Forum: Auto
Cannabis-Patienten als Autofahrer: "Was der Gesetzgeber da zugelassen hat..."
Getty Images

Wer aus medizinischen Gründen Cannabis konsumiert, darf in Deutschland Auto fahren - trotz berauschender Wirkung. Jetzt wird Kritik laut.

Seite 7 von 11
aliof 23.01.2018, 13:34
60. ... für 13.000 betroffene

Patienten das Arztgeheimnis aufheben ??? - Hat da bei Ihnen eine/r zu heiß gebadet, die zitierte Forderung der Unfallforscher der Deutschen Versicherer (UDV) kommentarlos abzudrucken ??

Jeder Arzt ist doch sowieso gehalten, seine Patient(inn)en über alle erwünschten und unerwünschten Wirkungen der verordneten Medikation aufzuklären.
Zum zweiten muß er/sie sich ebenso wie jede/r Kneipenwirt/in davon überzeugen, daß sein/ihr Kunde nicht berauscht mit dem Auto fährt. - Und darf, bzw. muß im Alarmfall INDIVIDUELL einschreiten !!!

Und drittens (schließe ich mich Kommentator Nr. 5 an) wirken nicht auch z.B. Schmerzmittel auf z.B. Reaktionsfähigkeit ?? Sind die Zahlen dieser Konsumenten nicht deutlich größer ?? Werden diese und andere "Medikamente" dort auch kritisch betrachtet ?

Beitrag melden
reifenexperte 23.01.2018, 13:40
61. Etwa 50% der Fahrer in Deutschland

fahren unter dem Einfluss von Medikamenten, die die Fahrfähigkeit beeinträchtigen. Es ist ihnen aber selbst überlassen, dies zu beurteilen. Aber Cannabis ist das Problem???
Alle, die verschreibungspflichtige Medikamente nehmen, müssten sich die Fahrfähigkeit von der Strassenverkehsbehörde bestätigen lassen. Dann hätten wir endlich leere Strassen und die Autoindustrie würde Pleite gehen.

Beitrag melden
spontandemo 23.01.2018, 13:40
62. Anwaltsverein hat recht

Wenn es nach den Beipackzetteln geht, ist bei den meissten Medikamenten Vorsicht bei der Bedienung von Maschinen, was Kraftfahrzeuge einschliesst, geboten. Würden alle Patienten, die derartige Medikamente einnehmen, dann nicht am Strassenbverkehr teilnehmen können, sähe die Staubilanz, die ebenfalls heute hier veröffentlicht wurde, ganz anders aus und die Strassen wären so leer wie vor hundert Jahren.

Es stellt sich eher die Frage, ob an anderer Stelle da nicht der Rechtsstaat über das Statthafte gebeugt wird, wenn Konsumenten auch den Führerschein entzogen bekommen können, wenn sie gar nicht berauscht gefahren sind.

Beitrag melden
ArRah 23.01.2018, 13:43
63.

Zitat von watch15
Was ist denn das wieder für eine qualifizierte Regelung? Selbsteinschätzung ob ich nach einem Joint fahrtüchtig bin? Klaro, denn da fühle ich mich wahrscheinlich unbesiegbar! Selbsteinschätzung funktioniert sicher ... gibt ja auch die Verkehrsteilnehmer, die sich ......
Nun ja, wie "qualifiziert" die Regelung ist können sie kaum einschätzen. Offensichtlich haben sie noch nie Cannabis konsumiert und sich auch nie die Mühe gemacht auch nur 5 Minuten zu recherchieren wie Cannabis wirkt. Man kann nicht zu sinnvollen Einschätzungen kommen ohne sich mit solchen Details zu beschäftigen (ja, ich weiss, tausende männliche Jungfrauen in der Katholischen Kirche, die seit 2000 Jahren Regeln zum intimleben anderer Menschen aufstellen, sehen das anders).

Ihre auf den ersten Blick sinnvoll klingende Forderung, dass berauschte Menschen nichts am Steuer zu suchen haben, ist eben nicht so einfach wie sie behaupten. Wann ist jemand denn durch Alkohol berauscht? Wenn er eine Praline mit Likör gegessen hat oder erst wenn er sich "unbesiegbar" fühlt (dann würde Cannabis nie zur Fahruntüchtigkeit führen)?
Derzeit werden ja auch ständig Führerscheine von Cannabis-Konsumenten eingezogen, die NICHT berauscht gefahren sind, da der Test die Abbauprodukte misst und diese noch Wochen nach dem Konsum im Blut vorhanden sind. Wie fänden sie es wenn sie 2 Wochen nach ihrem letzten Alkoholkosum ihren Führerschein wegen Alkohol am Steuer verlieren würden? Und wie wäre es wenn der konsumierte Alkohol ein Medikament wäre, dass sie benötigen?

Wissen sie, das ist ein Thema über das man Stunden diskutieren kann. Man kann darüber diskutieren, wie verschiedene Drogen die Fahrtüchtigkeit (oder die Fähigkeit diese akkurat einzuschätzen) unterschiedlich beeinflussen. Man kann über verschiedene mögliche Nachweismethoden diskutieren, über harte Zahlen wie tatsächliche Unfallopfer und über bekanntgewordene anekdotenartige Fälle. Man kann über verschiedene kulturelle Verankerung und die daraus folgende ungleichbehadlung verschiedener Drogen diskutieren und über die Verbreitung von Cannabis in verschiedenen Gesellschaftsteilen (wie Gesundheitswesen und allgemein Schichtdienstler). Man kann sich den Thema von allen möglichen Seiten nähern um versuchen diesen Gerecht zu werden oder man kann einfach ein paar uninformierte Falschbehauptungen in die Welt setzen, halbgare Forderungen aufstellen und behaupten alles sei ganz einfach.

