Forum: Auto
BMW E1: Das Elektroauto, das nicht fahren durfte
BMW

Die Automobilgeschichte ist voll von irren Studien, die begeisterten und doch verschwanden. SPIEGEL ONLINE zeigt die gewagtesten Visionen. Diesmal: ein elektrischer BMW, der in einem Punkt besser war als der spätere i3.

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Sergeij 21.04.2019, 16:00
10. Zebra-Batterie und die elektrische A-Klasse...

Die AEG gehörte damals zum Daimler-Konzern und die Zebra-Batterie wurde (nach südafrikanischen Patenten) für die Elektroversion der A-Klasse entwickelt:

http://www.umweltbrief.org/pdf/Mercedes_A-class_electric_zebra.pdf

Diese erzielte mit einer 30kWh-Batterie in der Praxis eine Reichweite von ca. 220km. Der Grund für die Entwicklung (sowohl bei Daimler, als auch bei BMW und anderen Automobilfirmen wie GM oder Toyota) war die drohende Verschärfung der Umweltgesetze in Kalifornien, nach denen Hersteller, die dort Fahrzeuge verkaufen wollen, mindestens einen Anteil am Umsatz von 8% als ZEV (Zero Emission Vehicle) verkaufen müssen. Nachdem aber die Autoindustrie (unter Federführung von Daimler und GM) die Verschärfung der CARB-Gesetze auf juristischem Weg und durch Lobbyarbeit zu Fall gebracht hatte, wurden alle Elektroautoaktivitäten gestoppt. Kleiner Treppenwitz der Geschichte: Die GM-Entwicklungsingenieure, die den Antrieb des GM EV-1 konstruiert hatten, machten sich später selbstständig und bauten für Elon Musk den Antrieb für den Tesla-Roadster (und entwickelten später den Antrieb für den Tesla Model S).

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intercooler61 21.04.2019, 22:53
11. Gefällt mir

Ein praktisches & (für meinen Geschmack) ansehnliches Stadtauto.

Außenmaße und Gewicht relativ zum Platzangebot sind mit heutigen Sicherheitsstandards evtl. nicht mehr erreichbar. Aber das Design hat etwas zeitlos-funktionales (wie viele Pkw aus dieser Ära, vgl. den Sacco-Stil bei Mercedes). Das hätte BMW für den in dieser Hinsicht völlig verunglückten ii3 besser übernommen.

Oder, von mir aus, für einen zukünftigen i1?

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Hamberliner 22.04.2019, 00:55
12. Re: Mini

Zitat von baggi66
Was ist an einem Mini heute noch Mini? BMW ja aus dem Mini ein Angeberauto gemacht und somit die ursprüngliche Idee zunichte. Was haben die deutschen Hersteller in den letzten 10-20 Jahren wirklich innovatives gemacht? Nichts!
Richtig. BMW hat sich für Geld das Recht erkauft Schaden anzurichten und den Kult zu vernichten und tut das auch. Für mich wiegt eines besonders schwer: die BMW-Niederlassung Hamburg hat den ehemaligen Motorrad-Bereich geräumt und in eine Ecke gedrängt. Da, wo man als Motorradkunde früher sein Fahrzeug hingestellt hat, um es zur Inspektion bei Herrn Kummerfeld abzugeben, stehen jetzt Schilder "Mini only", und im Innern des Gebäudes muss man jetzt hinter dem Pseudo-Mini-Ekel Herrn Kummerfelds übriggebliebenen Schreibtisch lange suchen. Die Beleidigung, die BMW damit ausdrückt, scheint zu lauten: Motorrad war gestern, heute ist Mini. Schlimmer kann man seiner Kundschaft nicht in den Hintern treten.

Wenn der BMW-Vorstand intelligent wär würde er entweder zum Original-Mini zurückkehren, allenfalls vorsichtig und ohne Design-Änderungen technische Innovationen bis hin zum Elektro-Antrieb hinter dem Original-Design sorgfältig verstecken, oder eben die Markenrechte an Mini an jemanden verkaufen, in dessen Adern britisches Blut fließt und der es besser kann.

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roby1111 22.04.2019, 05:16
13. Was SPON verschweigt...

