Forum: Auto
Autofreie Stadtviertel: Erst sind alle dagegen - und dann dafür
Schöning/ imago images

Im Hamburger Stadtteil Ottensen sollen zwei Straßen für sechs Monate weitgehend autofrei bleiben. Immer mehr Städte drängen das Auto zurück, um wieder mehr Platz für die Menschen zu schaffen.

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medwediza 31.08.2019, 19:40
110. Irrtum

Zitat von django1949
Gott sei Dank muß man nicht in so einer "befreiten" Stadt der Gutmenschen leben. Und im übrigen gilt: wo man nicht parken kann, kauft man auch nicht ein. Auf daß sie in ihren "autofreien" Paradiesen bleiben und den Rest der Menschheit verschonen.
Ausnahmslos alle autofreien Innenstädte weisen höhere Umsätze auf, als sie vorher verzeichneten. Viele Geschäfte boomen sogar regelrecht, seit die Stinkkarren weg sind. Man könnte eher den Schluss ziehen: wo man erst parken muss, kauft man nicht ein. Im Übrigen gibt es nichts Schöneres, als eine autofreie Innenstadt.

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octagon87 31.08.2019, 19:51
111.

Zitat von wolffm
"… Platz für Fußgängerinnen und Radfahrer …" Was ist mit Fußgängern und Radfahrerinnen ? Und was ist mit denen, die zum Dritten Geschlecht gehören? "... Die Chancen dafür stehen gut, denn es weichen mindestens 163 Autos,..." Frage: Wohin weichen die? Vermutlich in die angrenzenden Strassen. Ich empfinde den Artikel als tendenziös, weil nur Befürworter zitiert werden. Die Gegner werden als ewig gestrige abgestempelt.
...weil die Gegner ewig gestrige sind.
In einigen Jahren lwerden wir uns kaum noch vorstellen können, das man mit dem Auto in die Innenstadt fahren durfte.

Genauso wie man sich in NRW kaum noch vorstellen kann, da man kn Kneipen früher mal Rauchen durfte....

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bis denne svenne 31.08.2019, 19:52
112. „umparken im kopf“ – dann aber bitte für alle!

Vielleicht sollten die Befürworter derartiger Verkehrsprojekte das stolz Erreichte noch mal aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten:

„Bundesweit sind derzeit rund 62,6 Millionen Kraftfahrzeuge und Anhänger zugelassen. Für diese Fahrzeuge fällt – je nach Art – in unterschiedlicher Höhe die Kraftfahrzeugsteuer (Kfz-Steuer) an. Jährlich beträgt das Gesamtaufkommen rund 9 Milliarden Euro.
Die Einnahmen aus der Kfz-Steuer sind nicht zweckgebunden beispielsweise für den Bau und die Erhaltung des Straßennetzes. Wie alle Steuereinnahmen dienen sie als allgemeine Haushaltseinnahmen der Deckung aller Ausgaben.“ (Bundesministerium für Finanzen)

Umparken im Kopf würde in diesem Fall wohl bedeuten, dass auch Fahrräder Steuer- und Kennzeichnungspflichtig würden. Und sich deren NutzerInnen gleich der Melkkuh Autofahrer finanziell am Gemeinwohl beteiligen. So aber bleibt ein Geschmäckle…

Von der Verfolgung und Bestrafung der oftmals extrem rücksichtslosen ZweiradfahrerInnen einmal ganz abgesehen. Warum also immer mit zweierlei Maß messen? Quid pro quo!

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octagon87 31.08.2019, 19:52
113.

Zitat von Katarina.kabelitz
dass in Ottensen nur noch junge, fitte Hippster wohnen. Meine alte Mutter, die auf " Essen auf Rädern" angewiesen ist, muesste verhungern.
Genau. Denn Essen auf Rädern heißt zwangsläufig Essen auf 4 Rädern oder was?
Was soll denn die wirklich unintelligente Polemik?

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EiligeIntuition 31.08.2019, 19:57
114. Mal so ganz nebenbei an die Abgaslobbyisten hier:

Waren Sie schon mal an einem autofreien Wochenende in einer Großstadt?

Das ist so megageil und kaum zu beschreiben:

- Kinder spielen überall und laufen ungeschützt durch die Gegend.

- Es wird Fußball, Federball oder sonst was mitten auf der Fahrbahn gespielt.

