Forum: Auto
Autogramm Mercedes GLC F-Cell: Der frisst Kilometer wie ein Diesel
Christoph M. Schwarzer

Der Mercedes GLC F-Cell ist das erste Wasserstoffauto aus deutscher Serienproduktion. Der Wagen ist selbst für Elektroautofans eine Wohltat - und hat doch einen wichtigen Mangel.

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chrismuc2011 15.04.2019, 09:33
80.

Tankinhalt: Ich denke, der Tankinhalt wird bei Autos, die von vorneherein für den Betrieb von Wasserstoff ausgelegt sind, größer sein. Der Mercedes basiert auf einem Verbrennerauto. Ich weiss nicht wie die Form des Tanks aussieht, ich denke mal er wird eher rund sein bei den herrschenden Drücken. Und ein Medizinball passt halt schlecht in ein bestehendes Autokonzept.
Effizienz: Es mag ja sein, dass die Effizienz im Moment und vielleicht auch in Zukunft bei der Brennstoffzelle schlechter ist als der reine Elektroantrieb. Aber er lässt sich deutlich billiger speichern als Elektroenergie ( wenn man davon ausgeht, dass die Energie zentral gespeichert wird). Er lässt sich rein aus Wind- und Solarenergie herstellen, bei Energie überschuß in der NAcht bei Windkraftanlagen eben gut speichern, der ansonsten nicht gebraucht wird. Wenn ein Elektroauto an das Kabel geht, ist es in den seltensten Fällen nachts am Kabel, weil man leider von einem Mietshaus kein Kabel vom Hinterhaus auf die Straße legen kann, wo das Auto auch noch 100m weiter parkt. Also müssen für Millionen von Elektroautos neue Energiequellen erschlosssen werden, um den Bedarf zu decken, es müssen Trassen verlegt werden und viele Millionen Kilometer Kabel zu den Ladestationen. Letztendlich müssten fast alle Leitungen unter der Erde neu verlegt werden, wenn zunehmend schnellere Ladezeiten gefordert werden und mehr Ladestationen ( z.B: Laternen).
Investitionen in Infrastruktur: Hier kommt ein für insbesondere Deutschland wichtiger Punkt: Die Investitionen für ein H2 Netzwerk von Tanksäulen und Transport lässt sich von Unternehmen finanzieren. Dankbar werden die Ölfirmen wie Mobil, BP, Shell, Esso etc. dafür sorgen, dass an den bisherigen Tankstellen H2 verfügbar sein wird. Dankbar wird die Speditionsindustrie mit Ihren Litauischen LKW Fahrern sein, wenn sie den H2 Treibstoff surch die Lande transportieren dürfen. Ebenso wird sich die Bahn freuen, die Reedereien, die H2 von der Sahara oder den Golfstaaten nach Europa bringen dürfen. Nicht zuletzt, wie ein Forist schon erwähnt hat, die Golfstaaten werden sich freuen, die schier endlos scheinende Sonne nun ertragreich als Erssatz für versiegende Ölquellen nutzen zu können. Nur Trump wird sich nicht freuen.
H2 ermöglicht es, dass man keine Stromtrassen von Nord nach SÜd legen muss, was sich Jahrzehntelang in Deutschland verzögern würde wegen Anwohnerprotesten, geschützter Frösche und genehmigungsträgen Behörden. Und der Steuerzahler muss nicht bluten, sondern nur der Verbraucher. Ein wichtiger Unterschied. Den es bedarf keiner Subventionen.
Einzige Frage, die sich mir noch stellt, der nicht im Artikel erwähnt wurde: Wie hat man die Diffusion des H2 in den Griff bekommen?

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rmknust 15.04.2019, 09:42
81. H2 Ineffizienz ist bekannt, aber nicht relevant...

Zitat von jim.panse
Ihnen scheint nicht bewusst zu sein dass dieses „geniale“ Auto für 100km Wasserstoff für 85kWh Strom benötigt. Das ist nicht nur sauteuer das ist seit ineffizient im Quadrat. Und das Schlimme es ist seit 30 Jahren nahezu gleich geblieben. Das ist der Hauptgrund warum sich die Brennstoffzelle niemals durchsetzen wird.
...da es ja bald E-Strom im Überfluß gibt, vor allem aber H2 ja nicht in D produziert werden muß, sondern dort, wo die Sonne 24Std/365T knallt, und dann mit H2 Tankern oder Pipelines in die EU...lieber den E-Strom ineffizient vergeigen, als sich von wenigen E-Batterie-Rohstoff-Ländern mit fragwürdigsten Regenten und obskuren Arbeitsbedingungen abhängig zu machen. Wo sollen die Materialien für all die Batterien herkommen??? Und für LKW, Schiffahrt u.a. geht E schon mal gar nicht...wie gesagt, urbane "Roller&PKW"-Lösung ja, nicht mehr und nicht weniger. Im Übrigen: der normale Diesel mit state-of-the-art Abgasreinigung wird über lange Zeit unschlagbar bleiben, paßt ja aber auch nicht für die Öko-Extremisten, die am liebsten in dieser Minute jeden Verbrenner stillegen würden, und damit die Welt. Apropos Welt: das eigentlich Problem ist die unkontrolliert galoppierende Bevölkerungsentwicklung in Afrika und Asien (ein Segen, daß die Chinesen wenigstens nicht mehr werden, derzeit). Hier ist die Ur-Ur-Ursache aller Umweltprobleme; da sollten UNO, DUH usw. mal ansetzen.

