Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

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robber 23.01.2019, 14:37
1. Natürlich geht es um das schnellere Vorankommen

Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt.
Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen.
Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.

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Le Commissaire 23.01.2019, 14:50
2. nationales Heiligtum

Die Debatte ist überflüssig, weil es hier nicht um rational Argumente, sondern um ein nationales Heiligtum geht.

So, wie die USA niemals das liberale Waffenrecht abschaffen oder die Japaner niemals den Walfang aufgeben werden, werden die Deutschen niemals ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen einführen. Auch wenn es der komplette Rest der Welt -- aus gutem Grunde -- anders macht, hier fühlt sich der Durchschnittsdeutsche in seiner Weltsicht einfach allen anderen überlegen.

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nufan 23.01.2019, 14:50
3. stimmt schon, aber...

ich denke, dass die meisten Autobahnraser sich gar nicht für die geilsten Autofahrer halten, sondern dass sie einfach bock haben schnell zu fahren und das kann eben, wie oben richtig gesagt, auf der Autobahn jeder, der ein schnelles Auto hat. Es geht ja, wie oben auch richtig gesagt, viel mehr um den Nervenkitzel und das Gefühl von Geschwindigkeit, als darum zu zeigen wie toll man fahren kann. Wer das erste mal vom 5-Meterbrett springt, wird ja auch nicht davon ausgehen, den besten jemals gezeigten Sprung hinzulegen, sondern hat Lust auf den Nervenkitzel und die Überwindung. Das "ich bin der geilste"-Gefühl ist wohl eher so ein Ding von Prolls, die sich in Innenstädten illegale Rennen liefern und die werden auch nicht damit aufhören, wenn man auf der Autobahn nur noch 100 fahren darf.

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Bevölkerung 23.01.2019, 14:51
4. Zu schnell und zu langsam

Paradoxes Deutschland: Denn hier wird zu schnell und gleichzeitig zu langsam gefahren. Als Vielfahrer würde ich ein Tempolimit von 130 km/h begrüßen. Wobei dies aufgrund der vielen Baustellen und des dichten Verkehrs in Ballungsräumen faktisch schon längst Realität ist - allerdings im Spektrum von nur 70 bis 100 km/h. Realität ist aber auch: ist mal alles einigermaßen frei, wird die linke Spur von Fahrzeugen (v.a. Golf Plus, Mercedes A-Klasse, Opel Meriva) bevölkert, die mit maximal 109 km/h unterwegs sind und wegen abgeklebter Rückspiegel nicht merken, dass es hinter ihnen noch weitere Verkehrsteilnehmer gibt. Dabei sind blinkerloses Ausscheren und zwei Minuten lange Überholvorgänge nicht Ungewöhnliches. Oder anders gesagt: Überholen unter Vermeidung von Vorbeifahren ist hierzulande Volkssport - und trägt AUCH zu aggressiven Situationen im Straßenverkehr bei. Man sollte das Thema auch mal unter diesem Aspekt beleuchten.

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Maverlized 23.01.2019, 14:51
5. Nervenkick...

… ist das, was die Schnellfahrer (ich vermeide mal "Raser", das ist dann doch zu negativ belastet) antreibt.
Da haben Sie völlig Recht, Herr Hengstenberg!
So etwa wie Achterbahn fahren, Cart-Fahren, Bungee-Springen, Mountainbike-Downhill, etc.
Der Unterschied ist nur:
Die genannten Beispiele finden unter Gleichgesinnten und meist im abgesperrten Raum statt. Jeder (Jeder!) Teilnehmer ist sich des Risikos bewusst und geht es bewusst ein.
Auf der Autobahn - im öffentlichen Raum - muss das Risiko, welches ein schneller Fahrer eingeht, aber im Sinne der anderen Teilnehmer, die vielleicht eher "nur" auf möglichst maximal sicherem Wege von "A" nach "B" wollen, begrenzt werden. Und das Risiko eines wirklich schweren Unfalls bei 200 km/h ist einfach zu hoch! Weil die Schadenshöhe eben gleich mal maximal ist, wenn man mit 200km/h gegen ein Stauende brettert, selbst wenn die Anzahl solcher Unfälle gering ist.
Nebenbemerkung: Risiko = Schadenshöhe mal Eintrittswahrscheinlichkeit
Machen das die Schnellfahrer nicht freiwillig, muss der Zwang her. Um die anderen für den Risiken zu schützen. So einfach ist das!

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CrocodileDandy 23.01.2019, 14:52
6.

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren irgendwann mal eine Stunde hohes Tempo gefahren zu sein. Wo soll das noch gehen, ohne dass man in eine 80er Baustelle oder Stau fährt? Das bisschen Sonntagmorgen-Gebretter auf freien Bahnen ist doch nun wirklich ein Egde-Case, die meiste Zeit kommt man nicht voran, weil das Verkehrsaufkommen zu hoch oder die Infrastruktur zu schlecht ist. Mittlerweile ist mir die Bahn (!) weitaus lieber

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james16 23.01.2019, 14:53
7. Sie fahren also

jeden Tag zwei Stunden mit 180. Die zwei Stunden waeren mir auch zu viel, zumal Sie da noch ganz anders gefordert sind als bei 120.
Vielleicht sollten Sie erst einmal das Problem bei der Wurzel packen, indem Sie nicht jeden Tag 360km mit 180km/h fahren muessen.

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krasnojarski 23.01.2019, 14:53
8. Langweilig...

Wer bringt eigentlich SPON mal bei, dass reine Meinungsäußerung noch keinen Kommentar macht? Mir ist das Tempolimit auf den Autobahnen herzlich egal, trotzdem hätte ich einen echten Kommentar durchaus geschätzt. SPON beschränkt sich leider meistens auf reine Besserwisserei, hier und oft auch bei anderer Gelegenheit. Das ist LANGWEILIG! Wikipedia: "In einem guten Kommentar sollte der Hintergrund analysiert und erklärt, außerdem die Meinung des Schreibers argumentativ belegt werden. Er soll die Leser dazu anregen, sich eine eigene Meinung zum Thema zu bilden." Leider weit gefehlt...

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patriae. 23.01.2019, 14:53
9.

Die Debatte ist nur ein weiterer Versuch erwachsene Menschen zu bevormunden. Außerdem ist der Redakteur genauso wenig in der Lage jemand die Fähigkeit, ein Fahrzeug sicher zu führen, abzusprechen, wie jeder andere. Ich verbringe täglich 1000km in meinem Fahrzeug. Noch nie einen Unfall gehabt. Ich fahre schnell. Ich glaube, ich kann behaupten sicher zu fahren.

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