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Dieselautos: Dobrindt wirft Fiat erneuten Abgasbetrug vor
DPA

Der Streit zwischen Fiat und deutschen Behörden dauert an. Nach SPIEGEL-Informationen hat das KBA festgestellt, dass die Abgasreinigung der Autos des italienischen Herstellers weiterhin heruntergefahren wird.

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wenndannjetzt 31.03.2017, 18:37
1. Schaukampf, oder?

Herr Dobrindt versucht wohl von seinen Fehlern und Versäumnissen abzulenken. Zunächst mal sollte er der hiesigen Automobilindustrie die Leviten lesen.
Von Verbesserungen im Bereich Bahn und ÖPNV scheint der Herr ja auch nichts zu halten.

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michael.mittermueller 31.03.2017, 18:44
2. Die Verantwortung für die Durchführung von Abagastests liegt beim Tester und nicht beim Hersteller

Für mich ist die prüfende Stelle dafür verantwortlich, dass ihre Ergebnisse nicht manipuliert werden können.
Es ist allgemein bekannt, dass Benchmarks in der IT durch die Hersteller von Computern manipuliert werden.

Die Annahme, dass dies im Falle von Tests in der Automobilindustrie nicht passieren würde ist deshalb auf Basis gesunden Menschenverstands unzulässig. Die Tests sind deshalb so auszulegen, dass sie, etwa durch die Variation der Dauer und der Form der Belastung vergleichbare Ergebnisse bei unterschiedlichen Testverläufen erlauben.
Automobilhersteller selbst testen ihre Fahrzeuge unter unterschiedlichsten Bedingungen. Hierzu gibt es hervorragendes Video von National Geographic zu diversen Baureihen von Herstellern von Luxusmarken.

Das Tests und Lobbyismus nicht nur im Bereich Automobil zusammengehören zeigt die Behandlung von Abgas und Verbrauchswerten im Bereich Motorrad, Kleinkraftrad, Vespa usw. . Das darüber nicht gesprochen wird, dass diese Fahrzeuge ebensoviel verbrauchen und an Abgasen ausstoßen wie wesentlich schwerere Fahrzeuge sollte eigentlich seit Jahren abgestellt worden sein. Vielleicht sieht sich der SPIEGEL mal an, weshalb dies hier in der EU noch nicht der Fall ist und ob es hier Überganggsfristen und Sonderregelungen gibt.

Das ausgerechnet Deutsche Fahrzeuge schmutziger sein sollen als die von Herstellern aus anderen Ländern ist jedenfalls eine Farce. Wer Verkehr in seiner Umweltwirkung messen will, der muss dies mit objektien Vergleichskriterien tun. Und hierzu gehören auch vergleiche verschiedener Verkehrssysteme und Fahrzeugtypen.

Dass am Ende nur VW zahlt ist lächerlich. Hier wird einfach nach dem aus Sicht der beiteiligten Juristen plausiblen Grund gehandelt, dass dort für die Prozessbeteiligten am meisten zu holen war. Eine Bonanza für die beteiligten Firmen und Personen. Mehr nicht.

Wenn heute Rennwägen und Luxuslymosinen als umwelftreundlich gefördert werden, die in weniger als 4 Sekunden von 0 auf 100 sprinten, dann frage ich mich, wie es hier mit objektiven Verbrauchs und Umweltwerten aussieht, die vergleichbar sind.
Angesichts des vorhandenen Energiemixes müsste man diese Fahrzeuge nicht ausschließlich der regenerativen Energie zuordnen. Und dann sähe die Umweltbilanz für Diesel und Benzinfahrzeuge im Vergleich zu Elektrofahrzeuge eventuell sogar deutlich besser aus, als die heutige Statistik es hergibt.

Diese haben eine Berechtigung in großen Ballunsgzentren und Megacities. Aber eben nicht als Rennfahrzeuge und PS Monster, die es per se zu fördern gilt.

https://www.bdew.de/internet.nsf/res/001 Bruttostromerzeugung nach Energieträgern 2014/$file/150326-Bruttostrom_std.jpg

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Mister Stone 31.03.2017, 19:04
3. Preisfrage

Der Unterschied zwischen den deutschen und allen anderen Abgasbetrügern ist, dass die deutschen sich in den Staub werfen und alles zugeben, während die anderen alles mit Empörung bestreiten. Und nun kommt die Preisfrage: Wenn kann man mit höchsten Erfolgsaussichten am einfachsten verklagen? Die Frage, wer doof ist, stelle ich gar nicht, sonst wird dieser Beitrag zensiert.

