Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

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Nania 23.01.2019, 16:28
240.

Zitat von peterpeterweise
Natürlich ist es einfach auf einer freien, geraden Autobahn schnell zu fahren. Aber daraus eine Angeberei zu machen, ist doch weit hergeholt. Wenn der Zug von Berlin nach München jetzt schneller unterwegs ist, dann werfen wir den Passagieren doch auch nicht vor, dass es nichts mit ihren Fähigkeiten zu tun hat, so schnell zu sein. Wir erkennen einfach an, dass es schöner ist, etwas eher am Ziel zu anzukommen. Genau so geht es mir, wenn ich lange Strecken mit dem Auto vor mir habe.Heutige gute Autos liegen bei 180 Kmh sicherer und ruhiger auf der Straße wie es früher mit 120 kmh war. Freuen wir uns doch einfach über schnellere Züge und schnellere Autos. Geschwindigkeitsbegrenzungen an unübersichtlichen und gefährlichen Stellen sind selbstverständlich, aber warum sollen wir auf gut ausgebauten Strecken so tun, als ob es keinen Fortschritt in der Bahn- und Auto- Technik gegeben hat?
Also... die Ausbildung zum Lokführer muss man schon machen... Und im Zug sind Sie ja derjenige, der mitgenommen wird, nicht der, der fährt. Zudem passiert es selten, dass ein Zug vom Nachbargleis plötzlich ausschert, um einen Güterzug zu überholen und es passiert auch ziemlich selten, dass ein Zug dem anderen Zug auffährt. Der Vergleich ist einfach nur "Banane".

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a.meyer79 23.01.2019, 16:28
241. Autolobby

Die CSU bzw ihr Schattenminister geht es in erster Linie darum, dass in Stuttgart und München Autos als PS-Protze gebaut werden. Für diese wirklich sinnlosen Gefährte fallen viele Steuern an. DAS interessiert das Verkehrsministerium. Aber: wenn hinter mir eine aggressiv auffährt interessiert mich das wenig.

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Hajopistensau 23.01.2019, 16:28
242. Ich fahre beruflich viel

und ein Tempolimit stiehlt mir einfach nur Zeit. Aktuell benötige ich für die Strecke Erfurt - Ingolstadt ca 2h40 - mit Limit 130 werden daraus 3h30 .. wegen der langen Tunnelstrecken. Damit benötige ich hin und zurück 1h40 mehr - die würde ich nur ungern auf der Piste verbringen, zumal ja aktuelle Fahrzeuge auch für diese Geschwindigkeiten ausgelegt sind.

Wieso man das überhaupt diskutieren muß und zügiges Fahren zu einer Domäne hirnamputierter Adrenalinjunkies erklärt kann ich nicht nachvollziehen.

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willi2004 23.01.2019, 16:29
243. Sämtliche Momente die hier beschrieben werden haben nichts...

mit dem nicht vorhandenen Tempolimit in Deutschland zu tun. Bei viel Verkehr und Wetter zählt als erstes immer §1 Vorsicht und Rücksichtnahme. Jeder der dann 200 fährt, drängelt oder rechts überholt verstößt dagegen. Außerdem gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Bei Unfällen wird genau diese herangezogen und der Schnellfahrer ist Schuld oder bekommt selbst bei Auffahrunfällen eine Teilschuld. Wer in einen Stau reinfährt, fährt zu schnell, auch vorher, da ja dann viel Verkehr auf der Straße war. 200 km/h kann ich bei leerer Straße fahren und dann gefährde ich mich nur selber. Wo also würde ein Tempolimit etwas ändern. Die Leute fahren also schon jetzt lt. Straßenverkehrsordnung zu schnell und dann halt auch. Und es geht auch den meisten Tempolimitgegnern nicht um 200 sondern um die Reisegeschwindigkeit von 150 oder 160 km/h die bei einer leeren Autobahn ein schnelles und entspanntes Fortkommen bringt. 200 km/h und mehr ist körperlich anstrengend und kann von keinem über längere Fahrzeit als entspannt empfunden werden und über längere Zeit durchgehalten werden. Je nach Autotyp variiert es natürlich.

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k70-ingo 23.01.2019, 16:30
244.