Beitrag melden
möllers 23.01.2018, 13:44
64.

schrecklich tendenziell ... bei Cannabis wird die Welle gemacht und die Nebenwirkungen anderer Medikamente werden noch nicht mal erwähnt .. Frau Mortler lässt grüßen

Beitrag melden
123456789abc 23.01.2018, 13:46
65. Fakt ist ja wohl,

das Konsumenten von Cannabis jahrzehntelang völlig unverhältnismässig kriminalisiert wurden, denn da
bedeutete jeglicher Konsum in den letzten Wochen ein verbot zu Fahren.
Klar ist die Einschätzung der Wirkdauer von Cannabis vermutlich schwerer als bei Alkohol, vielleicht auch nur
wegen des bisherigen Tabuisierung des Problems. Die Aggressivität ist zumindest beim Alkoholkonsum
wohl erwiesenermaßen höher.

Beitrag melden
Weltbürger-EU 23.01.2018, 13:46
66. Unabhängig davon...

Ob man Schmerzmittel, Opiate oder Cannabis benutzt, oder krank ist. Um Auto zu fahren MUSS man fahrtüchtig sein. Ich habe damit kein Problem wenn der Führerschein eingezogen wird, weil ich mit 51 erwischt werde anstatt 50... Gesunder Menschenverstand. Oder wollt ihr wie Amis sein? "Microwelle ist nicht geeignet um Haustiere zu trocknen"

Beitrag melden
newbie99 23.01.2018, 13:46
67.

Zitat von Leser heute
... bei Opiaten als Schmerzmittel besteht dasselbe Problem. Oder bei Substitution. Oder bei Amphetamin-Lösung im Rahmen der Behandlung von ADHS. Diese Aufregung ist ideologisch. So wie auch der Führerscheinentzug bei Drogenfahrten ideologisch ist. So wie überhaupt das Betäubungsmittelrecht ideologisch ist. Übrigens auch die Führerscheindebatte. Ältere und Kranke verursachen nicht die Verkehrstoten. Üblicherweise sind die Verursacher jung und gesund.
Ich verstehe da nicht genau, worauf das hinauslaufen soll. Soll das heißen, dass Drogenkonsum nicht die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann? Also mindestens beim Alkohol kann daran wohl kein Zweifel bestehen, gehen doch viele, viele Unfälle und Verkehrstote auf sein Konto.
Oder bildet der Alkohol hier eine Ausnahme, weil tatsächlich alle übrigen Rauschmittel kein Problem hinter dem Steuer darstellen? Da stelle ich mir die Frage, woher bitte diese Ausnahmestellung des Alkohols stammt? Schwer vorstellbar, dass Substanzen wie LSD den Fahrer nicht beeinträchtigen.

Und wie sieht es mit Haschisch aus? Test zeigen, dass die Fähigkeit, Situationen unter Cannabis-Einfluss richtig einzuschätzen, rapide abnimmt. Unabhängig von der Frage, ob man das Zeug nun leglisieren soll oder nicht: Hinterm Steuer hat es nichts zu suchen!
Richtig ist, dass solche Diskussionen stets hoch ideologisch geführt werden. Und das gilt für beide Seiten. Wer sich für Cannabis stark macht, fühlt sich oft dazu berufen, wirklich jede negative Facette daran bis aufs Blut zu leugnen. Alles muss daran Super sein! Und wenn jemand vor den Gefahren von Cannabis für Grundschulkinder warnen würde, gäbe es bestimmt jemanden, der Hasisch als wertvollen Beitrag für die Ernährung von Kindern in dem Alter bezeichnen würde. Auch hier wäre mal etwas Realismus durchaus sinnvoll.

Beitrag melden
fx33 23.01.2018, 13:48
68. Als ich...

Als ich, vor so vielen Jahrzehnten, dass das inzwischen schon dreimal verjährt ist, bekifft Auto fuhr, hatte ich Schwierigkeiten, in der Stadt Tempo 50 zu fahren. Das kam mir viel zu schnell vor. Alkoholisierte Freunde hingegen fuhren immer viel zu schnell und zu riskant. Zwei entfernte Bakannte eliminierten sich auf diese Weise aus dem Gen-Pool, einer nahm tragischerweise seine Freundin mit.
Ach ja, und einer übeschätzte sich einfach nur, ganz ohne Alkohol oder Cannabis.
Die Gängelung von Cannabisnutzern ist reine Schikane. Breit fahren muss nicht sein, aber einem Kiffer prinzipiell den Führerschein wegzunehmen, hat etwas von pharisäerhafter, bigotter Rachsucht.

Beitrag melden
alterknacker54 23.01.2018, 13:49
69. Dieser Rechtsstaat

hat für mich schon lange seine Legitimation verloren, mich mit seinen Gesetzen zu beschützen. Das Gewaltmonopol des Staates, dieser Gesellschaftsvertrag, nachdem ich auf wirkungsvolle Mittel, mich selbst zu schützen, verzichte, weil das ja meine Regierung so kompetent, wirkungsvoll und erstklassig tut, hat somit für mich seine Gültigkeit verloren. Auf diese Pfeifen in Politik und Justiz ist schon lange keine Verlass mehr. Kein Wunder, dass die Politikverdrossenheit allenthalben zunimmt und die Extremen an Zulauf gewinnen - ach übrigens: Ich bin NOCH nicht in eines dieser Lager abgewandert!

Beitrag melden
Seite 7 von 11
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!