- Manche Menschen stellen Stühle und Tische nach draußen und machen einfach Party.

- Die Leute flanieren entspannt und friedlich durch die Gegend.

- Ampeln wechseln nutzlos und unbeachtet regelmäßig ihre Lichter.

- Roller, Radfahrer und Kinderwagen auf sonst 4- bis 6-spurigen Rennstrecken.

- Kein Lärm.

- Kein Gestank.

- Kinderlachen und Vogelstimmen.

- Es ist einfach nur toll. Traumhaft.


Nur noch getoppt durch die autofreien Sonntage zu Zeiten der Ölkrise:

- Spazierengehen und Radfahren auf der Autobahn.


Ich hätte das alles gerne viel öfter.

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urmel_99 31.08.2019, 20:01
115.

Zitat von Thomas Magnum
Und was machen Sie mit kranken Menschen die in der verdammten Innenstadt wohnen, vielleicht weil sie da schon immer wohnten, oder weil sie dort arbeiten oder Wohneigentum besitzen?
Die Frage stellt sich bald nicht mehr. Wenn Sie mal diverse Diskussionen bzgl. Wohnraum in Großstädten verfolgen. Die "alten" wohnen in der Regel ohnehin in zu großen und zu billigen Wohnungen und sollen am Besten auf das Land "umgesiedelt" werden. Bis das in Gesetze gegossen wird ist nur noch eine Frage der Zeit - Und Schuld sind sie auch noch selbst, denn auch sie haben es versäumt ihren Gören (heute im öffentlichen Dienst beschäftigte, latte-schlürfende Großstadt-Hippster) solche Werte wie Respekt vor Anderen oder Empathie beizubringen...

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Referendumm 31.08.2019, 20:05
116. @ at.engel Heute, #60

Danke für Ihren sehr guten Beitrag zum Thema!

Alles ist eben eine Frage des vorgegebenen, nicht groß erweiterbaren Raumes und einer Spezies, die meint, dass alles, und vor allem ihr eigenes Wachstum völlig grenzenlos sei.

Und das Thema Behinderte, ältere Leute, nicht so fitte Menschen etc. wird mal ganz außen vor gelassen (außer von dem einen oder anderen Foristen hier, der selber betroffen ist und das hier mal zaghaft am Rande anmerkt - zu recht). Aber, vielleicht wollen wir ja nur wieder zurück, wie es in einem zentralasiatischen Staat ist, in dessen Reiseführer dazu der einzige passende lapidare Satz steht: Das Leben von Behinderten findet im öffentlichen Raume nicht statt. Que vadis?

Aber egal, wir wollen ja alle so hip und zukunftsfähig sowie bio sein - und wo gehobelt wird, da fallen halt auch mal ein paar Späne.

ÖPNV, ÖPNV? War da mal nicht etwas? Ach ja, das sind die oft versifften, übervollen (bei einem Tiertransport würden sofort tausende Tierschutzgegner Ammok laufen, wenn man Tiere so einpferchen würde - bei Menschen? Null-Problemo !) komme ich heute, komme ich morgen- Fahrzeuge, die mal jeder - so er einen ausreichend gültigen Fahrschein hat (für oft viel Geld) besteigen darf, um dann am Ende des Weges (Endstation) ausgekübelt zu werden und dann heißt das Motto: He, früher sind wir von Sibirien bis zum Westen gelaufen, so weit die Füße tragen.

Und weil wir ja alle so fortschrittlich sind, die Großstädte wieder (ohne Individualverkehr) lebenswert machen wollen (und am besten auch ohne nur einen zusätzlichen Cent in den ÖPNV zu stecken; kostet ja eh nur viel Geld und die „Hoffnungslosen“, die dieses Zeug nutzen – nutzen müssen – he, das juckt uns neureiche Hipster doch nicht), wird gleich das Kinde mit dem Bad ausgeschüttet.

Und wenn kein Mensch mehr von den Rändern einer Großstadt oder ein bissl entfernter mit dem Auto mehr reinfahren darf (außer die vielen Millionen Tesla-Fahrer, weil die haben ja die fette Kohle und fahren saubere Fahrzeuge, die gar keine Emissionen ausstoßen – nirgendwo) und man am Besten auch einen Verbot von Fahrzeugen (nur mit Verbrenner) für die Anwohner erlässt, dann sind die Städte wieder schön lebenswert – nicht mehr ganz so überfüllt (weil der ganze Pöbel ja draußen bleibt). Und die paar zigtausende, die dann dank strenger Verbote wieder zurück in die Städte ziehen, sind sehr willkommen, beugen sie doch einer Verödung der Städte bei.

