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Auto-Zoff bei den Grünen: Kretschmanns Wutrede - hat er recht?
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Die Grünen fordern ab 2030 ein Verbot von Benzin- und Dieselautos. "Schwachsinn", findet Winfried Kretschmann in einem heimlich gefilmten Video. Hat er recht? Die Pöbelei im Faktencheck.

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5b- 23.06.2017, 18:46
230. Mehrausgaben, Unsicherheit

Es liegt nicht nur an Ladesäulen. Wenn wirklich beschlossen würde, dass bis 2030 nur noch E-Autos als Neuwagen verkauft werden dürfen, dann würde dies eine unbekannte Mehrbelastung für die Autokäufer bedeuten, wenn man bedenkt, dass E-Autos teurer als vergleichbare Verbrenner sind.
Der Bund sollte sich dennoch auf Ladestationen konzentrieren. Wenn nämlich alle Autos elektrisch wären, müsste in Wohngebieten fast jeder Parkplatz eine Ladestation aufweisen. Generell müsste es eine große Menge an Ladesäulen geben. Dabei werden viele Autos einfach am Straßenrand geparkt, der keine Einteilung in Parkbuchten aufweist. Das ist mal ein riesiges Grundsatzproblem. Es müsste wohl mehrere Zwischenlösungen geben. So könnte man es sich vorstellen, dass man zu Hause über ein reguläres aber dafür langes Stromkabel mit Schuko Stecker über Nacht lädt. Bei Neubauten und Renovierung kann man das Verlegen einer Steckdose in Straßennähe vorschreiben. Bis das aber greift, vergehen Jahrzehnte.
Erst wenn es ausreichend Lademöglichkeiten gäbe, könnte man komplett umstellen. Da gibt es die Unsicherheit der Mehrbelastung beim Umstieg aber auch die beim Verbleib bei alter Technik. Es könnte sein, dass Benzin teurer wird, da wohl auch Tankstellen um- oder rückgebeut würden und so das Angebot verschmälert würde. Was nützt es Unsicherheit von der Industrie abzuwenden, wenn sie den gewöhnlichen Bürger um so härter trifft?

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iasi 23.06.2017, 18:47
231. Kretschmann und seine Truppe haben doch rein gar nichts zustande gebracht - Chance vertan

Die Grünen in Baden-Württemberg hatten die Chance zu zeigen, was Grüne Politik ist, aber Kretschmann gibt nur den Landesvater, wie all seine CDU-Vorgänger. Kretschmann könnte auch sein grünes mit einem schwarze Hütchen austauschen und keiner würde es merken. Eigentlich sind die Grünen in Baden-Württemberg ein farbloser Haufen mit einer weißhaarigen Galionsfigur. Grüne, SPD, CDU - sie sollten mal nach Frankreich blicken, wenn sie sehen wollen, was mit den etablierten Parteien passieren kann - und hoffentlich wird. Blebt nur zu hoffen, dass wir dann keinen Trump bekommen, der eben auch nur Präsident wurde, weil das politische Establishment nichts mehr bot, als farblosen Zirkus. Kretschmann ist jedenfalls ein visionsloser Schreihals.

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Shelly 23.06.2017, 18:49
232. Ein Artikel über die Utopie der E-Autos

Zitat von bakero
"Er repräsentiert als Ministerpräsident von Baden-Württemberg einen der wichtigsten Automobilstandorte Deutschlands." Sogar einer der wichtigsten Automobilstandorte der Welt. Noch. Und genau das ist der Punkt. Die deutschen Hersteller würden am liebsten weiter Diesel bauen und kümmern sich um die Entwicklung der Elektroautos höchstens nebenbei. Man – die deutsche Politik oder notfalls auch die chinesische – wird sie dazu zwingen müssen... Ob 2030, 2035 oder 2040. Die Grünen werden letztlich recht behalten. Und Winfried Kretschmann wird es gar nicht mehr erleben...
und ich fange meinen Kommentar erstmal mit Defiziten im Bildungssystem an.
Vielen grünen Anhängern fehlt es eklatant an Grundbildung in Sachen Naturwissenschaften und Technik.
Die Herstellung von Akkus ist eine Dreckschemie, die nicht umsonst in China oder anderen Ländern stattfindet, nebenbei bestaunen wir die Smogphotos von Peking und die meisten ahnen nicht, dass wir die Verursacher sind.
Wie hat neulich jemand nachgerechnet, ein E-Auto von Art des Tesla muss 8 Jahre laufen, um die CO2-Bilanz der Herstellung erst mal zu amortisieren!
Nächster Stichpunkt: Woher soll der Strom für die E-Autos kommen? Aus herkömmlichen Kraftwerken? Stichpunkt Wirkungsgrad - oder gar aus regenerativen Energien? Im Winter, wenn es lange dunkel ist und wenig Wind geht?
Und nein, ich biete nur Stichpunkte an und hoffe, dass einige darüber nachdenken bzw. weiter recherchieren - ich weiß, ich bin unverbesserliche Optimistin, die immer noch hofft, dass Wissen und Fakten gegen Ideologien bestehen könnten.
Mein Zukunftsausblick?
Wasserstoffautos.
Und ja, den deutschen Autobauern wurde zu lange zu viel Freiraum gewährt, ich bin aber realistisch genug zu wissen, dass auch mein Arbeitsplatz mit von der Autoindustrie abhängt.
Wenn die Autoindustrie ernsthaft krankt, müssen wir uns um mindestens 6-8 Millionen Arbeitslose kümmern, nicht mehr um die E-Autoquote.
Ich mache mir sehr viele Gedanken darum und renne keinen Phantasie-Ideologien nach, nein, die alles umfassende Lösung weiß ich auch nicht, wir müssen radikal unsere immer-mehr-Wachstums-Wirtschaft ändern, was leider nur mit einer Art Crash und langen schlimmen Zeiten passieren wird.
Freiwillig wird da nichts passieren.

