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Copenhagenize-Index 2019: Bremen ist Deutschlands fahrradfreundlichste Stadt
Hoch Zwei Stock/ Angerer/ imago images

Alle zwei Jahre ermittelt der Copenhagenize-Index die radfreundlichsten Städte der Welt. An der Spitze steht, Überraschung, Kopenhagen. Eine deutsche Stadt muss sich dagegen aus der Weltspitze verabschieden.

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olmen 04.07.2019, 13:40
10. Überzeugende Konzepte fehlen vielerorts

Daran trägt auch der ADFC erheblich bei. Da werden z. B. Radfahrschutzstreifen propagiert, die gar keinen Schutz bieten - zu eng, nicht abgesetzt von der Strasse. Auch sollen junge und ältere Radfahrer ihn nicht nutzen (das wird aber vielfach verschwiegen). Oder sog. Fahrradstrassen, die dem Radfahrer keine größere Sicherheit bieten. Leider werden sep. Fuß- und Radwege in Deutschland noch selten (aus-)gebaut. Solche sep. Fuß-/Radweg sind vielfach vorhanden und müssten nur saniert werden. Radfahrer wollen sichere Wege; nur dann wird das Rad vermehrt genutzt. Pragmatismus anstelle ideologischer Betrachtung ist mehr denn je gefragt - s. Dänemark pp.

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Max Dralle 04.07.2019, 13:42
11.

Zum Teil erläuterungsbedürftige Bewertungskriterien:

"4. Gender Split: Higher scores are awarded for cities where a rather equal gender balance of bicycle users is observed, or even more women cycle than men."

Welchen konkreten Vorteil hat man denn als radfahrender Mensch davon, wenn die Geschlechter, die sich auf dem Rad bewegen, gleich verteilt oder die Frauen sogar im Überschuss sind? Welche Vorstellung steckt hinter diesem Kriterium? Ist sie bei näherer Betrachtung denn auch wirklich geschlechtergerecht oder am Ende vielleicht sogar chauvinistisch?

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vincentaurelius 04.07.2019, 13:46
12. Irgendwie irritierend

FInde den Artikel, bzw. die Bewertung des Copenhageniz insbesonders auf deutsche Städte ziemlich zweifelhaft.
Wiso ist in dem Ranking von Bremen und München die Rede, wenn nicht vor wenigen Wochen ein Ranking herausgegeben wurde, in der Karlsruhe unsere immer und ewige Radlerhauptstadt Nr.1 Münster vom Podiumsplatz verdrängt hat? In dem Artikel werden sie noch nichtmal erwähnt.
Wieder mal ein Beleg für die Eigensinnigkeit mancher Statistik.

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Teron 04.07.2019, 13:57
13. Fußgängerzonen

Die Einstufung meiner Heimatstadt kann ich gut nachvollziehen. Welche andere deutsche Stadt toleriert das Fahrradfahren in Fußgängerzonen wie der Obern- und Sögestr. schon in so einem Ausmaß, dass man sich als Fußgänger schon genötigt sieht, in die Einkaufszentren auf der grünen Wiese auszuweichen. Aufenthaltsqualität in den Fußgängerzonen gibt es in Bremen nur für Radfahrer.

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Schartin Mulz 04.07.2019, 14:05
14. Der ADFC

Zitat von olmen
Daran trägt auch der ADFC erheblich bei. Da werden z. B. Radfahrschutzstreifen propagiert, die gar keinen Schutz bieten - zu eng, nicht abgesetzt von der Strasse. Auch sollen junge und ältere Radfahrer ihn nicht nutzen (das wird aber vielfach verschwiegen). Oder sog. Fahrradstrassen, die dem Radfahrer keine größere Sicherheit bieten. Leider werden sep. Fuß- und Radwege in Deutschland noch selten (aus-)gebaut. Solche sep. Fuß-/Radweg sind vielfach vorhanden und müssten nur saniert werden. Radfahrer wollen sichere Wege; nur dann wird das Rad vermehrt genutzt. Pragmatismus anstelle ideologischer Betrachtung ist mehr denn je gefragt - s. Dänemark pp.
wird offenbar von Rennradlern dominiert, die sich den Fahrweg lieber mit schnellen Autos als mit langsameren Fahrrädern teilen.
Ich kann die Kampagnen dieses Vereins gegen separate Radwege nicht nachvollziehen.
Ich würde den Weg zur Arbeit auch häufiger mit dem Fahrrad nehmen, wenn es hier Radwege gäbe.
Im Nachbarland Niederlande sind separate Radwege Standard, aber die haben offenbar vom Radfahren nicht so viel Ahnung.

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tabilo7 04.07.2019, 14:07
15.

Das Berlin überhaupt in der Liste ist. Ich habe noch nie in einer Stadt so eine schlechte Rad Infrastruktur und Bevorzugung von KFZ gesehen wie in Berlin.

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Strandvej 04.07.2019, 14:14
16. an: vincentaurelius

Hatte den Artikel auch gelesen: "Bundesweit hatten sich rund 170.000 Bürgerinnen und Bürger beim sogenannten Fahrrad-Klimatest des ADFC beteiligt und abgestimmt. Bei den Städten zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern verwies Karlsruhe damit die bisherigen Spitzenreiter Münster und Freiburg auf die Plätze 2 und 3."
Bremen war nicht dabei, da hier ca. 560.000 Menschen leben.

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bazillus 04.07.2019, 14:24
17. Die Regeln sind sehr undurchsichtig

Es kommen laut Copenhagenize Index nur Städte mit min. 600000 Einwohnern in die Bewertung. https://copenhagenizeindex.eu/about/methodology Aber Bremen hat nur 550 / 560 Tsd. Und was soll uns dieser Index erklären wenn es in Deutschland jährlich über 3500 Verkehrstote gibt, die teilweise Opfer einer katastrophalen Verkehrsinfrastruktur sind. Und dabei trifft es die schlecht geschützten Radfahrer und Fußgänger.

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klaxklix 04.07.2019, 14:28
18.

Zitat von Schartin Mulz
wird offenbar von Rennradlern dominiert, die sich den Fahrweg lieber mit schnellen Autos als mit langsameren Fahrrädern teilen. Ich kann die Kampagnen dieses Vereins gegen separate Radwege nicht nachvollziehen. Ich würde den Weg zur Arbeit auch häufiger mit dem Fahrrad nehmen, wenn es hier Radwege gäbe. Im Nachbarland Niederlande sind separate Radwege Standard, aber die haben offenbar vom Radfahren nicht so viel Ahnung.
Radwege - wo genug Platz ist, einen Radweg getrennt vom Fußweg und der Strasse zu bauen und dann sicherstellen, dass Rechtsabbieger niemanden umnieten: immer.
Wenn man jeden Tag mit den Rad fährt will man einigermassen schnell und sicher ankommern. D.h. keine umnietenden Rechtsabbieger, keine Fußgänger, die auf dem Radweg gehen (mit Hunden u.U.), keine Autos, die dort parken, keine anderenn rücksichtslosen Fahrradfahrer (Rennradler!),... Das hat man leider nur auf der Fahrbahn, am besten mit Fahrradstreifen. Der ADFC propagiert hier nur die beste von allen schlechten Möglichkeiten.

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Lobhudel 04.07.2019, 14:31
19. Wie wär's mit ein bisschen mehr Multi-Modalität im eigenen Schädel?

Zitat von Athlonpower
In Wahrheit gibt es in Deutschland keine einzige fahrradfreundliche Stadt, nicht mal ansatzweise, denn alle Städte in Deutschland wurden seit 50 Jahren und werden immer noch zu autogerechten Städten geplant und gebaut, sämtliche sogenannte Rad- und Fußwege haben einzig und allein den Zweck, die Schrottkistenfahrer nichtzu belästigen und den freien Stau für freie Bürger zu sichern. Solange im Gut-und-Gerne-Land Radwege einfach auf der Fahrbahn für Autos enden, solange Autofahrer ihren Schrott einfach auf Rad- und Gehwegen ungestraft abstellen dürfen, egal wie lange und solange Ampelschaltungen den Radfahrer behindern und benachteiligen wo immer es geht, solange verbietet es sich von selbst das Wort "Fahrradfreundlichkeit" in Deutschland auszusprechen. Deutschland ist das Land der Automobilindustrie, des seit Jahren grassierenden SUV-Wahn und überhaupt glauben alle Autofahrer, daß nur sie alleine das Recht auf Nutzung der Straßen haben und ärgern sich meist, daß sie Fußgänger und Radfahrer nicht einfach platt machen können, schon alleine weil sie sich die Stoßstange zu versauen:-)
Deutschland ist mit Sicherheit das Land mit den radikalsten Fußgängern, Fahrrad-, Auto- und LKW-Fahrern - ganz einfach weil jeder Verkehrsteilnehmer seine Rechte und Pflichten immer danach auslegt, was er gerade unter den Sohlen oder unterm Hinterm hat. Verkehrsregeln geraten da leider regelmäßiig ins Hintertreffen.

Gerade heute morgen musste ich wieder einmal durch unbeirrtes Fortsetzen meines rückwärtigen Ausparkens aus einer senkrechten Parkbucht einem ungestümen Rennradler in der 30er-Zone das Leben retten. Wollte der Kollege doch die gerade noch verbleibenden 80 Zentimeter zur schnellen Vorbeifahrt nutzen, obwohl er aus schlecht einsehbaren über 50 Meter Entfernung hätte erkennen müssen, dass er die vorgeschriebenen 1,50 m Abstand zwischen KFZ und Fahrrad auch mit Tempo 40 nicht schafft.

Das war wieder ein Gequietsche und Gemaule ...

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