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E-Mobil-Pionier Henrik Fisker : Frisch geladen
Fisker

Mit dem Hybrid-Flitzer Karma war er seiner Zeit voraus, fuhr jedoch in die Pleite. Jetzt plant Henrik Fisker mit dem "besten Elektroauto der Welt" sein Comeback - und schwört dabei auf ein widerspenstiges Wundermaterial.

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monolithos 03.11.2016, 20:14
10. Falsche Prioritätensetzung

Aha. Das beste Elektroauto der Welt. Soso. Das wäre ein 7- oder 8-sitziger Allrad-Hochdachkombi mit mindestens 300 km elektrischer Reichweite, RangeExtender für alles darüber hinaus (von mir aus auch mit reduzierter Systemleistung für 120 km/h) und Solarzellen auf dem Dach, damit sich das Auto zumindest dann wieder auflädt, wenn es in der Sonne parkt. Dazu sowohl Lademöglichkeiten für 230 V, 400 V und SuperCharger (gleichzeitig vorhanden) und 12 Jahre Garantie auf die Akkus. Das Ganze (ggf. staatlich gefördert) zu einem Anschaffungspreis unterhalb von 30.000 Euro brutto (incl. Akkus) und Stromkosten deutlich unter 5 Eurocent / km. Ein auf über 70 Meter pro Sekunde beschleunigbarer Blechklumpen für 150.000 Euro wird niemals das beste Elektroauto der Welt sein können. Da war Tesla vor Jahren schon viel weiter und selbst die GTE-Modelle von VW sind da die besseren Elektroautos. Vielleicht wird aus Fisker noch was, wenn sein Namensgeber mal erwachsen wird. Vorpubertäre Jungsträume helfen wenig dabei, die Energiewende auf die Straße zu bringen.

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monolithos 03.11.2016, 20:35
11. Wow

Zitat von helmut.alt
ist eine monomolekulare Graphitschicht, die den Strom leiten, aber nicht speichern kann, also keine Batterieeigenschaften hat; außerdem ist gutes Material sehr teuer. Physikalisch schlecht nachvollziehbar, wie der Akku zustande kommen soll, wenn weitere Angaben fehlen (ist ja streng geheim). Prinzipiell kann man sagen, dass kein Akku dieser Welt jemals eine höhere Energiedichte zustande bringen kann als chemische Treibstoffe wie Benzin oder Diesel. Daran (und an der Ladedauer der Akkus) krankt ja die Elektromobilität und wird im Alltag die Verbrennungsmotoren nie verdrängen können.
Ich bewundere Ihre physikalisch-technische Universalgenialität, die Sie dazu befähigt, sowohl das Ende der Fahnenstange der Akkuentwicklung zu kennen als auch in die Zukunft der Automobilität blicken zu können. Ich verneige mich vor Ihrer Fähigkeit, zwischen all den Dingen, die man zu Unrecht für unmöglich hielt und hält, zu erkennen, was wirklich unmöglich ist. Kleiner Hinweis: Ein Klumpen Blei kann auch keinen Strom speichern. Dennoch ist es Hauptbestandteil einer althergebrachten Autotobatterie.

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horst.koehler.2 03.11.2016, 20:55
12.

Zitat von busytraveller
...wie Sie schreiben. Fisker hat außerdem eine Historie von gescheiterten Projekten und Vorwürfen, bzw. Prozessen gegen ihn wegen Know - How Verrats (Tesla, wo er auch mal war) oder Subventionsbetrugs (U.S. Regierung). Ja, Zweifel.!
Wenn sie Fisker hier so verdammen, dann betrachten sie mal Musk genauer: Bislang war er nur mit Paypal erfolgreich, welches er teuer an Ebay verkaufte. Und erst danach ging Paypal richtig ab. Tesla, SolarCity und SpaceX waren bislang Verlustgeschäfte und sein Hyperloop ist bislang nur eine Idee (zudem eine mit vielen Denkfehlern). Tesla ist übrigens nur dank Buchführungstricks im letzten Quartal erfolgreich gewesen, bei normaler Buchführung wäre man auch wieder im Minus gelandet. Und das Minus wäre erheblich größer, würde nicht die US-Regierung mit mehreren hundert Millionen Dollar Tesla unterstützen, um E-Mobilität voran zu bringen. Und genau mit diesen Millionen macht Musk etwas, was sicherlich nicht im Sinne der US-Regierung ist: Über trickreiche Dreiecksgeschäfte mit SolarCity und sogar SpaceX unterstützt er diese mit den Subsventionsgeldern. Das kann (und wird) nicht lange gut gehen. Und dann können sie über Musk genau so reden, wie sie es gerade mit Fisker tun. ;)

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Oberleerer 03.11.2016, 22:34
13.

