Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

Seite 18 von 48
Patenting 23.01.2019, 16:03
170. Schnell fahren und "rasen" sind nicht (immer) dasselbe

Mit 100 auf der Landstraße kann ebenso viel zu schnell sein wie mit 200 über die Autobahn. 200 oder gar noch schneller zu fahren, erfordert sehr grosse Aufmerksamkeit und Erfahrung. Die meisten modernen Autos können (viel) mehr als ihre Fahrer.

Persönlich halte ich eine Reisegeschwindigkeit mit dem PKW von ca. 160 auf der (freien, geraden, deutschen) Autobahn durchaus für angemessen und einen guten Kompromiss zwischen Schnelligkeit, Sicherheit und Effektivität. Allerdings wird wohl niemand ein generelles Tempolimit 160 ernstlich vorschlagen; es geht immer um max. 130 - oder "unendlich". Das liegt sehr weit auseinander ...

Beitrag melden
doc_x 23.01.2019, 16:03
171. Das Verrückte ...

... an der ganzen Tempolimit-Diskussion ist ja, dass es dieses Limit in Form der "Richtgeschwindigkeit" schon längst gibt. Sanktioniert wird es halt erst, wenn etwas passiert - dann droht aber in jedem Falle Teilschuld, wenn man die 130 km/h deutlich überschritten hat. Mit durchaus beachtlichen Konsequenzen.

Auch das ist so eine deutsche Kuriosität - immer und alles regulieren, aber doch nicht so richtig, und immer schön mit Schlupflöchern ...

Für die Schnellfahrer-Spaß-Fraktion möchte ich noch auf die heute ausgezeichneten Simulatoren für die heimische Wohnstube verweisen. In der Endausbaustufe (und trotzdem noch vielfach billiger als ein leibhaftiger PS-Bolide) mit kompletter Pedalerie und Lenkrad, 3D-Darstellung auf 2 m-Panoramabildschirm, und wenn es beliebt, bekommt man auch jeden 4-, 6-, 8- oder 12-Zylinder-Sound inklusive Klappenauspuff-Akustik auf die Ohren. Aber bitte mit Kopfhörer.

Und nicht mehr auf öffentlichen Straßen.

Beitrag melden
diegoronconi 23.01.2019, 16:03
172. Mittelweg

Was spricht gegen ein Tempolimit bei z.B. 180km/h? Jedes 60kw-PKW kann das inzwischen erreichen - da von "rasen" zu sprechen, halte ich für überzogen. Die ernsthaft gefährlichen Situationen entstehen für einen geübten Autofahrer (und nur die sollten bitte auf die Autobahn) doch erst bei Geschwindigkeitsunterschieden von bis zu 200 km/h (z.B. AMG vs. LKW).

Beitrag melden
max-mustermann 23.01.2019, 16:03
173.

Haben wir es dann mal langsam wieder mit der Polemik bei SPON ? Jeden Tag gefühlt fünf Beiträge mit dem selben Tenor nämlich das die Deutschen allesamt dumme notorische Raser und selbsternannte Rennfahrer auf der Suche nach dem Kick sind. Wenn dem tatsächlich so wäre müssten wir ja täglich unzählige schwere Autobahnunfälle mit dutzenden Toten haben, dem ist aber nicht so.
Meine Güte ist es wirklich so schwer zu verstehen das die meisten lediglich schnell von A nach B kommen wollen ganz ohne irgend welche Hintergedanken ? Aber nein mann muss seinen ideologisch verbohrten Unsinn nur oft genug wiederholen dann werden sich schon genügend Dumme finden die das glauben.

Beitrag melden
su27 23.01.2019, 16:04
174. Wenn ich zu diesem Thema einen Wunsch frei hätte...

... dann wäre dieser, dass es bei viel Verkehr ein Tempolimit gibt und bei halbwegs leerer Autobahn keines. Auf bestimmten Strecken gibt es das ja bereits, warum also nicht überall einführen? Ich fahre oft Langstrecke, und es kommt tatsächlich hin und wieder vor, dass die Autobahn so leer ist, dass ich 30-40 Minuten früher ankomme als vom Navi ursprünglich berechnet. Bei normaler Verkehrslage wiederum nervt es mich, wenn es kein Tempolimit gibt, weil ich gerne "vernünftige" 120-130km/h halten möchte, es aber nicht kann. Wenn viele LKWs auf der mittleren Spur unterwegs sind und auf der linken Spur gerast und von hinten gedrängelt wird, stehe ich dann nämlich vor der Wahl, entweder bei Tempo 80 auf der mittleren oder bei 180 auf der linken Spur "mitzuschwimmen", um nicht ständig beschleunigen und bremsen zu müssen.

Beitrag melden
Lexington67 23.01.2019, 16:04
175.

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Was aber voraussetzt das sie wirklich jeden Tag auch 180 km durchgängig unreglementiert und ohne Stau, Baustellen, zähfliessenden Verkehr, überholende LKW und notorische Linksfahrer zurücklegen müssen... Das dürfte aber vor allem tagsüber eher unmöglich sein...
Von daher dürfte ihr Argument also eher akademisch sein.

Beitrag melden
michiansorge 23.01.2019, 16:06
176. Schnellfahren und Rasen

sind zwei paar Stiefel. Wenn es kein Tempolimit gibt, fahre ich auch gern mal über 200. Auch wenn man im Fall eines Unfalls eine grosse Teilschuld bekommen würde, das Richttempo ist nunmal 130, ist das m.E. kein Rasen. Rasen ist mit 200 durch einen auf 80 beschränkten Bereich zu fahren usw.

