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Einigung zu Diesel-Fahrverboten: GroKo fordert von Herstellern Hardware-Nachrüstungen
DPA

Die Verhandlungen standen auf Messers Schneide: Erst um drei Uhr in der Nacht einigten sich die Koalitionsspitzen auf ein weitreichendes Papier gegen Fahrverbote. Den Autokonzernen dürfte es nicht gefallen.

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Pickle__Rick 02.10.2018, 16:19
220.

Zitat von #doc#
Es scheint so, als wenn weder Politik, noch öffentliche Meinung, noch Medien ein Interesse daran haben, die behauptete Gefährdung durch NOx und Feinstaub sachlich und wissenschaftlich zu diskutieren. Es gibt z.Zt. keine Untersuchung, die die Kausalität zwischen NOx/Feinstaub und Krankheiten nachweist. Die angeführten Arbeiten sind Modelle und theoretisch/ mathematisch hochgerechnete Zahlen. Es werden Korrelationen zwischen Erkrankungen und Umweltbelastung aufgezeigt. Genauso gut kann man den Rückgang der Geburtenrate mit dem Rückgang der Zahl der Störche erklären. Für solch einschneidende Maßnahmen wie Fahrverbote sollte man aber ein etwas seriöseres Fundament erwarten, nämlich die nachgewiesene Kausalität. Hier ist eine Versachlichung der Diskussion dringend nötig. Im Deutschen Ärzteblatt ist dazu Mitte Oktober eine kritische Hinterfragung der „Studien“ erschienen.
Das ist eine schwierige Mammutaufgabe. Denn im Endeffekt läuft das auf europäischer Ebene ab und man muss viel Überzeugungsarbeit leisten um eine Überarbeitung der Grenzwerte und Zulassungsvorschriften überhaupt in Gang zu bringen. Dazu braucht es natürlich Forschung, an der sich die Gesetztgebung orientieren kann. Ich befürchte, dass unsere Spezialisten von der GroKo dazu einfach nicht willens und auch nicht fähig sind. Daher wählt man die billige Bastellösung, die in sich schon kompletter Quatsch ist.

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exHotelmanager 02.10.2018, 16:27
221.

Zitat von Architectus
Die Regelung ist rechtlich nicht durchsetzbar wegen völliger Ungleichbehandlung. Ich bin selbständig, mehr als 100km von München weg und habe dort aber Kunden die ich besuchen muss....und würde nicht von der Regelung profitieren.
Sie haben das richtig erkannt. Sie erfüllen keine der für die kommende Landtagswahl existenzwichtigen Kriterien:
- Sie sind nicht Bürger einer Großstadt oder deren Schlafstadtumgebung, also vermutlich ohnehin CSU-Wähler
- Sie sind selbständig, also vermutlich (bitte immer aus Sicht der Landespolitiker) CSU-Wähler oder, dann wohl nicht "heilbar", FDP-Wähler.
- Sie fahren mehr als 100km mit dem PKW. Aus Sicht des zukünftigen Koalitionspartners in Bayern sollten Sie dafür die Bahn nehmen.
Also muss man für Sie nichts tun, denn Ihre Stimme hat man zumindest statistisch schon in der Tasche.

Sie haben also keine Chance. Nicht in Bayern, nicht anderswo in Deutschland.

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helmut_s 02.10.2018, 16:49
222.

Zitat von Wurzelbär0815
Völlig unverständlicherweise werden Jahresdurchschnittsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40µg/m³ im Straßenverkehr als Grenzwert festgelegt, obwohl die Grenzwerte von Schadstoffen in Innenräumen weitaus großzügiger betrachtet werden und der Mensch sich zu 70-80 Prozent des Tages in Räumen aufhält. Höchst offiziell sind am deutschen Arbeitsplatz für Beschäftigte laut Bundesgesundheitsblatt 950 Mikrogramm pro Kubikmeter Innenraumluft als „Maximale Arbeitsplatz-Konzentration“ (MAK) erlaubt. Also gut 20 Mal so hoch wie für Stickstoffdioxid auf Straßen – und zwar acht Stunden täglich und 40 in der Woche. Quelle: https://www.aerzteblatt.de/forum/120300/Am-Arbeitsplatz-sind-950-Mikrogramm-NOx-8-h-am-Tag-40-h-die-Woche-zugelassen
Der Vergleich kam schon oft, und wurde schon genauso oft so zurechtgestutzt, dass er zur Realität passt, und nicht zu den Wünschen der deutschen Autolobby. Wie? Zu lesen ist das zB. hier: https://www.auto-motor-und-sport.de/news/fakten-nox-grenzwert-stickoxid-fahrverbot/

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P-Schrauber 02.10.2018, 17:08
223.

Zitat von justus65
Selbst wenn alle auf Eektroautos umsteigen benötigen wir in Deutschland gerade mal 10% mehr Strom als derzeit und derzeit exportieren wir noch sehr viel Stromüberschüsse ins Ausland. Da nicht alle jetzt direkt umsteigen, sondern je nachdem, wann sie sich ein neues Auto kaufen, bleibt genug Zeit sich darauf einzustellen. Elektroautos sind kein Problem für die Netzstabilität, sie können Teil der Lösung sein, da sie Überproduktion in ihren Akkus speichern können und - so ist zumindest geplant - bei Bedarf auch wieder ans Netz abgeben. Es gibt jetzt schon genügend Besitzer von PV-Anlagen, die ihr Eektroauto mit dem überschüssig produzierten Strom laden, statt ihn ins Netz einzuspeisen. Die sogenannten seltenen Erden sind gar nicht so selten.
Der ökologische Footprint eines Tesla bei Auslieferung ist der gleiche wie bei einem durchschnittlichen Mittelklasse PKW mit Dieselmotor einschliesslich einer ca. 200.000km langen Fahrstrecke oder alternativ 8 Jahre Fahrzeit bei einem Benzinmotor!