Zitat von monolithos
Ich bewundere Ihre physikalisch-technische Universalgenialität, die Sie dazu befähigt, sowohl das Ende der Fahnenstange der Akkuentwicklung zu kennen als auch in die Zukunft der Automobilität blicken zu können.
So ist das eben, wenn man nicht über den Tellerrand schaut. Aber Prognosen kann man treffen.

Z.B. Lithium-Silizium-Akkus sind 10x leistungsfähiger als aktuelle Akkus und seit Jahrzehnten bekannt. Das Problem ist, daß sich die Silizium-Elektrode beim Ladevorgang um das 4fache vergrößert und sich somit zerstört. Genau hier setzen die Graphen und Nanoröhrchen-Experimente an. Weltweit wird wie verrückt daran geforscht, weil ein 10x stärkerer Akku die E-Mobilität durchsetzen wird. Für 1000km braucht man nicht mehr 1.800kg, sondern nur noch 180kg zu verbauen.

Ob nun ausgerechnet Herr Fisker den Gral gefunden hat, kann sich jeder selbst ausmalen. Wie immer bei diesen Schlüsselindustrien werden Erfindungen gemacht, wenn sie gebraucht werden. Dann erheben gleich mehrere Entwickler Anspruch auf das Patent.
Ich hoffe, bei dem derzeitigen Druck, wird sich in 10 Jahren etwas ändern.

Vom Akku abgesehen gibt es auch die Brennstoffzelle. Auch hier gibt es große Fortschritte bei der H2-Speicherung. Gerade für Langstrecke (Bus, LKW, Flugzeug) ist H2 sehr interessant.

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FrüherAllesBesser 03.11.2016, 22:40
14.

Zitat von litholas
Dafür erreichen Elektromotoren die doppelte bis neunfache Effizienz wie Verbrennungsmotoren. Und können (effizienter) mit Solarenergie, Wasserkraft oder Windkraft betrieben werden.
Na, nicht direkt - da muss man bisher schon den Umweg über die Batterie machen. Und was der Stand der Technik dabei zZ ist, können Sie ja am Tesla ablesen - 800kg Lithium-Ionen hoch-"umweltfreundliches" Bauteil für ca. 300 km Reichweite. da hilft ihnen der 90%+ Wirkungsgrad-Elektromotor zZ offenbar wenig.

Nebenbei - die Solarausbeute in unseren Breiten dürfte bei etwa 100W/m2 elektrisch liegen - für so'n 50kW Auto kommen Sie also auf 500m2 Solarsegel... und das ist Mittags um 12..

Ich würd sagen, da ist noch viel Entwicklungspotential drin ... :)

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FrüherAllesBesser 03.11.2016, 22:49
15.

Zitat von monolithos
Aha. Das beste Elektroauto der Welt. Soso. Das wäre ein 7- oder 8-sitziger Allrad-Hochdachkombi mit mindestens 300 km elektrischer Reichweite, RangeExtender für alles darüber hinaus (von mir aus auch mit reduzierter Systemleistung für 120 km/h) und Solarzellen auf dem Dach, damit sich das Auto zumindest dann wieder auflädt, wenn es in der Sonne parkt. Dazu sowohl Lademöglichkeiten für 230 V, 400 V und SuperCharger (gleichzeitig vorhanden) und 12 Jahre Garantie auf die Akkus. Das Ganze (ggf. staatlich gefördert) zu einem Anschaffungspreis unterhalb von 30.000 Euro brutto (incl. Akkus) und Stromkosten deutlich unter 5 Eurocent / km. Ein auf über 70 Meter pro Sekunde beschleunigbarer Blechklumpen für 150.000 Euro wird niemals das beste Elektroauto der Welt sein können. Da war Tesla vor Jahren schon viel weiter und selbst die GTE-Modelle von VW sind da die besseren Elektroautos. Vielleicht wird aus Fisker noch was, wenn sein Namensgeber mal erwachsen wird. Vorpubertäre Jungsträume helfen wenig dabei, die Energiewende auf die Straße zu bringen.
12 Jahre Garantie auf den Akku - mit State-of the art Technik heute nciht drin. erst recht nicht, wenn da noch eine "brauchbare" Energiedichte drin sein soll. Wahrscheinlich wäre einfach ein Geschäftsmodell mit Leasing/- Austausch-Akkus naheliegender (wozu auch den Akku kaufen..)
Schnellladestationen sind wohl die Zukunft. Umweltmässig braucht man das aber auch nicht beschönigen - solang der Strom aus Braunkohle oä kommt, ist das nicht besser, als das Benzin im Auto zu verbrennen.
Solarzelle auf dem Dach ist wohl ein Witz. Da können Sie das Auto ein Jahr in der Sonne stehen lassen, um dann damit mal zum Bäcker zu fahren. Mit etwas Pech liegt die Selbstentladung vom Akku über dem Eintrag aus den Solartzellen ...

