Forum: Auto
Deutschland: Viele Luftmessstationen offenbar falsch platziert
DPA

München, Mainz, Wiesbaden: Etliche Messstationen entsprechen offenbar nicht EU- Vorgaben. Einem Medienbericht zufolge halten sie den Mindestabstand zur nächsten verkehrsreichen Kreuzung nicht ein.

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modellflieger 18.11.2018, 16:46
90. Commission directive (eu) 2015/1480

Das Wort „shall“ bedeutet in diesem juristischen Text „ist verpflichtend“. Das sieht man auch daran, dass vor der Unterschrift von Herrn Juncker steht: „This Directive shall enter into force on the twentieth day following that of its publication in the Official Journal of the European Union“.

„for all pollutants, traffic-orientated sampling probes shall be at least 25 m from the edge of major junctions and no more than 10 m from the kerbside. A “major junction” to be considered here is a junction which interrupts the traffic flow and causes different emissions (stop&go) from the rest of the road“.

„Kerbside“ bedeutet Bordsteinkante. Wenn es einen Parkstreifen gibt, dann von dessen Kante aus gemessen. In München steht die Messstation (Landshuter Allee) im Parkstreifen wie ein Auto.

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lesheinen 18.11.2018, 16:47
91.

Zum einen ist ein Teil der Messstationen aufgebaut worden, bevor die Abstandsregelung der EU in Kraft trat, und ein anderer Aufstellungsort ist technisch nicht möglich. Zum anderen befinden sich auch bei verkehrsreichen Kreuzungen Gebäude, deren Bewohner durch weit überhöhte Werte gesundheitlich geschädigt werden. Das zählt aber nicht, selbst schuld, da eine Wohnung bezogen zu haben. Juristisch mag diese Argumentation haltbar sein. Man kann auch - wie in Aachen - erfindungsreich sein und einen rechnerischen Mix, bestehend aus frischer Waldluft von Eifel und Ardennen und frischen Abgasen als unbedenklich per ordre mufti deklarieren wollen. Hauptsache, die Stinker können weiter die Lungen Unbeteiligter schädigen. Man kann auch - wie die Bundesregierung - ein Gesetzesvorhaben beschließen, das die zu erduldenden Belastungswerte einfach nach oben schraubt. Das widerspricht zwar EU-Recht, aber bis dieser kleine Mangel von der EU-Justiz festgestellt ist, vergehen Jahre. Zweifelsfrei ist der Bürger damit vor zuviel Abgas geschützt, solange er lebt. Er lebt eben nur ein wenig kürzer. Und nach seinem vorzeitigen Ableben hat er kein Klagerecht mehr. So what! Hauptsache, die Autoindustrie kann weitermachen wie bisher.

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equigen 18.11.2018, 16:47
92. Interessante Frage - aus einem weiteren Grund

Zitat von aspi01
Wie kann das sein, dass ausgerechnet die Menschen in München die höchste Lebenserwartung in Bayern haben? Dort, wo es viel mehr Abgase gibt wie auf dem Land?
Tatsächlich haben Städter eher nicht die längere Lebenserwartung. Gerade aus diesem Unterschied rührt die schräge Annahme, dass es die schlechte Luft sein MUSS, die für diese kürzere Lebenserwartung (im Durchschnitt der Städte) verantwortlich ist. Und dann hat man die verkürzte Zeit auf die verschiedenen Schadstoffe aufgeteilt und kam zum Schluss, dass 40ug ein ganz spitze Grenzwert ist... rein statistisch. Krankheitsbilder gibt es ja erst ab 8000ug.

Aber Ihr Beispiel zeigt, dass es auch andere Gründe geben muss. Sonst könnte das ja wohl kaum so sein, dass die Münchner länger leben.

