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Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

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fredotorpedo 23.01.2019, 15:50
140. Der Autor beschreibt was richtig wäre

"Auf gerader Strecke schnell fahren kann jeder ..." - deshalb ist das Risiko auf gerader Strecke auch relativ gering und es bedarf keiner Geschwindigkeitsbeschränkung.
Mit Tempo 300, wie angeführt, habe erlebe ich vielleicht alle 5 oder 10 Jahre jemanden an mir vorbeirauschen (ich fahre ca. 20.000km im Jahr und einen großen Teil davon auf der Autobahn). Es gibt kaum Autos, die das leisten und viele PS-starke werden schon deutlich darunter vom Hersteller abgeriegelt. Die Spanne, die ich auf Autobahnen beobachte, liegt zwischen 100 und 200km/h. Fahre ich mit Wohnwagen bei Tempo 100, so überhole ich fast nur LKWs, fahre ich mal auf gerader Strecke eine Zeit mit 180km/h (dies ist mein persönliche Grenze), so werde ich nur selten und nur mit sehr geringen Geschwindigkeitsunterschied überholt. Gefahrensituationen auf der Autobahn erlebe ich durch Drängler, langsame Linksfahrer, Raser in engen Baustellen oder Schnellfahrer bei Schnee, Regen und Glatteisgefahr (da ist aber Tempo 120 oder 130 oft auch schon viel zu hoch).
Gefährliche Situationen en mass erlebe dagegen ständig auf Landstraßen. Dort gibt es schon Geschwindigkeitsbegrenzung und trotzdem kommt es, insbesondere durch gewagte Überholmanöver regelmäßig zu Streßsituationen. Dabei hält sich ein relativ großer Teil der Fahrer sowieso nicht an das Limit.
Wozu also das Limit auf der Autobahn? An den gefährlichen Stellen gibt es dort heute schon Limits, das reicht.
Und wer sagt denn, wieso gerade 120 oder 130 richtig g sind? Da kann man dann auch gleich sage, je langsamer umso sicherer und umso umweltfreundlicher. Also am besten Schrittgeschwindigkeit.

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pace335 23.01.2019, 15:51
141.

Also ich kann den Autor überhaupt nicht verstehen. Er tut ja direkt so als würde jeder nur noch mit 300 über die Autobahn brettern und hätte einzig und allein an der hohen Geschwindigkeit seine Freude. Also wenn ich von mir aus gehe habe ich an hohen Geschwindigkeiten keine Freude, dennoch fahre ich zumeist etwa 180-200 km/h auf der Autobahn, wohl bemerkt wenn es der Verkehr zulässt. Aber ich fahr doch nicht 180 weil ich die Geschwindigkeit so toll finde, zumeist fahr ich nicht einmal 180 weil ich es eilig habe, sondern einzig und allein weil ich mich in dem Moment am wohlsten fühle. Würde ich jetzt mit 120 auf der leeren Autobahn fahren wäre ich persönlich ganz schnell von anderen Dingen abgelenkt. Ich kann gar nicht nachvollziehen was Leute in einem Auto mit 120 auf einer leeren Autobahn machen. Klar man könnte essen, trinken, email schreiben, Zeitung lesen, ja all das was so ein Fernfahrer aus lauter Langeweile halt auch macht. Ich kann den Befürwortern des Tempolimits versprechen, dass es sicherer ist wenn ich mein Wohlfühltempo fahre als wenn ich gezwungen werde starrsinnig 120 zu fahren.

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themistokles 23.01.2019, 15:52
142.

Zitat von robber
Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Zu ihrer unsinnigen Milchmädchenrechnung muss man nichts mehr sagen. Sie wissen hoffentlich selbst, dass diese Unsinn ist. Zu ihrem letzten Satz ist zu sagen: Als Fahrer, der selbst und als Co-Pilot schon schnell auf Rennstrecken unterwegs war (Hockenheimring, Nürburgring) sage ich Ihnen: bei 180 haben Sie bei einem auftauchenden Hindernis gar nichts mehr im Griff. Und genau darum geht es beim Tempolimit: Nicht um die Frage, ob sie selbst bei 180 km/h noch geradeaus fahren können sondern wie sehr Sie sich selbst und ihr Umfeld gefährden. Rasen können Sie jederzeit auf einer Rennstrecke. Aber nicht auf Kosten der Allgemeinen Verkehrssicherheit im öffentlichen Raum.

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www.yzx.de 23.01.2019, 15:52
143. Niederlande

Zitat von Nania
Und ehrlich? Ich wohne sehr grenznah und finde es immer wieder angenehm über die niederländische Grenze zu fahren. Warum? Dort ist auf den Autobahnen signifikant weniger Aggressivität spürbar, weniger Raserei, weniger Drängelei und ich darf auch mit 120 einen LKW überholen, ohne, dass mir jemand mit Lichthupe viel zu dicht auffährt und meint, er habe jetzt mehr Rechte weil er mehr PS unter der Haube hat und mit Bleifuß fahren muss.
Der letzte Autofahrer, der mir bei 130 km/h und dichtem Verkehr so nah aufgefahren ist, dass die Scheinwerfer im Spiegel nicht mehr zu erkennen waren, und dann noch in Schlangenlinie dauergelichthupt hat, dass war am vergangenen Donnerstag ein Niederländer in den Niederlanden auf der A1. Irgendwann hat er mich dann rechts überholt und wäre mir mit seinem betagten Kleinwagen von rechts auch noch voll in die Karre gefahren, wenn ich keine Vollbremsung gemacht hätte. Leistung für ein Überholmanöver war nämlich keine da. Was den Vollpfosten nicht daran gehindert hat, meinem Vordermann nach der knapp überlebten Aktion auch wieder auf 10 cm aufzufahren und rumzublinken mit der Lichthupe. Dagegen völlig entspanntes fahren mit sehr viel höherer Geschwindigkeit ab der deutschen Grenze. Geistesgestörte Kleinwagenfahrer aus der 200-Euro-Klasse wie beschrieben fallen da nämlich schon wegen fehlender Motorleistung von vornherein aus. :-)

Der langen Rede kurzer Sinn: So einfach ist es dann doch nicht.

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andreasbln 23.01.2019, 15:54
144. Dämagogisierung

Herrje, es gibt Leute die fahren schnell und überschätzen sich, und die Mittelfahrer, die wie Autisten fahren, und Rechtsfahrer die schleichen. Ja und.... ich fahre regelmäßig Berlin - Bonn und retour und zur richtigen Uhrzeit kann der Unterschied auch ohne nennenswerten Stau locker mal 1 bis sogar 2 Stunden Unterschied machen, je nach Verkehrsaufkommen. Wer meint mit 200 km sich im dichten Verkehr durchsetzen zu können hat nicht alle Latten am Zaun, ja, aber das ist auch kein Argument für ein generelles Tempolimit. Da lobe ich mir die verkehrsabhängigen Leitsysteme. Nachts Freigabe, tags bei viel Verkehr Beschränkung oder so. Gute Gründe anderer Länder ? Vor allem die Zahl der Verkehrstoten oder Unfälle auf Autobahnen sprechen überhaupt nicht für ein Tempolimit. Gerade viele der tödlichen Unfälle, die in den vergangenen Jahren Schlagzeilen gemacht haben waren Unfälle mit auf Stauende auffahrende LKW. Hier fallen auch die letzten Tabus wie Überholen auf der 3. Spur oder Überholen im LKW Überholverbot. Es muss das Tempolimit her, als Machtanspruch einer "grünen" "vernünftigen" Gesellschaft, ohne dass es wirklich irgendeinen Mehrwert hätte. Und siehe Italien oder Frankreich und auch hierzulande, rasen die dicken SUV bei 120 trotzdem mit 160 und mehr an einem vorbei, weil ich kann's mir leisten. Die Strafen sind viel zu lasch und sollten sie es bleiben und nicht wirklich kontrolliert werden, fahren die einen weiter 180 und scheißen drauf und die braven schleichen vor sich hin. Auch gerne gesehen am Sonntag wenn man Polen nach Deutschland einreist. Die deutschen Kennzeichen fahren mehr oder minder alle im Tempolimit weil viel geblitzt wird, Autos mit polnischen Kennzeichen fahren meist deutlich schneller dran vorbei - keine Vollstreckung im Ausland. Nährwert eines Tempolimits am Sonntagabend ? NULL. Und wenn Tempolimit warum gleich 110 oder 120 ? Typisch deutsch gleich den großen Knüppel raus, obgleich Polen 140, Österreich 130, Frankreich 130. Wenn unsrere Unfallzahlen auf Autobahnen deutlich höher als die anderer Länder wären, wäre ich sofort dabei. Sind sie aber nicht. Also zählt höchstens der Umweltgedanke und da streiten sich auch die Gelehrten, ob das überhaupt messbare Auswirkungen hätte, da ja die meisten Autobahnenteilstücke , die freigegeben sind, fern von Stadtzentren gelegen sind. Auf die Feinstaubbelastung in Innenstädten dürfte sich das kaum positiv auswirken. Die Städte haben aber das Problem. Also doch bitte dort erst einmal das Problem lösen, wo es wirklich zwickt und notwendig ist.

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MichaelJackson 23.01.2019, 15:54
145. Das Tempolimit kann kommen

Erstens kann man auf unseren Autobahnen fast eh nirgends mehr schnell fahren weil gefühlte 80% schon mit Tempolimit belegt sind und zweitens...
Ich bin letztes Jahr in den USA mehrere 1000 KM auf Highways unterwegs gewesen und noch nie so entspannt Auto gefahren.
Warum???
Weil es einfach egal ist auf welcher Spur man fährt.
Wen links einer schnarcht dann fährt man rechts an ihm vorbei und gut ist’s.
Da wird nicht gedrängelt...
Und alles mit Tempolimit!!!
Kaum am Flughafen in München ins Auto gestiegen und schon ging der Stress wieder los...

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Pixopax 23.01.2019, 15:55
146. Zuviele Verbote

Es gibt schon zuviele Verbote, alles und jedes muss vom Staat von den gefährdeten Bürgern fern gehalten werden. Lasst uns diese freiheit, ich würde sonst einschlafen auf der Autobahn, nichts ist so langweilig wie strichweg 120 fahren. Sicher, ja, aber sehr sehr langweilig. Fahre gern schnell (bis 240 wenn es geht, z.B. nachts) , seit 40 Jahren, unfallfrei.

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wenndannjetzt 23.01.2019, 15:55
147.

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Was Sie hier äußern, zeugt von einer sehr beschränkten Vorstellung von Lebensqualität.

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Nania 23.01.2019, 15:55
148.

Zitat von Hang on
...richtig allerdings fußt der Artikel auf einer falschen Hypothese: Dass eine Autobahn ohne Limit das Versuchslabor für die eigenen grandiosen Fahrkünste ist. Dies ist schlicht falsch, es geht richtigerweise darum im Rahmen der Verkehrsverhältnisse möglichst schnell und sicher von A nach B zu kommen. Am Rande vielleicht auch darum, ob unsere alternde und entsprechend ängstliche Gesellschaft ein weiteres Verbot braucht. Ich bin klar dagegen: Zum einen zeigt ein Blick in die Nachbarländer, dass langsame Autobahnen nicht unbedingt sicherer sind. Ich kann jedem Zweifler eine Fahrt auf der tiroler Inntalautobahn (Tempo 100) empfehlen. Dort sterben die Menschen (vor Langeweile), weil die Konzentration überall (zb am Handy) aber nicht auf der Straße liegt. Zum anderen weil ich keine weiteren Verbote befürwortete. Wenn es wirklich um die Rettung von Menschenleben geht, sollten wir in diesem Land über Abbiegewarnsysteme, Notbremsassistenten für LKW oder Krankenhauskeime reden. Hier sterben jährlich tausende und man könnte ohne Nachteile schnell etwas tun. Die Tempodebatte hingegen ist primär emotional aufgeladen und hat mit Fakten wenig zu tun.
Vorneweg: Deutschland und Nepal sind die einzigen beiden Länder OHNE ein Tempolimit. Dafür wird es einen Grund geben.
Und das Problem an "langweiligen" Autobahnfahrten, die dazu führen, dass sich mancher Autofahrer von Dingen ablenken lässt, ist nicht das Tempo, sondern die Autobahn selbst. Schnurgerade Autobahnen können daher ein echtes Problem sein, erst recht dann, wenn auch der linke und rechte Rand der Autobahn exakt gleich aussehen und über gefühlt hunderte Kilometer "nichts" passiert.
Die Sache ist nur die: das ist kein Argument gegen ein Tempolimit. Schnell fahren sorgt hier eben nicht für mehr Sicherheit. Das tut es eigentlich nie, denn es führt eben nicht zwangsweise dazu, dass die Menschen besser Autofahren, im Gegenteil. Meistens sind diejenigen Autofahrer, die schnell fahren, nicht unbedingt "aufmerksamer", sie setzen auf Lichthupe und Drängeln und damit darauf, dass sich passivere Fahrer schon anpassen.

Wenn man mal eine längere Strecke durch die Niederlande oder Belgien gefahren ist, stellt man sehr schnell fest, dass das Fahren dort viel gelassener vor sich geht und man dennoch gut und sicher ans Ziel kommt.

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Marbi24 23.01.2019, 15:55
149. Bringt nix

Also Statistisch fast kein unterschied für die Umwelt / Unfallzahlen auch nicht mehr wie bei anderen Ländern.
Wenn´s also fast kein unterschied ist kann man es doch lassen wie es ist. Wir haben schon jetzt alles mit Regeln. Wenn jemand will kann er nur 130 Km/h fahren - dürfen die auch machen muss ja nicht jeder schnell fahren. Aufpassen muss man immer auch bei langsamen fahren. Da gibt es noch so vieles was echt Probleme macht z.B. Kreuzfahrtschiffe/ Flugreisen / alles für Langsamfahrer die an die Umwelt denken . Für mich komplette Doppelmoral. Und wenn alle langsam fahren schauen die auf Händy - dann gehen die Unfallzahlen hoch.

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