Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

Seite 12 von 48
erzengel1987 23.01.2019, 15:34
110. Also

Das Tempolimit auf deutschen Straßen ist mir eigentlich egal. Ich fahre sehr gerne und sehr viel Auto. Ich muss sagen auf freier Strecke bin ich persönlich mit 130 gut dabei. Damit kann man bequem die LKW überholen und das einzige was manchmal stört ist wenn ein Irrer auf einmal mit gefühlten 200 oder mehr hinter einem auftaucht^^. Gut wenn Rechts viele LKW fahren muss man damit rechnen dass einer mit 90 überholt^^.

Aber vorrausschauend fahren ist für die Raser eher ein Fremdwort. Bei freier Strecke fahre ich wenn ich lust habe auch gerne mal 190 mehr schafft mein Auto nicht. Aber mir reicht es.
In anderen Ländern ist das fahren auf der Autobahn richtig schön da gibt es höchstens 130 120 und da kann man wirklich entspannt überholen muss eigentlich kaum auf den Rückspiegel achten und keiner drängelt. Wer viel im EU Land unterwegs ist wird sagen, dass es da wirklich schöner ist zu fahren.

Wem nutzen denn die wenigen freie fahrt strecken? Meistens jagen da irgendwelche teueren Wagen durch. Das heißt der kleine Sohn vom Chef hat mal Freigang und will Spaß. Dafür gibt es Rennstrecken.

Aber ehrlich gesagt mir ist es egal. Aber wenn ein Tempolimit eingeführt wird wäre es sinnvoll direkt Verkehrsregeln europäisch zu Regeln. Also mal die Billigstrafen durch anständige Strafen ähnlich der Schweiz ersetzen. Die kann man auch noch bequem zahlen :-)

Beitrag melden
Maverlized 23.01.2019, 15:34
111. Falscher Ansatz

Zitat von mantrid
Es gibt eben keine wissenschaftlich belastbaren Untersuchungen über diesen Zusammenhang. Es wäre genauso platt, darauf hinzuweisen, dass je niedriger die vorgeschriebene Geschwindigkeit ist, die Unfallhäufigkeit steigt. Das könnte u.a. damit zusammenhängen, dass vergleichsweise wenig Radfahrer und Fußgänger auf der Autobahn unterwegs sind. und Ein- und Auspark-Vorgänge auch seltener vorkommen. Die Eintönigkeit langsameren Fahrens kann durchaus unfallträchtiger sein, als die erforderliche Konzentration bei schnelleren Fahren.
Es geht um Risiko liebe(r) mantrid! Wie immer.
Auch Versicherungen schätzen Risiken ab - nicht Häufigkeiten (bzw. Wahrscheinlichkeiten)!
Und wie ich weiter oben schrieb gilt:
Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit * Schadenshöhe

Oder kalkulieren Sie die Folgen eines Asteroidencrashs auf der Erde auch nur nach Häufigkeit (Wahrscheinlichkeit)? Sehr dumm.

Beitrag melden
schlaubischlumpf 23.01.2019, 15:35
112.

Also jeder der schnell fährt hat ein schlichtes Gemüt?
Interessant wie beiliegend sie alleine mit der Überschrift sind? Dem Autor scheint die tatsächliche Lage auf deutschen Autobahnen nicht bewusst zu sein! Zum einen gibt es fast keine fließenden Verkehr mehr. Zum anderen sind es gerade immer wieder die langsam fahrenden Autos, welche zur Gefahr werden (nicht blinken, nicht konzentriert fahren, beim Spurwechsel noch bremsen). Ich fahre schnell, damit ich in kürzester Zeit von A nach B komme, um dort Geld zu verdienen, damit ich Steuern zahlen darf. Rentner in Sonntagsfahrer stört dies natürlich gewaltig.

Beitrag melden
Derwatt 23.01.2019, 15:36
113. Es ist doch immer die selbe Leier, auch hier bei SPON.

