Forum: Auto
Diskussion um Tempolimits: Mein Name ist Raser, ich kann sonst nix
DPA

In der Debatte um Tempolimits sind die Sachargumente ausgetauscht. Ein Aspekt fehlt noch: Viele Sympathisanten des Schnellfahrens denken, sie wären Könner hinter dem Steuer. Ein großes Missverständnis.

Seite 3 von 48
Morse 23.01.2019, 14:57
20. Auf welcher Autobahn...

"Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. "

Auf welcher Autobahn fährt man eine Stunde 180 km/h durch?!? Ich würde sogar behaupten mit Tempolimit 130 (da wäre der Unterschied nur noch 50km/h) gibt es weniger Staus und der Verkehr rollt flüssiger (wer schon mal in Österreich unterwegs ist weiß das).

Beitrag melden
Koana 23.01.2019, 14:57
21. Ganz dezent....

... möchte ich darauf hinweisen, dass diese "Debatte" für eine generell "rasende" Gesellschaft steht.
Leider sind diejenigen, die hier für ein Tempolimit eintreten, wohl die, die wieder einmal keine Vertretung in der Regierung finden.
Doch man arrangieren sich, wie immer, mit den "klugen" Rasern.
Vernunft täte uns allen auch im sonstigen Alltag sehr gut!
Leute, eure Freiheit, sie sei euch gegönnt, macht weiter so, Ihr lieben, intelligenten Lebewesen.
Ich schau euch gerne zu dabei.
Freie Fahrt ins "Glück", für freie Steuerzahler und Konsumenten und Lohnarbeitsabhängige, bzw. Unternehmer, Freiberufler, Künstler, Politiker, Plutokraten etc. etc.
........ die Blechbüchse sei mit Euch!

Beitrag melden
nuwandapoet 23.01.2019, 14:58
22. Sachargument gegen Gefühlargument

Ich glaube Michail Hengstenberg irrt hier bei dem Sachargument: Es geht nicht um die "Sehnsucht, sich bei Geschwindigkeiten jenseits von 200 Km/h als phänomenaler Autofahrer zu profilieren", sondern um die Sehnsucht nach dem Gefühl das sich einstellt, ein Fahrzeug bei diesen Geschwindigkeiten überhaupt zu kontrollieren. Weil der empfundene Spaß bei manchen so hoch ist, schaltet die Vernunft nunmal ab. Deshalb hilft es auch wenig, darauf mit einem Vernunftargument zu kontern.

Richtig ist deshalb: Es ist alles gesagt. Viel spricht für ein (nicht zu restriktives) Tempolimit. Die Politik wird es aber natürlich (wie immer) nicht umsetzen, weil es für die Bürger nur ein Problem unter vielen ist, aber die Bürger mit der besonderen Sehnsucht nach Tempo sie dann nicht mehr wählen. Leidenschaftliche Autofahrer haben im Lande de rautomobile halt die beste Lobby.

Beitrag melden
Hang on 23.01.2019, 14:58
23. Grundsätzlich...

...richtig allerdings fußt der Artikel auf einer falschen Hypothese: Dass eine Autobahn ohne Limit das Versuchslabor für die eigenen grandiosen Fahrkünste ist. Dies ist schlicht falsch, es geht richtigerweise darum im Rahmen der Verkehrsverhältnisse möglichst schnell und sicher von A nach B zu kommen. Am Rande vielleicht auch darum, ob unsere alternde und entsprechend ängstliche Gesellschaft ein weiteres Verbot braucht. Ich bin klar dagegen: Zum einen zeigt ein Blick in die Nachbarländer, dass langsame Autobahnen nicht unbedingt sicherer sind. Ich kann jedem Zweifler eine Fahrt auf der tiroler Inntalautobahn (Tempo 100) empfehlen. Dort sterben die Menschen (vor Langeweile), weil die Konzentration überall (zb am Handy) aber nicht auf der Straße liegt. Zum anderen weil ich keine weiteren Verbote befürwortete. Wenn es wirklich um die Rettung von Menschenleben geht, sollten wir in diesem Land über Abbiegewarnsysteme, Notbremsassistenten für LKW oder Krankenhauskeime reden. Hier sterben jährlich tausende und man könnte ohne Nachteile schnell etwas tun. Die Tempodebatte hingegen ist primär emotional aufgeladen und hat mit Fakten wenig zu tun.

