Forum: Auto
Einführung neuer EU-Tests: Autobauer wollen länger beim Spritverbrauch tricksen
AVL

Europas Autokonzerne wollen die Einführung von genauen Verbrauchstests verzögern. Laut "Financial Times" macht sich die Lobbyorganisation ACEA dafür stark, die neuen Prüfverfahren erst vier Jahre später zuzulassen - denn es drohen Milliardenkosten.

Seite 14 von 15
jasper366 22.04.2014, 16:58
130.

Zitat von glen13
Was wäre, wenn ein Elektrogerätehersteller auch 25 % weniger Stromverbrauch angeben würde, als in der Realität verbraucht werden? Stiftung Warentest mangelhaft? Anklage wegen Irreführung?
Natürlich wird auch der Stromverbrauch eines Kühlschrankes schwanken, je nach Nutzer...

Der eine Nutzer steht ne halbe Stunde bei geöffneter Tür davor und kann sich nicht entscheiden.
Der andere Kühlschrank ist fast leer, der dritte pickepacke voll.

Der eine stellt ihn auf '2', der andere auf '4', etc pp.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Claus61 22.04.2014, 17:07
131. Mir doch egal!

So lange die Automobilindustrie darauf besteht, einen Verbrauchstest zu benutzen, der eher die Bezeichnung "Verschleierungsmaßnahme" verdient, ist für mich der so ermittelte Verbrauchswert belanglos und kein Kaufargument. Genauso wenig übrigens wie diese lächerlichen Umweltverträglichkeitsklassen, die von der Bewertung her von vollkommen hirnrissigen Parametern ausgehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Arbeitnehmer0815 22.04.2014, 17:10
132. Es macht sehr wohl Sinn

Zitat von schmunzel1234
die karroseriespalten abzukleben dürfte wohl fantsie sein. der prüfzyklus wird auf einem rollenprüfstand gefahren und der luftwiderstand wird über den rollwiderstand der rollen simuliert
Es gibt zuvor eine Fahrt im Freien, die dazu dient den Luftwiderstand und den Rollwiderstand der Räder zu ermitteln. Diese Werte werden dann später im Labor für den Rollenprüfstand in den Computer eingegeben. Den Test im Freien absolviert man hierzu an einem Ort mit sehr hoher Temperatur und sehr niedrigem Luftdruck. Dann schmeisst man noch alles überflüssige aus dem Auto, ersetzt das Öl durch ein Leichtlauföl und die Räder durch Leichtlaufräder die bis an ihre Grenze mit Stickstoff gefüllt werden. Und die Spalten werden dann natürlich auch zugeklebt. So bekommt man dann die besten Werte fürs Labor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Claus61 22.04.2014, 17:30
133.

Zitat von glen13
Was wäre, wenn ein Elektrogerätehersteller auch 25 % weniger Stromverbrauch angeben würde, als in der Realität verbraucht werden? Stiftung Warentest mangelhaft? Anklage wegen Irreführung?
Gute Frage. À propos, wissen Sie denn überhaupt, wieviel Ihre Elektrogeräte wirklich verbrauchen und nach welcher Norm die getestet werden? Ist da vielleicht der gleiche Schmu am Gange? Ich mein ja nur, wo "EU-Gesetzgebung" drauf steht könnte ja auch tatsächlich "EU-Gesetzgebung" drin sein ... ;(


Zitat von glen13
Und nun zu den Autozeitungen, bei denen diese Lügen nie zur Abwertung führen. Müsste man das bei der Bewertung von Neuwagen die Höhe der Verbrauchslügen nicht mit werten oder ist die Autolobby wirklich so stark, dass die gesamte so freie Presse in Geiselhaft ist?
Autozeitungen in die Verantwortung zu nehmen halte ich für nicht angebracht. In der Tat ist die Autoindustrie sehr mächtig, aber nicht nur ihre Macht sondern auch unsere Rechtsprechung stehen da davor. Würde eine Autozeitung eine bestimmte Firma wegen extrem abweichender Verbrauchsangaben abwerten, hätte sie das Problem der Beweispflicht. Sie müsste das wasserdicht vor Gericht belegen können und dazu müssten ihre eigenen Tests objektiv und vollständig nachvollziehbar gestaltet sein. DAS wäre schon mal extrem teuer und mit dem Risiko behaftet, dass irgendwo ein Fehler nachweisbar ist, den man nicht bedacht hat. Wenn man sich dann eine Verleumdungsklage einfängt, dann das bei den Summen, bei denen es im Automobilbereich geht sehr schnell sehr teuer werden. Deswegen belassen es Autozeitungen gemeinhin bei der prominenten Erwähnung solcher Differenzen in ihren Tests ... und, wer solche Tests als Grundlage für Kaufentscheidungen liest weiß sowieso schon, wo er die realistischeren Angaben her bekommt.

Das führt mich dann zum letzten Punkt, die Autozeitungen sind ja vielleicht ganz froh, dass es diese irreführenden Angaben gibt? Schließlich weiß ja so ziemlich jeder, was von den teils absurd niedrigen Verbrauchsangaben der Hersteller zu halten ist - was machen die Leute dagegen? Sie informieren sich. Und wo? In Autozeitungen ... ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ing. Hans Maulwurf 22.04.2014, 17:48
134.