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Neustädter_02 15.04.2019, 09:44
82. Na...

Zitat von karlo1952
bekommt man den Eindruck, dass die meisten Foristen ausgewiesene Kfz-Ingenieure sind, die Automobilindurstrie aber offensichtlich die dümmsten davon eingestellt hat.
Das ist doch bei anderen Themen nicht anders. Im Forum tummeln sich die besten Trainer, die qualifiziertesten Wirtschaftsfachleute, die ausgewiesenen Brexit-Experten, die besten Politiker und die kritischsten Köpfe. Laut den Herren Dunning und Kruger kann das auch gar nicht anders sein!

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rabode 15.04.2019, 09:46
83. Wer sagt denn....

Zitat von jim.panse
1,6kg H2/100km! Die meisten wissen gar nicht was das bedeutet. Für 1kg H2 werden 55kWh Strom benötigt. Der Mercedes benötigt für 100km 85kWh Strom also den ganzen Akku eines Model S! Ich verbrauche im Schnitt im Jahr knapp 13kWh/100km. Mit 85kWh käme ich 500-600km weit. Und 100km kosten beim Mercedes dann über 25€. Die Brennstoffzelle erweist sich immer mehr als ungeeignet. Ineffizient ist ja schon fast ein Euphemismus. Verschwendung trifft es besser und das sind 9600€ Leasingkosten im Jahr noch nicht mal drin. Aber Danke SPON für den Artikel. Einmal mal mehr wird deutlich das BEV ist alternativlos und nicht mehr aufzuhalten.
das Wasserstoff unbedingt mittels Strom gewonnen werden muss. Es gibt durchaus Alternativen. Eine wäre es aus Erdgas zu gewinnen. Der Wirkungsgrad der Gewinnung liegt bei 99,9% und es entsteht nebenbei nur Aktivkohle.
Man darf nicht immer so kurz denken.

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Schneiderhahn 15.04.2019, 09:48
84. Verbrauch

Zitat von jim.panse
Und der Verbrauch mit 1,6kg war also geschönt? Wie waren die Wetterbedingungen als Sie fuhren? Ich nehme an es sind eher 2kg H2 und dann sind wir laut Cleanenergy schon bei 110kWh/100km nur für die H2 Erzeugung. Das wird ja immer schlimmer! Und 250km Reichweite kann mein Ioniq auch. Und beim laden bin ich nur auf Strecke dabei. Sonst mache in der Zeit was anderes.
Da sind wir wieder beim Äpfel und Birnen Vergleich. Wenn man den F-cell so fährt, wie Sie Ihren Ioniq, verbraucht er wahrscheinlich nur 1kg/100 km.

Was der unsinnige Verbrauchswert mit der H2-Erzeugung soll, verstehe ich auch nicht. Das ist doch nur hypothetisch. Es gibt derzeit keine Preisbildung für Wasserstoff, und auch keine Produktion als "Antriebsmittel". Dementsprechend könnte man auch ausrechnen, dass der Verbrauch bei 0kWh/100km liegt, da ja Wasserstoff bei einigen industriellen Prozessen als Nebenprodukt anfällt und meistens abgefackelt wird.

Den Vorteil mit dem schnellen Tanken wollen Sie anscheinend auch nicht verstehen. Das ist nun mal derzeit der einzige Vorteil von einem Wasserstofffahreug, denn wirtschaftlich ist es (noch) nicht (kann ja vielleicht noch kommen). Eine ganz normal Strecke von >300km ist kein Problem, denn ich kann ja schnell tanken, während die BEVs warten und warten und warten...

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escherischiacoli 15.04.2019, 09:51
85. Mehrgleisiger Denken

Windkraft hat den Nachteil, nicht gleichmässig einspeisen zu können. Man kann doch in Zeiten der Überproduktion stattdessen Wasserstoff und Sauerstoff erzeugen, der dann wieder als Brennstoff zur Verfügung steht. Wenn alle Autos und LKW rein elektrisch mit Batterie unterwegs sind, wird es mit dem Lithium schwierig und umweltmässig sicher ein Disaster. Die Brennstoffzelle wird sicher einen grossen Teil der Mobilität auffangen, sauberer gehts kaum noch. Und hat auch nix mit unseren Rüstungsausgaben zu tun, wie anfangs angemerkt wurde.

