Forum: Auto
Cyberattacken auf Autos: Der Feind fährt mit
REUTERS

Die Vernetzung von Autos ist Fluch und Segen. Neue Technologien verringern zwar Unfallrisiken, erhöhen aber die Gefahr eines Hackerangriffs. Immerhin: Die Branche hat das Problem jetzt erkannt. Das war bis vor kurzem noch anders.

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2cv 02.05.2016, 12:28
10. Retrofit und Aftermarket - sowie: Sicherheit

Eine der größten Herausforderungen wird sein, nachträgliche Einbauten von Connectivity (z.B. Retrofit-Lösungen: Einbau durch Fachwerkstatt, so genannte "graue Dienste"; oder sog. "Aftermarket"-Lösungen: Einbau durch den Fzg. Besitzer, z.B. via OBD-2-Dongle, Kauf im Handel mgl.) auf ihre Sicherheit hin zu verifizieren bzw. zu zertifizieren.

Diverse Anbieter - in Deutschland sind das beispielsweise Giesecke + Devrient oder Gemalto, die den Weltmarkt z.B. bei Secure Cards (Kreditkarten-Chip, biometrischer Pass etc.) heute schon bedienen - müssen hier mit einbezogen werden, passende Lösungen zu bedienen. Ohne die werden wir weiterhin Intrusions und Backdoors sehen.

Auch stellt sich aus rechtlicher Sicht u.a. die Frage, ob und wie z.B. beim Gebrauchtwagenverkauf der Käufer eines solchen Fahrzeugs vom Vorhandensein einer Retrofit / Aftermarket Lösung informiert werden muss - ähnlich zu einem Unfallschaden etc., mit entsprechenden Möglichkeiten zum RÜcktritt nach Kauf etc.? Ohne eine solche Info kann er nicht wissen, in wieweit sein bis dato "ungepatchtes" Auto überhaupt für Vulnerabilities & Exploits offen ist...

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shardan 02.05.2016, 12:29
11. Meine Güte

"Dann werden automatisch sicehrheitsschranken und Schutzzonen hochgezogen" - wie bescheuert ist das denn? Schranken werden erst aktiv, wenn ein Angriff stattfindet? Mal etwas Hintergrund dazu. in den USA konnte ein Fahrzeug übernommen und ferngelenkt werden, bis hin zur Vollbremsung auf der Autobahn. Der Hebel zum Einbruch: Eine manipulierte Musikdatei. Wie ist das möglich? Eine digitale Musikdatei sind eben auch digitale Daten - und da lässt sich einiges drin verstecken. Für unseren Komfort enthalten die Dateien immer mehr Metainformationen: In einer Musikdatei steckt eben nicht nur Musik, sondern auch ein Datenhaufen aus Titel, Genre usw. der Player, hier das Autoradio wertet diese Info's aus. Ein geschickter Programmierer kann diese "Seitenkanäle" nutzen, um sich in das Autoradio zu hacken. nun ja, Autoradio gehackt, ist doch nicht schlimm, oder? Doch. Bei den meisten neueren Fahrzeugen arbeitet die Bordelektrik mit einem so genannten Bus-System, bei dem alle Komponenten gewissermaßen an einem Draht hängen und kommunizieren, üblicherweise ein CAN-Bus. Und das Autoradio hängt mit an dem CAN-Bus, ohne Sperre, ohne Abschottung. Auch die Multimediaausstattungen gehobener Automobilklassen hängen da mit dran. Um den Wissenschaftler, der das o.a. Experiment gemacht hat zu zitieren: "20 Sekunden den manipulierten Musiktitel abzuspielen, reicht aus"! Dann hat der Hacker das komplette Fahrzeug mit der gesamten Bordelektronik übernommen. Fazit: Es braucht keine Sicherheitssperren mit irgendeiner tollen, regelmäßig (und vermutlich kostenpflichtig) upgedateter Software. Es braucht ein System permanenter Sperren, die wichtiges und unwichtiges trennen. Ein Autoradio kann man vom Knopf am Lenkrad aus steuern - OK. Aber wozu muss das Autoradio oder eine Versicherungswanze von sich aus in die umgekehrte Richtung, also auf die Motorsteuerung oder das Bremssystem zugreifen können? Der Grund ist einfach: Solche Sperren kosten Geld. Das hat man deswegen weggelassen, das erhöht den Profit. Die Sperren sind jetzt die sauberen Diesel suchen gegangen.

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realist4 02.05.2016, 12:36
12. Der Weg ist das Ziel

Zitat von jozu2
Ich meine, man sollte den Schnick-Schnack aus den Autos lassen und die Bemühungen lieber ins vollkommen autonome Fahren stecken.
Die Automobilindustrie braucht den "Schnick-Schnack" wie Spurführungs-, Abstandshaltungs-, Park-Assistent etc. um zu lernen. Es sind Module, welche schließlich zusammengefügt das autonome Fahren ermöglichen. Die Verkehrssituationen sind zu komplex und vielfältig um, sei es in 10 Jahren, ohne die Lernfase Assistenzsysteme direkt in dei Produktion zu gehen. Gleichzeiting senken die kontinuierlich steigenden Mengen massiv die Kosten eines vollautonomen Systems.

