Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

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Thilo Lambracht 23.01.2019, 16:06
180. Weniger Rechthaberei und mehr Pragmatismus wäre schön

Sicherlich haben die vielen Foristen vor mir schon sehr viel Richtiges zu Papier gebracht, aber was bei der ganzen Diskussion immer ins Hintertreffen gerät ist die Tatsache, dass wir faktisch bereits in einer nahezu vollkommen geschwindigkeitsregulierten Welt leben. Auch auf den Autobahnen gilt das, mindestens bis 20:00 Uhr und an Werktagen. Ganz real durch die vielen Baustellen. Da brauche ich wirklich keine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 oder 130 wenn durch das Nichteinhalten doch nur das Rechtsempfinden und die Rechtsakzeptanz beschädigt wird. Ich fahre jedes Jahr etwa 45.000 km und beobachte unabhängig von der Wagenklasse oder des Geschlechts eine allgemeine Unwilligkeit, Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten. Da hilft eine weitere Obergrenze, die nachts leicht überschritten werden kann, doch gar nicht. Und wer bei Tempo 200 mehr Sprit verbraucht, macht dadurch nur den Finanzminister glücklich (und indirekt alle anderen, die deshalb keine höhren Steuern auf Benzin zahlen müssen). Gibt es eigentlich irgendwo eine Statistik, die glaubhaft sagen könnte, wieviel Prozent der Autofahrer überhaupt regelmäßig schneller als 130 fahren?

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steffan.maiier 23.01.2019, 16:07
181.

Die Meinungsmache die SPON beim Thema Tempolimits betreibt ist kaum noch auszuhalten. Wenigstens ist dieser Artikel als Kolumne gekennzeichnet. Ist es für Ihre Mitarbeiter so schwer vorstellbar, dass viele Menschen ausserhalb von Städten auf schnelles Fortkommen auf der Autobahn angewiesen sind, mich eingeschlossen? Ich muss geschäftlich 1x pro Woche 920 km (hin und zurück) zwischen zwei Standorten pendeln. Ich fahre Nachts nach 22 Uhr, die Autobahn ist dann frei und es gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. 210 km/h sind in diesem Szenario entspannt zu fahren und haben überhaupt nichts mit "Rasen", "Nervenkitzel" oder "Fahrkönnen" zu tun. Mit 210 km/h benötige ich 4.4 Std. Würde ich dieselbe Strecke mit 130 km/h fahren, benötigte ich 7.1 Stunden. Das ergibt aufs Jahr eine Differenz von 135 Std = 16.9 Arbeitstage!!! Alle die jetzt sagen "Zugfahren, dort können sie während der Fahr Arbeiten", muss ich antworten, bereits ausprobiert: Dauert Tür zu Tür (inkl. Bus, Strassenbahn, etc.) ungefähr 18 Stunden (wenn man Glück hat), davon kann man nach Abzug für Umsteigezeiten noch 11 Std. arbeiten, wenn die Verbindung mal klappt und diese 11 Stunden kann man zur Hälfte vergessen, weil inzwischen auch in der ersten Klasse Chaos herrscht, die "Metaller" neben einem aufdrehen und vor einem die Kinder schreien. Wir leben leider nicht in der Schweiz, mit kurzen Entfernungen und einer perfekt funktionierenden Bahn. (Fliegen scheidet aus, aufgrund von noch mieserer Ökobilanz, Zeit und Kosten).

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danielhoogland2 23.01.2019, 16:07
182. Be scheuer te Raser

Wer schickt heute noch sein Kind ohne Fahrradhelm auf die Gasse ?
Sind wir vergessen, wie die Autos früher abgeliefert wurden OHNE Gurt ?
Wurde nicht gesagt, die Gastronomie und die Kneipen würden alle aussterben bei einem totalen Rauchverbot?
Beführworter für freie Fahrt sollte man nicht mal versuchen sie von ihren Irrsinnzu überzeugen. Einfach einführen.
Die Raser haben auch alle etwas nicht kapiert : alles über 130 kmh geht für eigenes Risiko. Bei Unfällen fällt einen Teilschuld auf den Schnellfahrer, nur und ausschließlich wegen seines Tempos. Sein Ärgernis über den
Überholer auf der linken Spür, der mit 130 überholt, während er mit 180 Sachen auf ihn einfährt, ist abstrus :
Der Raser ist im Unrecht ! Sollte zusätzlich wegen Nötigung extra belangt werden.
Gruß von Daniel (der schon etwa 1.8 Millionen km hinter sich hat, trotz Vollpostenraser)

