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Autonomes Fahren: Volvo übernimmt Haftung bei selbstfahrenden Autos
Volvo

Wer hat Schuld, wenn ein autonom fahrendes Auto einen Unfall baut? Bisher der Fahrer. Doch bei Volvo soll die Technik verantwortlich gemacht werden können.

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Stefan_G 09.10.2015, 12:54
50. zu #25

Zitat von jupp78
Was soll daran ein "Problem" werden? Das Fahrzeug wird das tun, was der Mensch ihm vorgibt. In dem Fall nennt sich der Mensch nur nicht Fahrer, sondern Programmierer. Der Programmierer hat lediglich einen Vorteil, er muss es nicht in Zehntelsekunden entscheiden, sondern kann sich so viel Zeit nehmen, wie er für eine ausgereifte Entscheidung benötigt.
Der Programmierer hat aber den fundamentalen Nachteil, dass er Entscheidungen und Maßnahmen definieren und implementieren muss noch bevor es die Situation gibt, in der sie dann angewendet werden.

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John.Moredread 09.10.2015, 12:56
51.

Zitat von W. v. Ockham
Ob ich das alles kann oder nicht ist unerheblich. Allerdings glaube ich in der Tat, dass ein menschlicher Fahrzeuglenker in Bezug auf die Wahrnehmung und vor allen Dingen Bewertung und Einschätzung einer Situation einem autonomes Fahrzeug (noch für längere Zeit) überlegen sein wird [...] Wie habe ich mir den Fail-Safe-Modus in einem Auto vorzustellen, falls die Sensorik teilweise ausfällt? Vollbremsung?
Also geht es auch hier nur um ihren Glauben. Sie glauben - und liegen falsch. Sehen sie sich mal die Zahlen an, wieviele Unfälle durch autonome Autos auf den Straße verursacht wurden. Das autonome Autos besser fahren ist Menschen ist unbestreitbar. Ihre gesamte Argumentation beruht aber darauf, das dem nicht so ist.

Fail-Safe ist sanftes abbremsen bis zum Stillstand; ggf. das heranfahren an den rechten Rand, sofern vorhanden. Und ja, das kann ein autonomes Auto auch, wenn die Kamera ausfällt.

Ihre Vergleiche aus der Luftfahrt sind, nebenbei bemerkt, ein wenig unpassend. Ich weiß, warum noch Piloten eingesetzt werden - reine Psychologie. Rechnen sie mir doch mal vor, wieviele Menschen ums Leben gekommen wären, wenn Flugzeuge nur noch von Maschinen gesteuert würden. Und jetzt - insbesondere unter der Betrachtung, das das gros aller Flugzeugabstürze auf einem menschlichen Fehler beruht - wieviele Unfälle es denn dann weniger wären.

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c.PAF 09.10.2015, 13:04
52.

Zitat von jupp78
Was ist, wenn ein Reifen platzt und dadurch jemand ums Leben kommt?
Kenne ich bisher nur von LKW, nicht aber beim PKW. Ich kenne auch niemanden der einen geplatzten Reifen hatte.
Ich traue mich sogar zu wetten, daß in 98% der Fälle ein Reifen garnicht geplatzt ist, sondern da diejenigen nur vollkommen schmerzfrei mit einem fast leeren Reifen gefahren sind, bis es zu einem Umfall kam.

Ich hatte in den letzten 20 Jahren 6 Reifenschäden, 1 Karkassenbruch (Reifen hat die Luft gehalten), 1x Lauffläche verloren (Reifen hat die Luft gehalten) und 4 mal Luftverlust, der mehr oder weniger früh bemerkt wurde.
Einen Unfall habe ich mal auf der Autobahn live erlebt: Auto mit fast plattem Hinterreifen überholt auf der linken Spur. 4 km weiter war er dann in der Leitplanke (zum Glück war die Autobahn fast leer), nachdem er beim Spurwechsel ins Schleudern gekommen war. Er hat dann steif und fest behauptet, es sei ihm ein Reifen "geplatzt". Nur, wo keine (fast) keine Luft mehr drin ist, kann auch nichts platzen.

Auch im Bekanntenkreis hat sich nach 2 Unfällen herausgestellt, daß der "Reifenplatzer" keiner war. Anhand der Spuren konnte man in beiden Fällen nachweisen, daß der Reifen bereits einige km nahezu ohne Luft gefahren worden war, eher es zum Unfall kam.
Reifenplatzen beim PKW gibt es evtl. in den Fällen, wo man wirklich über etwas massives drüberfährt. Aber selbst da bezweifle ich, daß der Reifen wirklich platzt, dafür haben die PKW-Reifen einfach zu wenig Druck. Allerdings wird bei einem massiven Reifenschaden die Luft relativ schnell entweichen, sodaß man doch relativ schnell reagieren sollte.

Und selbst das wird der Computer besser können als der Mensch.

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deepfritz 09.10.2015, 13:05
53.

Ich fahre auch gerne selbst Auto. Trotzdem gebe ich zu dass Computer wohl die besseren Fahrer sind. Sie werden nicht müde, sind nie betrunken oder abgelenkt.

