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Autobahnen: Verkehrsexperten fordern Tempolimit für mehr Sicherheit
DPA

Wie sinnvoll ist ein generelles Tempolimit auf Autobahnen? Eine Regierungskommission will damit dem Klima helfen. Polizei und Unfallforscher halten eine Begrenzung aus Sicherheitsgründen für dringend geboten.

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gm-nk 22.01.2019, 19:57
1. Scheinsicherheit

Die Autobahnen sind - wie im Artikel erwähnt - die sichersten Straßen Deutschlands. Von ca. 3300 Verkehrstoten in 2017 entfielen ca. 310 auf Autobahnen. Wenn man diese 310 nochmals um die Anzahl der Toten durch Geisterfahrer, LKW Auffahrunfälle, Glätteunfälle und Regenunfälle bei niedrigeren Tempi reduziert, ist die Anzahl der Verkehrstoten bei höheren Geschwindigkeiten recht überschaubar. Auf der anderen Seite führt eine Höchstgeschwindigkeit von max. 120 km/h zu einem Nachlassen der Konzentration, da die heutigen modernen Autos mit ihren elektronischen Helferlein das Fahren zu einem Kinderspiel machen. Diese nachlassende Konzentration führt mit Sicherheit auch zu dem einen oder anderen Toten. Viel sinnvoller ist m.E. die elektronische Verkehrsgestaltung mit variablen Limiten - da wo es nötig ist.

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guidomuc 22.01.2019, 19:58
2. Wieder mal ideologisch verbrämt

Vor 20 Jahren, 1997 gab es in D ca. 8.500 Verkehrstote, 2017 waren es ca. 3.200. Jeweils 13% dieser Verkehrstoten starben auf Autobahnen. Wieviele davon wegen überhöhter Geschwindigkeit ums Leben kamen, ist nicht bekannt. Eine einfache Ableitung "schnell=tot" ist unzulässig. Fakt ist jedoch, dass etwa 87% aller Verkehrstoten auf Straßen sterben, auf denen in aller Regel nicht mehr als 100 erlaubt ist. Also was soll die Wichtigtuerei?

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tubolix 22.01.2019, 20:05
3. Hmm ...

Spanien hat bei etwa halber Bevölkerung ungefähr halb so viele Verkehrstote. Viel sicherer kann es folglich nicht sein.
Vlt sollte mehr in die Kontrollmechanismen investiert werden. Jahrelang wurde die Polizei kaputtgespart. Das lässt sich durch ein Tempolimit nicht kompensieren. Wie auch, wenn keiner da ist, der es kontrolliert.

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manchmal_dafür 22.01.2019, 20:21
4. Mehr Kontrollen

Ich bin nicht für ein Tempolimit, wohl aber für strengere Kontrollen was drängeln und Nötigung auf Autobahnen angeht. Wenn die Straßen frei sind, soll doch jeder Gas geben wie er mag. Wer als Raser andere gefährdet (ob er sich selbst gefährdet, ist mir relativ egal) sollte den Führerschein abgeben.

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hrboedefeld 22.01.2019, 20:22
5. Sicherheit geht vor

ich fahre Langstrecken grundsätzlich nachts und mit über 200km/h.
So bin ich schnell und entspannt am Ziel und durchgehend konzentriert bei der Sache.
Wenn das Tempolimit kommt bin ich dann wohl gezwungen auf das Flugzeug umzusteigen. Die 650km zur Familie kann ich unmöglich mit 130km/h fahren und dabei konzentriert bleiben. Das wäre mir viel zu gefährlich!

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missourians 22.01.2019, 20:29
6.

Die Zahl der Verkehrstoten allgemein, nicht nur durch zu schnelles Fahren, singt und singt. Wenn wir gegen Null kommen wollen, sollten wir sofort Autos verbieten.
wenn wir Leben retten wollen gibt es wichtigere Baustellen, wo es sich lohnt und sofort wesentlich mehr tote verhindert werden können:
https://www.welt.de/welt_print/wissen/article8194870/74-000-Alkoholtote-pro-Jahr-in-Deutschland.html
2010: 74000 tote durch Alkohol! Von den Nikotin-Opfern noch gar nicht angefangen....

Dann das Argument, man wolle der Natur mit Tempolimits helfen und vor allem dem CO2 Ausstoß. So möchte die Deutsche Umwelthilfe durch ein Tempolimit 130 sofort pro Jahr 5 Mio. Tonnen CO2 weniger entstehen lassen.
Auch hier gibt es einfachere Möglichkeiten um sofort das zigfache an CO2 aufkommen zu verhindern:

https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlekraftwerk
die neun größten Braunkohlekraftwerke verursachen alleine 150 Mio. tonnen CO2 pro Jahr, eines alleine 31 Mio. Tonnen / a!!!

Also wieso über Peanuts reden und damit die Massen einschränken, wenn man es ernst meint, und nicht über Mega-Kokosnüsse sprechen?

Was wollen die Tempolimit-Fanatiker wirklich? Wenn es wirklich nur um weniger Tote pro Jahr geht, oder weniger CO2, gibt es andere wesentlich sinnvollere Baustellen, die sofort wesentlich mehr bewirken.

