Forum: Auto
Comeback des Autokinos: Es flimmert in der Kiste
Fabian Hoberg

Es gibt sie immer noch: Autokinos. Und gerade erleben die Anlagen ein kleines Comeback. Besuch in Köln-Porz, wo seit 1968 das Popcorn im Pkw raschelt - und nicht nur das.

heimatminister 23.09.2018, 12:39
1. Eine kurzzeitige Retro-Mode

Vor zwanzig Jahren kamen die Open-Air-Kinos wieder in Mode.
Schlechte Bild- und Tonqualität störte nicht weiter, das gemeinsame Erlebnis zählte.
Der Trent war genau so schnell vergessen wie er gekommen war. Heute gibt's vereinzelt Billigveranstaltungen (RHPS, BB oder ähnliche Massenware), das war's.
Beim Autokino wird es kaum anders sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bristolbay 23.09.2018, 12:55
2. Echt gut und besser als Glotze

Ehrlich, meine Frau und ich waren bisher noch nie in einem Autokino. So etwas gab es auf dem Land nicht.
Dank einer Sparkasse und der Zeitung läuft im Kreis Lippe jetzt eine "Autokino-Nacht" am Schiedersee.
Am Montag hatten wir Premiere und das mit einem Top-Film " 3 Billboards Outside Ebbing, Missouri", einfach geil.
Alles gut organisiert und als Krönung konnten wir das Feuerwerk eines großen Volksfestes obendrauf sehen.
Nächstes Jahr wieder.
PS: Übliche Kino-Snacks wie Eis und Popcorn sollte man schon im Angebot haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jpphdec 23.09.2018, 13:50
3. "Dolby"-Stereo

Nee Leute. Bloß weil Dolby eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Kinoton hat, ist nicht alles automatisch von Dolby. Stereoton über UKW ist es ganz sicher nicht, das herauszufinden dauert keine Minute:
"das von den US-amerikanischen Firmen General Electric und Zenith Electronics Corporation entwickelte, [...] „Pilotton-Multiplexverfahren“, das schließlich 1962 von der EBU als Norm empfohlen und in den meisten Ländern Westeuropas eingeführt wurde"

Beitrag melden Antworten / Zitieren
The Independent 23.09.2018, 22:28
4.

Zitat von jpphdec
Nee Leute. Bloß weil Dolby eine marktbeherrschende Stellung im Bereich Kinoton hat, ist nicht alles automatisch von Dolby. Stereoton über UKW ist es ganz sicher nicht, das herauszufinden dauert keine Minute: "das von den US-amerikanischen Firmen General Electric und Zenith Electronics Corporation entwickelte, [...] „Pilotton-Multiplexverfahren“, das schließlich 1962 von der EBU als Norm empfohlen und in den meisten Ländern Westeuropas eingeführt wurde"
Doch, Stereoton über UKW.
Auf der eigenen Webseite führt das "Drive in"-Autokino in Köln dazu aus:
"Mache dein Auto zu deinem eigenen Kino und empfange den Filmton in Stereo direkt über dein eigenes Autoradio (UKW / FM) in bester Qualität und bestimme deine optimale Lautstärke. Den Filmton empfängst Du im Radio unter 90,5 MHz."

Dolby: In "normalen" Kinos ist inzwischen DolbyDigital Standard, und seit dem Beginn der 2000er-Jahre spielt THX kaum noch eine Rolle in großen Multiplex-Kinos, da die Lizenzen zu teuer sind, aber auch weil die Digital-Technik einfach überlegen ist.
Zwar war nicht jeder analoge Kinofilm automatisch ein Dolby-Surround-Film, aber dort wo es Surround-Anlagen gab, hatte Dolby-Surround eigentlich immer die Nase vorn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jpphdec 25.09.2018, 11:20
5.

Zitat von The Independent
Doch, Stereoton über UKW.
Ich meinte nicht, daß es kein Stereo über UKW sei, sondern daß Stereo über UKW keine Entwicklung von Dolby ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
The Independent 26.09.2018, 01:32
6. .

Zitat von jpphdec
Ich meinte nicht, daß es kein Stereo über UKW sei, sondern daß Stereo über UKW keine Entwicklung von Dolby ist.
Ah, da steht doch tatsächlich im Artikel "Dolby-Stereo über eine UKW-Frequenz", das hatte ich übersehen. Das ist natürlich Unsinn, da Dolby, wie Sie richtig zitierten, an der Entwicklung von UKW-Stereo gar nicht beteiligt war.

Zuverlässiger Stereoton im Kinobereich ist aber tatsächlich eine Weiterentwicklung von Dolby, denn es war die Firma Dolby, die in den 70ern für Kodak die damals übliche optische Tonspur auf dem Filmmaterial (Standard war bis dahin - aus Kostengründen - nur eine Tonspur/Mono) auf zunächst 2 Tonspuren erweiterte.
Zwar wurden ab 1952 bereits 35-mm-Cinerama-Filme mit magnetisch aufgezeichnetem 7-Spur-Stereoton und ab 1953 CinemaScope-Filme (zunächst 35-mm, dann 55-mm + schließlich 70-mm-Film) mit magn. aufgez. 4-Spur-Stereoton vertrieben, aber die zusätzlich benötigte Abtasttechnik konnten sich nur große (finanzstarke) Kinos leisten + arbeitete nicht nur nicht zuverlässig genug, sondern kappte auch noch den Höhenbereich (max. 12 kHz).

Dolby gelang es dann 1975 auf dem von allen Kinos abspielbaren optischem Monospurbereich 2 Tonspuren zu quetschen, die dann auch noch mittels Matrixkdecodierung (zun. mittels Sansui-Decoders) ein drittes "Center"-Signal aus den 2 Tonspuren erstellte, wobei auch die Rauschunterdrückung Dolby-A zum Einsatz kam. 1976 kam noch ein 4. Surround-/Effekt-Kanal hinzu, was dann als Dolby Stereo für Kinos vermarktet wurde. Die 1977 in "Star-Wars" genutzten 4 Kanäle verhalfen dem System zum Durchbruch.
Ab 1979 nutzte man eigene Encoder/Decoder. Die Kinobetreiber brauchten dann nur noch genügend Verstärker und Lautsprecher für ein 4-Kanal-Setup, das Filmmaterial konnte aber nach wie vor auf Mono-Anlagen abgespielt werden.
Dies bedeutete schl. das Aus für magn. Tonspuren, denn selbst heutzutage werden die nun digitalen Audiospuren noch optisch abgetastet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren