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Einführung des Mindestlohns: Jetzt wird Taxifahren richtig teuer
DPA

Der Mindestlohn gilt bald auch in der Taxibranche. Viele Unternehmen wollen die Kosten direkt an die Fahrgäste weitgeben und die Preise spürbar anheben - im Schnitt um etwa 20 Prozent.

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hubidubi 15.11.2014, 11:16
100.

Zitat von crunchy_frog
Vielleicht sollte sich die Branche einfach besser organisieren? Ein Taxi steht doch die meiste Zeit nur nutzlos herum, die Fahrer vom Frankfurter Flughafen erzählen mir, dass sie zuweilen drei (!) Stunden auf eine Fahrt warten. Da ist es natürlich kein Wunder. Da kommt eine Konkurrenz wie Uber ganz recht. Vielleicht merkt diese Branche mal, dass sie auch besser und effektiver werden muss.
Uber ist keine Konkurrenz. Uber ist das Mittel ein paar findiger Geschäftsleute, die andere für sich arbeiten lassen und fürs "Nichtstun" Geld (20 Prozent) bekommen. Uber ist Kapitalismus in seiner ureigensten Form.

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genugistgenug 15.11.2014, 11:16
101. ääährlich?

Zitat von u.loose
nur arbeiten die Taxler eben nicht Vollzeit, sondern stehen die halbe Zeit - mindestens - rum... Win an anderer Stelle schon geschrieben wurde - der eine stellt sich an den Feldweg und löst Kreuzworträtsel und der Andere sucht sich lukrative Standorte. Ergebnis - bei der verdienen das Gleiche, nur arbeitet der eine "solidarisch" für den anderen mit......
komisch was hat warten mit Umsatz zu tun, denn niemand weiß wann ein Kunde anruft, usw.
Als ich das vor 25 Jahren als Wochenendaushilfe gemacht habe gab es bereits die Anweisung am Aussteigeort stehenzubleiben und auf Funkaufträge zu warten. So wurde das ganze Stadtgebiet abgedeckt und niemand durfte sich ohne Erlaubnis der Zentrale an einen anderen Standort bewegen.
Auch bei der Abrechnung wurde genau geschaut wie viele km besetzt oder leer gefahren wurden.

Aber Hauptsache wieder der Tenor 'die Fahrer sind selbst schuld wenn es keinen Umsatz gibt'.
Damals gab es die Wochenendjobs noch weil die Fahrer noch 5 Tage und den halben Samstag arbeiteten - außer denen die nur Nachtschicht machten - als ich 10 Jahre späte rmal einen getroffen habe, sind die bereits 6 Schichten a' 12 Stunden gefahren und oft noch den halben Sonntag.

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fawlty 15.11.2014, 11:17
102.

Zitat von dernihilist
Nun werden wieder unter dem Deckmäntelchen von Mindestlohn die Preise nach oben geschraubt um den Profit zu erhöhen... oder aber die genannten Zahlen von 6 bis 6,50 Euro pro Stunde Lohn stimmen hinten und vorne nicht... bitte liebe Taxifahrer erklärt mir wie man von so nem Lohn leben kann?
Das können Sie auch die Friseurin fragen, oder andere Leute in Niedriglohnberufen... es geht, aber nicht mit adäquater Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Darum finde ich den Mindestlohn grundsätzlich gut. Das Taxigewerbe allerdings ist ein schlechtes Exempel, denn hier wurde schon immer nach Umsatzbeteiligung bezahlt. Der Taxi-/Mietwagenfahrer ist am unternemerischen Risiko beteiligt - läuft wenig, kriegt er wenig. Mindestlohn würde heißen, das zu entkoppeln. Da aber der Taxiunternehmer selbst oft ein Kleinunternehmer ist (1-4 Autos in seinem Fuhrpark), kann dieser das nur schwer leisten. Daher die Preisdrohung. Uber wirds in der Tat freuen.

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spiegelleser987 15.11.2014, 11:17
103.