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derboesewolfzdf 02.05.2016, 12:38
13. dabei ist es so einfach.....

...einfach weniger aggressiv fahren, die physkalischen Grenzen nicht ausloten. dazu echtes down-sizing, also weniger Leistung, dafür deutlich weniger Verbrauch. Schon braucht es die ganzen elektronischen Helfer nicht mehr. Sie sorgen eh doch nur dafür, dass die "Grenzen" noch weiter nach hinten verschoben werden. Die Leute glauben doch, je sicherer mein Auto ist, umso schneller kann ich fahren.

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1lauto 02.05.2016, 12:55
14. eigentlich einfach.

Wer in seiner Mobilität im Auto lückenlos überwacht werden will, der kauft sich so ein Ding. Da ist das Fahrverhalten abrufbar und die Standzeit vor dem jeweiligen Puff. Der Zugriff auf die Daten ist mannigfaltig Hersteller, Versicherungen, Finanzamt, Ehefrau oder Freundin. Gilt vice versa auch für Damen.

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krassmann 02.05.2016, 13:27
15. Eigentlich gäbe es eine einfache Lösung

Ich arbeite selber im Beriech Automotive Aftermarket und meine Firma vertreibt Lösungen mit einem OBD2-Dongle. Unser Softwaresystem greift eigentlich nur lesend auf den Dongle zu. Wer will auch schon sein Auto per App steuern. Aber es gab bislang nur einen Kunden (ein grosser Autohersteller) der konsequenterweise einen Dongle haben möchte der auch hardwareseitig nur lesen kann, also technisch keine Befehle auf dem CAN Bus absetzten kann. Dabei ist das die einzigste Lösung die wirklich sicher ist. Integration des Handys in die Entertainment-Systeme schafft man auch problemlos mit Bluetooth.

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monolithos 02.05.2016, 13:43
16. Warten auf die analoge Konterrevolution

Hoffentlich hält mein Altauto noch so lange durch, bis die analoge Konterrevolution ausgebrochen ist. Jaja, ich weiß, auch die Kennfeldsteuerung eines 90er-Jahre-Einspritzers war schon digital ...

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felisconcolor 02.05.2016, 13:49
17. Wenn

Zitat von Airkraft
Das liegt wohl daran, dass die Fenster zu "Schießsacharten" verkommen sind. Einen vernünftigen Grund dafür gibt es nicht :-(
man in einer Fahrschule noch das klassische Einparken lehren würde, dann könnte man auch Fahrzeuge mit "Schiessscharten" einparken. ;-) Abgesehen davon hat kaum ein Fahrzeug solche Fenster und selbst bei Fahrzeugen mit relativ kleinen Fenstern funktioniert diese Technik tadellos. Für alle die sich nicht mehr daran erinnern können: Parallel zum Fahrzeug vor der anvisierten Parklücke halten, langsam rückwärts fahren und wenn der Fahrersitz auf Höhe der Rücksitzbank angekommen ist (kann um ein paar Zentimeter plus minus variieren) das Lenkrad bei langsamer Rückwärtsfahrt zügig ganz rechts einschlagen. Den Blick rückwärts durch das Heckfenster, wahlweise in den rechten Aussenspiegel richten. Taucht die Bordsteinkante der Parkbucht im Aussenspiegel oder in der rechten Ecke des Rückfenstern auf ist unter weiter rollen das Lenkrad zügig ganz nach links einzuschlagen. Mit ein bissel Übung sollte man jetzt sauber in der Parklücke stehen. Funktioniert vom kleinen Coupé bis zur LKW Zugmaschine.

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mantrid 02.05.2016, 15:00
18. Morden leicht gemacht

Sicher werden, natürlich im Namen der Terroroabwehr, Eingriffsmöglichkeiten von außen geschaffen. Dumm nur, dass eben auch Hacker diese Lücken finden und Autos fernsteuern können. Da tut sich für Mafia & Co eine schöne Möglichkeit auf, spurenfrei unliebsame Personen zu entfernen.

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warum_nicht? 02.05.2016, 15:15
19.

Zitat von monolithos
Hoffentlich hält mein Altauto noch so lange durch, bis die analoge Konterrevolution ausgebrochen ist. Jaja, ich weiß, auch die Kennfeldsteuerung eines 90er-Jahre-Einspritzers war schon digital ...
Analoge Konterrevolution (schöne Begriff), ich befürchte, die wird nicht kommen.
Wir "Ewiggestrigen" werden wohl unser Altauto bis zum automobilen Ruhestand hegen und pflegen müssen, wenn wir der totalen Digitalisierung entfliehen wollen.

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