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Bundesautobahngesellschaft: Verkehrsminister wehren sich gegen "Mammutbehörde"
Corbis

Der Bund könnte die Gründung einer Bundesautobahngesellschaft vorantreiben. Mehrere Verkehrsminister der Länder stellen sich dagegen - auch aus Furcht vor privaten Investoren beim Fernstraßenbau.

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ernstrobert 27.01.2016, 21:21
20. Beispiel Frankreich

Zitat von dr.u.
Tolle Sache, so eine "Infrastrukturbehörde des Bundes"; wenn man es richtig macht. Sinnvollerweise sollten alle Infrastrukturaufgaben (Autobahnen, Schienennetz, Hochspannungsnetz, Glaserfasernetz) in eine Non-Profit-Bundesgesellschaft gebündelt werden.
Dafür fehlen bisher ganz klar die gesetzlichen Grundlagen. Dem Bund sind die Hände gebunden.
Die Landesherren machen gerade was sie wollen, meistens gegeneinander und ohne Sinn und Verstand für das Ganze.
Man vergleiche mal die Straßen mit Frankreich, dort wird mit weniger Geld mehr erreicht - und selbst die Autobahngebühr wird gezahlt, na ja, notgedrungen, aber wenigstens kann man stressfreier fahren und bekommt appetitliche Raststätten geboten. Selbst auf ParKplätzen gibtb es gebührenfreie WCs in sauberem Zustand.

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ernstrobert 27.01.2016, 21:30
21. eindeutig besser

Zitat von dr.u.
Im Falle von privatwirtschaftlich unterhaltenen Autobahabschnitten könnte ich mir z.B. vorstellen, dass auf Streckenabschnitten, die eine Baustelle oder ein Tempolimit aufgrund von verschlechtertem Fahrbahnzustand beinhalten (dafür wäre dann ja weiterhin eine Straßenverkehrsbehörde zuständig) nicht bemautet werden dürfen bzw. der Streckenbetreiber für die Dauer der Einschränkung keine Einnahmen aus der Maut des betroffenen Streckenabschnitts bekommt.
Komischerweise bewähren sich privat bewirtschaftete Autobahnabschnitte, sie erweisen sich für den Steuerzahler als Gewinn. Offenbar lassen sich Private von Privaten nicht so leicht über den Tisch ziehen. Außerdem haben sie im Bauwesen mehr Erfahrung, machen strengere (und vor allen Dingen: gezieltere) Kontrollen der Ausführungsqualität und wissen worauf es ankommt (vgl. 'Betonkrebs').
Bei kompetenter Überwachung durch den Bund (s.o.) eindeutig zu bevorzugen, auf einmal halten die Fahrbahndecken doppelt so lange und die Zahl lähmender Baustellen nimmt ab.

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nurEinGast 27.01.2016, 21:56
22.

sollten die Autobahnen privatisiert werden, würde das eindeutige wirtschaftliche Nachteile generieren. Denn dann würden sich viele Pendler überlegen, ob die Fahrerei noch Sinn macht oder ob es nicht besser ist ALG2-Bezieher zu werden.

So würde einerseits die Verarmung der Bevölkerung vorangetrieben werden (inkl. Rentenarmut), die Verödung bestimmter Regionen Deutschlands sowie eine strukturelle Disharmonie.

Die Folgen dürften wohl weitaus heftiger werden als die 2,50 euro, die man beim grundgesetzwidrigen Verhökern der Autobahnen an die Bauspezies verdient.

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wastl300 27.01.2016, 22:09
23. Nichts Wissen macht auch nichts

Zitat von sw-grisu
Die Unfähigkeit (nicht nur) beim Autobahnbau haben die Behörden zur genüge unter Beweis gestellt. Dass es, privat finanziert und organisiert, deutlich besser geht beweist uns Frankreich seit Jahrzehnten.
Was beweist Frankreich?
Franzosen fahren auf den parallelen Landstraßen und durch die Dörfer. Nur Industriegeförderte Autos und Gelegenheitsfahrer, welchen es egal ist mal €350.- von Nord nach Süd zu zahlen, benutzen die Autobahnen. Bei der "frequenten Nutzung" sind die noch gut in Schuß.