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deepfritz 09.10.2015, 13:06
54.

Zitat von W. v. Ockham
Aber doch sicher nur, falls ich keinen Wartungstermin bei meinem Volvo-Vertragshändler für mein Auto ausgelassen habe, oder? Und mich penibel als die Anweisungen im Betriebshandbuch halte. Alle Sensoren immer schön reinige ... Spaß beiseite, inzwischen nehmen in der Luftfahrt die Unfallursachen mit ursächlicher Beteiligunge von Elektronik, Software und der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine deutlich zu. Letztes prominentes Beispiel aus dieser Reihe: der A400M. Softwarefehler,......
Das war ja auch ein Airbus. Bei denen fällt auch manchmal ein Triebwerk während des Fluges ab.

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FriedrichDehnert 09.10.2015, 13:16
55.

Zitat von W. v. Ockham
Die Frage ist nur, wer macht am Ende mehr Fehler. Der Mensch am Steuer oder der Mensch an der Tastatur?
Meiner Meinung nach schon mittelfristig: Der Mensch, denn da machen Viele den gleichen Fehler für sich erneut (wenig Lernen aus Fehlern Anderer). Hat man aber bei einem SFA mal einen Fehler entdeckt, kann er bei allen Modellen entfernt werden.

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tartarin 09.10.2015, 13:19
56. Billiger PR-GAG

Der Gesetzgeber wird die rechtlichen Grundlagen des autonomen Fahrens sowieso noch in Gesetzen und Verordnungen regeln. Vorher wird kein Fahrzeug für den autonomen Fahrbetrieb zugelassen und das kann dauern.
Es ist absehbar, dass ein Hersteller dann haftet, wenn ein Konstruktions oder Wartungsmangel vorliegt und sowohl Fahrer als auch Halter ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sind. Dies ist die ganz normale Produkthaftung, die es heute schon gibt, wenn z.B. ein Fehler an Bremsen oder Fahrwerk vorliegt. Sie erstreckt sich in Zukunft dann auch auf die autonome Fahrzeugsteuerung.
Anders sieht es bei der strafrechtlichen Verantwortung aus. Bei einem ev. tödlichen Unfall mit einem autonomen Fahrzeug würde ein Staatsanwalt in alle Richtungen wegen fahrlässiger Tötung ermitteln.
Sind wie oben Fahrer als auch Halter ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen, sind sie aus dem Schneider.
DAnn würden sich die Ermittlungen auch auf den Hersteller ausdehnen. Es würde geprüft, ob schuldhaft gehandelt wurde, z.B. Zulassungsvorschriften oder die übliche fachliche Sorgfalt missachtet wurden. Eventuell könnten dann auch Ingenieure oder Manager vor Gericht landen.
Hier liegt das eigentliche Problem: wie kann man sich juristisch wasserdicht absichern? Wieviel hunderte Einzeltests und Standardsituationen muß der Hersteller durchführen bzw. prüfen, um seiner Sorgfaltspflicht Genüge zu tun?

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lacki_starr 09.10.2015, 13:47
57. Ja,

Zitat von Stefan_G
Das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Das menschliche Auge im Zusammenspiel mit dem menschlichen Gehirn ist jeder elektronischen Bildbeurteilung haushoch (um nicht zu sagen: hochhaushoch) überlegen. Man nennt dies "Sehen und Erkennen", so etwas können Maschinen prinzipiell nicht.
besonders bei Dunkelheit (evtl. noch in Verbindung mit Regen und Gegenverkehr) und bei Nebel sind die Fähigkeiten des menschlichen Auges überragend. Erst recht im Zusammenspiel mit der nicht zu übertreffenden Reaktionsfähigkeit des Gehirns nach einer Flasche Bier. Deswegen passiert wahrscheinlich nachts so wenig auf den unbeleuchteten Landstraßen.

Und erst mal die Fähigkeit des Menschen, Geschwindigkeiten und Entfernungen abzuschätzen. Deshalb gibt's ja auch kaum Auffahrunfälle und Parkrempler.

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Stefan_G 09.10.2015, 13:48
58. zu #43

Zitat von c.PAF
Ich denke, auch dafür haben die Hersteller eine Lösung. Und wenn diese nur lautet, der Mensch übernimmt in so einer Situation das Steuer. So läuft das glaube ich gerade bei Audi. Autobahnbaustellen kann er (noch) nicht, der Fahrer wird also rechtzeitig gewarnt und übernimmt...
Mal kurz darüber nachgedacht:
Von allen denkbaren Verkehrssituationen ist "Autobahn" die banalste und "Autobahnbaustelle" die zweitbanalste.

Wie soll das System je komplexe Verkehrssituationen im Griff haben, wenn es jetzt nach x Jahren immer noch an der Zweitbanalsten scheitert?

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socke2 09.10.2015, 13:51
59.

Wenn die autonomen Fahrzeuge kommen (was ich durchaus begrüße), wie sieht es dann mit der Fahrerlaubnis der anderen Fahrzeuge aus? Mein Blick richtig sich hier besonders auf Oldtimer, die ich auch noch gerne in 20-30 Jahren fahren würde...

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