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Autobahnen: Verkehrsexperten fordern Tempolimit für mehr Sicherheit
DPA

Wie sinnvoll ist ein generelles Tempolimit auf Autobahnen? Eine Regierungskommission will damit dem Klima helfen. Polizei und Unfallforscher halten eine Begrenzung aus Sicherheitsgründen für dringend geboten.

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intercooler61 23.01.2019, 09:16
40. Tempolimits: ja bitte, aber mit Verstand

@Verbrauch & Emissionen:
Hierfür gilt es zu betrachten, wo & wann das jeweilige Verkehrsaufkommen hoch _und_ dabei feststellbar ist, dass eine Mehr- oder große Minderheit der Kfz deutlich schneller als 130 fährt. Sofern nicht ohnehin schon angeordnet, lässt Tempo 130 für die entsprechenden Abschnitte (und ggfls. Zeiten) dann nennenswerte Einsparungen erwarten.

@Sicherheit:
Dafür schaut man sich Abschnitte mit auffälligem Unfallgeschehen an, analysiert die jeweiligen Ursachen und verhängt dann ggfls. ein angemessenes Tempolimit, je nach Bedarf u.U. auch zeitlich differenziert oder an Bedingungen geknüpft (zB "bei Nässe").

Auch wenn die Polizei (korrekterweise!) oft "unangepasste Geschwindigkeit" ankreuzt, muss man sich schon jeden Einzelfall ansehen (zum Glück sind es nicht mehr so viele wie früher):
Fälle von missachteten Tempolimits werden durch neue Limits nicht besser. Ebensowenig Unfälle durch unangepasste Geschwindigkeit bei Glätte.

Man muss immer fragen, ob der konkrete Unfall bei Bestehen welchen Tempolimits vermieden oder gemildert worden wäre. Und ob (ggfls. auch zusätzlich) weitere Maßnahmen wie zB Warnschilder oder bauliche Entschärfungen geboten sind.

Das ist harte und mühsame Arbeit. Die lautstarke Debatte um _ein_ Tempolimit für _alle_ BAB lässt erkennen, dass mancher diese Mühe scheut - sie ist aber notwendig, lohnend und nicht durch rückwärtiges Ablassen von Bauchgefühl ersetzbar (gilt für beide Parteien).

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enivid 23.01.2019, 09:58
41. Vollkaskomentalität

Ein Tempolimit ist doch wieder ein ideologisch geführter Kampf derjenigen die vorwiegend Bahn und Fahrrad fahren. Die hiesigen Autobahnen zählen zu den sichersten Straßen der Welt. Dennoch gibt es keine 100%ige Sicherheit, diese gibt es jedoch nie. Sollte man Fahrräder auf deutschen Straßen verbieten? Dann gäbe es keine toten Fahrradfahrer mehr, Reduzierung um 100%! Das ist m.E. nach genauso unsinnig wie ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Mehr Überwachung gegen Drängler und Leuten die das Rechtsfahrgebot ignorieren, dem bin ich gegenüber aufgeschlossen bzw. fände dies auch sehr sinnvoll. Selbst bin ich mit 200 km/h deutlich konzentrierter hinter dem Steuer als bei 120 km/h. Außerdem empfinde ich ein Tempolimit immer anstrengender als eine offene Strecke, wenn man nicht gerade einen Tempomat hat. Ich hoffe sehr, dass sich ein Tempolimit nicht durchsetzen wird!

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ich2010 23.01.2019, 10:04
42.

prinzipiell halte ich nicht viel von einem Tempolimit. Dann wird auf der linnken Spur mit 125 gefahren, auf der mittleren mit 110 und rechts mit 100. Alle auf einem Haufen und der von der mittleren schert nach links aus weil's da mit 10kmh schneller geht, völlig wurscht ob da gerade einer fährt oder nicht. Schlimmstenfalls kracht's, bestenfalls legt derjenige, der geschnitten wird, eine Vollbremsung hin und hofft, dass ihm der Hintermann nicht draufknallt. Je langsamer die Geschwindigkeit umso geringer die Abstände zwischen den Fahrzeugen und umso unachtsamer die Fahrer. Frei nach dem Motto der auf der linke Spur darf ja nicht schneller fahren, also schert man aus ohne auf den Verkehr zu achten. Erlebe ich täglich auf Abschnitten mit Geschwindigkeitsbegrenzung.