In Österreich ist sie AsFinAG Milliardenschwer verschuldet, trotz der Pickerl.

In Italien, ...

Die Liste ist lang. Die Behörden sind nicht die Ursache von Unzulänglichkeiten. Der Sparwahn ist es. Autofahrer zahlen ein Vielfaches dessen, was der Unterhalt der Straßen kostet (Zitat: ADAC) Das Geld wird nur Zweckentfremdet eingesetzt.

Und überhaupt wollen die Privaten kein Geld verdienen (?), welches den Unterhalt noch teurer macht. Hier wird seit vielen Jahren extrem schwere Lobbyarbeit betrieben auf Kosten der Autofahrer.

Bürger wehrt euch gegen Enteignung. Denn mehr ist dieses Unterfangen nicht.

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ernstrobert 27.01.2016, 22:23
24. auf den ersten und den zweiten Blick

Zitat von nurEinGast
sollten die Autobahnen privatisiert werden, würde das eindeutige wirtschaftliche Nachteile generieren. Denn dann würden sich viele Pendler überlegen, ob die Fahrerei noch Sinn macht oder ob es nicht besser ist ALG2-Bezieher zu werden. So würde einerseits die Verarmung der Bevölkerung vorangetrieben werden (inkl. Rentenarmut), die Verödung bestimmter Regionen Deutschlands sowie eine strukturelle Disharmonie. Die Folgen dürften wohl weitaus heftiger werden als die 2,50 euro, die man beim grundgesetzwidrigen Verhökern der Autobahnen an die Bauspezies verdient.
Ihr Einwand ist erstmal sehr ernst zu nehmen. Aber er weist vielmehr auf ein grundlegendes Strukturproblem hin: nämlich, dass sich in D die Entfernungen zwischen Wohnen und Arbeiten immer mehr vergrößern. Arbeitnehmer müssen Radien bis zu 120 km in Kauf nehmen, um eine passende Arbeit zu finden. Für die Wirtschaft ideal, sie hat die volle Auswahl auf dem Arbeitsmarkt und kann Löhne diktieren.
Bei schlechterer Infrastruktur müsste sie auf die Leute zu gehen ('aufs Land'), doch es wüchse auch die Zahl der Arbeitslosen.
Eine Alternative wären besserer ÖPV, aber auch bessere Autobahnen, bzw. bessere Verkehrsplanung (die Staus vermeidet, z.B. Umgehungsstraßen usw.) um die Fahrtzeiten für Pendler zu minimieren.
Privatisierung würde denen dann tatsächlich keine Mehr-, sondern Minderkosten bringen, zumal die Pendlerstrecken mautfrei sind (siehe Frankreich). Es genügt, den Fern- und Transitverkehr stärker zu belasten.

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ernstrobert 27.01.2016, 22:34
25. was für Beweise

Zitat von wastl300
Was beweist Frankreich? Franzosen fahren auf den parallelen Landstraßen und durch die Dörfer. Nur Industriegeförderte Autos und Gelegenheitsfahrer, welchen es egal ist mal €350.- von Nord nach Süd zu zahlen, benutzen die Autobahnen. Bei der "frequenten Nutzung" sind die noch gut in Schuß.
Die genannte Summe trifft ja wohl noch nicht mal auf LKWs zu. Franzosen fahren auch Autobahn, aber vergleichen auf fernstrecken die Kosten mit dem TGV, der auch noch schneller ist. Es geht hier ja nicht nur ums Straßennetz. Natürlich ist es eine Abwägung wert, das ist ja auch gut so. Zeit oder Geld. Jeder kann für sich entscheiden, und die Allgemeinheit spart Geld, weil die Kosten an der 'Quelle' erhoben werden und als Investitionen zurück in das Verkehrsnetz fließen.
Interessanterweise sprechen Sie selbst von 'Zweckentfremdung' der ungeheuren Geldmengen, die von den Steuerzahlern aufgebracht werden.
Das Geld versickert in ineffizienten Behörden, die der Wirklichkeit nicht (mehr) gewachsen sind und nur noch Sessel wärmen und Büro-Zierpflanzen bewässern.