So viel zum unnötig reisserischen Titel.

Es geht aber noch provokanter. Ich habe kürzlich in einer Autozeitschrift einen Kommentar gelesen, in welchem der Autor die Schlussfolgerung gezogen hat, dass die Einführung eines Tempolimits einen negativen Einfluss auf die Wirtschaft und insbesondere die Autoindustrie haben wird. Oder überspitzt vormuliert, dass dies gar einen Eingriff in die Grundrechte des Menschen darstellen würde.

Das hat mich wirklich fasziniert. Denn in jeder Autoindustrienation ausser Deutschland gibt es Tempolimits. So wie in etwa 95% aller Länder dieser Welt. Das gilt für Amerika mit ihren dicken V8 genauso wie für Italien mit ihren Flitzern oder Frankreich und allen anderen. Dass die dortigen Tempolimits einen Schaden verursacht haben, muss erst mal erwiesen werden. Denn so ziemlich jeder Hersteller hat Modelle im Programm, die deutlich über 200 laufen und die verkaufen sich trotzdem.

Denn seien wir ehrlich, die wenigsten die einen Porsche oder einen dicken Premiumbrocken kaufen machen das wegen der Höchstgeschwindigkeit. Sondern wegen Status, Prestige, Luxus und von mir aus auch noch wegen der Beschleunigung für das nächste Ampelrennen. (Gibt ja genug davon.)

Umgekehrt muss sich aber auch erstmal tatsächlich beweisen, dass ein Tempolimit tatsächlich einen signifikanten ökologischen Nutzen hat. Schon andere Massnahmen, die unter dem Deckmantel des Umweltschutz unternommen wurden, haben sich letztendlich als Luftnummer ergeben.

Der wahre Kern um den es hier geht ist daher m.E. zum einen, dass der Autofahrer schon immer die Melkkuh der Nation war und viel schon aus Prinzip keine weiteren Einschneidungen oder Eingriffe hinnehmen wollen, auch wenn sie nicht monetärer Natur sind.

Und zum anderen, wie schon gesagt, weil andere wiederum denken, dass ein Tempolimit ein Eingriff in ihre persönliche Freiheitsrechte wäre. Also ein reines Ego-Problem.

Beitrag melden
reiwolf 23.01.2019, 16:06
177. unterstellung....

man kann oder kann nicht auto fahren, können bedeutet nicht unbedingt schnell, aber viele können mit allem was dazu gehört und dass ist das wichtigste, schnell auto fahren. falls sie noch zweifel haben, lade ich sie ein, von hamburg nach münchen schnell zu fahren, sie werden begeistert sein.

Beitrag melden
rösti 23.01.2019, 16:06
178. Ja

Argument vergessen.............versuchen Sie mal mit Tempo 120 von Hannover nach Frankurt zu fahren, ja das ist eine Strapze und man lässt in der Konzentration merkilich nach und ermüdet schneller!
Bei varierter Geschwindikeit bleibt man unter Spannung und bleibt konzentriert und wach!
Danke

Beitrag melden
k70-ingo 23.01.2019, 16:06
179.

Zitat von nuwandapoet
Ich glaube Michail Hengstenberg irrt hier bei dem Sachargument: Es geht nicht um die "Sehnsucht, sich bei Geschwindigkeiten jenseits von 200 Km/h als phänomenaler Autofahrer zu profilieren", sondern um die Sehnsucht nach dem Gefühl das sich einstellt, ein Fahrzeug bei diesen Geschwindigkeiten überhaupt zu kontrollieren. Weil der empfundene Spaß bei manchen so hoch ist, schaltet die Vernunft nunmal ab. Deshalb hilft es auch wenig, darauf mit einem Vernunftargument zu kontern. Richtig ist deshalb: Es ist alles gesagt. Viel spricht für ein (nicht zu restriktives) Tempolimit. Die Politik wird es aber natürlich (wie immer) nicht umsetzen, weil es für die Bürger nur ein Problem unter vielen ist, aber die Bürger mit der besonderen Sehnsucht nach Tempo sie dann nicht mehr wählen. Leidenschaftliche Autofahrer haben im Lande de rautomobile halt die beste Lobby.
Es gibt ein Vernunftargument, weswegen ich meine Autos, auch den Oldtimer, immer mal wieder mit Vollgasbleifuß über die Autobahn jage:
Das "Freifahren" ist gut für den Motor und auch für den Verbrauch. Im Kurzstrecken- und Stadtverkehr setzen sich nicht verbrannte Rußreste im Brennraum ab, die den Spritverbrauch hochtreiben und den Motor schlechter laufen lassen. Bei ein paar Kilometern in Höchstgeschwindigkeit wird dieser Dreck dann verbrannt und rausgeblasen, mit merkbarem Erfolg.

Wenn der Wagen vorher nur Kurzstrecke und/oder in der Stadt gefahren wurde, muß man vorsichtig mit dem "Freifahren" anfangen, nicht sofort reinlatschen.
Klassische "Opaautos" und wenig bewegte Oldtimer müssen wie Neuwagen regelrecht eingefahren werden.

Das werde ich auch zukünftig so halten, selbst wenn ein Tempolimit kommen sollte.
Der gute Zustand meiner Autos ist mir wichtiger als irgendwelche ausgelebte Verbieteritis-Ideologie.
Außerdem kann eh nicht flächendeckend kontrolliert werden.

Beitrag melden
Seite 18 von 48
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!