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Design des 911: Porsche verliert Rechtsstreit gegen Modellautohersteller
Porsche

Ein Modellautohersteller darf den Porsche 911 ohne Lizenz nachbauen - das hat das Luxemburger EU-Gericht entschieden. Dabei urteilten die Richter auch über das Design des Wagens.

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kahabe 06.06.2019, 15:11
20. Nu,

Zitat von schofseggel
wahrlich nötig haben einen Rechtsstreit um sein 911 anzutetteln. Können ja selbst Modellautos herstellen. Bei Sonnenbrillen und Uhren geht's ja auch.
das Herstellen von Modellen in allerlei Maßstäben überlässt die Autoindustrie selbstredend fachlich kompetenten Unternehmen. "Man" geht allerdings vermehrt dazu über, von diesen Herstellern Lizenzgebühren zu nehmen. Weswegen der ein oder andere auf die Nachbildung neuerer Wagen mehr oder weniger gerne verzichtet. Wir bemerken, es geht wieder mal um das liebe Geld. Und nix anners!

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mr.nett 06.06.2019, 15:16
21.

Zitat von niroclean
...das ein Automobilhersteller einem Modellautoanbieter verbieten kann seine Autos als Miniatur nachzubauen. Es ist klar das ein reales Auto nicht nachgebaut werden darf, aber Modelle etc. haben nichts mit dem geistigen Eigentum zu tun. Es ist sowieso rätselhaft warum man den Automobilherstellern soviel Rechte einräumt - keiner darf (ohne Genehmigung) das Logo auf etwas anderes z.B. T-Shirts drucken, aber die Öffentlichkeit zwingt man ungefragt, sich diverse Logos die oft groß an der Front der Automobile prangen, ansehen zu müssen. Da gibt es kein Gleichgewicht der Rechte. Patente, Marken, Geschmacksmuster dienen oft nur dem Zweck der Monopolisierung und müssten viel strenger eingetragen werden und dann auch nur für die ein bestimmtes Produkt z.B. Automobilfertigung. Denn Konzerne die genügend Geld haben lassen sich alles auch für bspw. Lederwaren, Porzellan, Druckerzeugnisse usw. eintragen - also eine Quasi-Monopolisierung. Damit wird die Individualität eingeschränkt, günstigere Produkte vom Markt gehalten und man kann sich noch die Tasche mit Lizenzgebühren füllen. So funktioniert Kapitalismus!
Sie sind ein Unternehmer. Sie stellen einen sehr guten und damit auch sehr teuren Designer ein, der ein Produkt entwirft. Nehmen wir mal an - einen Sportwagen. Wegen des Designs und anderer Eigenschaften, für deren Entwicklung Sie ebenfalls viel Geld an gute Ingenieure bezahlt haben, wird dieser Sportwagen ein Traum vieler Menschen. Einige davon sind tatsächlich bereit >100.000 EUR dafür zu bezahlen. Mit diesem Geld können Sie sich leisten die guten Designer und Ingenieure zu bezahlen und an sich zu binden.
Und dann erfahren Sie, dass ein Spielzeughersteller Ihr Produkt einfach kopiert und als Modell verkauft. Womöglich verdient er mit Millionen seiner Modelle annähernd so viel wie Sie mit paar Tausend echten Autos... Der Spielzeughersteller hat keinen Designer bezahlen müssen, musste auch nicht Jahrzehnte lang am Mythos dieses Modells arbeiten. Er profitiert einfach ungefragt von Ihren Investitionen und Anstrengungen. Aber Sie haben ja nichts dagegen.

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niroclean 06.06.2019, 15:26
22. ...ach was!

Zitat von jim_rewop
Kann es sein, dass Sie nicht ansatzweise den Sinn von betreffenden Schutzrechten durchblicken? Warum sollen (im weitesten Sinne) Inhaber von Urheberrechten Trittbrettfahrer hinnehmen? Die gesamten Risiken, Kosten und den Aufwand tragen Menschen/ Firmen die sich etwas entfallen lassen und entwickeln bzw. marktreif produzieren. Zudem sind solche Schutzrechte eins ehr effizienter Verbraucherschutz, auch in sensiblen Lebensbereichen.
Wie ich geschrieben habe - Schutz für das Produkt (z.B. Personenkraftwagen) ist richtig.