Die Studie wurde vom Schwedischen Umweltforschungsinstituts (IVL) im Auftrag des schwedischen Transportministeriums (Trafikverket) und der Swedish Energy Agencydurchgeführt:
https://www.mobilegeeks.de/artikel/umweltsau-elektromobilaet-akkus-co2/

Soviel zur Ökobilanz von Hochleistungsakkumulatoren ...

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wolfgango3 02.10.2018, 18:13
224. Enteignung

Niemand enteignet die Dieselfahrer!
Keiner will ihnen das Auto wegnehmen!
Fahrverbote lassen sich umfahren!
Noch besser: Hunderttausendfach Fahrverbote ignorieren!

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Ogim 02.10.2018, 20:07
225. Zu den attraktiven Angeboten

Zu den „Attraktiven Angeboten der Autoindustrie zum Eintausch alter Diesel“:
Das ist wie wenn ich dem Einbrecher in meiner Wohnung mein Eigentum zum Sonderpreis abkaufen „dürfte“

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miteinander 02.10.2018, 21:19
226. Verantwortung BMVI / KBA ?

Warum fragt keiner mal den Verkehrsminister, warum seine Bundesbehörde, das KBA (verbeamtete, also gutbezahlte Ingenieure), erst Fahrzeugen eine Zulassung erteilt - in Kenntnis der von Herstellern offengelegten, sogenannten Schutzfunktionen - und dann - unter dem Druck einer von Lobbyisten wie die DUH aufgeheizten öffentlichen Luftverschmutzungshysterie (das mit dem Dieselfeinstaub war ja schnell nicht mehr ganz so angesagt, da kamen die NOxe grade recht) - diese in einer Art generellen Betrugsverdacht in einen Topf wirft mit den illegalen, verborgenen Softwarefunktionalitäten (TestERKENNUNG – dazu hat Der Spiegel ja mehrfach hervorragend recherchiert), die von eigentlich nur von einem Hersteller und seinen Töchtern eingesetzt wird ? Die ganze Hysterie droht jetzt ohne Abwägung in konkrete Fahrverbote zu münden und führt damit für viele Konsumenten zu massiven finanziellen Nachteilen bzw. ernsten Problemen, und das ist dann keine Hysterie, sondern ein reales Problem. Dafür muss der „Schuldige“ gefunden werden, und der sollte am besten auch Mittel haben, die finanziellen Seite auszugleichen. Für mich ist naheliegend warum das Verkehrsministerium mit großen medialen Getöse pauschal auf die böse Autoindustrie einschlägt. Der Hauptgrund ist die Ablenkung davon, wer hier eigentlich seiner Verantwortung für Umwelt und Konsumenten jahrelang nicht gerecht geworden ist wird, und zwar sein eigenes Ministerium. Ein weiterer Grund ist sicher, dass jemand, wenn er mal am Pranger steht, sich kaum wehren kann. Vielleicht stellt mal jemand probehalber das KBA oder das Verkehrsministerium an den Pranger ? Dass sich kein Automobilhersteller mit dem KBA anlegt ist nachvollziehbar (hoffe ich zumindest). Dass die DUH in diese Richtung nicht aktiv wird ist auch klar (hoffe ich doch stark), sie finanziert sie ja sich aus Bundesmitteln, wer wird da schon ein Ministerium an den Pranger stellen wollen. Aber vielleicht gibt es ja andere Lobbyisten … die einer kritischen öffentliche Meinung z.B. ?

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Ein Mechaniker 03.10.2018, 10:00
227. #185 ... erst die Gerichte massiv mit Fahrverboten drohen mussten ...

Nur damit es nicht in Vergessenheit gerät: Nicht die Gerichte wurdn auf eigene Initiative hin tätig, sondern die Verfahren wurden allesamt auf Betreiben der DUH eingeleitet. In anderen Ländern gibt es EU konforme Luftreinhaltepläne die NICHT kategorisch EURO5 aussperren. Das ist eine von Resch und Klinger politisch gewollte Forderung für die es keinen sachlichen Grund gibt. Man könnte auch alle silberfabenen Diesel aussperren.

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Ein Mechaniker 03.10.2018, 10:32
228. #234 "Fahrverbote ignorieren!"

Dieser falsch verstandene zivile Ungehorsam wird sich schnell erledigen. Wir haben bald 2019 und man spricht rundum von Digitalisierung. In jeder größeren Stadt in Italien gibt es gewisse Einfahrtsbeschränkungen zu den historischen Stadtkernen, meist eher aus Platzgründen als wegen Feinstaub oder NOx. In den Zufahrtsstrassen hängen simple Kamerscanner, die mit einer Datenbank verknüpft sind. Fährt ein nicht befugtes Kennzeichen durch, geht gleichsam automatisch der Bußgeldvorgang los. Fragen Sie im nàchsten Urlaub mal ihren Hotelportier wie das funktioniert.

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zia-zaruba 03.10.2018, 18:13
229. Darf ich mal fragen,

was in REST Europa eigentlich getan wird , mit Grenzwerten Hardware und was damit zusammen hängt ? Zum Beispiel auch, sind französische KfZ in den USA auch im check ?

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