Habe ich das tolle Zukunstkonzept, für das hier entschieden votiert wird, so in etwa richtig verstanden?

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JensHellmann 31.08.2019, 20:06
117. Naja

Das Geschrei der Autofahrer-Fraktion war zu erwarten. Das muss man nicht ernst nehmen. Es ist ja ein gesellschaftlicher Lernprozess, der geht eben nicht von heute auf morgen. Wenn mir als Fahrradfahrer von einem Autofahrer im täglichen Verkehr meine Rechte streitig gemacht werden, dann sitzt mit schöner Regelmäßigkeit einer der üblichen Verdächtigen hinter dem Steuer. Das ist einmal die Abteilung der mit ihrem erhöhten Testosteronspiegel nicht wohin wissenden Jungmänner im bildungsfernen Zustand, gerne auch vom Land bei einem Ausflug in die Stadt, und dann die Abteilung der 70 und aufwärtsjährigen, die den Altersstarrsinn als späte Lebensqualität für sich kultiviert haben. Beide Gruppen sind hoffnungslos beratungsresistent. Das macht aber nichts, denn diese beiden Gruppen sind in der Minderheit und durchaus noch in der Lage, mit offenem Mund und debilem Gesichtsausdruck zu erfahren, wie leicht es ist, ihrem Außenspiegel eine alternative Formgebung zu verpassen. Ein "ich mach dich tot!"- Hinterhergeschrei der ersten Gruppe bleibt regelmäßig ohne Folgen, der Unflexibilität ihrer automobilen Dreckschleudern geschuldet, da ist man als Fahrradfahrer schon längst über alle Berge. Ich fände es schade, wenn diese beiden Abteilungen nicht mehr auf der Straße anzutreffen wären, denn schließlich will man als Fahrradfahrer auch ab und zu etwas Spaß haben im alltäglichen Verkehr.

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Barfüsser 31.08.2019, 20:07
118. Schön für Sie,

Zitat von EiligeIntuition
ich bin bereits alt, besitze ein funktionstüchtiges Auto, das ich in den letzten zweieinhalb Jahren nur eine halbe Tankfüllung weit gefahren habe, wie die meisten meiner FreundInnen und Bekannten, weil es mit dem Rad viel einfacher, schneller, bequemer, günstiger und gesünder geht. In die Stadt und auch ins weite Umland.
dass Sie im Gegensatz zu mir noch Fahrrad fahren können. Ich kann es us gesundheitlichen Gründen nicht mehr, obwohl ich früher sehr viel mit dem Rad gefahren bin.
Dann hoffen Sie einmal, dass Sie noch lange den Drahtesel benutzen können.
Immer wieder lustig, wie wenig Menschen über den eigenen Tellerrand scheuen können und von sich ausgehend der Meinung sind, dass es anderen gleich geht.

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urmel_99 31.08.2019, 20:15
119.

Zitat von herm16
Stadt um zu flankieren. Unter der Woche bin ich arbeiten. Wenn ich was kaufe, entweder im Internet, oder in kleinen Städten in meiner Nähe. Mich wundert aber, warum ein Stadtbewohner ein Auto braucht, ist doch alles in seiner Umgebung. Ich erlebe das jeden Tag hier auf der Alb. Wir werden überrannt von Autos aus Stuttgart, Esslingen. Die Heuchler schreien vom Feinstaub,, aber gerne fährt man schon weg
Tja, das sind genau die Hipster aus den autofreien Zonen. Bevor die einen Fernseher einen Kilometer aus dem Fachgeschäft mit dem Lasten-Fahrrad transportieren, mobilisieren sie lieber wieder ihr SUV um 40 Km (einfache Strecke) auf die grüne Wiese zu fahren - direkt vor die Tür des Elektrogroßmarktes. Dort ist der Fernseher 20 Euro billiger (natürlich hat man sich vorher im Fachmarkt ausführlich beraten lassen) und außerdem ist ja alles für das Klima...

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