Aber diese "angeblichen Rechte" so auszuweiten das völlig andere Produkte damit vom Markt gehalten werden bzw. untersagt werden können (z.B. Bettwäsche, Geldbörsen, Porzellan etc. die bspw. mit einem Porsche bedruckt sind) - ist ein Quasi-Monopolisierung.
Die Mär mit der "nicht zu kontrollierenden Qualität" und der "Gefahr für Käufer" wird meist nur vorgeschoben um das Prinzip der breitbandigen Geldabschöpfung zu legitimieren.

Sehr schön ist das ja auch bei den Pharmafirmen zu sehen, dort dienen Patente schon lange dazu um eigene Pfründe zu sichern und eigentlich günstig herstellbare Medikamente zu horrenden Preisen zu verkaufen. Argument: Medikamentensicherheit und die teure Forschung (wegen der teuren Forschung machen diese Unternehmen auch exorbitante Gewinne).

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kahabe 06.06.2019, 15:27
23. Nu,

Zitat von mr.nett
Sie sind ein Unternehmer. Sie stellen einen sehr guten und damit auch sehr teuren Designer ein, der ein Produkt entwirft. Nehmen wir mal an - einen Sportwagen. Wegen des Designs und anderer Eigenschaften, für deren Entwicklung Sie ebenfalls viel Geld an gute Ingenieure bezahlt haben, wird dieser Sportwagen ein Traum vieler Menschen. Einige davon sind tatsächlich bereit >100.000 EUR dafür zu bezahlen. Mit diesem Geld können Sie sich leisten die guten Designer und Ingenieure zu bezahlen und an sich zu binden. Und dann erfahren Sie, dass ein Spielzeughersteller Ihr Produkt einfach kopiert und als Modell verkauft. Womöglich verdient er mit Millionen seiner Modelle annähernd so viel wie Sie mit paar Tausend echten Autos... Der Spielzeughersteller hat keinen Designer bezahlen müssen, musste auch nicht Jahrzehnte lang am Mythos dieses Modells arbeiten. Er profitiert einfach ungefragt von Ihren Investitionen und Anstrengungen. Aber Sie haben ja nichts dagegen.
der Modellhersteller benötigt excellente Formenbauer. Die sind wie auch die Formen nicht gerade preiswert. Und ein maßstabsverkleinertertes Modell mit allen exakten Feinheiten geht da sehr schnell ins unbezahlbare. Sagt gewiss jeder Marketingleiter eines ixbeliebigen Herstellers. Die oben von mir genannten Lizenzgebühren mal ganz außen vor.

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niroclean 06.06.2019, 15:34
24.

Zitat von mr.nett
Sie sind ein Unternehmer. Sie stellen einen sehr guten und damit auch sehr teuren Designer ein, der ein Produkt entwirft. Nehmen wir mal an - einen Sportwagen. Wegen des Designs und anderer Eigenschaften, für deren Entwicklung Sie ebenfalls viel Geld an gute Ingenieure bezahlt haben, wird dieser Sportwagen ein Traum vieler Menschen. Einige davon sind tatsächlich bereit >100.000 EUR dafür zu bezahlen. Mit diesem Geld können Sie sich leisten die guten Designer und Ingenieure zu bezahlen und an sich zu binden. Und dann erfahren Sie, dass ein Spielzeughersteller Ihr Produkt einfach kopiert und als Modell verkauft. Womöglich verdient er mit Millionen seiner Modelle annähernd so viel wie Sie mit paar Tausend echten Autos... Der Spielzeughersteller hat keinen Designer bezahlen müssen, musste auch nicht Jahrzehnte lang am Mythos dieses Modells arbeiten. Er profitiert einfach ungefragt von Ihren Investitionen und Anstrengungen. Aber Sie haben ja nichts dagegen.
Das wäre freies Unternehmertum!

Wenn ein anderer die gute Idee hat das Auto als Spielzeugauto herzustellen und damit mehr verdient als der PKW-Hersteller dann hat der halt die bessere Geschäftsidee.