Es gäbe natürlich auch 1000 andere Faktoren, aber die spielen angeblich keine Rolle... Wie: Weniger Stress auf dem Land, mehr Sportmöglichkeiten am Land (ich bin in 5 Minuten im Wald) und somit mehr Bewegung, keine Ghettos mit Menschen die eh nicht auf ihre Gesundheit achten, weniger Lärm (ja, kommt natürlich auch vom Verkehr, aber nicht von den Dieseln), unbelastetes Gemüse aus dem eigenen Garten, ...

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curiosus_ 18.11.2018, 16:48
93. Exakt

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Natürlich müssen Messstationen da stehen, wo sich Menschen aufhalten. Auf dem obigen Foto sind die Häuser und die Fußgänger auch nicht 25 Meter vom Straßen- oder Kreuzungsrand entfernt, sondern eine Bürgersteigbreite. Natürlich gefällt das der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und der FDP nicht, weil deren Kernklientel dort sowieso nicht wohnt. Man kann die Messstationen natürlich auch da aufstellen, wo einige Failed States sie gerne aufstellen - aber deswegen sind es ja auch Failed States. Oder wo die FDP sie gerne aufstellen würde - im Hunsrück wahrscheinlich. Wenn schon die Diesel-Abgaswerte schöngefärbte Fantasiegemälde vieler Automobilhersteller sind, sollten wenigstens die Messwerte von Luftschadstoffen als Ausgleich ein einigermaßen realistisches Abbild der Realität im "Realbetrieb" sein.
"sollten wenigstens die Messwerte von Luftschadstoffen als Ausgleich ein einigermaßen realistisches Abbild der Realität im "Realbetrieb" sein".

Es geht aber um Jahresmittelwerte! Und wer hält sich das ganze Jahr, 365 Tage, Tag und Nacht, direkt neben einer Kreuzung auf?

Eben: "sollten wenigstens die Messwerte von Luftschadstoffen als Ausgleich ein einigermaßen realistisches Abbild der Realität im "Realbetrieb" sein"

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prophet46 18.11.2018, 16:49
94.

Das war doch Eingeweihten längst klar. Die Dieselbesitzer haben bisher noch nicht begriffen, dass sie das Opfer einer Verschwörung der Grünen (ja, Verschwörung) geworden sind. Los ging die Sch***e in Stuttgart mit Feinstaub (grüner Verkehrsminister). Danach ging es nach Hamburg (grüner Verkehrsminister). Dann wurden die Grenzwerte für sakrosankt erklärt.(von den Grünen und irehn Ökofuzzis über Brüssel eingesteuert. Dies wiederum nutzte die Deutsche Umwelthilfe, eine Nachgeburt der Grünen (von einem Grünen gegründet und von den Grünen mit dem Verbandsklagerecht ausgestattet), um landauf, landab Kommunen, deren Grenzwerte über 40 mg Stickoxyde lagen, auf Fahrverbote zu verklagen. Die Grünen hielten sich dabei vornehm im Hintergrund und überließen das hässliche Geschäft diesem Resch, ein durchgeknallter selbstverliebter Psycho, der sich den Kampf gegen das Auto auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei ist ihm jedes Mittel recht, siehe auch den Manipulationsversuch bei einem BMW.
Die Grünen schienen aus dem Schneider zu sein. Nur ab und zu lies Hofreiter einige markante Sätze los wie "Automobilindustrie hat betrogen und gelogen" und auch die Schreckschraube Göring Eckardt verzapfte etwas von zulssiger "Nasenmessung" um die falsch angebrachten Messsonden zu rechtfertigen..
Eigentlich mussten die Grünen, deren Skandal bisher Milliarden Wertverluste produziert hat, schon längst bei 3% Wählerzuspruch liegen. Seltsamerweise hat der von ihnen orchestrierte Skandal ihnen sogar geholfen. Verrückte grüne Welt. Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.

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kpkuenkele 18.11.2018, 16:54
95. Grüne Verschwörungstheorien

Es ist unglaublich, wie viele Menschen hier im Forum leugnen, dass entgegen aller amtlichen Zahlen die Stickoxidbelastung in den letzten 30 Jahren stetig zurückgegangen ist, während sie bei Leugnern des Klimawandels - zurecht - die Aluhüte verorten.

