeitsprofil des Zyklus nach, wird die Abweichung innerhalb der Messgenauigkeit von Bord- und Hausmitteln liegen. Fährt man schneller, beschleunigt und bremst öfter ... sieht das eben anders aus.

Gerade angesichts der Tatsache, daß eine flächendeckende Hybridisierung das sinnvollste ist, das man jetzt als Hersteller tun kann, fehlen mir innovative Konzepte gerade im Bereich der Hochleistungsvarianten, die - mit ein wenig Extrageld der Käufer - auch dazu dienen, Erfahrungen mit verschiedenartigen Konzepten in der Praxis zu sammeln, die theoretischen Potentiale mit den realen Effekten zu vergleichen ermöglichen können und so weiter ... aber i.A. sind gerade die Hochleistungsvarianten heute nicht mehr die Spitze des technischen Fortschritts, sondern oft relativ tumb ausgeführte Krückenlösungen. Klar, man kann 400 PS aus einem Vierzylinder quetschen, mit einstufiger Aufladung - aber gut ist der dann in keiner anderen Disziplin (das würde Mäßigung bei der Leistungsdichte oder weiteren Aufwand erfordern).

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