Man sollte sich halt entscheiden was man produzieren will und für diesen Bereich sollte er auch die Schutzrechte bekommen - es geht natürlich nicht das eine andere Firma ein identisches Auto (evtl. günstiger) produziert und anbietet.

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syracusa 06.06.2019, 15:38
25.

Zitat von blue_surfer77
Es könnte auch um beides gehen, da die Urform des 911er durchaus als urheberrechtlich zu schützendes Kunstobjekt gewertet werden könnte. Wie schon ein anderer Forist bemerkte: bei Bauhaus-Möbeln ist dies z.B. der Fall.
Urheberrechtliche Aspekte waren aber weder Gegenstand des Gerichtsverfahrens noch des Aftikels darüber.

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mcmercy 06.06.2019, 16:01
26.

Zitat von niroclean
Denn Konzerne die genügend Geld haben lassen sich alles auch für bspw. Lederwaren, Porzellan, Druckerzeugnisse usw. eintragen - also eine Quasi-Monopolisierung.
Was hat das mit Monopolisierung zu tun. Sie können sich ja immer noch ein eigenes Logo für ihre Tasche ausdenken, warum müssen Sie das Porsche Logo draufdrucken? Da erwartet der Konsument zu recht auch Porsche Qualität und die will Porsche zurecht kontrollieren. Aber kaufen sich sich gerne die Abiboss T-Shirt vom Chinesen um die Ecke.

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mcmercy 06.06.2019, 16:09
27.

Zitat von niroclean
Aber diese "angeblichen Rechte" so auszuweiten das völlig andere Produkte damit vom Markt gehalten werden bzw. untersagt werden können (z.B. Bettwäsche, Geldbörsen, Porzellan etc. die bspw. mit einem Porsche bedruckt sind) - ist ein Quasi-Monopolisierung.
Es geht darum das andere die Marke für Ihr eigenes Marketing nutzen, ohne dass sie in den Aufbau der Marke investiert haben. Die Tasse mit Ihrem fiktiven Fantasy-Krakel Logo will keine Sau haben. Die Tasse wird eben nur von Porsche Fans gekauf weil ein Porsche Logo drauf ist und deshalb will Porsche auch zurecht Lizenzgebühren dafür. Und deshalb sind solche fan-Artikel auch teurer als ne stinknormale Tasse ohne Logo, aus dem man sicher genausogut trinken kann, sie haben die Wahl. Um beim Modellauto zu bleiben, die wenigesten wollen ein Modelauto vom Dacia Duster, sondern die wollen den Porsche weil der geiler aussieht.

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kommentar4711 06.06.2019, 16:11
28.

Zitat von blue_surfer77
Üblicherweise erlischt der Schutz für kreative Leistungen, also auch Design, 70 Jahre nach Tod des Schöpfers. Warum das hier anders ist, ist unzureichend, völlig unzureichend erklärt.
Sie bringen hier das Urheberrecht mit dem Geschmacksmusterschutz durcheinander. Die 70 Jahre beziehen sich auf das Urheberrecht. Dieses ist aber für die hier verhandelte Fragestellung nicht relevant. Der Geschmacksmusterschutz wiederum gilt maximal 25 Jahre. Die relevante Fragestellung im Verfahren war, ob für die aktuelle 911 Baureihe diese 25 Jahre neu begonnen haben oder eben nicht da die neuen Baureihen des 911 immer nur kleine Evolutionen des Designs der ursprünglichen Baureihe waren. In letzterem Fall kann für die neue Baureihe kein neuer Geschmacksmusterschutz geltend gemacht werden.

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DerBlicker 06.06.2019, 16:56
29. Urheberrecht eventuell doch anwendbar

Zitat von kommentar4711
Sie bringen hier das Urheberrecht mit dem Geschmacksmusterschutz durcheinander. Die 70 Jahre beziehen sich auf das Urheberrecht.
Den Porsche 911 könnte man durchaus auch als Kunstwerk im Sinne von §2 (1) Nr 4 Urheberrechtsgesetz ansehen. Ich bin sicher, Porsche wird das austesten.

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