Der originale E1 Prototyp (also der elektrische!) war in der TG des damals "brand"neuen FIZ, also Forschungs und Innovationscenters der BMW in München ABGEBRANNT!

Und hätte so beinahe das FIZ gleich gründlich NEGATIV eingeweiht...
(im selben Parkhaus gab (gibt?) es auch eine (BMW-interne) Tankstelle, das hätte wirklich böse enden können...)

Nach dieser Erfahrung wurde das Konzept der Hochtemperatur-Batterie ad acta gelegt, dafür aber die Anstrengungen, eine wasserstoff-basierte Variante des Verbrenners serienreif zu bekommen verstärkt, da FEINE und GUTE Verbrenner ja BMWs Markenzeichen und Selbstverständnis WAREN.

Das Ergebnis, das im 7er der E38-Generation vorgestellt wurde, überzeugte zwar durch Laufruhe und niedrigste Abgaswerte (im Wesentlichen Wasserdampf!), aber der verwendete 12-Zylinder-Motor hatte zu viel seiner Leistung eingebüßt und die Reichweite war aufgrund der schweren Tanks, die für die Speicherung des Wasserstoff notwendig waren auf undiskutable Werte geschrumpft.

Da sich Wasserstoff großtechnisch zwar einfach erzeugen, aber NICHT verlustfrei speichern lässt und austretender Wasserstoff zum Großteil FÜR IMMER aus unserer Atmosphäre entweicht (zu leicht, um vom Schwerefeld der Erde gehalten werden zu können), war es aber letztlich gut, dass sich dieser Ansatz NICHT durchgesetzt hat.

Hoffentlich bleibt das auch so, wenn nun Daimler und Andere mit Brennstoff-Zellen-Fahrzeugen antreten, die erneut eine großtechnische Erzeugung und Speicherung / Umfüllung von Wasserstoff in nie dagewesenen Mengen erfordern würde!

Da BMW den I3 ja 2013 in Serie brachte, stimmt es auch nicht, dass 20 Jahre "untätig" vergingen, denn der I3 musste ja entwickelt und getestet werden! Insofern kann man davon ausgehen, dass sehr bald nach dem Ende des Wasserstoff-Experiments die Arbeiten am I3 (intern MCV genannt) begannen, es wurden also in den 20 Jahren 2 grundverschiedene Konzepte zur Serie gebracht (und daneben mit dem I8 noch ein Drittes!), sowie auch viele Testwägen gebaut, die zum Teil auch auf den Serienfahrzeugen der Mini-Sparte basierten.

Obwohl Mini hier in dieser Diskussion nichts zu suchen hat, eine kleine Anmerkung zu Beiträgen anderer Foristen:

Ich sehe es auch so, dass der originale Mini von BMW in mehreren Generationen ad absurdum geführt wurde, allerdings muss man auch anmerken, dass ein Wagen wie der originale Mini heute KEINE Chance mehr auf Zulassung hätte!

Ein gewisses "Aufblasen" war also notwendig, um heutige Ansprüche an Crash-Sicherheit, Fahrsicherheit und auch Innenraum sicher zu stellen, aber das wäre mit der ersten Generation des "neuen" Mini zweifelsohne bereits erreicht gewesen. Alles danach sehe ich als Perversion an! Und auch diese erste neue Generation hätte man noch etwas intelligenter und "kleiner" gestalten können, allerdings sah man wohl keinen Markt dafür!

Zu dem Foristen, der im Daihatsu Cuore das Maß aller Dinge sieht:

Der Verbrauch eines Wagen orientiert sich nicht nur an seiner Größe, sondern auch an Gewicht, CW-Wert und Stirnfläche, d.h. man kann auch größere Fahrzeuge sehr sparsam auslegen, wobei richtigerweise ein langer Wagen "Kombi" hier Vorzüge hat.

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Flyke 22.04.2019, 07:48
14. Range extender vs plug in Hybrid

Dem i3 und E1 lagen völlig unterschiedliche Antriebskonzepte zugrunde.
Der Unterschied zwischen einem Range-extender (i3) und Plug-in-Hybrid ist der rein eletrische _Antrieb_ beim i3. Im Gegensatz zum Plug-in-Hybrid ist die Verbrennungsmaschine ist an einen Generator gekoppelt, um elektrische Energie für die Elektromaschine(n) bereitzustellen. Es fehlt der komplette mechanische Antriebsstrang (Kupplung, Getriebe, Differnzial, Antriebswellen).