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P. Biermann 23.06.2017, 18:50
233. Selbstgefällig

Das Video bestätigt - finde ich - einen Eindruck, den MP Kretschmann und seine Grünen in BW schon länger vermitteln - den der Saturiertheit. Endlich gehört man zur gesellschaftlichen Elite, pflegt den Umgang mit besseren Kreisen (vom Adel bis zum Topmanagement der Industrie), schwelgt in mancher gesellschaftlichen Grundsatzdebatte. Wer diesen Frieden stört - besonders noch, wenn er aus den eigenen Reihen kommt - dem wird deutlich gemacht, er habe überhaupt keine Ahnung von der gesellschaftlichen und ökonomischen Wirklichkeit, sei ein Traumtänzer, ein Realitätsverweigerer, gar ein Fundamentalist. Nur...MP Kretschmann säße gar nicht auf seinem Posten ohne die Traumtänzer und Fundamentalisten bei den Grünen. Vermutlich hat er selbst dazugehört. Das ist aber lange lange her.

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HerbertFronty 23.06.2017, 18:50
234.

Zitat von rad666
Wie viele Autos stehen an den Hotels herum wo Sie so nächtigen, wie viele davon sind E-Autos, und wie funktioniert es bei einer 50% / 100% Quote? So lange Sie fast alleine sind haben Sie natürlich kein Problem. Wenn aber zur Ferienzeit 500.000 Autos gleichzeitig laden wollen (realsitisch, dauert ja auch 30 Minuten pro Auto) brauchen wir allein dafür die Leistung von 50 AKW. Es ist schön dass das alles toll klappt wenn die Leute über Nacht in Ruhe aufladen und dann 10km pendeln. Aber wenn 500.000 Menschen zu Ferienbeginn 750km zurücklegen wollen wird das ganze ein bißchen eng...
Zitat:


Demnach haben, wie Zahlen von Statista.de belegen, alle in Deutschland zugelassenen PKW im Jahr 2015 insgesamt 636 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Umgerechnet auf Elektroautos mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 18 Kilowattstunden pro 100 Kilometer hätten diese insgesamt 115 Milliarden Kilowattstunden gebraucht, um diese Strecke rein elektrisch zu fahren.

Diese Strommenge entspreche 18 Prozent der im letzten Jahr in Deutschland erzeugten Bruttostrommenge von 648 Milliarden Kilowattstunden und in etwa dem Doppelten davon, was Deutschland im Jahr 2016 ins Ausland exportiert habe. „Glaubt ernsthaft irgendwer, das sei ein unlösbares Problem?“, heißt es deshalb in dem Bericht.

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descartes 23.06.2017, 18:51
235.

Zitat von bakero
"Er repräsentiert als Ministerpräsident von Baden-Württemberg einen der wichtigsten Automobilstandorte Deutschlands." Sogar einer der wichtigsten Automobilstandorte der Welt. Noch. Und genau das ist der Punkt. Die deutschen Hersteller würden am liebsten weiter Diesel bauen und kümmern sich um die Entwicklung der Elektroautos höchstens nebenbei. Man – die deutsche Politik oder notfalls auch die chinesische – wird sie dazu zwingen müssen... Ob 2030, 2035 oder 2040. Die Grünen werden letztlich recht behalten. Und Winfried Kretschmann wird es gar nicht mehr erleben...
Zwingen müssen? Warum? Elektromobilität ist langfristig sicher keine dauerhafte Alternative um die Individualmobilität mit Verbrennern ersetzen zu können. Es ist lediglich eine Verlagerung der verursachten Probleme in andere Regionen und nur für wirkliche Problemzonen, wie Stuttgart city sinnoll. Dazu ist die Herstellung der Komponenten einfach zu rohstoffintensiv und zwar Rohstoffe, die jetzt schon seltener sind als Erdöl zu unseren Lebzeiten jemals sein wird und zudem noch eine Menge Umweltschäden bei der Gewinnung verursachen.Auch unter Berücksichtigung des Sekundäkreislaufs. Selbst ein Tesla, der mit weniger Seltenen Erden auskommt hat schon bei der Herstellung eine um 60% schlechtere Ökobilanz, als ein Fahrzeug mit herkömmlichem Antrieb. Warum also in eine Technologie investieren, von der jetzt schon klar ist, dass sie keine langfristige Verbesserung darstellt? Der einzige Grund dafür dürfte sein, dass man kurzfristig einen künstlichen Markt installiert, den es abzugrasen gilt, dafür werden Lobbyisten schon sorgen und wer diese Milliarden nicht mitnimmt, wird keine Investitionsgrundlagen für wirkliche Alternativforschung bilden können.
Kurzum Kreschmann hat völlig und ausnahmslos recht!

