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Berliner Mobilitätsgesetz: Mehr Rechte für Radler
DPA

Bei der Planung von Verkehrswegen wird vor allem an eine Gruppe gedacht: Autofahrer. In Berlin soll ein neues Gesetz für mehr Gleichbehandlung sorgen. Weitere Bundesländer könnten folgen.

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rennflosse 28.06.2018, 16:31
1. Mit viel Herz

Mit viel Herz und ohne viel Hirn ist das Gesetz konzipiert, wenn es denn umgesetzt wird. Angesichts der Posse um die U-Bahnwagen ist das Versprechen eines ÖPNV - Ausbaues eine hohle Phrase. Dafür ist die Berliner Politik ja bekannt.
Die Radwege werden wohl das Schicksal der Busspuren teilen: zugestellt vom Lieferverkehr. Daran werden ein paar Poller auch nichts ändern. Und was die Anwohner machen, deren Parkraum jetzt durch eine Radspur zerstört wird, sagt einem auch niemand.
Soweit man es als Erfolg ansehen kann, dass Verkehrsteilnehmer gegen einander ausgespielt werden und wir uns weiter in Richtung Krieg auf den Straßen bewegen, dann ist das Gesetz ein Erfolg. Wenn die Bürger gegen einander kämpfen, dann richten sie den Fokus nicht auf ihre hochgradig inkompetente Administration.

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a.maassen 28.06.2018, 16:42
2. Super Gesetz!

Jetzt müssten Radfahrer sich nur noch in etwa an die StVO halten. Ich mein' richtige Strassenseite, nicht auf dem Gehweg, Rotlicht, Handyverbot, Richtungsanzeige beim Abbiegen, technische Ausrüstung des Fahrrades (LICHT!), Vorrang von Fußgängern. etc. pp.

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Zirias 28.06.2018, 16:51
3. Exakt die falsche Richtung,

aber das werden die Entscheider wohl nie verstehen. Radfahrer sind im Verkehr vor allem deshalb gefährdet, weil Autofahrer mit ihnen nicht rechnen. Radwege verhindern aber nicht, dass sich die Wege immer mal wieder kreuzen -- sie sorgen nur dafür, dass die Radfahrer noch mehr aus dem Bewusstsein der Autofahrer verschwinden, so dass eine Begegnung an der nächsten Abzweigung noch überraschender (und gefährlicher) wird. Das schlimmste hier ist die versprochene bauliche Trennung -- bei "Radstreifen" hat der Autoverkehr die Radfahrer wenigstens noch im Blick. Die sinnvollste Lösung wäre sehr viel simpler: Alle teilen sich eine Fahrbahn, gleichberechtigt. Den Radfahrern muss ausgetrieben werden, ganz am Rand zu kleben (1m Seitenabstand ist erlaubt und sinnvoll), dazu müssen manche lernen, dass die Verkehrsregeln auch für sie gelten, auf Fußwegen haben sie nichts zu suchen, und rote Ampeln bedeuten nunmal Halt. Die Autofahrer müssen zum Teil wieder lernen, dass zu diesen Regeln auch zählt, beim Überholen ausreichend Seitenabstand zu halten. Und dass es keine "Unverschämtheit" ist, wenn sie in der Stadt wegen eines Radfahrers eben mal ein bisschen langsamer fahren müssen.

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vetris_molaud 28.06.2018, 16:54
4.

Stellt sich nur die Frage, woher das Land Berlin das nötige Kleingeld für die Maßnamen hernehmen soll. Beim Blick in die Kasse sagt dann der zuständig Minister, Richtung Länderfinanzausgleich: wir haben kein Geld mehr, man bringe uns neues ...

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egonon 28.06.2018, 17:18
5. Leute, ich finde das grossartig.

Ich wohne zwar nicht in Berlin, steige aber gerne immer wieder vom Auto auf das Fahrrad um. Hier kann ich mich selbst verwirklichen, denn ich bin nicht mehr an Verkehrsregeln oder Rücksichtnahme gebunden und kann trotzdem so tun, als sei ich ein guter Mensch, der etwas für die Umwelt tut. Also liebe Verkehrspolitiker auf dem Lande, folgt dam Beispiel Berlins uund macht neue Schulden, um uns Kampfradlern eine schöne Spielwiese zu schenken.

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Epaminaidos 28.06.2018, 17:19
6. Dachte ich auch mal

Zitat von Zirias
Die sinnvollste Lösung wäre sehr viel simpler: Alle teilen sich eine Fahrbahn, gleichberechtigt.
Das dachte ich auch mal und bin munter auf der Fahrbahn gefahren. Denn da kam ich am besten voran. Und natürlich bin ich selbstbewusst mit ordentlich Abstand zu parkenden Autos gefahren.
Mit den Jahren ist mir bewusst geworden, dass das vielleicht etwas für junge und fitte Fahrer ist. Aber die Masse der Menschen erreicht man so nicht.
Denn niemals würde ich meinen Kindern im zarten Alter von 10 Jahren empfehlen, sich ins Getümmel auf einer Hauptstraße zu stürzen. Und meinen Eltern auch nicht. Sogar bei meiner Frau tue ich mich schwer damit.
Der beste Weg, den Anteil der Radfahrer zu erhöhen, ist eine anständige von der Fahrbahn getrennte Infrastruktur. Die Niederlande und Kopenhagen machen es vor.
Besonders eindrucksvoll ist das Beispiel von London: Die haben es erst halbherzig und ergebnislos versucht. Aber seit des dort anständige Radschnellwege gibt, steigt der Anteil der Radfahrer.