Zitat von alex300
mit viel Sicherheit. Man sie mit keinem anderen Land vergleichen! Die Geschwindigkeit bis 200 km/h oder gar knapp darüber ist überhaupt kein Problem. Die Sicherheit ist gegeben. Es ist ein graus, Deutschland zu verlassen und im Schneckentempo in Italien oder in Holland sich zu bewegen. Dort sind allerdings die Autobahnen so miserabel konstruiert, dass es wirklich nicht schneller als 130 geht. Das gleiche gilt auch für die U.S.A. Ich kann mich noch an Interstate 101 erinnern, wo es einfach Einmündungen in nicht befestigte Straßen gab!!! Die meisten tödlichen Unfälle auf den Deutschen Autobahnen fallen auf das Konto von LkW-Fahrer, und die sind nicht schneller als 100 unterwegs! Das mit Abstand gefährlichste an den Autobahnen sind die Staus. Dort sterben die meisten Menschen! Wenn ein LkW-Fahrer einschläft und das Stauende übersieht... dann kommt es zu schrecklichsten Unfällen. Ja, man muss die Staus bekämpfen, anstatt das Tempolimit. Das bedeutet: die Baustellen müssen vieeeeel schneller abgebaut werden als jetzt: anstatt an vielen Stellen gleichzeitig zu bauen, lieber sich auf kleinere Anzahl konzentrieren und sie entsprechend schneller erledigen!
Das Gegenteil ist der Fall: in den Niederlanden sind die Autobahnen in wesentlich besserem Zustand als in Deutschland, dito die privat betriebene italienischen Autostrada.

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geando 23.01.2019, 16:30
245. Es wird mal wieder das gesunde Mittelmass ausser Acht gelassen

Wieso wird in dieser ganzen Diskussion mal wieder das gesunde Mittelmass ausser Acht gelassen? Zwischen 130 und 280 km/h ist ein sehr breites Feld. Wieso wird nicht ein Kompromiss gesucht, der vielleicht bei einem generellen Tempolimit von 180 oder 160 km/h liegt? Damit würde das völlig übezogene Rasen verboten, es würde aber trotzdem eine (bei freier Autobahn) angenehme und angemessene Reisegeschwindigkeit ermöglicht. Ich habe manchmal das Gefühl, dieses sinnvolle Mittelmass wird in der Debatte gezielt unterschlagen um letztlich von einem möglichen Kompromiss abzulenken und die 130 km/h als einzige mögliche Alternative zum totalen Rasen hinzustellen.

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Indiana.Jones 23.01.2019, 16:31
246. Leider nein

Zitat von horstLhorst
... Kann mir jemand vllt. mal als Beispiel nennen, wie hoch der erhöhte Anteil am gesamten bundesdeutschen Schadstoffausstoss ist den die "Raser" durch ihr "Rasen" ZUSÄTZLICH verursachen?
Den werden Sie nicht bekommen. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber. Sie bekommen selbst beim aktuellen Durchschnittstempo auf deutschen Autobahnen ausschließlich Schätzwerte.

Das Durchschnittstempo wäre dann der Basiswert, wenn das Delta berechnet werden soll. Dann müssten auch Antworten auf Fragen kommen, wie z.B.: wie hoch der Anteil der Geschwindigkeiten oberhalb von 130 km/h daran überhaupt ist? Wie würde sich das Durchschnittstempo entwickeln, falls das Tempolimit kommen würde? Was würde das für den Verbrauch bedeuten?

Nach den ganzen Diskussionen der letzten Tage bin ich mir sicher, dass es diese Zahlen nicht gibt. Sonst gäbe es schon längst Beispielrechnungen.

Die letzten Schätzungen, die mir bekannt sind, sind die, dass bei einem Tempolimit von 130 km/h ca. 3 Mio. Tonnen CO2 jährlich eingespart werden könnten. Bei einem Ausstoß von 900 Mio. Tonnen CO2 entspräche das 0,3%. Aus meiner Sicht also im Bereich der Schätzgenauigkeit.

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CyberDyne 23.01.2019, 16:31
247.

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Janee, is klar. Wer zieht Ihnen denn die Lebenszeit ab, die sie zu langsam fahren? Schon mal überlegt, das Schlafen einzustellen? Auch so eine sinnlose Vergeudung von Lebenszeit.

Sie begreifen das Leben wohl als Computerspiel. Je schneller sie fahren, desto mehr Leben erhalten Sie.

Wenn Sie auf der Autobahn die Lichtgeschwindigkeit erreichen, könnte das sogar klappen.