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PolitBarometer 23.06.2017, 18:52
236.

Seit wann sind denn Elektro-Autos sauber? Bloß weil die keinen Auspuff haben bestimmt nicht. Herstellungsprozess und Entsorgung sind energieintensiv und alles andere als umweltschonend. Der Mensch belügt sich aber gerne selbst, sonst würde er nicht auf so schwachsinnige Ideen kommen.
Und nein, dem E-Auto gehört unter den derzeitigen Bedingungen nicht die Zukunft. Es ist nur ein weiterer alternativer Antrieb zu einem bestimmten, aber deutlich begrenzten Zweck.

Die einzige Rettung wäre, in den Boden oder Seitenplanken von Autobahnen und Landstraßen induktive Leiterbahnen mit hoher Zonenreichweite zu verbauen und die Fahrzeuge auf einen dem NFC-ähnlichen Verfahren zu Permanentladern zu machen. Hier sind kluge Köpfe und hohe Ingenieurskunst gefragt. Haben wir so etwas in Deutschland?

Auf den Nebenstraßen, wo sich ein Ausbau in der Form nicht lohnt, könnte dann wieder autonom auf Akku gefahren werden.
Problem ist und bleibt natürlich: Wie bekomme ich solche Ströme gefahrlos und möglichst verlustfrei auf die dann allgegenwärtigen Ladeleitungen. Und wie wird das finanziert? Eine Sonderabgabe in Form einer km-abhängigen Maut? Es bleiben immer noch viele Fragen.

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macfan 23.06.2017, 18:52
237. Kein Hype

Zitat von felertoifel
Der E-Hype ist irrational. Das geht nur, wenn man den Individualverkehr weitgehend abschafft, denn sonst reichen weder Stromproduktion noch Lade-Möglichkeiten auch nur annähernd aus. Man möge das Gegenteil vorrechnen.
An der Stromproduktion muss sich nicht viel ändern, da Benziner etwa gleich viel Strom verbrauchen wie Elektroautos. Weil dieser Stromverbrauch in der Raffinerie entsteht, fällt er bloß nicht so auf.

Lade-Möglichkeiten wird es immer mehr geben. Man kann zu Hause laden. Immer mehr Geschäfte, Restaurants usw. bieten Ladestationen an. Es wird bald viel mehr Ladestationen als Tankstellen geben, die können Restaurants nämlich nicht so einfach "nebenbei" anbieten.

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Gottloser 23.06.2017, 18:52
238. Fleischmann und Stuttgart

Vielleicht hat Kretschmann mitbekommen, dass in Stuttgart Ladestationen - auch private - beim Netzbetreiber angemeldet werden müssen, weil man befürchtet, dass das Stromnetz zusammenbrechen könnte.

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nils1966 23.06.2017, 18:52
239.

Zitat von nils1966
Offenkundig hat da Kretschmann etwas richtig verstanden. Autobahntankstellen als reine E-Mobil-Tanken; das wird lustig. Keine Frage! Sei mal an einem Hauptreisetag an einer Tanke mit einem halben Dutzend Autos hinter Dir, und brauche eine Minute länger als nötig.... Hupkonzert wär noch harmlos. Wenn Akkus 500 km reichen, und in 5 min geladen werden können, entschärft sich das Problem natürlich. Andererseits, senkt man den allgemeinen Benzin-/Dieselverbrauch der Verbrennungsmotoren erheblich (und ehrlich....), so an 10% aufwärts, 25%, 33%, was technologisch doch noch möglich sein sollte, werden ökölogische Effekte erzielt, die mit E-Mobilität niemals erreicht werden können. Dazu braucht man nur die Grundrechenarten zu beherrschen, um das zu sehen. 1 Mio E-Autos senkt die CO2-Erzeugung, die einer Reduzierung von ca. 6,6l auf 6,5 l/100km bei 42 Mio V-Autos entspricht (Basis heutige Batterien). Was verbraucht hingegen die Fabrikation der notwendigen Lithiummenge, der Ableiter Aluminium und Kupfer, sowie der Hochleistungsdioden für 1 Mio E-Autos. ....und für wieviel Mio E-Autos reicht eigentlich das globale Lithium überhaupt? Wenn die Nachfrage steigt, was steigt dann gemäß Gesetzmäßigkeiten des Marktes auch noch....???? Wer wird der neue Energie-Monopolist? Hier stehen dann auch noch hochkomplexe strategische Sachverhalte an!
... ach da wären ja noch die Seltenen Erden für die Hochleistungsmagnete der Radnabenmotoren (insbesondere Neodym).

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