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Hansi Hummel 23.01.2019, 16:07
183. Tempo 50/100

Die Diskussion geht an den Realitäten vorbei. Tempo 50 in geschlossenen Ortschaften wurde 1957 (wieder)eingeführt. Tempo 100 auf Landstraßen 1972. Eine Richtgeschwindidkeit von 130 auf Autobahnen 1974.
Wer Bremswege und sonstige Fahrerassistenzsysteme von Kraftfahrzeugen aus den 50ern Jahren mit denen heutiger Fahrzeuge vergleicht, kann nur zu dem Schluss kommen, dass hier eine Anpassung erforderlich ist. Vorschlag: Tempo 70 in Ortschaften, 130 auf Landstraßen und eine Richtgeschwindigkeit von 180 auf Autobahnen.

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intercooler61 23.01.2019, 16:07
184. Teilweise hui, teilweise pfui

Zitat: "In der Debatte über Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch:"

Ja - was Herrn Hengstenberg nach dem Austausch von Sachargumenten (die er hier leider nur sehr selektiv zusammenfasst) fehlt, sind Mutmaßungen ad hominem, Räsonnieren über die Psyche seiner Opponenten. Kennen wir schon, Kollegin Stokowski sei Dank.

Das ist aber kein Journalismus, es ist schlicht unanständig. Der Autor begibt sich damit auf das Niveau gewisser Forenschreiber, an denen es zu diesem Thema gottlob nicht gefehlt hat. Schon die Überschrift passt eher zu Murdoch als zu selig (R.) Augstein.

Es stimmt ja, dass die BAB kein Ort ist, an dem man Fahrkönnen im Grenzbereich beweist oder auch nur beweisen sollte. Das heißt aber keineswegs, dass _ein_ Tempolimit für _alle_ BAB die allein seligmachende Lösung darstellen muss. Und wenn doch, darf über dessen Höhe doch wohl noch diskutiert werden? Vorzugsweise mit Sachargumenten.

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joki81 23.01.2019, 16:07
185.

Wenn das praktikabel umsetzbar ist, würde ich eine maximale Geschwindigkeitsdifferenz von ~30 km/h bei angrenzenden Fahrspuren vorschlagen, sprich wenn man einen LKW und ein PKW dahinter mit 90 km/h überholen will, darf man das höchstens mit 120 km/h machen, außer die Autobahn ist dreispurig und die linke Spur wird benutzt.

Ist eine solche Regelung nicht möglich oder umsetzbar, hilft eben nur ein allgemeines Tempolimit, durch das die Relativgeschwindigkeiten bei typischen Überholvorgängen beherrschbar werden. 120-130 würde dafür ausreichen, aber bereits 150 nicht mehr.

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didi.wadidi 23.01.2019, 16:07
186. es gibt doch schon ein schönes Beispiel

Fahren wir doch mal auf der Autobahn von Hamburg nach Berlin (oder umgekehrt). Da haben sich die rot-grünen Schleich-Apostel doch schon vor Jahren mit einer solchen 68 km langen Kriechstrecke (sinnbefreite 130 kmh Höchstgeschwindigkeit) im schönen Brandenburg verewigt.

Entspanntes fahren auf dieser Strecke ? Meist weit gefehlt. Die ja bereits erwähnten untermotorisierten Kleinwagen wollen dann alle mal 68 km links fahren und überholen sich gegenseitig mit 115,3 kmh oder ähnlichem Horrortempo. Kilometerlang und freudig erregt darüber das sie endlich mal allen anderen ihr Tempo aufzwingen können. Öko-Diktatur in Reinkultur, oder wahlweise DDR 2.0 - nur ohne Zweitakter Gerüche.

