Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

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berno_h 23.01.2019, 15:32
100. Ich bin so frei!

Wenn auch nur ein einziges Unfallopfer durch das Tempolimit vermieden werden könnte, ist dieses im Grunde sofort einzuführen da kein einziges Argument existiert, dass das Rasen auf den Autobahnen rechtfertigt. Andererseits kann Mensch von Personen, die sich auf der Autobahn unbedingt und frei der Schallmauer zu nähern wünschen, auch nicht erwarten, dass sie zu einer vernunftbasierten Einsicht fähig wären. Daher sollte etwas Nachsicht geübt werden mit jenen, denen sich der Sinn des Tempolimits noch nicht erschlossen hat, nur weil sie direkt oder indirekt noch nicht Opfer ihres oder des Rasens anderer geworden sind. Ein Grossteil der verunfallten Tempojünger_innen kann leider nicht mehr ihre unmittelbaren Erfahrungen in diese Diskussion einbringen. Ich übrigens bin auch ein Freund der Freiheit, der Freiheit von Stress, Staus, Status und Stuss von Sturen.

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Duracellhase 23.01.2019, 15:32
101. Lieber Herr Hengstenberg

Die Sachargumente mögen zwar ausgetauscht sein, anerkannt werden sie jedoch nicht. Sie und andere Schreiben u.a., ein generelles Tempolimit würde die Zahl der Unfalltoten senken.
Nach allem was ich gelesen habe, ist es jedoch so, dass Autobahnen im Vergleich zu anderen Straßentypen vergleichsweise sicher sind. Auf den anderen Straßen haben wir allgemeine Tempolimits.

Wenn dann Beispiele von tragischen Unfällen auf Autobahnen zitiert werden, so ist das schließlich das Totschlagargument für die sachliche Diskussion. Niemand möchte solche Unfälle, absolut niemand.

Aber wenn ihre Kollegin Stochowski von Unfallopfern, die noch ihr Handy in der Hand halten, berichtet, so sagt uns das zweierlei: Erstens, die Ursache im konkreten Fall war wohl wahrscheinlich eher eine andere und zweitens, selbst wenn der Unfall durch Raserei verursacht wurde, so ist das bereits heute schon verboten.

Die StVO verlangt unmissverständlich eine angepasste Fahrweise. Sollte ein Raser in dem genannten Fall Verursacher gewesen sein, würde er mit Recht hart bestraft werden.

Das führt allerdings uns zu einem weiteren Problem: die bereits bestehenden Ge- und Verbote werden nicht richtig überwacht! Bevor man also über weitere Einschränkungen nachdenkt, sollte man sich erst mal über die Einhaltung der bestehenden unterhalten. Ich bin mir sicher, dass das viel mehr für die Verkehrssicherheit bringen würde.

Zum Schluss etwas für Sie vielleicht überraschendes: auch ich bin Befürworter eines Tempolimits auf Autobahnen. Aus anderen Gründen und ich wäre auch für eine höhere Grenze als 130.

Was mir an dieser, wie auch an anderen Diskussionen völlig auf den Geist geht ist dieses Verunglimpfen von Leuten, die anderer Meinung sind, siehe insbesondere Stockowski, die nur polemisch ist aber sonst leider nicht viel drauf hat.

Man sollte auch nicht vergessen, mal zu schauen, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist und sich auch daran bei solchen Entscheidungen orientieren.

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mfgkw 23.01.2019, 15:32
102. Nachdem auf der Ebene von Vernunft alles gesagt ist...

... hätte Herr Hengstenberg es vielleicht besser dabei belassen sollen.

Er weiß irgendwoher, daß
- die Zeitersparnis marginal ist (vielleicht auf den Strecken, die er fährt)
- das Risiko unverhältnißmäßig größer ist (wieso das auf einer leeren Autobahn sein soll, verrät er aber nicht - wo doch die Masse der Unfälle auf Landstraßen und bei dichtem Verkehr passieren)
- jeder der schneller als ein durchschnittlicher Rentner fährt, den Kick sucht und ein hirnamputierter Raser ist (woher weiß er das wieder?)

Die ganze Diskussion ist wieder eine sinnlose Sau durch Dorf, weil ein Tempolimit erstens weder an den Unfällen noch an Verbrauch oder Emissionen viel ändern wird (einfach weil die Masse der zurückgelegten km eh schon limitiert sind durch Beschilderung, 'Baustellen und zu dichten Verkehr)

Zweitens sind die paar Leute, die in den verbliebenen Lücken schnell fahren, großteils einfach Leute, die viel fahren müssen und das nicht aus Jux und Tollerei machen.

Ich fahre (ohne daß ich es mir ausgesucht habe) knapp 100 000 km jährlich - neben der eigentlichen Arbeit.
Das kann ich weitgehend auf Nachtfahrten legen und auf Strecken, wo man gut voran kommt.
Dann sehe ich mich nicht als Raser, wenn ich auf den freien Strecken 180 fahre.
Und ich bin nicht der einzige, der vorankommen will.