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Oberleerer 03.11.2016, 22:52
16.

Ein weiteres Thema wird bei großen Akku-Kapazitäten immer beisete geschoben. Das läßt sich nur mit einer Wechselakku-Infrastruktur betreiben.

Shai Agassi hat das Better-Place Projekt mit knapp 600Mio Dollar in den Sand gesetzt. Es war wohl einfach zu früh. Riesige Akkus, geringe Kapazitäten, umständlichste Wechselstationen.

Ein Akku sollte 25kg wiegen, damit man den auch am Straßenrand umstecken kann, wie es seit jeher den Benzinkanister gibt. Damit kommt man in Zukunft vlt. 100km weit, derzeit nur 10km. Ins Auto packt man nur soviel Akkus, wie man benötigt und spar die Akkumiete. Am Wochenende packe ich dann eben 8 Akkus ins Auto und das muß an der Tanke natürlich auf Knopfdruck geschehen (oder mit ein-Euro-Jobber).

Jeder kann sich ausrechnen, daß man 250-300kWh (soviel braucht man für 1000km) nicht an einem Schnellader in 5 Minuten ins Auto pumpen kann. P = U x I.

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naklar261 04.11.2016, 00:21
17. mehr bitte

es braucht mehr solcher leute. das ende der verbrenner kommt unausweichlich

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hackebeilchen 04.11.2016, 00:40
18. Unkenrufe

Wie immer wird zu dem vorliegendem Thema viel geunkt. Ich bleib da mal ganz entspannt und vergleiche mit den Anfängen der Raumfahrt z.B. Konstantin Ziolkowski (bereits 1903) , später dann Goddard der anfangs als Phantast ausgelacht wurde (1910) . Dazwischen viele kleine Einzelschritte und auch Rückschläge bis 1961 ( das ist grade mal 55 Jahre her) Gagarin als erster Mensch die Erde umkreiste.
Grade mal 100 Jahre von den ersten konkreten Theorien und Forschungen bis zum ersten Mensch im All. Gemessen daran ist die Entwicklung des Automobils langsam und träge. Kommunikationstechnologie, schauen Sie sich die Entwicklung an. Also was soll all die Ungeduld ? Gerade zivile Technologien die nicht der Rüstungsindustrie nützen und solche die bestehenden Industriezweigen Konkurenz machen könnten brauchen in der Entwicklung länger. All die Schwarzmalerei hinsichtlich technologischer Entwicklungen und das krampfhafte Festhalten an vermeintlich Selbstverständlichem, Unabänderlichem und Althergebrachtem ist albern. Was wir heute für unmöglich halten ist für unsere Enkelkinder schon wieder Schnee von gestern. Denken Sie an den Commodore C64 im Vgl. zu einem modernen Smartphone. Röhrenbildschirme vs. Touchscreen. Alles Entwicklungen die viele von uns in einem Teil einer Lebenspanne erlebt haben. 1825 hätte man es auch für unmöglich gehalten dass Züge eines Tages mit Strom fahren oder Magnetschwebebahnen exisitieren, geschweige denn wie der Maglev die 600 km/h erreichen könnten. 200 Jahre trennen diese beiden Ereignisse. Versuchen Sie sich die Welt im Jahre 2116 oder 2216 vorzustellen.

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oxybenzol 04.11.2016, 02:39
19.

Zitat von horst.koehler.2
Wenn sie Fisker hier so verdammen, dann betrachten sie mal Musk genauer: Bislang war er nur mit Paypal erfolgreich, welches er teuer an Ebay verkaufte. Und erst danach ging Paypal richtig ab. Tesla, SolarCity und SpaceX waren bislang Verlustgeschäfte und sein Hyperloop ist bislang nur eine Idee (zudem eine mit vielen Denkfehlern). Tesla ist übrigens nur dank Buchführungstricks im letzten Quartal erfolgreich gewesen, bei normaler Buchführung wäre man auch wieder im Minus gelandet. Und das Minus wäre erheblich größer, würde nicht die US-Regierung mit mehreren hundert Millionen Dollar Tesla unterstützen, um E-Mobilität voran zu bringen. Und genau mit diesen Millionen macht Musk etwas, was sicherlich nicht im Sinne der US-Regierung ist: Über trickreiche Dreiecksgeschäfte mit SolarCity und sogar SpaceX unterstützt er diese mit den Subsventionsgeldern. Das kann (und wird) nicht lange gut gehen. Und dann können sie über Musk genau so reden, wie sie es gerade mit Fisker tun. ;)
Können Sie beweisen, dass SpaceX Verluste macht?

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