Beitrag melden
MatthiasPetersbach 23.01.2019, 14:59
24.

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Nun ja, wenn Sie eine Stunde mit 180 fahren, sind SIE schneller am Ziel - aber Sie haben unzählige andere dazu gebracht, hinterm LKW einzuscheren und dort geraume Zeit mit 80 rumzutrödeln (müssen).

Unterm Strich ist das ne kolossale Reduzierung der durchschnittlichen Transportleistung der Straße. Die wir ALLE bezahlen.

Schnellfahrer verlangsamen den Verkehr - halt nur nicht ihren eigenen. Soviel Egoismus muß man aber erst mal haben.

Im übrigen ist Autofahren etwas völlig anderes als verlorene Zeit - wenn mans richtig macht. Und wer jeden Tag 180 km fahren MUSS und es nicht will, ist sowieso ein trauriger Tropf und sollte das dringend ändern.

Beitrag melden
Maverlized 23.01.2019, 14:59
25. Egoist!!

Zitat von robber
Wenn ich eine Stunde lang mit Tempo 180 fahre, statt mit Tempo 120 bin ich in einer Stunde 60km weiter. Das geht nicht? Natürlich geht das, wenn man zu den richtigen Zeiten fährt. Das wären hin und zurück also 60 Minuten. Pro Tag! Die Lebenszeit will ich mir nicht nehmen lassen. Tempolimit fordern die, die sich nicht mehr zutrauen und nur weil sie es sich nicht zutrauen, alle anderen gefälligst auch so langsam zu fahren haben.
Sie irren sich!
Ich fahre ca. 50.000km im Jahr. In unterschiedlichsten Zeiten. Mal freie Fahrt, mal Mitschwimmen. Mal viel Autobahn, mal weniger. Mal größere Distanzen frei, mal mehr im Tempolimit (Ballungsgebiete).
Wenn Sie mal die Zeit messen, die Sie real von Einsteigen ins Auto (in der Regel Garage oder Ortsstraße) bis Aussteigen am Zielort (ebenfalls meist wirklich in einem Ort) stoppen, kommen Sie immer ziemlich genau bei einem Durchschnitt von wenig über 100km pro Stunde heraus. Oder wohnen und arbeiten Sie direkt an der Autobahn? Und machen dort auch Urlaub? ;-)
Da sind z.B. Ampeln, Pinkelpausen, kurze Staus, kurvige Landstraßen, etc.
Was wirklich die Gesamtfahrzeit extrem beeinflusst - aber negativ - sind größere Staus. Diesen Zeitverlust holen Sie auch nicht annähernd heraus, wenn Sie nach dem Stau aufs Gas treten.

Zu den "anderen", die Sie erwähnen.
Das ist wie mit den zwanghaften Rauchern unter den Autofahrern. Die scheren sich auch nicht um die Gesundheit der Nichtraucher, die mitfahren (Kinder).

Beitrag melden
henning_simon 23.01.2019, 14:59
26. Adac = nra

Ist schon lustig zu sehen wie unterschiedlich die Menschen Ihre Umwelt war nehmen. Wenn wir über die freizügigen Waffengesetze in den USA reden dann ind wir alle immer wieder entsetzt warum diese Waffengesetzte nicht geändert werden wenn mal wieder ein größeres Massaker passiert. Am Ende klärt uns die NRA (Organisation der Waffenlobby) dann immer darüber auf, dass die lockeren Waffengesetze nicht damit zu tun haben, dass die Anzahl der durch waffengewalt getöteten Menschen so viel höher ist als anders wo. Außerdem ist die Verfügbarkeit von Waffen eine Frage der persönlichen Freiheit.
Jetzt geht es um unser (nicht vorhandenes) Tempolimit. Auch hier ist es genauso klar, dass die Anzahl der Todesopfer auf deutschen Strassen damit zusammen hängt, dass jeder halbstarke Verrückte so schnell fahren kann wie er will. Und diesmal meldet sich der ADAC (Organisation der Automobillobby) und klärt uns auf, dass dies nicht so ist und, dass das nicht vorhandene Tempolimit eine Frage der persönlichen Freiheit ist....
In jedem Fall ist die deutsche Autolobby mit icherheit so stark wie die US-amerikanische Waffenlobby. Damit scheint auch klar, wie diese Diskussion ausgehen wird....