Aber sei's drum. Was mich weit mehr stört ist die Steuererhöhung auf Benzin und Diesel. Das trifft vor allem Berufspendler, die keine Möglichkeit haben auf den ÖPNV auszuweichen und am schlimmsten diejenigen, die sowieso schon nicht besonders gut verdienen. Ich habe 50 km einfach, brauche mit ÖPNV mind. 2 Stunden, mit dem Auto 45 Minuten. Jetzt werde ich also bestraft weil ich so blöd bin jeden Tag arbeiten zu gehen und der werten Allgemeinheit mein Steuergeld in den Allerwertesten puste. Und nein, vor Ort gibt es leider keine Jobs für mich und Miete in der Stadt kann ich mir erst recht nicht leisten. Ich muss sagen, die soziale Hängematte gewinnt so langsam an Attraktivität. Wozu abrackern wenn die gesamte Kohle sowieso im Schlund der Allgemeinheit verschwindet. Leisten kann ich mir dann sowieso nix mehr.

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ich2010 23.01.2019, 10:11
43.

Zitat von seikor
Ich verstehe jetzt nicht wirklich, wie man abstreiten kann, dass ein Tempolimit die Straßen sicherer machen würde. Langsamer fahren bedeutet weniger kinetische Energie bedeutet weniger Schaden und Verletzung sowie mehr Reaktionszeit. "Ob ein Tempolimit für mehr Sicherheit sorgt, ist wenig erforscht und daher umstritten." - so einen Quark habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Dafür braucht es keine Studien sondern nur ein wenig Schulphysik. 60% auf den Landstraßen? Kein Wunder, dort wird von einigen Rasern durchweg Tempo 130/140 gefahren. Mit einem Tempolimit 80 würde das auch besser werden. Meinetwegen 100 auf großen breiten und geraden Straßen. Diese Hofierung der Autolobby in Deutschland durch die Politik ist nicht mehr auszuhalten. Der ADAC will kein Tempolimit? Dann muss es sinnvoll sein. Her mit dem Tempolimit und zwar sofort! Aber vielleicht kommt es eh automatisch durch die Hintertüre die Elektrifizierung des Verkehrs...
Sie glauben ernsthaft, dass jemanden, der heute mit 140 kmh auf der Landstraße unterwegs ist, ein Tempolimit von 80 kmh juckt? Garantiert nicht.
Bei 80 kmh auf der Landstraße kommt kein Mensch mehr legal an einem LKW vorbei, der mit 70 kmh unterwegs ist. Das ergibt dann endlose Kolonnen die übrigens dann auch durch die Ortschaften rollen.

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stefan_bc 23.01.2019, 10:13
44. Mal sachlich betrachtet....

Ich glaube man sollte mal die Emotionen aus der Diskussion nehmen und das Thema sachlich bewerten. Fakt ist (laut Unfallstatistik), dass auf der Autobahn gegenüber Bundes- und Landstraßen sehr viel weniger Unfälle passieren. Man sollte vielleicht mal auswerten, wie viele schwere Unfälle tatsächlich durch zu schnell fahrende PKW an unbeschränkten Stellen ausgelöst werden. Im Radio höre ich eigentlich meistens nur von tödlichen Unfällen mit LKW.
Außerdem zählt die deutsche Autobahn auch im internationalen Vergleich zu den sichersten Straßen weltweit. Meiner Meinung nach könnte das daran liegen, dass man auf der deutschen Autobahn im Gegensatz zu Ländern, in denen es bereits ein Tempolimit gibt, sehr viel mehr auf den Verkehr aufpassen muss. In den USA ist übrigens die Unfallursache Nummer 1 nicht zu schnelles Fahren sondern Unaufmerksamkeit.
Zum Thema Umweltschutz kann ich nur sagen, dass es bereits zwei Studien gibt, die, wenn ich mich recht entsinne, damals durch die SPD beauftragt wurden, die zu diesem Zeitpunkt durchaus willig war, ein Tempolimit einzuführen. Beide Studien haben ergeben, dass die Einsparung an CO2 nur marginal wäre. Außerdem kann man ja schließlich auch mit einem Elektroauto 200km/h fahren, wozu ich übrigens gerne bereit wäre, wenn der Markt einen adäquaten PKW anbieten würde.

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CancunMM 23.01.2019, 10:17
45.