Leider kann jemand, der am warmen Schreibtisch sitzt und von anderer Leute Produktivität lebt, das nicht nachvollziehen. Aber solche Leute wollen dann noch ihre Mitmenschen ausbremsen, weil es nicht in ihre Ideologie passt.

Deutschland hat bisher davon gelebt produktiv zu sein.
Und nicht davon, daß alle Spediteure, Handwerker oder andere Selbständige ihre Zeit in endlosen 30er-Zonen, Kreisverkehren im freien Feld im 100m-Raster oder sonstigen Prunkbauten grassierender Verblödung vertrödeln.

Wer daheim sitzt und billig von Amazon beliefert wird, soll doch wenigstens die anderen arbeiten lassen, ohne sie zu bremsen.

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Sternwald 23.01.2019, 15:33
103. Sehr einseitig

Es ist richtig, nur vom Schnellfahren wird man kein guter Autofahrer. Und den meisten Rasern sollte man die Pappe abnehmen (imho auch den meisten nicht-Rasern ;-) ). Und wenn man langsamer fährt, dann hat man bei den Fehlern, die man im allgemeinen als Mensch so macht, mehr Zeit zu reagieren. So weit so gut.
Ich fahre mal schnell, mal langsam, aber die Hauptargumente gegen ein Limit sind in meinen Augen: 1. gibt es zu viele Gesetze, die den Menschen erziehen sollen, "wenn Du nicht so gut bist, wie wir Dich wollen, verbieten wir Dir das böse Tun". 2. redet fast jeder über ein Limit von 120 oder 130, warum nicht von 150? Oder 160? Dafür könnte man vielleicht einen Konsens finden.
Meine Theorie: es geht keiner Seite darum, einen Konsens zu finden. Man will den anderen erziehen. Das ist das Traurige an unserer Diskussionskultur, es ist keine Kultur mehr.

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Schneiderhahn 23.01.2019, 15:33
104. schnell fahren

Ich verstehe die Argumentation nicht. Schnellfahrer würden denken, Sie wären Könner, aber gerade aus fahren kann jeder, Rennstrecke ist viel besser, und daher brauchen wir ein Tempolimit? Wo ist der Zusammenhang?

Ich fahre auch gerne schnell, aber immer nur dort, wo es geht. Als Beispiel sei hier mal die 3spurige A4 durch Thüringen genannt. Warum? Es gibt viele Gründe: ich komme schneller voran, es ist nicht so langweilig, ich konzentriere mich besser aufs fahren, es ist einfach schön, schnell zu fahren usw.

Im ICE fährt man doch auch gerne schnell, oder? Wäre doch auch umweltfreundlicher, wenn der langsamer wäre...

Meine Meinung: Tempolimit wäre für mich okay, wenn es denn ausreichend hoch läge. 200 zum Beispiel. Das ist immer noch sehr schnell (natürlich nur dort, wo es die Verkehrslage zulässt), aber keine Raserei, wie jenseits der 250...

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misterknowitall2 23.01.2019, 15:33
105. Was für ein oberlehrerhafter Kommentar!

Maßlos übertrieben und oben herab. Was macht sie denn zu einem so tollen Autofahrer, dass sie meinen andere maßregeln zu können? Bzw andere Autofahrer zu bewerten? Ihr Kommentar ist an Arroganz kaum noch zu überbieten.

Und wann kann man denn 300 fahren? Um diese Geschwindigkeiten geht es bei der Diskussion aber auch gar nicht. Reden wir doch über Geschwindigkeiten von 160-170 kmh. Das ist realistisch. Und plötzlich ist auch alles andere gar nicht mehr so wild. Der Verbrauch geht nicht mehr durch die Decke, das Risiko ist wesentlich geringer, ich komme schnell vorwärts ohne andere zu bedrängen usw. leider falle ich aber auch mit dieser Geschwindigkeit unter das Limit.

Fakt ist, dass diejenigen am lautesten nach einem Limit brüllen, die sich auf einer Autobahn oft gefährlich falsch verhalten, weil sie schlicht überfordert sind. Die trauen sich nicht schneller zu fahren und suchen die Schuld bei den "Rasern", die ja alle hirnlos schnell fahren. Mal ehrlich, wem 120 auf der Autobahn genug sind, soll Landstraße fahren und nicht anderen im Weg stehen.

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studibaas 23.01.2019, 15:33
106. Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Jede Regel trifft immer ein paar Menschen, die nicht getroffen werden sollten. Die Frage ist wieviele und wie schwer.

In ihrem Fall muss also folgende Bedingung erfüllt sein damit sie als versehentlich getroffener Mitleid verdient haben:
1. Tägliche Fahrt von 360 (!) km auf einer aktuellen Autobahn ohne Geschwindigkeitsbeschränkung.
2. Besitzer eines Autos das Vollgasfest ist.
3. Fahren ausschließlich zu Zeiten wo die Autobahn leer ist. (Nachtschicht?)
4. Ein Stundenlohn der so hoch ist, dass der erhöhte Spritverbrauch durch den Stundenlohn abgefangen wird, alternativ einen Job, wo sie nicht auf 35h/Woche runtergehen können.