Zitat von happy2010
dass manche Mitmenschen so gar keine Ahnung haben, und Selbständigkeit umschreiben mit: "als Unternehmer tätig zu werden und seinen Lebensunterhalt durch die Arbeit anderer Leute zu bestreiten" das zeigt, wie notwendig Schulbildung ist, und wie oft diese fehlt
Es ist seit 1998 der Begriff "Scheinselbständigkeit" durch die Politik verbreitet worden. Es wurden Gesetze festgelegt, die wirklich freiwillige Selbständige dann durch den Staat ausgebeutet haben. Durch den Begriff Scheinselbständigkeit merkt das aber niemand. Und Ulla Schmidt hat damals gesagt, dass sie nur Arbeitnehmer unterstützt. Dafür hat sie andere in die Pleite getrieben.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pleite-bei-privatversicherten-150-000-opfer-von-ulla-schmidt-a-818847.html

Und wir kennen das ja auch von dem ganz linken Lafontaine. Kriegt ein ehemals echter Selbständiger nach der durch Gesetze verursachte Pleite Hartz 4, dann interessiert den das nicht. Er bedauert nur Arbeitnehmer die durch fleißiges Shopping das Geld rausgeworfen haben und dann Hartz 4 kriegen. Denen soll der Staat mehr Geld zukommen lassen. Das sagte er in einer TV-Diskussion von 2007 oder 2008. Er hat es nur etwas anders formuliert.

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Infojunkie 15.11.2014, 11:20
104. Taxihinterziehung

Sensationelle Entscheidung für Ein-Mann-Taxifahrer UND Kunden!
Single-Betriebe fahren auch gerne "ohne Uhr" und der Kilometerzähler kann elektronisch zurück gedreht werden (allgemeine Praxis bei Einzelunternehmern).
Man suche sich seine(n) persönlichen "Driver", bespreche den "Deal" während der Tour und lasse sich günstiger (als bisher) fahren.
Uber wird ausgeblendet, fünf Euronen netto besser als Achtfuffzich brutto ... absolutes Win-Win für alle!

Außer vielleicht für Taxi-Unternehmen! Kapitalismus erledigt sich gerade von alleine!
Leutz...im Grunde ist unsere Regierung "dunkelrot" ;-)

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zudummzumzum 15.11.2014, 11:21
105. Wer sind denn die Taxikunden?

Ich stelle fest dass der Anteil der Taxis rund um irgendwelche medizinische Behandlungszentren rasant zunimmt, weil die Patienten auf Kassenkosten gebracht und geholt werden. Und dann natürlich die Spesenritter, denen der Arbeitgeber diese Kosten erstattet. Ich versteigere mich zur Behauptung dass außerhalb bestimmter Spitzenzeiten (Schneechaos, Carneval, ...) nur eine kleine Minderheit der Fahrten wirklich privat finanziert ist.

Wenn man das ändern möchte (was ich persönlich auch aus ökologischen Gründen für sinnvoll halten würde), müsste man das Tarifgefüge ändern: Grund- und Standgebühr hoch, dafür den Streckentarif runter.

Wenn, ausweislich des Artikels, die Gebühr für die Anfahrt bei rund 3 € liegt, ist das Mindestlohn-Gesichtspunkten immer noch nicht kostendeckend: Das leere Stehen, dem Fahrgast beim Ein- und Aussteigen behilflich sein, ... sollte 5 € "wert sein", dafür sollten moderne sinnvolle Fahrzeuge mit einem km-Tarif von max. 1 € auskommen!

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jeze 15.11.2014, 11:27
106.

Wo ist denn das Problem? Wenn Leute 20% mehr verdienen können sie sich auch 20% teurere Dienstleistungen leisten. Und die anderen, welche die ganze Zeit schon mehr verdienten, können es ja jetzt schon.

