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Diesel-Fahrverbote in Hamburg: Schildbürgerstreich
DPA

Im Kampf für saubere Luft verhängt Hamburg als erste deutsche Stadt Fahrverbote für Dieselautos. Nützen werden diese nichts - im Gegenteil.

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stefanmargraf 31.05.2018, 06:06
1. Stimmt, Fahrverbote sind Unsinn

Aber nicht weil es zu wenige davon gibt, sondern weil sie nichts bringen und unfair sind. Ein Auto, dass hierzulande seine Zulassung erhält darf fahren bis es auseinanderfällt. Und das ist gut so, es wird auch geschehen. Und dann kommt die nächste Generation mit besseren Abgaswerten. War immer so. Daher fahren auch keine Nachkriegs-LKW mehr. Und niemand muss irgendwas verbieten oder aufhetzen.

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marthaimschnee 31.05.2018, 06:10
2. könnte?

Unterm Strich WIRD mehr Abgas produziert, denn Autofahrer benutzen für gewöhnlich den kürzesten, bzw schnellsten Weg von A nach B. Die Sperrung dieser Strecke dürfte damit praktisch immer eine Verlängerung des Weges sein, was mehr Abgas nach sich zieht.

Zudem gibt es - Deutschland eben - wieder zahllose Ausnahmen, für Anwohner (ok), deren Besucher (What?), Anlieger (Hm, ich habe das Anliegen, da durch zu fahren) und die Wirtschaft sowieso (is ja klar!). Und deswegen, korrekt erkannt: es ist reiner, blinder Aktivismus.

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RalfHenrichs 31.05.2018, 06:17
3. Das ist richtig

Allerdings was sollen Kommunen machen, wenn sie vom Bundesverkehrsminister alleine gelassen werden? Klar, sie könnten die Diesel flächendeckend verbieten. Aber auch dann gäbe es das Problem: wie erkennt man, ob ein Auto in diese Kategorie gehört, wenn es keine Plakette gibt? Und ist es rechtlich erlaubt, da bei flächendeckenden Verbot es auch Straßen betreffen würde, die nicht so stark belastet sind? Insofern ist es Symbopolitik, aber ich denke, es soll vor allem Druck auf Scherrer erzeugen. Eine solche Straße bringt es natürlich nicht. Aber wenn immer mehr Straßen, auch in anderen Kommunen verboten werden, könnte der Ignorant in Berlin vielleicht doch umdenken. Jedenfalls haben die Kommunen keine andere Chance.

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wrkffm 31.05.2018, 06:20
4. Reine Kosmetik für Unbelehrbare.

Es ist doch nicht nur der Diesel, es ist einfach die schiere Masse des so genannten "Individualverkehrs". Die Lärmbelästigung an den großen Zubringer-und Hauptverkehrsstrassen ist nicht minder Gesundheitsschädlich. Der Lärm macht die Bewohner ebenso krank, wie die Abgase hunderttausender Verbrennungsmotoren in den Großtädten. Die große Freiheit des Individualverkehrs stößt an die Grenze des Machbaren. Es wird sich ein Großteil der jetzigen Autofahrer an andere Verkehrskonzepte gewöhnen müssen, denn da führt in Zukunft kein Weg mehr drann vorbei.

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GROLENIUM 31.05.2018, 06:21
5. Realität

Menschen die sich in gutem Glauben ein Dieselfahrzeug gekauft haben möchten weder Bus, Bahn noch Radfahren. Grossflächige Umweltzonen treffen die falschen. Ich frage mich wie andere Europäische Städte die Grenzwerte einhalten. Liegt wohl an der deutschen Dokumentationswut, dass die EU überhaupt von überschreitenden Grenzwerten weiss. Massentaugliche Elektroautos wird in absehbarer Zeit kein Thema sein. Der alte Stinkdiesel Fahrer dürfte nicht der technikaffine Applejünger sein sondern eine Pflegekraft die auf ein günstiges Fahrzeug angewiesen ist. Günstiger Gebrauchtwagen nicht teurer Spleen. Selbst bei aktueller Verfügbarkeit bei 40 Mio Autos dürfte es gut und gerne 20 Jahre dauern bis die komplette Flotte erneuert wäre!!!

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kpkuenkele 31.05.2018, 06:24
6. Mit Kanonen auf Spatzen schiessen

Die Hamburger Maßnahmen entsprechen genau den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, dass die Fahrverbote verhältnismäßig bleiben müssen. Eine minimale Maßnahme für ein marginales Problem, auch wenn der Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe aus der Maus gerne einen Elefanten macht. Die Daten des Umweltbundesamtes zeigen tatsächlich, dass die Luftqualität in den deutschen Städten in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich besser wurde. Nur an wenigen Meßstellen und wenigen Tagen im Jahr kommt es noch zur Überschreitung der strengen EU-Grenzwerte. Absurderweise ist die Luft am Straßenrand inzwischen vielfach sauberer als am Arbeitsplatz (bei Stickoxiden), Klassenzimmern oder U-Bahnhöfen (beim Feinstaub). Sollen wir diese Orte sicherheitshalber für den Personenverkehr sperren? Wie die im Artikel geforderte großflächige Umweltzone wäre dies einfach nur mit Kanonen auf Spatzen schiessen.

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fördeanwohner 31.05.2018, 06:30
7. -

Auch in Kiel wird es so sein, denn die Automassen, die über den Theodor-Heuss-Ring, der Hauptverbindung zwischen West und Ost, rollen, werden sich nun über andere bereits stark befahrene Wege durch Kiel bewegen.
Ganz ehrlich, stellt einfach die Messstation woanders auf und siedelt die Leute um, die direkt an dieser einen Stelle wohnen um. Dort will sowieso keiner wirklich wohnen.
Nicht, dass ich das Dieselproblem verniedlichen möchte, aber es ist ein wenig seltsam, Messstationen gerade dort aufzustellen, wo die Belastung nicht repräsentativ ist. Ich hätte sogar ohne Messung sagen können, dass dort die höchsten Werte ever gemessen werden würden.
Nun ja, es drohen aber Klagen ... Da ist natürlich Aktionismus statt Nachhaltigkeit gefragt.

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Llares 31.05.2018, 06:33
8. Aha

Die Maßnahmen führen vielleicht zu höheren Emissionen? Eher garantiert, da Umwege gefahren werden müssen.
Am einfachsten könnten die Luftwerte übrigens verbessert werden, wenn man an Hafen ansetzt: Verpflichtung zu Landstrom und Einschränkung der Kreuzfahrtschifferei. Aber das ginge ja ans Prestige!

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jufo 31.05.2018, 06:34
9. die Städte sollten sich zusammen tun

Die Luftthematik haben ja viele Städte und den täglichen Verkehrskollaps auch.
Düsseldorf stärkt den Fahrradverkehr mit einem teilweise sehr schönen Radstreckennetz durch Nebenstraßen und einer App die entsprechende Routen ausgibt. Solche Apps muss nicht jede Kommune selber entwickeln, da können andere sicher profitieren. Außerdem kann man gemeinsam solche Initiativen besser bekannt machen, daran hapert es derzeit aus meiner Sicht am meisten.
Hamburg dürfte ähnlich wie die Rheinanlieger Probleme wegen der Schiffsdiesel haben. Da muss sich auch etwas tun, das geht auch nur gemeinsam.
Natürlich muss das Ziel sein, den Autoverkehr zum Wohle aller zu reduzieren und die Luft- und Lebens-qualität insgesamt zu verbessern. Das geht auch aber am besten gemeinsam. Ich erwarte, dass die Kommunalpolitiker sich diesbezüglich mehr zusammenschließen.

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