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Forensahne 31.03.2017, 19:27
4. Alles geht

Alles geht. Behaupten kann man das letzte Molekül und die Politik ernährt sich zumeist von Besserwisserei, ohne das sie Betroffenen wissen, was wirklich abgeht.

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okav 31.03.2017, 19:45
5. Tja, die Italiener Pinkeln halt nicht ins eigene Nest

Da kann das KBA noch soviel feststellen.

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benzle 31.03.2017, 20:18
6. Herr Dobrindt trägt nicht nur kariert, er redet auch so.

Zitat von wenndannjetzt
Herr Dobrindt versucht wohl von seinen Fehlern und Versäumnissen abzulenken. Zunächst mal sollte er der hiesigen Automobilindustrie die Leviten lesen. Von Verbesserungen im Bereich Bahn und ÖPNV scheint der Herr ja auch nichts zu halten.
Schon Johann Wolfgang von Goethe hatte Weitblick.
Ein jeder kehre vor seiner Tür,
und rein ist jedes Stadtquartier.
Ein jeder übe sein' Lektion,
so wird es gut im Rate stohn.

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fussi83 31.03.2017, 20:37
7. @ michael.mittermueller

Ich habe gleich mehrere Fragen zu Ihrem Kommentar (Nr. 2):
1. "Das Tests und Lobbyismus nicht nur im Bereich Automobil zusammengehören zeigt die Behandlung von Abgas und Verbrauchswerten im Bereich Motorrad, Kleinkraftrad, Vespa usw. . Das darüber nicht gesprochen wird, dass diese Fahrzeuge ebensoviel verbrauchen und an Abgasen ausstoßen wie wesentlich schwerere Fahrzeuge sollte eigentlich seit Jahren abgestellt worden sein."
Bitte zeigen sie mir den PKW mit 1.6l/100km Realverbrauch. Ich denke über eine Alternative über meinen Roller nach.
Daneben: Richtigerweise ist bei Vollauslastung (aller Sitzplätze und des Stauraumes) die Bilanz bei PKW insgesamt zu Kleinkrafträdern ausgeglichen. Und verglichen mit PKW ist die Abgasreinigung - gelinde gesagt - ausbaufähig. Jedoch sehe ich auch durch unsere Stadt (Dortmund) zumeist immer nur 1 Person im Wagen sitzen. Jetzt gilt es daraus nun einen Wert zu extrapolieren, der mir sagt, dass ich ein größerer Umweltsünder mit schlecht gereinigtem 1,6l/100km Verbrauch bin, als jemand (angenommen 1 Person), der zur Stoßzeit mit dem PKW bei realistisch 10l/100km (Stadtverkehr) zur Arbeit, dafür aber nach EURO 6 fährt.
Man kann festhalten: Werte sind nicht einfach zu vergleichen. Das gleiche gilt übrigens auch bei meiner Frage zu...
2. "Diese (Anm.: Elektorautos) haben eine Berechtigung in großen Ballunsgzentren und Megacities. Aber eben nicht als Rennfahrzeuge und PS Monster, die es per se zu fördern gilt.
- Müssen Rennfahrzeuge und PS-Monster denn gefördert werden? Ihre persönlichen Präferenzen in Ehren, aber es ist für den Erfolg des Energiewandels eminent, dass wir als Verbraucher umdenken müssen. Das gilt natürlich dann auch für entsprechende E-Autos, die kein Ablassbrief sind, soll heißen: Unnötige Wege zum Bäcker sollte man sich auch damit sparen. Daneben haben - die richtige Infrastruktur vorausgesetzt - E-Fahrzeuge immer und überall eine Existenzbereichtigung: Die Ökobilanz ist nicht grün, wie oftmals plakatär behauptet wird. Dennoch ist der Wirkungsgrad von E-Motoren höher als der von Verbrennungsmotoren. Anders als z.b. bei "Wasserstoff-Autos" ist die Bilanz auch unter Berücksichtigung der Energieträgerherstellung positiv ggb. normalen Autos.

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Poco Loco 31.03.2017, 20:47
8. Bosch machts möglich.

Soviel ich weiss, werden von Fiat dieselben Steuergeräte und Software von der deutschen Fa. Bosch verbaut, wie auch bei VW. Erst sich mit der Autoindustrie ins gleiche Bett legen (Verkehrsministerium) und jetzt petzen gehen. Soviel zum "Charakter" von Herrn Dobrindt, in der Schule wäre der karierte Anzugträger vermutlich von den Mitschülern gemobbt worden.

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specialsymbol 31.03.2017, 21:01
9. Na und?

Die ganzen VWs fahren ebenfalls noch mit Abschaltvorrichtung rum. Ein jeder kehre zuerst vor seiner Haustür. Nicht wahr, Herr Dobrindt?

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