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kielerin78@icqmail.com 15.11.2014, 11:28
107. xxx

Zitat von klaus meucht
Das Problem ist nicht dass die Taxifahrer zu viel verdienen, das Problem ist eher dass viele potentielle Kunden zu wenig verdienen. Wer selbst zum Niedriglohn arbeitet kann es sich nicht leisten über eine längere Zeit einen Dienstleistung nur für sich alleine in Anspruch zu nehmen. Ich selbst benutze meist ein Taxi um vom Bahnhof zum Hotel zu kommen, insbesondere dann wenn ich mich in der fremden Stadt nicht auskenne. Bei einer Fahrzeit von 15 bis 20 Minuten macht mich eine Erhöhung von 20 Prozent nicht arm - und sollte das Geld wirklich beim Taxifahrer ankommen, so ist dies auch mehr als verdient. Ich sehe höchstens die Gefahr dass mit der Begründung des Mindestlohns man versucht die Preise überproportional zu erhöhen. Dann ist die Politik der Buhmann. Aber grundsätzlich arbeiten Taxifahrer viel für relativ wenig Geld, und die wollen vielleicht auch mal abends in die Kneipe oder ins Kino gehen. Dies sichert dann wiederum andere Arbeitsplätze in anderen Branchen.
Da haben Sie irgendwie Recht. Ich schneide mir meine langen Haare schon seit mind. 5 Jahren selber und Taxi benutze ich auch nicht, hab statt dessen einen Roller gebraucht für Kurzstrecken geschenkt bekommen von einem Bekannten.

in Wirklichkeit sparen viele Leute in Deutschland bereits bei Dienstleistungen. Das heißt bei Taxifahren, Friseur.....

DE hat seit 20 Jahren Reallohnsenkungen, die Mieten steigen schneller als der Lohn. Der Staat ist mittlerweile auch ein großer Kostentreiber.

und zu dem Preis muss man die Lohnsubvention mit hinzuzählen, die Taxifahrt ist auch so nicht billig, der Rest vom Lohn kommt nur durch den Steuerzahler via Aufstockung oder Wohngeld - ehrlicherweise gehört das zum Preis dazu. Wieso soll die Allgemeinheit eine billige Taxifahrt subventionieren? Dafür wird mancher Taxifahrer nachher nicht mehr gegängelt wie die Aufstocker, die sich bis auf die Unterhose ausziehen müssen.

Diese Gesellschaft ist doch total heucherlisch, bei Lebenden interessiert sich niemand für dessen Würde, erst wenn er kurz vorm Tod ist, fragt mal einer danach.

wären von allen die Löhne gestiegen, könnte man auch die höheren Preise zahlen. Das ist in DE alles künstlich niedrig gehalten durch Lohnzurückhaltung und durch Aufstockertum und Minijobs. Alternativ muss man sich halt überlegen, einen Teil von Sozialversicherungskosten auf Steuern umzulagern, aber bitte ohne das Geringverdiener noch mehr bluten müssen

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Finsternis 15.11.2014, 11:29
108. Selbst schuld!

Der Mindestlohn führt zu künstlicher Preiserhöhung. Wenn ich ein Unternehmen hätte würde ich dank dieses Gesetzes dem Kunden auch einen 20% Aufschlag vorsetzen, selbst wenn ich es gar nicht müsste. Gelegenheit macht Diebe, das Volk ist selbst schuld.

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devilsown 15.11.2014, 11:30
109. Vieleicht bekommt dann zukünftig mal ein Taxi

Morgens, vor Schulbeginn, mit dem Taxi zum Arzt? Das war bisher schier unmöglich. Selbst mit einer zehnstündigen Voranmeldung hatte man kaum eine Chance.

Zwischen 6:20 und 7:40 sind gut 90% aller Taxifahrten, hier in der Region, reine Schulfahrten. Beauftragt von Eltern, die ihren Kindern Busfahrzeiten (inkl. Umsteigezeiten) von bis zu 2,5 Stunden für einen Weg ersparen wollen. Da sich meist mehrere Eltern zu Taxifahrgemeinschaften zusammengeschlossen haben, zahlt jeder im Schnitt nur 30%, womit sich einfach zuviele Eltern diese Fahrten für ihre Kinder leisten können.

Mit einer Erhöhung des Entgelds um 20% könnte die Schmerzgrenze einiger Eltern vieleicht überschritten werden, womit dann endlich auch mal wieder Taxis für Menschen frei werden, die diese dringender brauchen, als irgendwelche überverwöhnten Rotzlöffel.

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