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hrboedefeld 22.01.2019, 20:33
7. jetzt schon

wenn jeder sich an den bestehenden Regeln hält, gäbe es die ganze Diskussion nicht!
Ich fahre im Jahr 100tsd Kilometer quer durch Deutschland und das benachbarte Ausland.
Raser begegnen mir auch und stören mich wie jeden anderen auch.
Allerdings kommen auf einen Raser etwa 500 Schnarcher, die ohne blinken rausziehen, am Handy spielen während der Fahrt und einfach nicht fähig sind vorausschauend zu fahren.
Die Raser könnte man natürlich mit mehr Zivilpolizisten kriegen.
Aber wer kümmert sich um die ganzen Deppen, die alle anderen durch ihre Unfähigkeit gefährden?
Ein Tempolimit spielt nur den Schleichern in die Karten. Dann wird noch schlimmer gegurkt. Selbst in Österreich wird mittlerweile durch zahlreiche Hinweisschilder zum Rechtsfahrgebot und Versuchsstrecken mit einem Tempolimit von 140km/h versucht die Autofahrer zu erziehen, die im Tran vor sich hin gurken und nichts mehr mitbekommen um sich rum, wenn sie schon eine Weile mit dem vorgeschriebenen Tempo dahinzuckeln und am Steuer fast einschlafen...

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TheSphinx 22.01.2019, 20:51
8. Statistikfälschung und Volksverdummung

Nach offiziellen Angaben sind knapp 70% unserer Autobahnen ohne Tempolimit. Dies bedeutet nach den Angaben in diesem Text, dass auf diesen 70% "lediglich" 26 % mehr Unfälle mit Toten zu betrauern sind. Die einzig logische Schlussfolgerung wäre doch nun, dass auch die restlichen 30% freigegeben werden, da hier offensichtlich relativ gesehen die meisten Toten zu beklagen sind.
Um es an den vom Vorredner errechneten 310 Autobahn-Toten festzumachen: Rund 135 Tote entfallen auf tempolimitierte Strecken (ca. 3.900 KM) und die restlichen 175 Toten auf unlimitierte Strecken (9.100 KM) - wo wäre der geneigte Leser lieber unterwegs?
Geht man weiter in die Tiefe wird man feststellen, dass Lkw-Fahrer an ca 60% aller tödlichen Unfälle auf den Autobahnen beteiligt sind. Diese stehen nicht wirklich im Verdacht, mit 200 km/h ohne Tempolimit von A nach B zu fahren.
Und jetzt bin ich mal gespannt, wie viele sich aufgrund dieses offiziellen (!) Zahlenwerks noch ernsthaft für ein Tempolimit einsetzen wollen. Es können nur Idioten sein...

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waldschrat_72 22.01.2019, 21:10
9. Gegenseitige Rücksichtnahme im Strassenverkehr..

.. sollte für alle Verkehrsteilnehmer gelten. Ich zitiere:

[...] " Laut der Polizei könnte ein Tempolimit die Zahl der Verkehrstoten weiter senken. "Wenn jemand mit Tempo 180 unterwegs ist und vor ihm schert ein Fahrzeug mit Tempo 90 auf die Überholspur aus, geht das schnell schief", sagt Mertens von der GdP. Die Unfallforscher der Versicherer (UDV) sehen das ähnlich. "Die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den Fahrspuren nehmen immer mehr zu", sagt UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Das habe oft schlimme Folgen. " [...]

Soweit ich informiert bin, gilt auf deutschen Autobahnen und Schnellstraßen eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Wenn Herr Oberpolizist Mertens hier also impliziert, dass es ein hinzunehmendes Fahrmanöver wäre, auf einer Autobahn mit 90 km/h auf die linke Spur zu wechseln, glaube ich ja wohl, mich verlesen zu haben.
Ein solcher Verkehrsteilnehmer wird in Praxi ja sogar jedem LKW-Fahrer zum Hindernis.
Mich stört dieses offensichtlich populistisch überspitzte Beispiel. Ein solcher Fahrer hätte im Falle eines Auffahrunfalls mit einem rückwärtig mit 180 km/h Kommenden vor dem Verkehrsrichter ganz schlechte Karten.
Mich stört nicht, dass man sich Gedanken über mehr Sicherheit macht. Mich stört aber ganz massiv die Argumentationsweise, mit der man versucht, hier Schwarz-Weiß-Bilder zu malen. Extreme und evtl. dazu noch unsichere Langsamfahrer stellen auf der Autobahn ein mindestens ebenso großes Verkehrsrisiko dar wie rücksichtslose Raser (insbesondere bei zu nahem Auffahren bzw. mangelnder Vorausschau und Rücksichtnahme.
Richtig ist: die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den Fahrspuren nehmen wirklich zu. Allerdings ist dies in den meisten Fällen zumindest auf dreispurigen Autobahnen schlicht der Tatsache geschuldet, dass sich LKW mehr und mehr kilometerlange Elefantenrennen liefern. Und die langsam- und mittelschnellen PKW auf die dritte Spur zwingen. Eine mögliche Lösung wäre ein vorgeschriebenes Mindest-Leistungsgewicht für LKW, die auf deutschen Straßen geführt werden dürfen. Und ein daran anschließendes generelles LKW-Überholverbot auf Autobahnen und Schnellstraßen.

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