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theuwe 15.04.2019, 09:57
86. Politik muss Weichen stellen!

Wasserstoff-/Brennstoffzellenfahrzeugen gehört ganz eindeutig die Zukunft. Daimler hat schon in den 80er Jahren mit der Forschung begonnen und sollte über viel know how verfügen. Allerdings ist der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur extrem aufwändig und teuer. Hier bedarf es einer gewaltigen Anstrengung, die nur durch eine politische Entscheidung mittelfristig zu bewältigen ist. Eigentlich sollte es eine EU-Weichenstellung sein und entsprechende Budgets müssen gesichert werden. Dann ist die Brennstoffzelle DIE wirkliche Hightech-Alternative für die Zukunft und Elektroantriebe mit Akkuspeichern bleiben Übergangs- bzw Nischentechnologie. Bei der Schaffung einer Wasserstoff-Infrastruktur könnten auch die Mineralölkonzerne eine Schlüsselrolle spielen, wenn sie sich für die "post-fossile" Ära rüsten wollen.

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s.l.bln 15.04.2019, 09:59
87. Wie Stückzahl...

Zitat von nisse1970
Genau das, was D. im Bereich Elektromobilität braucht. Aber wtf kann man dieses Auto nur mieten (im Artikel steht leasen. Aber wenn ich das MB Konzept richtig verstanden habe, soll der F-Cell ausschließlich vermietet werden, ohne die Möglichkeit es jemals zu erwerben)???
...und Vertriebskonzept nahelegen, sind das eher Feldversuche und nicht der standardmäßige Vertrieb einer neuen Fahrzeuggattung.
Derzeit konkurrieren im Wesentlichen drei Energiekonzepte um den Antrieb im KFZ und so sehr das die E-Auto Fraktion schmerzt, noch wollen die Leute mehrheitlich den Verbrenner behalten, bis Nutzungskomfort, Preis und Infrastruktur konkurrenzfähig sind.
Spannend wird die Frage, was unter den E-Konzepten sich durchsetzt, denn man wird keine zwei alternativen Infrastrukturen komplett aufbauen.
Hier hätte Wasserstoff den Vorteil, daß das bereits vorhandene Tankstellennetz schrittweise umgerüstet werden könnte. Dafür ist der Energiebedarf dramatisch höher.
Ein zentrales Problem bleibt beiden aber erhalten: die Rohstoffe für die Permanentmagnete der Motoren sind nur sehr begrenzt vorhanden und die Chinesen haben weitestgehend den Daumen drauf. Von der angeblich in den Startlöchern stehenden Synthetisierung bei Siemens hört man seit 7-8 Jahren nichts mehr und deutsche Hersteller von Industrierobotik klagen seit Jahren über Rohstoffmangel.
Solange das nicht geklärt ist, bleibt die elektrische Massenmobilisierung ein Luftschloß. Im Moment ist das mangels Stückzahlen noch kein Problem, weshalb es auch nicht diskutiert wird.

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meihan 15.04.2019, 10:08
88. Warum ein SUV?

Der Feinstaub kommt ja nicht allein vom Dieselmotor, sondern auch vom Abrieb der Reifen und Bremsen. Je größer, schwerer und schneller so ein Fahrzeug ist, erzeugt es weitaus mehr Feinstaub eben durch diesen Abrieb der Reifen und (jedoch weniger als mit verbrennungsmotor) Bremsen. Warum müssen diese E-Fahrzeuge immer so groß, schnell und leistungsmäßig überdimensioniert sein?!? Dann zu dem Nachteil der Tankmöglichkeit mit Wasserstoff: Als die ersten Verbrennungsmotoren "am Laufen" waren, musste man das Benzin noch in der Apotheke kaufen! Je mehr Fahrzeuge auf den Markt kommen, umso billiger wird dann die Infrastruktur . Die Masse machts! Auch die Umrüstung/Erweiterung herkömmlicher Tankstellen wird einfacher sein, als Ladestationen mit ausreichender Kapazität für die E-Fahrzeuge zu Verfügung zu stellen.

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Gerd@Bundestag.de 15.04.2019, 10:08
89. Danke für das offene Wort

Zitat von jim.panse
Nicht ganz. Der Account ist der meines Kollegen. Wir testen damit sagen wir mal ab und an die Fairness der Moderation. Das ist schon wichtig sonst kann keine vernünftige Diskussion stattfinden.
Mit Hilfe ...ihres Kollegentesten Sie die Fairness der Moderation? Klingt ja schon nach einem professionellem Umfeld: In wessen Auftrag handeln Sie?

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