Ich selbst bin der Radelei auf der Fahrbahn auch inzwischen müde geworden. Denn ständig werde ich auf der Fahrbahn angehupt, bedrängt und durch Beifahrerfenster beschimpft. Anfangs habe ich die Fahrer munter aufgeklärt und bei den besonders hartnäckigen Fahrern auch Anzeigen geschrieben.
Inzwischen habe ich aber einfach keine Lust mehr, mich bei jedem simplen Weg von A nach B diesem Revierkampf auszusetzen. Denn ich möchte einfach nur entspannt von A nach B. Und nicht unterwegs irgendwelche Diskussionen führen oder mich beleidigen lassen.

Der einzige Weg zu mehr Radfahrern ist eine brauchbare Infrastruktur. Andere Städte haben es vorgemacht und wir sollten uns nicht einbilden, dass wir das ohne schaffen.

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Garfields Pasta 28.06.2018, 17:25
7. Radfahrer wollen überall gleich behandelt werden...

...außer bei Rot an der Ampel, dem Verbot, verkehrtherum in eine Einbahnstraße zu fahren, außer da, wo es durch Schild gestattet ist, dem Verbot, auf dem Bürgersteig zu fahren, der Pflicht, auf Radwegen zu fahren, der gegenseitigen Rücksichtnahme, der Pflicht, Fahrtrichtungsänderungen anzuzeigen, allgemeinen Benimmregeln im Straßenverkehr... aber sonst überall gleich.

Ja, ich weiß, dass es so 'ne und solche Radfahrer gibt, aber ich habe bisher kaum Autofahrer gesehen, die bei Rot über die Ampel oder auf Bürgersteigen anstatt auf der Straße gefahren sind.

Ich fahre Motorroller, nehme also auf der Straße etwa genausoviel Platz ein wie ein Radfahrer und bin auch etwa genauso ungeschützt, weil auch ohne Knautschzone. Ich kriege aber keinen separaten Fahrstreifen und Sonderrechte im Straßenverkehr. Wenn ich so fahren würde, wie viele der Radfahrer, denen ich täglich begegne, wäre ich meinen Führerschein längst los und würde ihn nach einer MPU (zu Recht) auch nicht zurückbekommen.

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grmuc 28.06.2018, 17:30
8. An die eigene Nase fassen

Zitat von a.maassen
Jetzt müssten Radfahrer sich nur noch in etwa an die StVO halten. Ich mein' richtige Strassenseite, nicht auf dem Gehweg, Rotlicht, Handyverbot, Richtungsanzeige beim Abbiegen, technische Ausrüstung des Fahrrades (LICHT!), Vorrang von Fußgängern. etc. pp.
Warum kommt eigentlich bei jedem Artikel über Radverkehr jemand um die Ecke mit dem Hinweis auf die schlechte Verkehrsmoral der Radfahrer?
"Die Hamburger Polizei wollte es genauer wissen. Einen Tag lang wurde am 21. November von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends von 148 Polizisten der Verkehr im Stadtgebiet kontrolliert. Besonderes Augenmerk galt den Rotlichtverstößen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die notorischen Rotlichtsünder sitzen hinter dem Steuer. 226 Autofahrer und 22 Radfahrer missachteten das Rotlicht. Auf zehn Kraftfahrzeuge, die bei Rot über eine Ampel fuhren, kam ein Radfahrer."
Quelle:
https://www.stern.de/auto/news/bei-rot-ueber-die-ampel--das-ist-keine-spezialitaet-von-kampfradlern-7767444.html

Oliver

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Garfields Pasta 28.06.2018, 17:44
9. Radfahrer wollen überall gleich behandelt werden...

...außer bei Rot an der Ampel, dem Verbot, verkehrtherum in eine Einbahnstraße zu fahren, außer da, wo es durch Schild gestattet ist, dem Verbot, auf dem Bürgersteig zu fahren, der Pflicht, auf Radwegen zu fahren, der gegenseitigen Rücksichtnahme, der Pflicht, Fahrtrichtungsänderungen anzuzeigen, allgemeinen Benimmregeln im Straßenverkehr... aber sonst überall gleich.

Ja, ich weiß, dass es so 'ne und solche Radfahrer gibt, aber ich habe bisher kaum Autofahrer gesehen, die bei Rot über die Ampel oder auf Bürgersteigen anstatt auf der Straße gefahren sind.

Ich fahre Motorroller, nehme also auf der Straße etwa genausoviel Platz ein wie ein Radfahrer und bin auch etwa genauso ungeschützt, weil auch ohne Knautschzone. Ich kriege aber keinen separaten Fahrstreifen und Sonderrechte im Straßenverkehr. Wenn ich so fahren würde, wie viele der Radfahrer, denen ich täglich begegne, wäre ich meinen Führerschein längst los und würde ihn nach einer MPU (zu Recht) auch nicht zurückbekommen.

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