Forum: Auto
Branchentrend: Kleine Autos, große Probleme
Opel

Eigentlich müsste die Autobranche vor allem kleine Fahrzeuge produzieren, um ihren CO2-Ausstoß zu senken. Tatsächlich aber ist diese Gattung vom Aussterben bedroht. Retten kann sie wohl nur ein radikaler Strategiewechsel.

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Yorch 07.10.2019, 05:19
1. Es liegt einfach daran: Kleinwagen kosten in der Produktion so viel...

...wie große Autos.
Die Roboter, die einen Kleinwagen bauen, kosten genausoviel wie die, die einen SUV bauen. Die Entwicklungsleistung kostet auch bei beiden genau so viel, wenn beide das gleiche können sollen ( Also gleich gute Abgasreinigung, Startstop-System, ABS, Airbags, etc pp.)
Es wird nur etwas Blech gespart, was vielleicht 2-3% des Autopreises ausmacht.
Der Konsument hingegen meint, nur weil an einem Auto 50% weniger Blech sind, wäre es auch halb so teuer.
Aber wie gesagt, die Materialkosten machen nur einen klein Teil aus, den größten Teil machen die Fertigungs-und Entwicklungskosten aus, und die sind quasi gleich. Also baut der Autobauer am liebsten möglichst große Autos, weil sich die am teuersten verkaufen lassen. ( Verkäufer: Da bekommen sie mehr Auto fürs Geld :-) )

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eunegin 07.10.2019, 05:29
2. Mehr Ego, mehr PS statt mehr Hirn und weniger Verbrauch

Autos könnten grundsätzlich weniger verbrauchen. Doch anstatt die Motoren bei ähnlicher PS-Leistung verbrauchsärmer zu machen, ist doch das Ziel seit 20 Jahren den Verbrauch gleich zu halten und mehr PS herauszuholen. Nebeneffekt: Proleten rasen durch die Innenstädte. Wie hier in Berlin (schnelle und laute Beschleunigung auf 80 in der 30er-Zone vor meiner Wohnung ist keine Seltenheit). In Ballungsräumen retten man das Klima sowieso eher mit dem SUV oder anderen 250+PS Boliden auf der Fahrt zum Bio-Supermarkt.

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issodu 07.10.2019, 06:21
3. Ganz einfach

Eine Zulassung als Privatfahrzeug erhält ein Fahrzeugtyp nur noch, wenn es weniger als 1200 kg Leergewicht hat, schmaler als 1,7 m ist, kürzer als 4 m und die Motorleistung geringer als 90 Ps. Dann hat sich das alles auch mit dem SUV-Wahn erledigt.

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MartinHa 07.10.2019, 06:35
4. Elektroautos nicht erwähnt?

Gerade für Kleinwagen, die nur im nahereich benutzt werden, sind doch Elektroautos ideal. Benötigen auch keine große Batterie und sollten somit günstig hergestellt werden können. Macht VW ja auch mit dem jetzt kommenden neuen e-Up, Citigo-e und e-Mii. Ab ca. 15.000 Euro sind diese neu zu haben, und sind, wenn man die laufenden Kosten einrechnet, nicht mehr wirklich teuer als die vergleichbar ausgestatteten Benziner.

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xbpv060 07.10.2019, 06:39
5. Welchen Unterwchied

Welchen Unterschied im Hinblick auf Klimaschutz soll es denn machen ob paar Autos 5l/100km oder 10l/100km verbrauchen. Also übertreibt ihr es wirklich. Vielleicht will keiner diese Möhren fahren und zum Glück darf das jeder selbst entscheiden welches Auto er fährt. Zumal hier wirklich über Themen diskutiert wird die global völlig irrelevant sind.

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rgw_ch 07.10.2019, 06:45
6. Der Kunde ist Schuld?