Zitat von kabian
Es wird sogar im Windkanal ermittelt. Allerdings mit diversen Einschränkungen, z.B.: Keine Nachladung der Fahrzeugbatterie während des Zyklus. Abkleben von Kanten an der Außenhülle. Anpassung der Radgeometrie. Erhöhter Reifenluftdruck. Verwendung des minimalen Fahrzeuggewichtes. Abzug der 4%igen Toleranz auf den Messwert. Vermeidung von schleifenden Bremsen. Anpassung der Motorsteuerung. Und so fahren sie dann auf der Strasse um ihre Testergebnisse zu erhalten? :-)

Wenn die Motorsteuerung "angepasst" wird, so stellt sich mir doch die Frage wieso diese Superspritspardosen keine "Eco"-Knopf haben, der permanent in diesem Modus fährt ?!

Und wir fahren einen NEFZ, dürfte wohl den größten Einfluss haben ...
Wieso die Diskrepanz zwischen Versuchsergebnis und Realität im Versuchsaufbau suchen, wenn doch der Versuchsablauf so eine gute Erklärung liefert ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
transponder 22.04.2014, 17:58
135. Legaler Steuerbetrug?

Die Kfz-Steuer wird auf Basis des Ausstoßes von Stickoxiden von g/km ermittelt. Diesen Wert liefert die Autoindustrie. Durch „bis an die Grenze des Legalen optimierte“ Tests werden diese Werte ermittelt. Da nun die Autos, laut Spiegelbeitrag, in der Realität bis zu 25% mehr verbrauchen, müsste die Kfz-Steuer eigentlich um diesen Wert höher sein, um die Realität abzubilden. Provokant gesagt: Das ist doch nichts anderes als Steuerbetrug. Komisch, dass der Staat sich hier eine Menge Geld entgehen lässt! 2012 betrug die gesamte Kfz-Steuer: 8.443 Milliarden Euro. Okay, nehmen wir nur die Benziner. Sagen wir ein Drittel des Gesamtsumme davon sind Benziner, die 25% zu viel verbrauchen. Macht ca. 2.786 Milliarden. Davon 25% ergibt ca. 696 Millionen, auf die einfach so verzichtet werden…?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
staubtuch 22.04.2014, 17:59
136. optional

2021? Warum nicht 2031? Oder besser: 2120. Oder gleich 2200. Das Jahr, in dem wir uns auf die erste Startrek freuen dürfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
susanne_tatter 22.04.2014, 18:43
137. Was ist genau?

Zitat von sysop
Europas Autokonzerne wollen die Einführung von genauen Verbrauchstests verzögern.
Es gibt aktuell einen Test mit genau beschriebenem Verfahren und alle Fahrzeuge werden nach gleichem Verfahren getestet. Was ist daran Betrug oder Fälschung? Das Verfahren hat gewisse Grauzonen, z.B. die Einteilung der Fahrzeuge in recht grobe Schwungmassenklassen oder die Abschaltbarkeit von elektrischen Aggregaten. Der Sinn war früher die bessere Vergleichbarkeit. Wie bei jedem genormten Verfahren werden von den Herstellern natürlich Grenzen ausgelotet und ausgenutzt. Das ist bei genormten Crashtests ebenso der Fall.

Was ist denn ein "genaues" Verfahren? Fahren um die Nordschleife, was für mich relevant wäre, Zuckeln durch den Stadtverkehr, typische mittellange Pendlerstrecken oder lange Autobahnfahrten? Und wenn alle Bereiche, in welchem Verhältnis? Realistisch werden höher motorisierte Fahrzeuge mit anderen Durchschnittsgeschwindigkeiten bewegt als schwächere. Ist das noch vergleichbar, obwohl realistisch, oder sind es doch Äpfel und Birnen?

Der Sinn der Testes war immer eine Bewertung des Abgasverhaltens im Großstadtverkehr. Dafür taugt der Test. Wer meint, daraus auf einen realistischen Gesamtverbrauch schließen zu können, hat den Test nicht verstanden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
susanne_tatter 22.04.2014, 18:47
138. Ja und?

Zitat von Arbeitnehmer0815
... So bekommt man dann die besten Werte fürs Labor.
Und was spielt der Luftwiderstand bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h für eine Rolle? Leichtlauföle und erhöhten Reifenluftdruck darf jeder Autofahrer nach Belieben nutzen. Das es sich nicht rechnet, wird man selber feststellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
echo0815 22.04.2014, 19:09
139. Die Konsequenzen aus der Ablösung des NEFZ

und Einhaltung der CO2-Abgasvorschriften in Europa:
Die Kosten für die Entwicklung der Fahrzeuge, die in Europa zugelassen werden sollen, werden steigen. Um die Abgasnormen zu erfüllen, geht das Downsizing der Motoren weiter, insbesondere der Benziner in Richtung 3- und 2-Zylinder, und ist die Hybridisierung unumgänglich, in allen, auch den kleinen Klassen.
International driftet der Markt hinsichtlich der Angebotspalette auseinander. Die japanischen und koreanischen Hersteller werden ihr Modellangebot in Europa zwangsläufig unter diesen Bedingungen straffen und begrenzen. Der europäische Kunde wird zunehmend neidvoll auf die, z.B., amerikanische Angebotspalette mit dortiger Preisstellung schielen. Die Mobilität wird in Europa sukzessive künstlich abgebaut und unattraktiv gestaltet. Selbst deutsche Hersteller werden sich zunehmend überlegen müssen, ob sie großvolumigere Motoren, die den Abgasvorschriften nicht entsprechen können, besser nicht gleich in den jeweiligen Absatzmärkten produzieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 15