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lau74 23.01.2019, 16:33
248. Sicherheitsabstand einhalten ist ungleich Spur blockieren

Zitat von wally76
Nein. Ich könnte schneller, will aber nicht und will vor allem nicht bedrängt werden, wenn ich mit 130 einen LKW überhole. Das hohe Tempo der Anderen ist nicht das Problem, sondern deren mangelnder Respekt für mein Recht, regelkonform am Autobahnverkehr teilzunehmen.
Exakt. Ich fahre auch gern schnell und überhole immer zügig, bemühe mich aber trotzdem, den von der Fahrphysik vorgegebenen Sicherheitsabstand einzuhalten. Der nötige Abstand wird weder von mir noch von der Straßenverkehrsordnung willkürlich festgelegt, sondern ist durch die Naturgesetze vorgegeben. Er kann daher nicht verhandelt oder gar wegdiskutiert werden. Das weiß zweifellos jeder Autofahrer. Fährt man trotzdem wiederholt mutwillig zu nah auf oder verhält sich vorsätzlich aggressiv im Straßenverkehr, ist das für mich eine Manifestation psychischer Probleme, die einer Behandlung bedürfen.
"Sicherheitsabstand einhalten" und "die Spur blockieren" sind nicht dasselbe, werden aber von vielen Zeitgenossen gern gleichgesetzt.

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Nania 23.01.2019, 16:33
249.

Zitat von Duracellhase
Die Sachargumente mögen zwar ausgetauscht sein, anerkannt werden sie jedoch nicht. Sie und andere Schreiben u.a., ein generelles Tempolimit würde die Zahl der Unfalltoten senken. Nach allem was ich gelesen habe, ist es jedoch so, dass Autobahnen im Vergleich zu anderen Straßentypen vergleichsweise sicher sind. Auf den anderen Straßen haben wir allgemeine Tempolimits. Wenn dann Beispiele von tragischen Unfällen auf Autobahnen zitiert werden, so ist das schließlich das Totschlagargument für die sachliche Diskussion. Niemand möchte solche Unfälle, absolut niemand. Aber wenn ihre Kollegin Stochowski von Unfallopfern, die noch ihr Handy in der Hand halten, berichtet, so sagt uns das zweierlei: Erstens, die Ursache im konkreten Fall war wohl wahrscheinlich eher eine andere und zweitens, selbst wenn der Unfall durch Raserei verursacht wurde, so ist das bereits heute schon verboten. Die StVO verlangt unmissverständlich eine angepasste Fahrweise. Sollte ein Raser in dem genannten Fall Verursacher gewesen sein, würde er mit Recht hart bestraft werden. Das führt allerdings uns zu einem weiteren Problem: die bereits bestehenden Ge- und Verbote werden nicht richtig überwacht! Bevor man also über weitere Einschränkungen nachdenkt, sollte man sich erst mal über die Einhaltung der bestehenden unterhalten. Ich bin mir sicher, dass das viel mehr für die Verkehrssicherheit bringen würde. Zum Schluss etwas für Sie vielleicht überraschendes: auch ich bin Befürworter eines Tempolimits auf Autobahnen. Aus anderen Gründen und ich wäre auch für eine höhere Grenze als 130. Was mir an dieser, wie auch an anderen Diskussionen völlig auf den Geist geht ist dieses Verunglimpfen von Leuten, die anderer Meinung sind, siehe insbesondere Stockowski, die nur polemisch ist aber sonst leider nicht viel drauf hat. Man sollte auch nicht vergessen, mal zu schauen, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist und sich auch daran bei solchen Entscheidungen orientieren.
Es ist kein Argument zu sagen, dass man auf den Autobahnen kein Tempolimit einführen sollte, weil ja mehr Unfälle auf den Bundesstraßen passieren.
Das ist zwar generell richtig (mehr Unfälle auf Bundesstraßen), aber bitte betrachten Sie mal die Gründe: meistens sind diese Unfälle nämlich der Tatsache anzulasten, dass der/die Unfallfahrerin für die Verhältnisse der Straße zu schnell fährt. Bundesstraßen haben keine Planke in der Mitte, sind sind oftmals sehr kurvig und eng, am Rand mit Bäumen bewachsen und zum Überholen muss man auf die Gegenspur.
Eigentlich wären das alles Gründe, warum man auf der Bundesstraße - ebenso wie auf der Autobahn - das Maximaltempo SENKEN sollte. Statt 100 nur noch 70. Ja, nervig, wenn die Bundesstraße lang ist, aber vielleicht fahren dann die Raser nur noch 120 und nicht mehr 160. Und das machen Leute.

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