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10kwh 22.04.2019, 10:04
15. Ähm ...

Wieso kommt der E1 mit einer 19KWh Batterie 265km weit und der i3 mit einer 22KWh nur 190km?? Das hat doch etwas mit dem Verbrauch und nicht mit der Batterietechnologie zu tun ...

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three-horses 22.04.2019, 11:38
16. Gut und böse.

Zitat von Sergeij
Die AEG gehörte damals zum Daimler-Konzern und die Zebra-Batterie wurde (nach südafrikanischen Patenten) für die Elektroversion der A-Klasse entwickelt: http://www.umweltbrief.org/pdf/Mercedes_A-class_electric_zebra.pdf Diese erzielte mit einer 30kWh-Batterie in der Praxis eine Reichweite von ca. 220km. Der Grund für die Entwicklung (sowohl bei Daimler, als auch bei BMW und anderen Automobilfirmen wie GM oder Toyota) war die drohende Verschärfung der Umweltgesetze in Kalifornien, nach denen Hersteller, die dort Fahrzeuge verkaufen wollen, mindestens einen Anteil am Umsatz von 8% als ZEV (Zero Emission Vehicle) verkaufen müssen. Nachdem aber die Autoindustrie (unter Federführung von Daimler und GM) die Verschärfung der CARB-Gesetze auf juristischem Weg und durch Lobbyarbeit zu Fall gebracht hatte, wurden alle Elektroautoaktivitäten gestoppt. Kleiner Treppenwitz der Geschichte: Die GM-Entwicklungsingenieure, die den Antrieb des GM EV-1 konstruiert hatten, machten sich später selbstständig und bauten für Elon Musk den Antrieb für den Tesla-Roadster (und entwickelten später den Antrieb für den Tesla Model S).
Die Zebra Battery ist einfach zu teuer 600 zu 100 Euro eine Blei Battery und Leistung je eine kWh. Wegen den 300 Grad notwendige Betriebstemperatur nur für Vehikel in 24/7 Betrieb von Sinne oder Stationär als Zwischenspeicher. Schade eigentlich und keine Ahnung warum so teuer. Die Komponenten machen nicht der Preis.

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three-horses 22.04.2019, 11:45
17. Technik, alles nur Technik.

Zitat von 10kwh
Wieso kommt der E1 mit einer 19KWh Batterie 265km weit und der i3 mit einer 22KWh nur 190km?? Das hat doch etwas mit dem Verbrauch und nicht mit der Batterietechnologie zu tun ...
Die BT der Zebra Battery von 300 Grad machte der Einbau eine Dampfmaschine möglich. Bei Regen dürfte man damit eigentlich ewig fahren.

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berno_h 22.04.2019, 12:21
18. grösse mißt sich nicht in cm

die eigentliche verwunderung ist nicht dem e-antrieb der studie geschuldet, sondern der grösse und gewicht des autos. premium darf und kann in zukunft nicht gross und schwer bedeuten. das ist das problem der deutschen autobauer. noch immer wagen sie sich nicht an kleinwagen, die für den individuellen personenverkehr in den kommenden zeiten des klimawandels und der ressourcenknappheit noch tragbar sein werden. hierfür wurden in der vergangenheit zwar laufende konzepte aufgekauft und/oder versteckt gelabelt. doch wo blieb z.b. der 1 liter vw? was wir bekamen war der phaeton, ein total überflüssiger pseudo-audi. und die vorzeige-elektroautos waren entweder langweilige alte konzepte mit neuem antrieb (e-golf) - viel zu teuer - oder aber extrem hässliche, bewusst extrovertiert gestaltete fahrende farbverirrungen, um imagewirkam aufzufallen, siehe bmw.

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rdiess 22.04.2019, 15:24
19.

Zitat von Off the records
Gibt's den auch in schön?
Und ich dachte immer, Autos müssen einen Nutzwert haben. Ansonsten sieht das Auto aus wie ein BMW - nur ohne die aktuell scheinbar unverzichtbare große Fr...se. Die finde ich wiederum nicht schön.

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