Zitat von enivid
Ein Tempolimit ist doch wieder ein ideologisch geführter Kampf derjenigen die vorwiegend Bahn und Fahrrad fahren. Die hiesigen Autobahnen zählen zu den sichersten Straßen der Welt. Dennoch gibt es keine 100%ige Sicherheit, diese gibt es jedoch nie. Sollte man Fahrräder auf deutschen Straßen verbieten? Dann gäbe es keine toten Fahrradfahrer mehr, Reduzierung um 100%! Das ist m.E. nach genauso unsinnig wie ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Mehr Überwachung gegen Drängler und Leuten die das Rechtsfahrgebot ignorieren, dem bin ich gegenüber aufgeschlossen bzw. fände dies auch sehr sinnvoll. Selbst bin ich mit 200 km/h deutlich konzentrierter hinter dem Steuer als bei 120 km/h. Außerdem empfinde ich ein Tempolimit immer anstrengender als eine offene Strecke, wenn man nicht gerade einen Tempomat hat. Ich hoffe sehr, dass sich ein Tempolimit nicht durchsetzen wird!
Unsinnig ist Ihr Vergleich mit den Radfahrern.
Und was Sie als konzentrierter bei 200 km/h spüren ist Ihr Adrenalin und Ihre Anspannung.
Und selbst wenn Sie konzentrierter wären. Bei 200 km/h beträgt Ihr Anhalteweg 250 m mindestens. Dh. wenn Sie den anderen Fahrer in 250 m sehen wie er gerade rüberzieht. Bremsen Sie auch nur eine halbe Sekunde später, sind sie schon deutlich über 300 m Anhalteweg.
Viel Spaß beim Konzentrieren.

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mopsfidel 23.01.2019, 10:23
46. @riedlinger: Ein Tatsachenverdreher

Zitat von riedlinger
Nun kommen die Verbots-Fetischisten, wie alle paar Jahre mal wieder, aus ihren Löchern. Die, die einfach geil darauf sind, anderen Menschen etwas zu verbieten, und dafür das absurde "Raser"-Klischee produzieren. Wer die Kommentare oben liest, findet harte, unwiderlegbare Fakten bei denen, die ein Tempolimit ablehnen, und emotionale Scheingedanken ("gesunder Menschenverstand" als Chiffre für "gesundes Volksempfinden"?) bei den Tempolimit-Fetischisten.
Es ist beängstigend und abstoßend zugleich, wie Sie die Aussagen der Diskussionsteilnehmer einmal komplett um 180 Grad drehen. Die Gegner argumentieren nur mit emotionalen Scheingedanken ("bringt eh nichts" oder "im Haushalt sterben noch viel mehr"). Und die Befürworter sind jene die ihre Aussagen mit Daten belegen.

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Pickle__Rick 23.01.2019, 10:27
47.

Zitat von intercooler61
(...)Auch wenn die Polizei (korrekterweise!) oft "unangepasste Geschwindigkeit" ankreuzt, muss man sich schon jeden Einzelfall ansehen (zum Glück sind es nicht mehr so viele wie früher): Fälle von missachteten Tempolimits werden durch neue Limits nicht besser. Ebensowenig Unfälle durch unangepasste Geschwindigkeit bei Glätte.(...)
Das ist ein wichtiger Punkt. "Unangepasste Geschwindigkeit" ist nicht gleich "Über dem Tempolimit". Leider wird dies gerade in Unfallstatistiken bzw. bei deren Betrachtung gerne vermischt.
Oft ist sie die Ursache für Unfälle. Unangepasst kann es aber auch schon sein, wenn ich bei schlechter Straßenlage das jeweilige Tempolimit nutze. Gestern hat es bei uns in der Gegend zum ersten Mal in diesem Winter richtig geschneit. Das ist hier selten und daher für viele Fahrer ungewohnt. Da kam es auch bei 30 km/h trotz erlaubten 50 zu diversen Unfällen (nur Blech). Die Fahrer sind nicht angepasst gefahren. Auch bei einem Unfall mit Richtgeschwindigkeit kreuzt die Polizei diese Unfallursache an, wenn der Unfall bei dichtem Verkehr passierte. Jetzt möchte ich gar nicht betreiten, dass ein Tempolimit eventuell ein paar Fahrer auf der Autobahn dazu bringen könnte, eine der Situation angepasstere Geschwindigkeit zu fahren. Allerdings ist es ja bereits heute so, dass Geschwindigkeiten über der Richtgeschwindigkeit bei einem Unfall so gewertet werden als wäre man über einem Tempolimit gefahren. Man bekommt zwar keine Knolle für den Verstoß aber im Falle eines Unfalls war man für das Gericht und die Versicherung trotzdem zu schnell gewesen. Für mich ist dies dennoch kein Grund erwachsene Menschen als Autofahrer zu gängeln und wirklich jeder Situation haarklein zu regulieren. Ich will nicht auf einmal gegen das Gesetz vertoßen, nur weil bei bester Sicht und freier Bahn mal zügiger gefahren wird. Vor allem wenn die Zahlen bei korrekter Betrachtung zeigen, dass die unlimitierten Autobahnabschnitte bei der ohnehin extrem guten Unfallstatistik in Deutschland nicht das Problem sind. Natürlich kann man jetzt immer sagen, dass da noch was ginge. So gesehen ist aber immer Spielraum nach unten. Warum fahren wir nicht gleich max. 120, 110, 100, 90 oder gleich 80 km/h? Warum auch nicht? Es wäre bestimmt noch besser als bei 130 km/h. In einigen Bundesstaaten der USA wäre ja selbst das hier angedachte Limit schon illegale Raserei.