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Patenting 18.11.2018, 16:55
96. Der Bürger im Würgegriff von grünen Politikern und Beamten!

Grüne Politker machen Gesetze über Grenzwerte, die über den Daumen gepeilt sind, und die untergeordneten Behörden liefern die "gewünschten" Ergebnisse. Dass andere EU-Länder, in denen dieselben EU-Vorschriften gelten, offenbar keine Stickoxid-Probleme haben, sollte langsam auffallen ...

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kmgeo 18.11.2018, 16:59
97. Anstieg an allen Fronten!

Deutschland steigt ab. überall. im Fussball und sonst auch. Beamte können keine Richtlinien mehr lesen und haben ihren Amtseid vergessen. Bürger wissen nicht mehr, dass Gesetzen (fast) immer Folge zu leisten ist. will man Gesetze ändern, muss man andere Parteien wählen. Solange gelten die bestehenden und sind einzuhalten. Egal, was ich davon halte. Ausser bei offensichtlich grundgesetzwidrigen Gesetzen und Tyrannei. Das liegt aber nicht vor. Also ist die Sache klar: Messstellen überprüfen und verlagern, bei Überschreitung der Grenzwerte durchgreifen.

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sitacuisses4711 18.11.2018, 17:02
98. DUH das Handwerk legen mit Petition

Die Regierung weiß auch nicht, was ihre linke und ihre rechte Hand macht: auf der einen Seite den Abmahnverein ermuntern, überall zu klagen und auf der anderen Seite verzweifelt versuchen, die unsinnigen Fahrverbote zu verhindern (messstellen falsch, das weiß man doch schon seit Monaten!?).
Darf ich daran erinnern, dass die Emissionen aus Verkehr unter 20% ausmachen. Was wird gegen die anderen Emittenden mit 80% unternommen? So gut wie nichts, siehe z.b. Schiffsverkehr, Luftverkehr....
Wenn man mal auf allen Seiten Objektivität/ Vernunft walten ließe, dann könnte man mittelfristig auch ohne Verbote zu geringeren Emissionen kommen und von mir aus auch die Elektromobilität ausbauen, ohne Braunkohle.
Solange es aber um einen Glaubenskrieg geht, sind das wohl fromme Wünsche.

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grossmutter 18.11.2018, 17:03
99. Die Messung-Container stehen nicht falsch...

...es werden dort lediglich die falschen Paramter erhoben.

EU 50/2008 fordert bezüglich der Aufstellung der Probenahmestellen folgendes: "Der Ort von Probenahmestellen [...] ist so zu wählen [...] dass folgende Daten gewonnen werden: [...] Daten über Bereiche [...] denen die Bevölkerung [...] über einen Zeitraum ausgesetzt sein wird, der im Vergleich zum Mittelungszeitraum der betreffenden Grenzwerte signifikant ist."
https://pbs.twimg.com/media/DsRwT9EXoAEwi11.jpg

Dieser "Mittelungszeitraum" beträgt für den Kurzzeit-Grenzwert von 200µg eine Stunde, für das 40µg-Langzeit-Limit jedoch ein ganzes Jahr. Infolgedessen ist es erstens legitim, dass beide Werte an unterschiedlichen Orten gemessen werden, und es ist darüberhinaus zweitens nach der maßgeblichen EU-Richtlinie auch zulässig, den Jahresgrenzwert nicht direkt an der Hautpstraße zu überwachen. Denn "die Bevölkerung" hält sich zwar durchaus für "signifikante" Teile einer Stunde im Bereich der NO2-Hotspots auf, aber selbst Anwohner, deren Wohnungen im Erdgeschoss direkt in diesen Straßenzügen liegen, leben ganz sicher nicht für "signifikante" Anteile der 8760 Stunden eines Jahres direkt in der Abgaswolke.

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