Der Windwiderstand steigt nämlich mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, und je nach Auto kostet sie diese Stunde die sie sparen ca. 20-40 EUR Sprit + erhöhte Abnutzung ihres Strassenrenners.

Wenn nur Menschen auf denen diese Kriterien zutreffen auf der Strasse rasen hätten wir kaum noch Raser. Und sollte sie meine Meinung tatsächlich noch lesen, überlegen sie ob Punkt 4 auf sie wirklich zutrifft. Wenn sie nicht gerne rasen sondern aus Zeitnot schnell fahren, überlegen sie ernsthaft ihre Stundenzahl auf der Arbeit zu reduzieren.

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lanedas 23.01.2019, 15:33
107. Zeitersparnis

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Bitte nennen Sie mir den Autobahnabschnitt an dem man 1 Stunde Vollgas 180 km/h fahren kann? Ich pendel jeden Tag knapp 120 km. Durch bereits vorhandene (und sinnvolle, da gefährliche Abschnitte) Geschwindigkeitsbegrenzungen, habe ich insgesamt ca 40km Strecke ohne Begrenzung. Wenn ich diese Strecke mit 180km/h statt 120km/h fahre, spare ich ca 7 Minuten ein. Das setzt natürlich voraus, dass die Strecke frei ist und ich nicht zwischendurch langsamer fahren muss, da ein langsamerer Verkehrsteilnehmer (berechtigterweise, da auch er für den Unterhalt der Straßen aufkommt) auf der linken Spur fährt. Auf ein Jahr gerechnet, mögen diese 7 Minuten viel sein, allerdings setze ich mich und andere gleichzeitig einer höheren Gefahr aus tödlich zu verunglücken. Ob es einem diese 7 Minuten wert sind, möge jeder für sich selbst entscheiden, aber grundsätzlich Zeitersparnis als Argument bringen, ist einfach nur unsinnig, da nicht relevant. Man sollte doch eher Klartext reden und sagen, man fährt gerne schnell, weil man gerne schnell fährt. Ich fahre auch gerne schnell (deutlich schneller als das anvisierte 130er Limit), allerdings bin ich nicht so naiv und behaupte, dies würde ich rein aus Zeitersparnis machen. Man verplempert über den Tag verteilt so viel Zeit unsinnigen Sachen, dass diese 7 Minuten Zeitersparnis nicht ins Gewicht fallen. Und wenn man sich doch daran stören sollte, sollte man eventuell darüber nachdenken den Job zu wechseln oder näher an seine Arbeitsstelle zu ziehen. Dann muss man auch nicht mehr lamentieren, ohne Geschwindigkeitsbegrenzung eine geringfügig höhere Zeitersparnis zu haben.

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Zündkerze 23.01.2019, 15:34
108. Ich frage mich

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen.
wo das möglich sein soll, 180 ununterbrochen eine Stunde lang fahren zu können. Erstens dachte ich, das nach den Tempolimit Gegnern die Autobahnen so schon voll sind mit Höchstgeschwindigkeitslimits (was ja absurd ist, denn gerade das wäre ja ein Argument für ein generelles Limit) , zum anderen wäre das nur zwischen 01:00 und 03:00 Nachts möglich. Schön das sie sich ihre Lebenszeit nicht nehmen lassen dafür aber ihre Reisetätigkeiten auf die Nachtstunden verlegen. Sie sind schon ein ausgekochtes Schlitzohr, wenn das mal kein echter Gewinn an Lebensqualität ist.

Und zum Tehma nicht mehr zutrauen, mit 180 zu fahren ist nun wahrlich keine besondere Leistung. Das ist ja gerade das Problem.

Ich war öfters in Belgien und den Niederlanden mit dem Auto unterwegs, nirgendwo bin ich so entspannt und zügig mit dem PKW an das Ziel gekommen. Und das zu jeder Tageszeit. Weil sich fast alle an das Tempolimit dort halten. Das ist für mich ein Zugewinn an Lebensqualität. Zumal auch noch für die Gesellschaft.

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n.a.i.s 23.01.2019, 15:34
109. Als Viel- und Schnellfahrer möchte ich Sie korrigieren,

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
denn auch Sie finden garantiert keine Autobahn mehr, auf der Sie heutzutage eine Stunde lang 180 km/h fahren können.
Die längste mir in Deutschland bekannte Strecke ohne Beschränkung hat eine Länge von ca. 100 km, allerdings erst ab 06:00 Uhr morgens. Vorher sind wg. Lärmschutz zwischendrin ca. 20 km auf 120km/h beschränkt.
Das heißt die von Ihnen errechnete Lebenszeit läßt sich nicht herein fahren, abgesehen davon, dass ein Teil für mehr Tankvorgänge wieder drauf geht.
Ich habe jeden Tag ca. 120 km als normalen Arbeitsweg (hin und zurück) davon ca. die Hälfte unbeschränkt. Existierte ein Tempolimit würde ich max. 5 min länger brauchen, also 10 min am Tag. Dagegen stehen eine nicht unerhebliche Geldeinsparung (Tanken und Instandhaltung), wirklich weniger Aufregung (da ich mich nicht mehr über soviel Deppen aufregen muss) und natürlich weniger Risiko.

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