Es geht eben nicht nur darum, ob der Einzelne gern schneller als 130 fährt oder nicht (mir persönlich reicht dieses Tempo meist). Entscheidend ist, ob man die anderen - und das sind in diesem Fall die, die gern auch mal mit 180 oder schneller unterwegs sind - immer und überall maßregeln muss, weil man sich selbst der Fraktion der moralisch Überlegenen zugehörig fühlt - bei der Frage "Tempolimit ja oder nein" um der reinen Symbolik willen, denn um die wenigen nicht limitierten Kilometer und die paar Zeitgenossen, die einen überholen, wenn man sich selbst an die Riichtgeschwindigkeit hält, kann es ja wohl kaum gehen. Persönlich finde ich es gut, dass es bei uns etwas gibt - und sei es nur die Höchstgeschwindigkeit auf einem an sich unbedeutenden Teil des Autobahnnetzes -, das der deutschen Regelungswut noch nicht anheim gefallen ist. Vielleicht ist es ja gerade auch das, was manche nur schwer ertragen können, besonders dann, wenn sie von ihrem Lieblingsfeindbild, dem Porsche-Cayenne-Fahrer auf der Autobahn überholt werden. Wenn man da nicht mithalten kann, weil die eigene Karre nur 110 PS hat - na, dann muss man den halt einbremsen, und sei es mit Hilfe des Gesetzgebers.

Beitrag melden
arr68 23.01.2019, 15:36
114. Die meisten Menschen

die schnell fahren, möchten nicht früher ankommen, sondern später losfahren. Man testet halt aus, wie viel mehr Zeit man zu Haus verbringen kann und trotzdem noch rechtzeitig ankommen. Deshalb sind sie in der Zeit, in der sie nicht schnell fahren können auch so genervt und unentspannt, weil ihnen der Termindruck jetzt im Nacken hängt. Das sieht man schon bei Schülern, die immer knapper zur Bushaltestelle kommen, bis es nicht mehr reicht... Und die Wut ist dann um so größer.

Beitrag melden
arvenfoerster 23.01.2019, 15:38
115. Wiederholungen statt Argumente

Der Spiegel versucht das Thema Tempolimit als Kampagne aufzubauschen. In der achten Wiederholung der immer gleichen Aussagen binnen weniger Tage wird versucht, den Mangel an Argumenten durch Quantität auszugleichen. Tempolimits sind da sinnvoll, wo sie auf Gefahren hinweisen. Ein generelles Tempolimit schafft keine Effekte für den Klimaschutz, rettet keine Unfallopfer und bewahrt nicht vor Stausituationen. Ob es individuelle Wohlfühlfunktionen hat oder nicht, mag bitte jeder mit sich selbst ausmachen. Der Rest ist nur der Wille zur Entmündigung. Es ist Schade, dass der Spiegel hier Quantität so viel höher gewichtet als Qualität.

Beitrag melden
misterknowitall2 23.01.2019, 15:38
116. Stimmt.

Zitat von Le Commissaire
Die Debatte ist überflüssig, weil es hier nicht um rational Argumente, sondern um ein nationales Heiligtum geht. So, wie die USA niemals das liberale Waffenrecht abschaffen oder die Japaner niemals den Walfang aufgeben werden, werden die Deutschen niemals ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen einführen. Auch wenn es der komplette Rest der Welt -- aus gutem Grunde -- anders macht, hier fühlt sich der Durchschnittsdeutsche in seiner Weltsicht einfach allen anderen überlegen.
eine Frage hätte ich aber. Was ist der gute Grund, warum es ALLE anderen Länder anders machen? Kommen sie mir bitte nicht mit Sicherheit oder so was, dafür gibt es ganz andere Gründe, Verkehrsdichte zum Beispiel. Und die Emissionen werden bis vor ein-zwei Jahren auch keine Rolle gespielt haben. Also, warum sind wir Deutschen besonders doof im Vergleich mit der restlichen Welt?