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count.number 23.01.2019, 10:41
48. Ich fasse kurz zusammen

..Deutsche Autobahnen, die ich als Kraftfahrer per KFZ Steuer und Bezinsteuer mitbezahle, die eigentlich immer mehr dem Schwerlastverkehr dienen, für die bald eine Maut eingeführt werden soll, die überwiegend schin temporeglementiert sind, sollen nun ein Tempolimit 120 km/h (Umwelthilfe) bekommen, um dem Klima und den Menschen zu dienen. Es gibt für diese Thesen weder handfesten Studien, die eben das beweisen. Dort wo heute - gemäß der Verkehrsituation - schneller gefahren werden könnte, kann man das morgen nicht mehr. Hmm...ich frage mich, ob wir diese Diskussion brauchen, oder woanders ran müssen. Ich glaube sie ist wenig sinnvoll und ein Vehikel,

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Pickle__Rick 23.01.2019, 10:54
49.

Zitat von who8
Dieser Artikel zeigt, wie verlogen die ganze Debatte ist. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde zunächst gefordert, um CO2 zu sparen. Wenn dies funktionieren würde, müssten beispielsweise die USA mit ihren extrem niedrigen Geschwindigkeiten viel weniger Sprit verbrauchen als wir - tun sie aber nicht, im Gegenteil. Nun fordern andere Stimme sie plötzlich wieder aus ganz anderen Gründen: Verkehrssicherheit. Ein Blick auf statista.com zeigt aber schnell, dass es auch hier keinen Zusammenhang gibt. "Anzahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen je eine Milliarde Fahrzeugkilometer im Jahr 2016 in ausgewählten Ländern" - ein paar Beispiele: Norwegen 3,0, … Dänemark 3,9, Deutschland 4,2, Niederlande 4,7, … Frankreich 5,8, usw. Das richtige Vorgehen ist: Problem definieren, dann Lösungen dafür suchen und sie bewerten und vergleichen. Nicht: Sich in eine Lösung verlieben, und dann verzweifelt Probleme suchen, auf die man sie anwenden kann. Kurz: "Fall in love with the problem, not the solution."
Was für Trump seine Mauer ist, ist für uns das Tempolimit. Ein Symbolprojekt über das viel gesprochen wird. Wer darüber spricht, denkt weniger an andere Dinge.
Diese S*u wird hier regelmäßig durch's Dorf getrieben und versinkt dann nach ein paar Tagen oder Wochen in der Versenkung. Beim letzten Mal hat sich S. Gabriel damit erwartungsgemäß schon die Finger verbrannt. Allerdings suggeriert man bei dem Thema Aktivität und kann so tun, als hätte man einen Plan. Dabei wird dann gerne auch mal der Spareffekt überhöht. Denn man hat leider wenig Plan davon wie man z. B. endlich vernünftig von der Kohle als Energieträger weg kommt und auch bei der Elektromobilität sieht es schlecht aus. Die Industrie schafft es diverse Fahrzeuge in verschiedenen Kategorien anzbieten aber außerhalb prestigeträchtiger Großstadtprojekte steht man ohne private Ladestation schnell blöd da. Außerdem hat man beim Thema Diesel so richtig Mist gebaut und mit wirren Grenzwerten gespielt. Jetzt wo dieser kaputt geredet wird fällt auf, dass der gegenüber den Benzinern einen CO2 Vorteil hat.

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