Ich denke, der Kunde wird aus Gewinnmargen-Gründen aus dem Segment gedrückt. Ich war mehr als zwei Jahrzehnte lang treuer Opel-Corsa-Käufer und ärgerte mich bei jedem Modellwechsel darüber, dass der Neue teurer, grösser und schwerer war, bis ich dann halt notgedrungen die Marke wechselte, um wieder an einen Kleinwagen zu kommen. Seither habe ich nie mehr einen Opel gekauft. Als Markenbindungsmassnahme wäre die Strategie des "Erwachsenwerdens" von Kleinwagen, wie es Autotester (auch im Spiegel) immer gern euphemistisch formulieren, somit ziemlich ungeeignet.

Und die Sache mit dem Flotten-CO2-Ausstoss habe entweder ich oder Sie falsch verstanden. Ich dachte, der Durchschnittsausstoss aller Fahrzeuge eines Herstellers müsse unterhalb eines bestimmten Grenzwerts bleiben (daher bringen ja so viele Hersteller Elektroautos auf den Markt). Sie formulieren es so, als passe der Gesetzgeber den Grenzwert laufend an den realen Flottenausstoss jedes Herstellers an. Ist das wirklich so?

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MichaelJackson 07.10.2019, 06:49
7.

wenn man sieht wie bei den deutschen Autobauern (hier z.b. BMW: X7, X8 oder auch ein Elektrofahrzeug auf 7er-Basis) der Größenwahn Einzug erhält, kann man nur den Kopf schütteln.
Auch wenn diese Fahrzeuge hauptsächlich für den amerikanischen und chinesischen Markt gedacht sind, so könnte man durchaus meinen das CO2-Problem gäbe es da nicht...
Auch wenn diese Märkte großvolumige Fahrzeuge weiterhin fordern, so wäre es gerade an den Führenden Herstellern, ein Zeichen zu setzen und diesen Wahnsinn nicht weiter zu unterstützen.
Aber, sorry, das werden wir nicht mehr erleben.
So lange die Autoindustrie nur auf Gewinnmaximierung aus ist, wird sich das nicht ändern.
Hier müssten staatliche Regularien her, was angesichts des obigen Artikels(Bundesregierung schwächst Klimaschutz ziele ab) blanker Hohn wäre...

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radioactiveman80 07.10.2019, 06:51
8. Wenn PSA hier als Positivbeispiel

für sinkende Herstellungskosten erwähnt ist, wundert es einen schon warum der neue Corsa in der Basis-Benzinvariante unter 15k kostet, als E-Corsa aber glatt das Doppelte. Das ist der Grund warum E-Mobilität nicht abgenommen wird. Sie ist vor allem in der Anschaffung einfach zu teuer. Ein kompletter Erlass der Mwst beim Kauf plus E-Prämie, das wäre ein Anreiz.

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m_e_m 07.10.2019, 06:58
9. Tendenziöse Kommentare schaden diesem Thema ...

... ja ... es gibt einige Gründe für ein Auto in der Stadt.
Was soll da dieser bescheuerte Seitenhieb in Klammern - wenn es denn sein muss.
Und nein - ich bin kein Autofanatiker - ich fahre seit über 35 Jahren so weit möglich per Fahrrad!
Dennoch ärgert mich dieses gedankenlose SUV und Autobashing von Menschen/Generationen, die bislang mit Hurra Kreuzfahrten, Ferienflüge usw. unternommen haben.
Wir müssen nun nicht alles ins Gegenteil verkehren. Wenn ich mir den Anteil Deutschlands an den weltweiten CO2 Emissionen ansehe, dann ist deutlich zu lesen, dass es keine schnellen Überreaktionen braucht sondern kontinuiierliche globale Anstrengungen.
Wir sehen die Auswirkungen moderner Zivilisation - wie seit Jahrzehnten angekündigt. Packen wir es lieber mit Elan an, beginnen jeder bei uns selbst als permanent den Zeigefinger gegen andere zu wedeln...

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