Beitrag melden
Sokrates II 23.01.2019, 15:39
117. Definition von Lebenszeit,

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
diese kann man auch durchaus beim Genuss der Landschaft , welche man durchreist, haben. Kennen Sie den Begriff "ZEN"!
Im uebrigen, wer so durch das Leben hetzt, wird sich wohl auch kaum fuer andere schoene Dinge die notwendige Zeit nehmen...Er bleibt ein Getriebener.

Beitrag melden
wi_hartmann@t-online.de 23.01.2019, 15:40
118. "Schnellfahrer" (Raser)

Selbst 130 Km/H kann noch als wesentlich zu schnell in Betracht
gezogen werden. Die überwiegende Zahl der Unfalle passieren
bei Geschwindigkeiten weit unter dieser Zahl.
Für pro und kontra kann man nach Belieben passende Argumente
vorbringen.
Die Zahl der Beschäftigungslosen als Folge dieser Vorschrift
kann nicht wegdiskutiert werden.
Mir scheint eher diese jetzt losgetretene Diskussion ist das
Ergebnis unterbeschäftigter "Volksvertreter" nach dem Motto
wir müssen im Gespräch bleiben.
Die Bemühungen von Herr Spahn aus Ahaus in dieser Richtung
sind beispielhaft.

Beitrag melden
ich2010 23.01.2019, 15:40
119.

Zitat von Nania
Die Rechnung hat einen Haken: meistens funktioniert es nämlich nicht, außer vielleicht nachts bei freier Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen - und das finden Sie auch in Deutschland nicht mehr so häufig. Zumindest nicht in den Ecken, in denen ich in letzter Zeit auf der Autobahn unterwegs gewesen bin. Und sorry: in ALLEN anderen Ländern außer Nepal gibt es Tempolimits. In allen! Da kann mir keiner erzählen, dass da signifikant Lebensqualität verloren geht, wenn man nicht unbegrenzt schnell fahren darf. Und ehrlich? Ich wohne sehr grenznah und finde es immer wieder angenehm über die niederländische Grenze zu fahren. Warum? Dort ist auf den Autobahnen signifikant weniger Aggressivität spürbar, weniger Raserei, weniger Drängelei und ich darf auch mit 120 einen LKW überholen, ohne, dass mir jemand mit Lichthupe viel zu dicht auffährt und meint, er habe jetzt mehr Rechte weil er mehr PS unter der Haube hat und mit Bleifuß fahren muss.
wer welches Tempo für sich am besten hält, das sei jetzt mal dahingestellt. Aber eines stimmt so nicht - völlig egal, ob mit oder ohne Tempolimit, gedrängelt wird immer.

Bei Limit 120 fährt dann einer mit 115,8 kmh auf der linke Spur und dahinter klebt einer der 135 kmh fahren will, aber nicht kann und Lichthupe gibt. Ich bin reichlich in Ländern mit Tempolimit unterwegs - das ist auch nicht entspannter als ohne. Dann schleicht man halt gerade um Ballungsgebiete herum in einem Haufen hintereinander her und dazwischen wird wüst und ohne Rücksicht auf den Nebenmann mal eben die Spur gewechselt. Schließlich ist ja Tempolimit und der Nebenmann darf nicht schneller als 120 fahren. Wenn dann mit 90 kmh blind rübergezogen wird ist das auch nicht viel angenehmer oder besser. Allgemein werden die Leute fahrlässiger und unaufmerksamer. Das kann man ja jetzt auch schon auf deutschen Autobahnen beobachten wenn man durch die 120er Zonen fährt. Dann muss man sich halt landesweit damit rumärgern.

Es mag vllt. weniger tödliche Unfälle geben, aber ich wage sehr zu bezweifeln, dass die Anzahl insgesamt zurückgeht. Dann gibts halt weniger Unfälle wegen schnellem Fahren, dafür aber mehr weil keiner mehr aufpasst.

Beitrag melden
Seite 12 von 48
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!