Derjenige der mir ein Ende dieses geballten Öko-Irrsinns verspricht kriegt meine Stimme. Gerne auch bereits bei den EU Wahlen im Mai.
Mein Diesel fährt locker und dauerhaft 200, der braucht das um sauber zu werden (natürlich mit Ad-Blue Einspritzung, damit die ganzen Schneeflöckchen da draußen sich wieder einkriegen). Und ich würde gerne solche Strecken auch zukünftig ohne Zwischenübernachtung bewältigen.

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originalwolf 23.01.2019, 16:07
187. Alles Unsinn

Jeder der für ein Tempolimit plediert, ist für mich Banane. Aber komplett. Die Aussage dass ein Tempolimit für weniger Verkehrsunfälle sorgen würde ist kompletter Humbug. Wenn man beobachtet wie viele Unfälle es auf Britischen und Französischen Straßen gibt, müsste es eigentlich jedem sofort einleuchten. Und die Damen und Herren haben alle unter einem Tempolimit Fahren gelernt, kennen es also nicht anders. Kann mir keiner erzählen dass die Ignoranz der Verkehrsregeln abnehmen würde, wenn wir alle nur noch 120 kriechen dürfen.
Würde sich jeder an die Verkehrsregeln halten, Spiegel, dann den Blinker setzen, erneuter Spiegel und Schulterblick BEVOR man rüberzieht, würde es viel weniger brenzlige Situationen und dadurch weniger Unfälle geben.
Leute die mit 120 auf der Autobahn träumen und diese Regeln missachten und mit nur noch zwei Meter verbleibendem Abstand rausziehen OHNE einen Blinker zu setzen, sind die die man von der Straße holen sollte, nicht diejenigen die fahren. Ob sie nun beweisen wollen dass sie die besten sind, mag ich mal unbeantwortet lassen, aber wer will sich denn mit einem VW Polo beweisen. Auch der schafft locker die 150, weshalb es keinen Grund gibt mit 95 an einem Elefantenrennen teilzunehmen.
Ein Tempolimit erzeugt nur eines, eine Horde unbeholfener Autofahrer die einfachste Verkehrsregeln wie das Rechtsfahrgebot und den Blinker verlernen, denn wenn eh keiner schnellr fahren kann wie man selbst, muss man ja nicht mehr aufpassen.
Das führt dann zu Situationen wie in den USA bei denen auf 4 spurigen Highways die rechte Spur komplett frei ist, weil jeder nur auf den drei äußeren fährt, und alle nebeneinander herfahren, bis einer von der ganz liken abfahren will und einfach nur rüberzieht. Hab ich selbst erlebt, kann mir keiner erzählen dass sowas dann nicht auch in Deutschland passiert.

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Indiana.Jones 23.01.2019, 16:08
188. Los geht's

Zitat von Judex non calculat
... Alle Argumente gegen ein Tempolimit sind - abgesehen vom selten zugegebenen Egoismus - substanzlos ("Symboldebatte", "Beschneidung von Freiheiten", "Gängelung", "bringt sowieso nichts").
Dann mal los: was sind denn die Argumente für ein Tempolimit - wohlgemerkt: allgemeingültige? Bitte Nachweise und Berechnungen nicht vergessen.

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flytogether 23.01.2019, 16:08
189. Super Artikel

und genau so ist es. Man sollte jeden Autofahrer, der meint sein Fahrzeug zu beherrschen, auf die Schleuderplatte schicken. Man fährt mit ca. 40km/h über eine im Boden eingelassene
Platte die beim Überqueren, ferngesteuert vom Instruktor, nach rechts oder links verschoben wird. Hinter der Platte befindet sich eine Auslaufzone. Die meisten Fahrer/innen scheitern daran weil sie ihr Fahrzeug eben nicht im Griff haben. Sie drehen sich in der Auslaufzone dann zur Belustigung der anderen Kursteilnehmer schön um die Hochachse. aber wie gesagt: jeder meint er hat sein Auto im Griff

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