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happy2010 27.01.2016, 23:20
26.

Zitat von ernstrobert
Komischerweise bewähren sich privat bewirtschaftete Autobahnabschnitte, sie erweisen sich für den Steuerzahler als Gewinn. Offenbar lassen sich Private von Privaten nicht so leicht über den Tisch ziehen. Außerdem haben sie im Bauwesen mehr Erfahrung, machen strengere (und vor allen Dingen: gezieltere) Kontrollen der Ausführungsqualität und wissen worauf es ankommt (vgl. 'Betonkrebs'). Bei kompetenter Überwachung durch den Bund (s.o.) eindeutig zu bevorzugen, auf einmal halten die Fahrbahndecken doppelt so lange und die Zahl lähmender Baustellen nimmt ab.
Ich frage mich immer, woher dieses schlichte falsche Verbreiten von Märchen seinen Ursprung hat

Es gibt GANZ ZWEIFELSFREIE Untersuchungen des Bundesrechnungshofes zu PPP ÖPP

http://www.rechnungshof.baden-wuerttemberg.de/de/veroeffentlichungen/laenderuebergreifende-veroeffentlichungen/261832.html

Länderübergreifend:

Das Fazit ist-nach Auswertung mehrerer Dutzend Projekte:
A: Der Staat wird übern Tisch gezogen
B: Man zahlt drauf
SELTEN hat es sich gelohnt

Bemerkenswert: Die Eperten des Bundesrechnungshofes bestätigen, dass ÖPP, speziell beim Autobahnbau, zu hohe Kosten und volkswirtschaftliche Nachteile verursacht

http://a8-buerger-setzen-grenzen.de/startseite/

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Besser_Meyer 27.01.2016, 23:30
27. Großartig, alles privatisieren und andere denken lassen

Man weigert sich aus Schaden zu lernen. Die privatisierten kommunalen Versorger mussten auch für viel Geld zurückgekauft werden, oh Gott plötzlich wurde alles so teuer. Hätte vorher niemand gedacht. Das privatisierte Gesundheitssystem, eine Erfolgsgeschichte. Jetzt hat der Arzt genau 5 min Zeit für einen Diagnose, prima. Wofür zahlt man eigentlich noch Steuern wenn der Staat jede seiner Kompetenzen abgibt an die Privatwirtschaft.

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gustavsche 28.01.2016, 00:15
28.

Zitat von nolabel
will also Tafelsilber verramschen. Wen wundert es bei dieser willfährigen Lobby- und Industriemarionette?
Wieso "Tafelsilber"? Was Sie so alles als Tafelsilber ansehen, dann ist ja schon lustig. Die Autobahnen sind nicht einfach da und stiften Nutzen. Nein, sie verursachen auch Kosten. Und die Frage ist, was günstiger ist für alle Beteiligten. Die Autofahrer wollen schnell und sicher von A nach B kommen. Der Staat möchte seine Kosten senken.

Verkaufserlöse würden rasch Mittel in die Haushalte drücken. Oder man verkauft Betriebskonzessionen auf 30 Jahre. Dafür spart sich der Staat die Wartung.

In vielen Ländern funktionieren solche Modelle erstklassig.

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fragel 28.01.2016, 00:18
29. Betrug an die Bevölkerung

Mit unseren Steuergeldern wurden die Autobahnen bezahlt und nun soll die Autobahn privatisiert werden. Dann müssen die Steuerzahler ihr Geld zurück verlangen.
Ich habe die Befürchtung , das viele Steuerzahler nach der Privatisierung ihr Anteile an der Autobahn sich zurück holen. Also ist damit zu rechnen , das lötzlich Löcher in der Autobahn sind , leitplanken fehlen , Schilder weg sind und und und. Doch wem wunderts?

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