Beitrag melden
quark2@mailinator.com 23.01.2019, 14:59
27.

Ich fahre selten selbst Auto, nutze normalerweise Bahn und ÖPNV bzw. Fahrrad und Fußweg. Dennoch bin ich gegen ein Tempolimit auf Autobahnen. Nicht weil ich dort rasen will. Das Wort ist ohnehin tendenziös. Aber ich hatte beruflich oft genug die Situation, von Hamburg in die Schweiz zu müssen. Wir sind nachts gefahren und wären bei Tempo 130 "nie" angekommen. Die Piste war gewöhnlich weitestgehend frei und man kam auch bei sehr verantwortungsvoller Fahrweise deutlich schneller voran, als wenn es dieses Limit gegeben hätte. Insofern bin ich dafür, junge Menschen zu Eigenverantwortung und Rücksichtnahme zu erziehen, ihnen dann aber als mündigem Bürger auch das Recht einzuräumen, freie Entscheidungen zu treffen. Ich bin überzeugt, daß ein Umfeld, welches versucht, alles zu reglementieren, zu überwachen und zu kontrollieren auf Dauer zu einem Menschenschlag führt, den wir alle nicht wollen würden. Mir geht es hier nicht um die paar Raser, die es sicherlich gibt. Mir geht es um die Masse der Leute, die wenigstens an dieser einen Stelle mal einen Staat erleben, der sagt "Hier dürft ihr, also zeigt, daß ihr damit umgehen könnt.". Auch andere Einschränkungen sollten mal auf den Prüfstand.

Beitrag melden
weroc 23.01.2019, 15:00
28. hacken wir mal weiter auf dem Tempolimit rum

Ich denke nicht, dass das Tempolimit per se das Problem ist. Es ist nur der Punkt an dem die meisten ansetzen.
Ein Tempolimit bringt nur dann etwas, wenn es auch durchgesetzt wird. Die bestehenden interessieren schon keinen, wie soll sich das dann mit einem allgemeinen ändern?

Desweiteren finde ich es schon sehr interessant, dass nur die Kritik am Tempolimit überhaupt aufgegriffen wird. Ist der Rest egal? Mal ganz zu schweigen davon, dass das bewegen eines Fahrzeugs (ca 1,5-3,5t) in der Gesamtverschmutzung gegen einen Menschen (ca 80kg) hält ganz anders ins Gewicht fällt. Leichtere Autos fahren und schon entstehen weniger Abgase.

Aber das wirklich dramatische ist, dass in einem PENDLERLAND der Spritpreise in der Fantasie der Kommission erhöht werden soll, was zu einer weiteren Verschärfung auf dem Wohnungsmarkt führen dürfte. Super.. Klasse Idee.

Das gleichzeitig zig tausend Lkws jeden Tag noch mehr verbrauchen, interessiert dabei auch keinen.

Am Ende behalten wir unsere unbeschränkten Gebiete, zahlen aber mehr für den Sprit und sorgen somit für nur noch mehr Probleme. Top.

Beitrag melden
mantrid 23.01.2019, 15:01
29. Die Mär von der Unfallhäufigkeit

Es gibt eben keine wissenschaftlich belastbaren Untersuchungen über diesen Zusammenhang. Es wäre genauso platt, darauf hinzuweisen, dass je niedriger die vorgeschriebene Geschwindigkeit ist, die Unfallhäufigkeit steigt. Das könnte u.a. damit zusammenhängen, dass vergleichsweise wenig Radfahrer und Fußgänger auf der Autobahn unterwegs sind. und Ein- und Auspark-Vorgänge auch seltener vorkommen. Die Eintönigkeit langsameren Fahrens kann durchaus unfallträchtiger sein, als die erforderliche Konzentration bei schnelleren Fahren.

Beitrag melden
Seite 3 von 48
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!